Spotify vs. Apple: Beef zwischen Streaming-Giganten

Es herrscht aktuell ein rauer Ton zwischen Spotify und Apple. Bereits letzten Mittwoch reichte Spotify eine offizielle Beschwerde gegen Apple bei der EU-Kommission ein. Der schwedische Streaming-Riese fühlt sich ungerecht behandelt und beklagt einen Wettbewerbsnachteil. Apple setzt sich gegen die Anschuldigungen zur Wehr.

"Time to play fair": Spotifys fünf Vorwürfe gegen Apple

In einem Blogpost machte Spotify CEO Daniel Ek deutlich, wo er das Problem mit Apple sieht. Er führt aus, dass Apple seine Marktmacht im hauseigenen App Store missbrauche und Spotify darunter zu leiden habe. Apple verhalte sich diskriminierend und unfair. Zur Verdeutlichung des Sachverhalts hat Spotify die Kampagne "Time to play fair" gestartet.

Time to Play Fair

Our Message to Apple. Visit https://timetoplayfair.com to learn more.

Der schwedische Konzern stört sich an einer 30-prozentigen Abgabe, die an Apple bei digitalen Käufen entrichtet werden muss. Andere Apps wie Uber, Deliveroo oder der Hauptkonkurrent im Streaming-Geschäft Apple Music müssten diese Form von Steuer nicht abführen. Darüber hinaus würde Apple diverse Promotionangebote von Spotify blockieren. Dazu zähle auch, dass ein Upgrade zu einem Premium-Account nur sehr umständlich möglich sei. Außerdem unterbinde Apple Verbesserungen der Spotify-App und verhindere, dass Spotify auf Geräten wie der Apple Watch oder dem HomePod stattfinden kann.

Daniel Ek weist zudem daraufhin, dass die ganze Angelegenheit eine größere Bedeutung habe. Demnach ziele die Kartellbeschwerde auf ein generelles Ungleichgewicht ab, dass man nicht länger akzeptieren wolle.

"Ich möchte klarstellen, dass es nicht um eine Spotify-gegen-Apple-Sache geht. Wir wollen die gleichen fairen Regeln für alle Arten von Firmen – jung und alt, groß und klein."

Apple kontert Spotify prompt

In einem ausführlichen Statement reagierte Apple auf die Anschuldigungen aus Stockholm. Spotify strebe nach noch mehr Umsatz und verlange die Vorteile einer kostenlosen App, ohne eine kostenlose App zu sein:

"Nachdem Spotify den App Store jahrelang genutzt hat, um sein Geschäft enorm auszubauen, ist Spotify bestrebt, alle Vorteile des App Store-Ökosystems - einschließlich der beträchtlichen Einnahmen, die es mit Kunden des App Store erzielt - einzubehalten, ohne einen Beitrag zu diesem Marktplatz zu leisten."

Die angeführte Abgabe von 30 Prozent reduziere sich nach einem Jahr auf 15 Prozent. Dieses Detail habe man wohl "vergessen zu erwähnen". Zudem sei Spotifys Politik keineswegs am Wohlergehen der Künstler orientiert – stattdessen würden Klagen gegen die Urheber von Musik erfolgen. Zu dem Vorwurf der gezielten Blockierung einzelner Dienste sagt Apple:

"Wir haben im Auftrag von Spotify fast 200 App-Updates genehmigt und verteilt, was zu über 300 Millionen Downloads der Spotify-App geführt hat."

Gegenüber Variety erklärte ein Vertreter von Spotify, dass die Antwort Apples, der eines typischen Monopolisten gleiche. Die Beschwerde bei der EU sei erfolgt, da Apple dem Wettbewerb und dem Konsumenten schade.

Inzwischen hat ebenso die Sicherheitsfirma Kaspersky Lab gegen die Vorgaben des Apple-App-Stores eine Beschwerde bei der russischen Wettbewerbsbehörde eingereicht. Auch hier wird Apple vorgeworfen, keine fairen Bedingungen zuzulassen.

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Eminem-Publisher verklagt offenbar Spotify

Eminem-Publisher verklagt offenbar Spotify

Von David Molke am 23.08.2019 - 17:00

Eminems Publisher Eight Mile Style soll aktuell gerichtlich gegen Spotify vorgehen, wie The Hollywood Reporter berichtet. Der Publisher habe Klage gegen den Streaming-Service eingereicht, weil der wohl zu wenig Geld bezahlt. Obendrein sei Eminems Musik in einer Kategorie einsortiert, die normalerweise für Musik reserviert ist, bei der die Urheber und Rechteinhaber unklar sind. Was bei berühmten Eminem-Songs natürlich nicht der Fall ist.

Spotify soll bei Eminem-Songs massiv gegen Copyright verstoßen

Laut dem THR-Bericht wirft Eight Mile Style dem Streaming-Service Spotify vor, in vielen Fällen gegen Urheberrecht verstoßen zu haben. "Lose Yourself" und 250 Songs von Eminem seien einfach reproduziert worden und Spotify besitze überhaupt nicht die Lizenzen dafür, die Songs anzubieten.

Anstatt die Rechteinhaber Eight Mile Style ordnungsgemäß zu entlohen, zahle Spotify der Beschwerde zufolge einfach einen Betrag, der völlig "random" sei. Darüber hinaus sei zum Beispiel "Lose Yourself" in die Spotify-Kategorie "Copyright Control" eingeordnet.

Die ist eigentlich aber Songs vorbehalten, bei denen unklar ist, wer die Urheber sind und wer die Rechte besitzt. Was bei einem derartig bekannten Mega-Hit wie "Lose Yourself" natürlich absurd und geradezu albern wirkt. Eminem selbst hat mit dem Rechtsstreit übrigens nichts zu tun – er und sein Team seien von den Neuigkeiten genauso überrascht worden wie alle anderen.

Das Ganze ist allerdings natürlich eigentlich nochmal etwas komplizierter und hat mit dem relativ frisch erlassenen, sogenannten Music Modernization Act zu tun. Aber wie Eight Mile Style laut THR argumentiert, hat Spotify trotzdem dagegen verstoßen.

Stark vereinfacht: Eigentlich soll die Regelung Probleme aus der Welt schaffen, wenn es unmöglich erscheint, alle an einem Song Beteiligten ausfindig zu machen. Spotify habe aber angeblich ganz genau gewusst, wer die Rechte an den Eminem-Songs besitzt und hätte mehr tun und vor allem mehr zahlen müssen.

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Conway steht bei Eminems Shady Records-Imprint unter Vertrag. Das hält ihn aber nicht davon ab, offen über seine Zweifel an den Fans seines Labelbosses Eminem zu...

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Falls du nicht wusstest, weißt du jetzt: Eminem und Evidence hatten mal Beef. Klingt komisch, ist aber so. Die beiden Rapper haben sich gegenseitig sogar mit waschechten Disstracks gedisst. Evidence von den Dilated Peoples erinnert sich jetzt in einem Interview mit Talib Kweli an den Beef mit Eminem und erklärt, wie es dazu gekommen ist.


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