Auch am dritten Tag des Festivals schien die Sonne über der wohl bedeutendste Halbinsel des Rap-Universums, was für ausgelassene Stimmung sorgte. Diese wurde etwas von den recht strengen Kontrollen am Eingang des Festival-Geländes getrübt, die dazu führten, dass sich dort lange Schlangen bildeten. Die Besucher vertrieben sich die Wartezeit mit inbrünstigen Fußballgesängen, den obligatorischen Helga-Rufen und Ausrufen aus der Zeit der Montagsdemonstrationen, mit denen sie den Veranstalter, selbstverständlich vergeblich, zum Öffnen der Sicherheitsschleusen bewegen wollten.

Direkt nach Betreten des Festival-Geländes platzte die nächste Bombe: Noch vor dem eigentlichen Beginn hatte sich der ungekrönte König des splash!-Festivals, Marteria, angekündigt, was zu pilgermarschartigen Bewegungen in Richtung des Auftrittsortes führte. Nichts war im Vorfeld an die Öffentlichkeit gedrungen, bis Marteria selbst den Auftritt ankündigte und so hatte das diesjährige splash!-Event nach Samy Deluxe am Vortag einen weiteren geheimen Act zu bieten. Der folgende Auftritt machte trotz mäßigem Sound noch einmal deutlich, dass Marteria und das splash!-Festival einfach zusammen gehören.

Der eigentliche Festivaltag begann dann mit dem Auftritt der Rap-Formation Der Plot, zu der auch eine aus Schlagzeuger, Gitarrist und Bassist bestehende Band gehört. Von dem was die Jungs im Rahmen ihres Auftritts auf der Bühne veranstalteten, kann sich so manch arrivierter Künstler noch einiges abschauen. So entwickelten die Jungs mit Hilfe der Band eine wahnsinnige Live-Energie, die sich auch an den Reaktionen des Publikums bemerkbar machte.

Auftrittstechnisch weiter ging es für uns mit dem Trailerpark-Mitglied Alligatoah, der die gesamte Fläche der Hauptbühne und die nähere Umgebung mit gewaltigen Menschenmassen füllte. Alligatoah stellte hier unter Beweis, dass er zu den begnadetsten Live-Künstlern unseres Landes zählt. Mit einer beeindruckenden Inbrunst spielte er eine Auswahl an Songs seines Nummer 1 Albums Triebwerke und verband diese mit Klassikern, die er vor seinem Durchbruch veröffentlicht hatte. So machte der selbsternannte Terrorist deutlich, dass sein Gott auch im Jahre 2014 immer noch den Längsten hat.

Nach dieser krachenden Show bereiteten sich die Zuschauer auf die große Audienz des Bosses und Kingtitel-Anwärters, Kollegah, vor. Dieser stürmte gemeinsam mit Majoe und seinem "Butler" Frederik die Hauptbühne und performte dort sowohl Stücke aus seinem aktuellen Platin-Album King, als auch allseits bekannte Klassiker seiner beeindruckenden Diskographie. Selbstverständlich durfte auch der Club-Hit Was ist denn los mit dir nicht fehlen, zu dessen Takt Flammen aus den umstehenden Kränen schlugen. Für Jubelstürme sorgte Kollegah dann mit dem Gastauftritt Caspers, der sowohl für Karate als auch für Mittelfinger hoch auf die Bühne gebeten wurde. Schade war nur das dessen Mic zu Beginn des Auftritts ausgeschaltet war, was sich aber nicht negativ auf die Inbrunst des Interpreten auswirkte. Vergangenes Jahr holte Casper Kollegah auf die Bühne nun revanchierte sich dieser also dafür. Der Kreis hatte sich demnach geschlossen.

Nach diesem gelungenen Auftritt räumte Kollegah die Bühne, um Platz für seinen ehemaligen Weggefährten Prinz Pi zu machen. Dieser unterstütze die Grundstimmung seiner neueren Musikstücke mit dem Einsatz von Feuerwerkskörpern, die er in den Nachthimmel über der Ferropolis feuern ließ. Gegen Ende des Auftritts reduzierte sich das Keine Liebe-Oberhaupt wieder auf das Minimum und schlüpfte in die Rolle seines ersten musikalischen alter Egos, indem er unter dem Pseudonym Prinz ****o Klassiker wie Keine Liebe zum Besten gab. Erneut schürte er hierbei leise Hoffnungen auf ein mögliches Prinz ****o-Album. Alles dazu findest du in unseren News.

Den Abend ausklingen ließen wir bei den Legenden von OutKast, die mit Tanzeinlagen und ihren größten Hits für mächtig Stimmung sorgten.

