SSIO, Kalim, Samy & mehr: So lief die Weltpremiere der Xatar-Dokumentation

Für die dreiteilige Dokumentarserie "XATAR – Ein Leben ist nicht genug" feierte die ARD am 30. April 2026 in Berlin Weltpremiere. Kurz vor der Premiere treffen wir zufällig Regisseur Stefan Kauertz in einem Restaurant. Er wirkt aufgeregt – und das zu Recht: Die Doku sollte das Leben eines Mannes abbilden, der nicht nur ein Leben geführt hat.

Xatar-Dokumentation: Drei Teile, die unter die Haut gehen

Der Saal füllt sich schnell mit bekannten Gesichtern: Xatars Frau Farvah Hajabi, SSIO, Samy, Kalim, Dako und viele weitere Wegbegleiter*innen sind gekommen. Simon Vogt moderiert durch den Abend und betont direkt zu Beginn: Xatars Leben soll gewürdigt und sein Erbe weitergetragen werden. Dann geht es los. 

Die drei Teile treffen den Saal mit voller Wucht. Immer wieder hört man leises Schluchzen und sieht Menschen, die versuchen, ihre Fassung zu bewahren. Während sich manche noch die Tränen trocknen, schafft es Xatar – wie schon zu Lebzeiten – im nächsten Moment alle zum Lachen zu bringen. Großes Gelächter bricht auch aus, als Samy davon erzählt, dass ihm das Gefängnis in Deutschland wie ein Besuch im Hyatt Hotel vorkam. 

In knapp zwei Stunden werden verschiedene Lebensabschnitte von Xatar beleuchtet: Seine Jugend im Bonner Brüser Berg und die Liebesgeschichte mit Farvah, der spektakuläre Goldraub, die Entstehung seines ikonischen Albums „Nr. 415“ im Gefängnis, der Aufstieg zum Unternehmer und die Implosion des Goldmann‑Imperiums. Unzählige Stimmen kommen zu Wort: Allen voran Xatars Freund und Wegbegleiter Samy, aber auch Schwesta Ewa, Apache 207, Moritz Bleibtreu und Farid Bang bis zu unseren eigenen Kolleginnen und Kollegen. 

"Ohne Hiphop.de wäre die Doku nicht denkbar gewesen."

Journalistische Einordnungen kommen von vielen alten Bekannten. Die ehemaligen Hiphop.de-Moderatoren Rooz und Aria haben Xatars Karriere ebenso begleitet wie Hiphop.de-Herausgeber Toxik, der Xatar bei dessen legendären Rheinkultur-Auftritt 2009 kennenlernte. Entsprechend häufig sind Ausschnitte von Hiphop.de-Interviews zu sehen.

Die ehemalige splash-Mag-Chefredakteurin Miriam Davoudvandi liefert wichtige Einordnungen. Kristof Jansen war von 2008 bis 2013 stellvertretender Chefredakteur von Hiphop.de, heute ist er Vice President von Groove Attack. Er arbeitete eng mit Xatar zusammen, die beiden standen sich nah. Entsprechend emotional berichtet er von dem Tag, an dem er von Xatars Tod erfuhr. Heute arbeitet er mit dem AoN-Camp und der Famile von Xatar an einem posthumen Album.

Die Rapjournalisten Alex Barbian und Falk Schacht waren Teil des Autoren-Teams und trugen sicher entscheidend dazu bei, dass sich die Doku nicht wie eine Außenansicht anfühlt. Man kommt Xatar und seinem Umfeld sehr nah, wodurch die Doku vor allem emotional berührt.

Stefan Kauertz dürfte am Ende des Abends erleichtert und glücklich gewesen sein. Nachdem sich der dicke Kloß im Hals gelöst hatte, war von den Gästen der Premiere viel Positives zu hören. Die Dokumentation wird dazu beitragen, das Lebenswerk einer der größten Legenden der Deutschrap-Geschichte weiterzutragen.

In den letzten Monaten wurden mit den Netflix-Dokus "Babo – Die Haftbefehl‑Story" und "Barbara – Becoming Shirin David" gleich mehrere Dokumentationen über deutsche Rap‑Ikonen veröffentlicht, die viele erschüttert und nachdenklich gemacht haben.

Warum gerade die harten Szenen in der Haftbefehl-Doku drin bleiben sollten, erfahrt ihr hier:

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