Das sind die 20 besten Deutschrap-Newcomer 2025
Eurothug, Kiarababa, Zah1de, Ceren, benno!
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Neue Rapper spawnen jedes Jahr, als würde es bald verboten werden – und das ist auch gut so. Hot Take: Deutschrap geht es so gut, wie schon lange nicht mehr. Wer meint, dass das Genre derzeit nichts zu bieten hat, ist höchstwahrscheinlich einfach nur nicht tapped in. Das stellen unter anderem die 20 Artists, die dieses Jahr bei unseren Hiphop.de Awards in der Kategorie Newcomer des Jahres nominiert sind, unter Beweis. Von echtem Straßenrap, über Boom-Bap-Kopfnicker-Sound bis hin zu elektrolastiger Partymucke: fast jedes Subgenre ist bestens vertreten.

Wie immer könnt ihr am Ende mit darüber abstimmen, wer den Preis nach Hause holen soll. Hier kommt ihr zum Voting. Um euch die Entscheidung zu erleichtern, stellen wir nachfolgend alle Nominierten einmal vor. (Die Reihenfolge der Auflistung hat nichts mit der Anzahl der Votes zu tun. Wenn du dir die genauen Regeln unseres Nominierungssystems durchlesen willst, kannst du das hier nachholen.) Wie immer zählt für die Auswahl des besten Newcomers nicht, wann die Person damit begonnen hat, Musik zu machen und zu veröffentlichen, sondern, wann sie ihren Durchbruch geschafft hat. 

Hiphop.de Awards 2025: Das sind die besten Newcomerinnen und Newcomer

Stito

Mitte des Jahres stellte ein junger Mann die Frage in den Raum, "Who is Stito?" und lieferte prompt selbst die Antwort: einer der vielversprechendsten Rapper, die das Land aktuell zu bieten hat. Das hat unter anderem auch Eno erkannt, der bereits die Debütsingle "Englisch" mit Feature und Co-Sign unterstützt. Stiltechnisch bewegt sich Stito irgendwo zwischen Traphouse und Sternerestaurant, eine Kombi die er selbst als "Drillegance" betitelt. Die entspannte Stimme und immer extrem hochwertig produzierten Beats mit Jazz-Samples tun ihr Übriges und sorgen für ein äußerst einzigartiges Gesamtpaket. 

Ceren

Wenn es um Co-Signs geht, dann kann Ceren dieses Jahr wahrscheinlich kaum jemand das Wasser reichen – viel größer als Pashanim geht quasi nicht. Die Berliner sind mit ihrer Kollabo "Shabab(e)s im VIP" abseits dieser Kategorie gleich drei weitere Male bei unseren Awards nominiert und haben Clubs und Playlists gleichermaßen auseinandergenommen. Aber auch wenn man den Hit ausklammert, hat sich Ceren in den letzten zwölf Monaten - trotz Release-Bescheidenheit - mit ihrer Mischung aus R'n'B-Elementen und Rap in der Szene einen Namen gemacht. Und ein Ende ist zum Glück nicht in Sicht:

"Das' kein Hobby, Anne, ich mach' für mein Leben lang Musik"

bangerfabrique

2025 gab es kein Vorbeikommen an bangerfabrique, immerhin ist der Name bei dem Hamburger Kollektiv Programm (bisschen toter Satz, aber habt Nachsicht). Die sechsköpfige Gruppe hat im vergangenen Jahr regelmäßig unter Beweis gestellt, sowohl mit feierbarem Partysound als auch mit kompromisslosem Rap überzeugen zu können. Nicht umsonst ist ihr Anti-Abuser-Anthem "Crash Out" als Song des Jahres nominiert. Wer Bock hat, einfach ein bisschen "dumm" zu gehen, kommt hier genauso auf seine Kosten, wie all jene, die Inhalt und Message über alles stellen.

MP Freshly

Wer denkt, echter Boom-Bap-Rap mit Neckbreaker-Potenzial ist in Deutschland vom Aussterben bedroht, dem ist nicht mehr zu helfen. Nicht, solange Künstler wie MP Freshly nachkommen. Der in Hanau aufgewachsene Rapper ist zwar schon seit einigen Jahren aktiv, 2025 hat seine Karriere allerdings ganz neue Dimensionen angenommen. Unter anderem durfte er zusammen mit seiner Kollabopartnerin Die P den "bissu dumm ?! Megalodon Remix" eröffnen. Aber auch seine eigenen Releases stehen dem in Nichts nach. So wurde unter anderem gemeinsam mit Die P im März bereits zum dritten Mal das P gebracht, und wer da noch nicht reingehört hat, muss sich nicht über einen Headshot wundern.

