Sneaker als Bahn-Ticket: Wieso die Zusammenarbeit von Adidas und der BVG genial ist

Es gibt wenige Dinge, die so sehr für Großstadt und Urbanität stehen wie Sneaker und U-Bahnen. Genau deswegen bringen Adidas und die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) anlässlich des 90-jährigen Bestehens des Berliner Nahverkehrsanbieters einen gemeinsamen Schuh raus, mit dem du die Bahnen und Busse der BVG bis 2018 unbegrenzt nutzen darfst.

Tatsächlich sind Kollaborationen der Sneaker-Brands weit über die Fashion-Szene hinaus keine Besonderheit mehr. Kangaroo arbeitet mit Jägermeister zusammen, Nike brachte einen Schuh mit Skepta raus und Adidas huldigt der Kultserie "Dragon Ball Z". Doch die Kollaboration zwischen Adidas und der BVG ist auf den ersten Blick schon kurios. Zum einen sind Nahverkehrsbetriebe nicht unbedingt dafür bekannt, besonders nah am (modischen) Zeitgeist zu agieren und zum anderen sind die Ausstattungen der meisten Züge oder Busse nicht eben geeignet, auf einen Sneaker übertragen zu werden.

Doch die BVG ist da in zweierlei Hinsicht eine Ausnahme. Denn gemeinsam mit der Agentur GUD stampfte der Berliner Nahverkehrsbetrieb die Kampagne "#weilwirdichlieben" aus dem Boden, die mittlerweile preisgekrönt ist und immer wieder für witzige Tweets sorgt. Beispiel gefällig?

Weil wir dich lieben

¯\_(ツ)_/¯

Und die Designs in den Berliner Bahnen sind ebenfalls bekannt. Nicht nur Berlinerinnen und Berliner kennen das typische Gelb, die kleinen Brandenburger Tore auf den Fenstern oder das auffällige Sitzmuster. Letzteres gibt es seit einigen Jahren sogar auf T-Shirts oder Turnbeuteln zu kaufen. Die Designs der BVG scheinen zeitlos gut anzukommen. Dessen ist sich die Social-Media-Abteilung bewusst. Jedenfalls spielt sie gekonnt darauf an :

Weil wir dich lieben

Unser Sitzmuster: Endlich auch in der Käsetheke erhältlich!

Nur logisch also, dass sowohl das berühmte Gelb als auch das Sitzmuster sich im Design der Kollaboration mit Adidas wiederfinden. Als Grundlage dient die Silhouette des "EQT 93/17", die mit einer schwarzen Mesh-Oberfläche daherkommt und von der Boost-Zwischensohle abgerundet wird. Die Schnürsenkel sind im BVG-Gelb gehalten und das Sitzmuster findet sich als auffälligstes Designelement an der Außenseite des Schuhs wieder:

SOON at OVERKILL!⠀ Release: January 16th | 11 am (in-store first)⠀ ⠀ From @adidas_de for Berlin, the EQT Support 93/Berlin. Get them at our main store in Berlin Kreuzberg.⠀ ⠀ The best: the EQT 93/Berlin is simultaneously a yearly public transport ticket for @bvg_weilwirdichlieben ⠀ ⠀ #weilwirdichlieben #adidaseqt #adidas #EQT #adidasoriginals #weilwirdichlieben #overkillshop #overkillwomen #teamoverkill #highsnobiety #sneaker #sneakers #womft #thedropdate #wdywt #nicekicks #kickstagram #hypebeast #sneakerhead #sneakerfreakergermany #sneakersmag #praisemag #sneakerfreaker #kicksonfire #soleonfire #sneakernews #modernnotoriety #shoegasm #complexkicks #sneakerholics ⠀

5,122 Likes, 124 Comments - OVERKILL® (@overkillshop) on Instagram: "SOON at OVERKILL!⠀ Release: January 16th | 11 am (in-store first)⠀ ⠀ From @adidas_de for Berlin,..."

Das gelbe Herz der "#weilwirdichlieben"-Kampagne ist als kleines Detail ebenfalls eingearbeitet. Besonders innovativ: BVG und Adidas haben eine Jahresfahrkarte in die Zunge des Schuhs eingearbeitet, die bis Ende 2018 gilt. Solange du die Schuhe trägst, kannst du also nun in jede Bahn der BVG einsteigen, ohne ein Ticket zu ziehen. Wenn du sowieso immer schwarz fährst, dann kannst du bis Ende 2018 deutlich entspannter sein. Einziges Manko: In S-Bahnen sind die Schuhe nicht gültig. Wie die BVG auf Twitter auf eine Tarifzonenanfrage Prinz Pis bezüglich des Schuhs reagiert, ist dennoch ziemlich witzig:

Weil wir dich lieben on Twitter

@prinzpi23 Nein, für das letzte Stück zum Möbelhaus-Gig müsstest du dann einen Anschlussfahrausweis kaufen.

