Hiphop.de Awards 2025 powered by

Das Album ist tot, lang lebe das Album. Egal, in welchem Zeitalter der Longplayer schon totgesagt wurde, das Medium Album stirbt nicht einfach aus. Aus gutem Grund: Jahr für Jahr bringen Artists weltweit immer noch herausragende Werke raus – und das trotz des Zeitalters von Streaming und künstlicher Intelligenz. Das ist auch im deutschen Hiphop nicht anders: Bei den Hiphop.de Awards 2025 würdigen wir in der Kategorie "Bestes Album National" die krassesten LPs des Jahres.
Hiphop.de Awards 2025: Diese Alben sind nominiert
Wie immer stehen insgesamt 20 Alben aus dem Nominierungszeitraum zum Voting bereit. Die Reihenfolge der Alben ist alphabetisch und hat dementsprechend keine Aussagekraft über die Qualität der Werke. Wer in der Jury sitzt und wie die Regeln für die diesjährigen Awards aussehen, könnt ihr euch unter diesem Link durchlesen. Zu den Nominierten der anderen Kategorien und zum Voting für euren Favoriten geht es hier entlang.
Shindy – <3 My People
"THIS IS NOT BLÜTE 2 THIS IS FOR THE PEOPLE": Auch wegen des simplen Covers könnte man Shindys "<3 My People" gut und gerne als Zwischenwerk bezeichnen. Ein Album, das kurzfristig releast wurde, um die Wartezeit auf die Fortsetzung von "In meiner Blüte" zu verkürzen. Aber selbst ein mal eben zwischengeschobenes Shindy-Album ist immer noch ein Shindy-Album. Der Bietigheimer gibt sich auf dem 13 Songs umfassenden Werk keine Blöße. Auch mit den vier Features bestehend aus Yung Kafa & Kücük Efendi, Massiv, Illmatic und Kalim vereint Shindy verschiedene Zeitalter und Aspekte der Szene auf "<3 My People".
Nizi19 & Yuyu19 – Akh & Krach
Mit Yuyu19 hat die Crew rund um 1019 Records einen der Shootingstars des Jahres hervorgebracht. Ohne einen eigenen Release hat sich der ehemals als Haribo19 bekannte Rapper mit seinen einzigartigen Feature-Parts auf Songs von Kalim, Nizi19 und Lucio101 in die Herzen der Fans geflowt. Im Oktober ist es dann mit "Akh & Krach" weitergegangen, dem Kollaboalbum mit seinem Labelkollegen Nizi. Auf Beats von Al Maeed, Tommy Gun, Coolpac, Almnac und mehr liefern Yuyu und Nizi einzigartige Flows und prägnante Texte über das Trappen auf den Straßen Berlins ab – und haben damit das wohl beste Kollaboprojekt des Jahres rausgebracht. Fun Fact: Das erste Solo-Release von Yuyu19 ist erst am vergangenen Freitag erschienen.
SSIO – Alles oder Nix
Kaum ein anderer deutscher Rapper hat mit einem Release so viel Welle gemacht wie SSIO. Nach einer vierjährigen Schaffenspause hat sich der Bonner Rapstar fulminant mit seinem sehr treffend betitelten Album "Alles oder Nix" zurückgemeldet. Das aufwendig produzierte Musikvideo zum Titeltrack hat schon zu Beginn der Promophase gezeigt, dass SSIO nicht vorhat, finanziell oder verbal bei seinem neuen Album zu sparen. Titel wie "Tut den Song in eure Playlist und macht viele TikToks" oder "Ich Ich Ich Ich" mit K.I.Z zeigen SSIOs Sinn für Maximalismus und Humor. Reafs Fähigkeiten als Produzent zeigen sich besonders an der schieren Bandbreite an verschiedenen Beats. Man vergleiche einfach die abgespacete Energie auf "Fentayl Vibe" mit dem Kopfnicker-Instrumental bei dem Xatar-Featuresong "Keine Option".