Junge Sterne

Irgendwas machen die in Hamburg-West ins Wasser oder ins Essen. Es ist auf jeden Fall nicht mehr normal, wie viele kranke Rapper da aktuell an den Start kommen. Kleiner Blick hinter die Kulissen: Pepino, kt (den hatten wir euch bereits Anfang des Jahres empfohlen) und Emran wurden von unserer Jury nicht nur gemeinsam als Junge Sterne in dieser Kategorie nominiert, sondern auch mehrfach als Solokünstler vorgeschlagen. Das allein spricht schon Bände darüber, wie viel eigenen Stil jeder der drei jeweils mit an den Tisch bringt. Auf teilweise wirklich gestört geile Produktionen haben die Hamburger dieses Jahr Woche um Woche gedroppt und - so weit lehne ich mich aus dem Fenster - nicht ein einziges Mal das Ziel verfehlt. Gebt euch alleine dieses Imogen Heap/Clams Casino-Sample:

Shosharascal

Die Chancen stehen nicht schlecht, dass ihr die Mucke von Shosharascal selbst dann feiert, wenn ihr gar nicht wisst, dass ihr sie feiert. Der Dresdener nimmt nämlich eine relativ besondere Rolle ein, und ist nicht nur selbst als Rapper erfolgreich, sondern auch als Produzent für andere äußerst namhafte Rapper. Egal ob auf seinen Songs oder auf Produktionen für beispielsweise Pashanim oder die Jungs von 1019, der 21-Jährige lässt mit leicht übersteuertem Bass die Lautsprecher regelmäßig kämpfen. Gäbe es eine Trophäe für das längste Producer-Tag, dann hätte Shosha den Preis auf jeden Fall sicher. Aber auch im Rennen um den Newcomer-Award hat er sehr gute Chancen.

Junge Arbeiter

"Der Süden kommt": Kaum eine Gruppe hat dieses Jahr so kaputtgemacht, wie Junge Arbeiter. Die Schwaben sind Ende 2024 vor allem mit dem Track "Junge Kanaken" ins Game geplatzt und haben seitdem komplett übernommen. Bei MoHunnid-Ali, Chawe und Marcirati stimmt einfach das Gesamtpaket: Die Stimmen der drei ergänzen sich auf eine sehr geile Art und Weise, alle Videos sehen top aus und die Beats sind von einer anderen Welt. Und sogar das Live-Game stimmt schon erstaunlich gut. Neben einem ersten Auftritt beim splash! konnte das Trio als Support-Act von Nimo bereits gigantische Hallen im ganzen Land bespielen. Wer immer noch auf die Jungs schläft, dem kann kein Wecker mehr helfen.

Thizzy52

Thizzy hat es 2025 vom Block direkt bis an die Spitze geschafft. Jedes Release ein "Movie" mit Millionen von Klicks. Der Aachener hat direkt zu Beginn des Awards-relevanten Zeitraums mit "100 Push Ups" einen absoluten Banger gedroppt und mal eben sämtliche Deutschrap-Playlists übernommen. Wer denkt, Drill wäre inzwischen ein totes Subgenre, wird hier regelmäßig eines Besseren behlehrt. Rund anderthalb Millionen monatliche Hörer und Luciano Co-Sings sprechen eine deutliche Sprache: Das ist eher ein Shootingstar als ein Newcomer.

Idolinjo

Wir hatten bereits vor gut einem Jahr die Ehre, Idolinjo bei unserem Format "Havana Club Grounds" als Gast begrüßen zu dürfen. Kurz darauf haben wir ihn euch als Artist to watch vorgestellt, und der Duisburger hat nicht enttäuscht. Im Gegenteil, 2025 hat der "Young King" mit seinem UK-geprägten Sound die Deutschrap-Szene ordentlich aufgemischt. Er gehört damit zu den Vorreitern einer neuen Generation an Musikern, die in Deutschland Sound machen, der internationalen Kollegen in nichts nachsteht. Idolinjo macht Mucke für Volvic- und nicht für Wock-Sipper, it's a big man ting. 

