Trap ist vorbei: Was uns jetzt auf Flers "Vibe" erwartet

Yes, der Flizzmaster ist back und es werden wieder Interviews zerpflückt.

Da wir schon gespannt sind, was uns auf Vibe erwartet, hören wir hier mal etwas genauer hin. Jetzt wird nämlich auch klar, was Fler damit meinte, dass Trap vorbei sei:

Dieser Standard-Trap-Film ist meiner Meinung nach vorbei.

Jetzt machen das 'ne Menge Leute in Deutschland, aber es gibt meiner Meinung nach schon wieder den nächsten Trend.

Kann auch sein, dass ich da schon wieder zu viel versuche, den Vorsprung zu haben, was Trends und Styles angeht.

Dieser "Franzosen-Trap-Film", wie Fler ihn auch nennt, werde inzwischen von vielen hierzulanden gut umgesetzt. Für ihn sei es jedoch "ein alter Hut". Im Folgenden erklärt er etwas detaillierter, was für ihn das neue Ding ist...

Sound

Auf die Frage nach dem soundtechnischen Unterschied zwischen der Bewährung Vorbei EP und dem Album, erklärt Fler, dass es ziemlich ähnlich weitergehen wird. Die EP sei ein Experiment gewesen. Dass die Leute das Release sehr positiv aufgenommen haben, bestärkt ihn nun in seinem Vorhaben, einen bestimmten Sound anzustreben. Zuvor erklärt der Berliner auch, was das konkret bedeutet:

Das ist so ein bisschen dieses Boi-1da-, dieses Drake-Ding. Die haben das sehr gut etabliert. Dass das so ein bisschen zurückgeht zu diesen Wu-Tang-Samples, Ghetto-Samples, aber von den Drums her und von den Basslines ein krasser Groove.

Im Prinzip ist es also das: Golden-Era-Samples treffen auf Drums und Basslines aktueller Strömungen. Den Vibe kann man gut bei Lifestyle der Armen und Gefährlichen spüren. Außer Shindy würde das aktuell niemand in Deutschland machen, so Fler.

Ganz ähnlich hatten Haftbefehls Manager und sein Produzenten den Sound beschrieben, den sie bei Unszensiert im Hinterkopf hatten.

Inhalt

Überraschung! Fler plant keinen Kreuzworträtsel-Referat-Rap. Es habe ihn schon immer an Deutschrap gestört, dass Leute "aufsatzmäßig [...] ein Thema abarbeiten" (als Beispiel wird Sidos Bilder im Kopf genannt). Der Vibe steht ganz klar im Vordergrund:

Richtiger Rap für mich war immer: Du rappst, dass du cool bist, dass du krass bist. Fertig.

"Möchtegern-Themensong" à la Heiligtum, die sich grob mit einem Thema beschäftigen, aber nicht zu tief in die Materie gehen, soll es aber schon geben. Viel mehr kann man dazu auch nicht sagen. Battle halt: ich cool, du ein Bastard.

Vorläufiges Fazit

Fler kocht textlich nach altbewährtem Rezept, aber setzt für zeitgemäßen Sound auf neue Würze aus zwei unterschiedlichen Zeiten. Das klingt so weit ganz lecker und Unterwegs sowie Lifestyle der Armen und Gefährlichen waren durchaus ansprechende Vorspeisen. Ich persönlich war noch nie so gespannt auf ein Fler-Album.

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Bantu Nation vs. Fler: Sugar MMFK teilt in neuem Part aus

Bantu Nation vs. Fler: Sugar MMFK teilt in neuem Part aus

Von HHRedaktion am 31.03.2020 - 15:48

Mehrere parallel laufende Konflikte sind für Fler eher Königsdisziplin als etwas Neues. Insofern sorgt der Berliner Troublemaker im außergewöhnlichen Kalenderjahr 2020 für etwas gefühlte Normalität. Kurz nach Sentinos Disstrack-Hörprobe gibt es nun auch von Sugar MMFK Zeilen zu hören, die konkret an Flizzy adressiert sind.