Ziemlich edgy, die Mädels und Jungs in der BVG-Zentrale, oder? Auf jeden Fall wissen sie, wie ein anständiger Twitter-Grind geht und wissen damit schonmal mehr über junge Menschen als die meisten anderen Verkehrsbetriebe der Welt zusammen. Die gesamte Idee des Sneakers und dessen Umsetzung finden wir jedenfalls ziemlich fresh. Die Sneaker-Kultur hat ihre Ursprünge in urbanen Zentren wie Berlin, deren Pulsadern die U-Bahnen sind. Dadurch lebt die Stadt. Wenn das dann in zeitlose Designs gepackt wird, erleben wir Urbanität auf Endlevel. Happy Birthday, BVG. Weil wir dich lieben!

Ab dem 16. Januar wird es den Schuh für 180 Euro im Berliner Store Overkill und im Adidas Originals Flagshipstore in Berlin zu kaufen geben. Der "EQT Support 93/Berlin" wird auf 500 Stück limitiert sein.

Groove Attack powered by Hiphop.de

Groove Attack powered by Hiphop.de

Deine Deutschrap-Playlist powered by Hiphop.de, immer mit den aktuellsten Tracks der deutschen Hip-Hop Szene! Cover: ERRDEKA

Groove Attack ist Streaming Partner von Hiphop.de

Kommentare

jaja, kapitalismus ist genial.
jaja.

Deine Meinung dazu?

Weiter ...

Mehr als 5 Millionen Menschen wollten den "Air Dior"-Sneaker

Mehr als 5 Millionen Menschen wollten den "Air Dior"-Sneaker

Von Michael Rubach am 05.07.2020 - 16:10

Wie real ein Hype wirklich ist, scheint oftmals kaum nachvollziehbar. Dior-CEO Pietro Beccari schafft hier Abhilfe. Gegenüber WWD hat er verraten, auf welchem Level Sneaker Heads nach der Kombo des Luxuslabels und der Jordan Brand lechzten. Demnach war der Run auf die nicht gerade günstigen Air Jordans mit dem Dior-Flavour enorm. Mehr als fünf Millionen Menschen sollen innerhalb kürzester Zeit versucht haben, ein Paar der Schuhe zu ergattern.

Dior x Air Jordan: Auf dem Resell-Markt winken satte Gewinne

Insgesamt sind von den Sneakern gerade einmal 13.000 Stück produziert worden. Wobei allein 5.000 den Top-Clienten von Dior separat angeboten wurden. Die restlichen 8.000 Paar kamen auf den - mehr oder minder - freien Markt. Auf einer eigens eingerichteten Seite konnte man sich für das Release registrieren und den Schuh erwerben. Nur wer dort früh genug am Start war, hatte überhaupt die Option ein großzügiges Fashion-Investment zu tätigen. Der ganze Spuk soll nur neun Stunden gedauert haben – dann war es schon nicht mehr möglich, sich für den Kauf des Schuhs einzutragen.

Sneaker als Aktien: Wie Reselling die Corona-Krise überlebt

Streetwear lebt vom Hype. Sie ist längst ihren Wurzeln entwachsen und zum globalen Phänomen geworden, dessen Einfluss von der Hood in die Haute Couture reicht. Kollaborationen und Sneaker werden wochenlang angeteasert und sind nach Release meist in Sekunden ausverkauft.

Den Air Jordan 1er in der Low-Variante gab es für 2.000 Dollar. Wer sich für die High-OG-Ausführung entschieden hat, war mit 2.200 Dollar dabei. Viele Käufer dürften die Luxus-Jordans als bloße Handelsmasse angesehen haben. Auf dem Resell-Markt stehen die Schuhe inzwischen beim fünf- bis sechsfachen des Einkaufspreises. Mehr zur kompletten "Air Dior"-Kollektion findest du hier:

Jordan & Dior: Travis Scott zeigt "Air Dior" Kollektion

Mit der Kollektion "Air Dior" von Jordan und Dior erwartet uns bald eine neue Koop von Streetwear und High Fashion. Nachdem in letzter Zeit bereits erste Fotos vom gemeinsamen Air Jordan 1er in der High- und Low-Ausgabe im Internet zu finden sind, meldet Nike sich jetzt offiziell zum Drop im kommenden April zu Wort.


Sag uns deine Meinung zu diesem Artikel! (0 Kommentare)

Register Now!