Zah1de

Weltweite Motion wie die Mona Lisa, wer macht sonst so, mit gerade einmal 15 Jahren? Zah1de hat 2025 komplett auseinandergenommen; das muss man neidlos anerkennen. Die Berlinerin geht regelmäßig international viral, landet mit ihren Songs mal eben auf dem offiziellen TikTok-Kanal von PSG und hat dafür gesorgt, dass ganz Deutschland die Lunatix Dance Base kennt. Dass das Ganze so gut funktioniert, liegt auch daran, dass Zah1de keine Kompromisse bei ihrem Team macht: Jeder Song ist top ausproduziert, clever geschrieben und die Videos sehen alle extrem hochwertig aus. Während Kinderrap in der Vergangenheit allenfalls süß war und in den meisten Fällen lediglich Fremdscham ausgelöst hat, gibt es hier einfach nur ein stimmiges Endprodukt.

"Ballert auf lautlos? Stop the cap i ate"

Ayca

Ayca gehört zu dem Spannendsten, was Straßenrap in Deutschland aktuell zu bieten hat. Die Berlinerin reiht sich mühelos in die ohnehin schon äußerst starke Riege an Künstlern bei Caney030s Label Kleine Handys Große Träume ein – dem "ersten Label, bei dem alle Drogendealer sind". Entsprechend geht es auch bei ihr primär um Kiste machen, im GT3 heizen und "Banats in Whips". Alles mit unfassbar viel Attitüde und einer Leichtigkeit, mit der über die Beats geslidet wird, die ihresgleichen sucht. Wenn ihr uns nicht glauben wollt, dann guckt einfach beim Spiegel:

benno!

2025 war ein wildes Jahr für Deutschlands Locken-Fanatiker Nummer Eins: Der inzwischen 18-jährige benno! ist im Februar mit seinem "Dein Mann Freestyle" und seiner sehr eingängigen Forderung, den Ex links liegen zu lassen, durch die Decke gegangen. Aber auch die nachfolgenden Releases konnten daran relativ nahtlos anknüpfen, sodass sich benno! in kürzester Zeit nicht nur einen Namen gemacht, sondern mit knapp zwei Millionen monatlichen Hörern eine Vielzahl an gestandenen Artists bereits hinter sich gelassen hat. Die internationalen Vorbilder sind sowohl im Look als auch im Sound eindeutig erkennbar, das tut dem Ganzen aber keinen Abbruch, denn kaum einer bringt diesen Vibe so leger nach Deutschland.

Zsá Zsá

Von der (Kinder-)Schauspielerei ins Rap-Geschäft ist in den USA ein bewährter Weg; und Deutschland scheint diesem Beispiel offenbar zu folgen. Die ehemalige "Wilde Hühner"-Schauspielerin Zsá Zsá Inci Bürkle versucht sich seit einiger Zeit als Rapperin, mit erstaunlichem Erfolg. Sie selbst nennt ihren Sound Hyperrap, angelehnt an Hyperpop. Ungeachtet der Bezeichnung sind ihr im Verbund mit Produzent Replay Okay, der maßgeblich an dem kohärenten Vibe beteiligt ist, 2025 auf jeden Fall gleich mehrere Volltreffer gelungen, allen voran mit "bad bunnies", der diesen Sommer Charts und TikTok beherrscht hat.

Yuyu19

Es kommt selten vor, dass ein Deutschrapper so universell beliebt ist, wie Yuyu19 aka Haribo19. Der Uzi-große Charlottenburger war in der Vergangenheit bereits öfter in 1019-Musikvideos zu sehen oder wurde auf Songs erwähnt. Seit letztem Jahr tritt er nun auch selbst ans Mic und hat sich im Handumdrehen eine eigene Fanbase aufgebaut. Das dürfte unter anderem daran liegen, dass man ihm trotz oder gerade wegen seiner eigenwilligen Art zu rappen, jedes Wort abkauft. Und so hat der "Akh & Krach"-Rapper maßgeblich Anteil daran, dass Rap-Fans selbst im hinterletzten Dorf des Landes mindestens ein paar Wörter Arabisch können.

"Horrorszenen, mach einen Sboun, danach KaDeWe shoppen geh'n"

Vicky

Vickys erstes Release, "T-Shirt hoch Titten raus", war eigentlich nur als Joke gemeint, kam aber so gut an, dass die gebürtige Österreicherin damit den Grundstein für ihre Musikkarriere legte. Inzwischen erfreuen sich ihre Techno-lastigen Songs großer Beliebtheit und laufen rauf und runter, wenn Atzen dumm gehenF*tzenrap ist nicht jedermanns Sache, wie hitzige Diskussionen regelmäßig eindringlich unter Beweis stellen. Wenn man etwas damit anfangen kann, dann ist Vicky aber definitiv ein Name, den man sich merken sollte. Nicht dass sie sich sonderlich darum schert, ob sie gefeiert wird.