Sugar MMFK disst Fler in Instagram-Part

Darin geht es unter anderem um Flers Connections zu schwarzen Community, den obligatorischen 31er-Vorwurf und in einer Line auch um Bushido. Der Grund für den neu entfachten Streit steht in den Zeilen nicht im Fokus, sondern wird nur beiläufig angerissen:

"Fler wollt' auf gut vernetzt machen ohne Highspeed / geht zu sein' alten Unterdrückern, wird zur Wifey"

"Hab' dir oft Props gegeben, aber übertreib' nicht / Bantus sind Kings, Akhi, nur du weißt nicht / mit mir f**kt keiner, Akhi, nur du weißt nicht / bei der nächsten Frechheit weiß ich, Rappen reicht nicht"

Das steckt dahinter: Dem Bonner und seinen Bantu Nation-Homies Des, G-Mac und Co ist eine Aussage aus Flers aktuellem TV Strassensound-Interview ein Dorn im Auge. Als Fler darin erklärt, dass er aufgrund seiner Kontakte zu Rappern aus der schwarzen Community kein Nazi sein könnte – was ihm ohnehin niemand vorgeworfen hat – namedroppt er auch die Bantu Nation.

"Ein Jalil, der ist mein Bruder gewesen. Er zieht die Karte jetzt? [...] Mortel, diese ganze Bantu Nation, die ganzen Filme da. Bro, welcher weiße Rapper hat die gepusht wie ich?"

Beziehungsstatus "vorbelastet": Fler & Deutschraps schwarze Community

Dieses Zitat hat die Jungs aus NRW getriggert. Schon vor einigen Tagen reagierten sie auf die Aussage und stellten klar, dass aus ihrer Sicht nur Xatar etwas derartiges von sich behaupten könnte. Nun hat Sugar eben auch für eine musikalische Antwort gesorgt.

Fler denkt dabei wahrscheinlich an eine Phase vor wenigen Jahren (circa 2016-2017), als unter anderem Mortel und seine Gang Racailles gelegentlich mit ihm zu sehen waren. Damals entstand das Video zu "Sollte so sein", in dem neben Mortel und Co auch Peti Free am Start waren. Beim Openair Frauenfeld-Konzert von Flizzy 2017 wurde eine riesige Racailles-Flagge auf der Bühne geschwenkt und auch auf der Tour damals waren immer wieder einige der Jungs auf der Bühne zu sehen, um gemeinsam Action zu machen.

Das Verhältnis war tatsächlich lange Zeit sehr positiv, aber die Mitglieder des Labels Bantu Nation spielten dabei keine vordergründige Rolle. Vielleicht hat Fler schlichtweg die Racailles und die Bantu Nation verwechselt.

Außerdem kann natürlich darüber diskutiert werden, wie viel Einfluss eine Handvoll gemeinsamer Tracks und Auftritte für den weiteren Weg von Mortel und den Racailles im Game hatten.

In die Situation, sich bei Davud zu rechtfertigen, kam Fler durch eine Line auf seinem noch relativ frischen Album "Atlantis". Im Song "Mood" bezeichnet er Jalil als "Slave", der nach seinem Job im Apple Store bei Maskulin dann zu "Django Unchained" geworden wäre.

Fler droppt Sklaven-Line gegen Jalil, aber will sie nicht rassistisch meinen

Dass Fler auf seinem neuen Album "Atlantis" auch Lines gegen den ehemaligen Homie und Kollabopartner Jalil rappt, überrascht sicher die wenigsten Hörer. Die Art und Weise sorgt allerdings...

Er beharrt darauf, dass diese Zeile lediglich ein kunstvolles Bild für Jalils persönlichen Weg sei. Das mag zum Teil so sein. Aber einen dunkelhäutigen Ex-Homie als Sklaven zu bezeichnen, ist im besten Fall höchst unglücklich gewählt und im schlimmsten Fall eben eine rassistische Line.

Dieser Provokation wird Fler sich nicht erst bei der endgültigen Veröffentlichung der LP bewusst geworden sein. Zu intensiv war sein Konflikt mit der schwarzen Community Anfang 2019. Zu lange spielt er schon dieses Deutschrap-Game, um sich nicht im Vorfeld über die möglichen Folgen dieser Zeilen im Klaren gewesen zu sein.


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