Viele bunte Bilder vom Event findest du übrigens auf unserer Instagram-Seite www.instagram.com/hiphopde. Folge uns für exklusiven Stuff, der die Welt verändert!

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Kommentare

Splash 17 ist Geschichte und was fűr eine!!!
Meine Toplist der Gigs:
1.Outkast
2.M.I.A. (absolut geil!!!!)
3.Prinz Pi
4.Alligatoah
5.Wiz Khalifa
6.Kollegah
7.DCVDNS (sehr cool!!!)
8.KIZ (leider haben die anderen mir besser gefallen)
9.Karate Andi (Pilsator war lauwarm Show gut)
10.3 Plusss Sorgenkind

So sehen meine Top 10 aus und ich danke fűr ein solch schőnes Erlebnis von Donnerstag bis Sonntag.
Freue mich auf Splash 18.

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Nach über 20 Jahren: Die RBA gibt ihr Ende bekannt
Rba

Nach über 20 Jahren: Die RBA gibt ihr Ende bekannt

Von Till Hesterbrink am 22.09.2020 - 14:31

Die "Reimliga Battle Arena" schließt ihre Pforten. Die Battle-Liga, bei dem absolute Topstars wie Kollegah, Cro oder auch Juju mit ihrer Karriere begonnen haben, wird nicht mehr fortgeführt. Scheinbar nahm das Interesse in den letzten Jahren so rapide ab, dass es sich nicht mehr lohnt, die Liga weiterzuführen.

RBA wird geschlossen: Zu wenig aktive Mitglieder

In einem längeren Facebook-Posting erklärt mit "kay" einer der Administratoren der Seite, dass die RBA in ihrer aktuellen Form nicht mehr fortgeführt wird. Ob es jemals wieder etwas unter dem Namen "RBA" geben wird, sei im Moment noch unklar. Als Grund für die Schließung führt kay an, dass es in den letzten Jahren immer schwieriger wurde, aktive Mitglieder zu motivieren. Sowohl mangele es an Künstler*innen, die Bock hätten, als auch an Usern, die voten würden.

"Ich möchte auch nicht einmal im Jahr 'drohen', dass wir zumachen, damit wir wieder aktive Member finden, die für uns Voten wollen. Das ist nicht zielführend und sorgt eigentlich für Frust."

Liebe Facebook "Fans" und Freunde der RBA, wir bzw. ich haben uns entschieden, die RBA nicht mehr weiterzubetreiben. Es...

Gepostet von RBA - Offizielle FB Page am Montag, 21. September 2020

Über 20 Jahre hielt sich die Liga als fester Bestandteil der deutschen Raplandschaft. Mittlerweile habe sich das Konzept wohl aber überdauert. Da viele Mitglieder loslassen konnten, tun dies nun auch die Veranstalter. So wird es entweder ab Oktober oder November keine Battles mehr geben. Neuanmeldungen werden ebenfalls alsbald nicht mehr angenommen.

Was mit dem bis heute genutzten Forum passiert, ist noch unklar.

"Es ist seit den RBA-Battles viel geschehen": RBA als Sprungbrett für Kollegah, Cro, Juju & viele mehr

Einige Deutschrap-Stars gaben ihr Rapdebüt in der RBA. Der prominenteste dürfte wahrscheinlich Kollegah sein, welcher damals unter den Namen "DERKOLLEGAH" und "young latino" auf der Plattform gegrindet hat. Der halbkanadische Boss machte nie einen Hehl aus seiner Battlerap-Vergangenheit und erwähnte die Liga immer wieder in seinen Tracks.

Aber auch Artists, die man nicht so sehr mit dem Battlerap verbindet, waren in der RBA am Start. Cro mischte dort in den virtuellen Schlagabtauschen unter dem Namen Lyr1c mit. 2015 gab er sogar ein kurzzeitiges Comeback und lud erneut Runden hoch.

Platin-Rapper gibt RBA-Comeback

Von HHRedaktion am 20.08.2020 - 13:36 Cro ist zurück! Mit neuem Sound (" Fall auf"), neuer Maske und einer innovativen Promophase lässt er kaum einen Stein auf dem anderen. Er nimmt sich diese künstlerische Freiheit, obwohl sein letztes Album " tru." den kommerziellen Erwartungen eher nicht gerecht geworden ist.

Casper, K.I.Z., die 257ers oder Juju gaben ebenfalls in der RBA ihre Rapkünste zum Besten. Mit dem Aus stirbt nun also nicht nur eine Online-Liga, sondern auch ein Stück Deutschrap-Geschichte. Administrator kay blickt wohl mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf die Arena zurück.

"Ich bin seit 1998 dabei und hatte viel viel Spaß, oft auch viel Frust [...] Ich möchte mich aber an die guten Zeiten erinnern."


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