Baran Kok

FREE BARAN KOK! Wenn Rapper behaupten, sie wären in etwas die Ersten, dann ist das meistens cap. Nicht so bei Baran Kok, der absolut keinen Hehl daraus macht, der erste offen schwule Rapper zu sein. Zumindest hat niemand zuvor das Ganze so zum Thema gemacht wie er. Spätestens sein mit Kurdo-Referenzen gespickter Wunsch nach einem "AMG Kanaken" hat ihn dieses Jahr bei vielen Rap-Hörern auf den Radar befördert. Auch wenn das extravagante Auftreten - wie zu erwarten - regelmäßig dafür sorgt, dass ihm ein mehrjähriger Aufenthalt in Dagestan nahegelegt wird.

Kiarababa

Als im Mai eine Zeit lang die Leben von allen Yannicks gef*ckt wurden, dachten wahrscheinlich einige, dass Kiarababa so schnell wieder verschwinden würde, wie sie aufgetaucht ist – und hätten damit nicht falscher liegen können. Die Rapperin mit dem äußerst ausgeprägten Dialekt wandelt inzwischen in den Fußstapfen von Größen wie Schwesta Ewa. Erst kürzlich hat sie ihr eigenes "HDF"-Video bei Aggro.tv bekommen. Mit unangepasster Mundart und unerwartet oldschooligen Beats hält die aus Solingen stammende Künstlerin aktuell die Fahne für Assi-Rap so hoch, wie sonst keiner.

Charlize

Die Hamburgerin Charlize verbindet modernen Synth-Trap-Sound mit deutlich mehr inhaltlicher Tiefe, als man es sonst bei dieser Art von Musik gewohnt ist. Herzschmerz, Selbstreflexion und Zweifel werden mit hoher Stimme auf die Beats gesäuselt. Gleichzeitig ist das Visuelle bereits auf einem extrem hohen Niveau: Die Videos sehen top aus und das Ganze folgt einem klaren Konzept, das bestens zum Sound passt. Alles bei Charlize fühlt und hört sich an, als käme es aus der Zukunft. Superstar in the making!

Eurothug

Deutschraps Zukunft kommt nicht aus Berlin, sondern hockt im Süden im Funkloch. Eurothug liefert bereits seit einiger Zeit unfassbar stabilen Sound ("Bentley Apartments" zählt für mich zu den Top 5 Straßenrap-Alben), hat dieses Jahr aber in Zusammenarbeit mit Funkvater Frank noch einmal ein ganz anderes Level erreicht. Wer denkt, dass echter Rap Kompromisse eingehen muss, um einem künstlerischen Anspruch gerecht zu werden, wird hier eines Besseren belehrt. "Reich ohne Banken" bewegt sich - vor allem auch dank der visuellen Untermalung von Niclas Lenhard - auf dem Atmosphäre-Level von All-Time-Classics wie "Heat". Und die aktuellen Releases bringen Südstaaten-Rap so authentisch nach Deutschland, wie kaum jemals zuvor. Komplettes Jahr nur Headshots.

Clarry Berry

Clarry Berry bewegt sich irgendwo zwischen Future-Shit und Nostalgie-Kicks. Der verträumte Sound und die unfassbar geilen Samples im Kontrast zu den 2010er angehauchten Visuals ergeben eine sehr einzigartige Mischung. Kombiniert wird das Ganze dann noch mit zahlreichen Popkultur-Referenzen, allein ihr erster Song ist quasi dem Parfüm-Influencer "Jeremy" Fragrance gewidmet, und schon kommt ein sehr eigenes Gesamtpaket heraus. Macht euch auf jeden Fall bereit, in den nächsten Monaten noch viel häufiger von der jungen Künstlerin zu hören.

Das sind die Nominierten in der Kategorie "NEWCOMER DES JAHRES (INTERNATIONAL)":

  • OsamaSon
  • AZ Chike
  • 1900 Rugrat
  • Feng
  • PARTYOF2
  • ApolloRed1
  • Samara Cyn
  • kwn
  • Gelo
  • Nino Paid
  • Lazer Dim 700
  • fakemink
  • BabyChiefDoit
  • Jim Legxacy
  • Molly Santana
  • Fimiguerrero
  • Lexa Gates
  • Ray Vaughn
  • EsDeeKid
  • Che

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