Aymen – Aymen
Aymen ist einer der größten Shootingstars, der in den vergangenen Jahren den Sprung aus den bekannten Rap-Castingshows auf die große Deutschrap-Bühne geschafft hat. Als Signing von niemand Geringerem als Nimo hat der Gladbecker direkt mit seinem ersten, selbst betitelten Album Welle gemacht. Mit "Aymen" zeigt der Moonboys Entertainment-Rapper seine Vielschichtigkeit. Von emotionalem Storytelling auf "Intro", "Therapie" und "Lowlife", aggressiven Straßen-Flows auf "Tischtennisplatte" und "Alte Schule" mit Celo & Abdi bis hin zu poppigen Hits wie "Capri Sun" mit Amo, "Plug" und "30 Mal am Tag": Es ist alles dabei, was das Rap-Herz so begehrt – und das auf absolut hohem Niveau.
reezy – Born Spinner
Deutschraps Schweizer Taschenmesser reezy hat seinen Fans dieses Jahr ebenfalls einen neuen Longplayer beschert. Der "Born Spinner" sorgt mit seinem Album für abwechslungsreiche Sounds auf einem Level, auf das es fast nur ein Rapper und Produzent in Doppelfunktion schaffen kann. Das Soundbild ist durchweg melodisch und reezys Flows fast schon so smooth wie die Sanddünen auf dem Albumcover. Mit Tracks wie "Trapper's Lullaby", "Sabía Que No" und "Rewind" mit Bausa beweist reezy, dass er melodischen Rap auf dem höchsten Level spielt. Für Fans von härteren reezy-Songs hat der Teenager Forever aber natürlich auch einige Highlights dabei, wie zum Beispiel den Titeltrack mit niemand Geringerem als UK-Star AJ Tracey.
Luvre47 – Depression mit Meerblick
Luvre47 hatte dieses Jahr "Depression mit Meerblick". In Berlin-Neukölln gibt es zwar kein Meer, aber das ist halt der Vibe: Nachdenklich, melancholisch, aber auch fordernd und wütend arbeitet sich Luvre an der Szene und der ganzen Welt ab. Es fühlt sich fast an wie ein unzensiertes musikalisches Think Piece. Auf 14 Tracks mit einem eher langsamen Oldschool-Sound rappt Luvre47 über Missstände und die damit einhergehende Unzufriedenheit. Es ist zwar eine "Depression mit Meerblick", aber eine Aussicht auf den Ozean bedeutet eben nicht, dass man sich in einem Paradies befindet. Egal, was man über Luvre denkt, Songs wie der Titeltrack, "Meeresrauschen", "Gier" oder "Genug ist nie genug" lassen einen auch nach dem dritten Hören nicht locker. Die Feature-Parts von Megaloh und Kwam.E auf "Air Max 90" und "Offiziell" runden das Gesamtkunstwerk dann noch genau richtig ab.
Ikkimel – F*tze
Jetzt geht es stimmungstechnisch in die ganz andere Richtung. Kaum ein Act im deutschen Hiphop-Kosmos ist so polarisierend, aber gleichzeitig so federführend wie Ikkimel. Die Berlinerin hat sich mit ihrer Mischung aus Rap und Techno mit einem Schuss SXTN-Einfluss mittlerweile ihre eigene Kerbe in der Szene geschaffen. Mit ihrem am Valentinstag erschienenen Album "F*tze" hat Ikkimel eine Punktlandung hingelegt. Während sie auf Tracks wie "Unisexklo", "Böser Junge" und "Wellness" direkt da angeknüpft, wo sie nach den großen Hits "Keta und Krawall" und "Bikini Grell" aufgehört hat, zeigt Ikkimel auch, welche Skills noch so in ihr schlummern: Das Outro "Herz zurück" ist beispielsweise ein tragischer Gitarrentrack über eine gescheiterte toxische Beziehung. "OHA" mit lil london ist ein Track ohne Club- und Technoeinflüsse, auf dem Ikkimel ihre reinen Rap-Fähigkeiten präsentiert.
Disarstar – Hamburger Aufstand
Zum Musik-Jahr 2025 gehört auch die Auseinandersetzung mit der politischen Gegenwart. In einer Zeit, in der in Deutschland viel über Aufrüstung und mögliche Kriegsszenarien gesprochen wird, hat sich natürlich Disarstar mit seinem neuen "Hamburger Aufstand" Stellung bezogen. Auf der nach der gleichnamigen 1923er-Revolte benannten Platte rappt der Hansestädter auf 14 Songs über den soziokulturellen Zeitgeist. Auf "Meine Söhne geb' ich nicht" geht es um seine Ablehnung einer möglichen Wehrpflicht, bei "Großraumbüro" um die Sinnlosigkeit eines Lebens für den langweiligen Bürojob und auf "Weiße mit Dreads" setzt sich Disarstar mit toxischer Männlichkeit und fehlgeleiteten Frisuren auseinander. Was sich liest wie eine PoWi-Vorlesung, wird durch die Produktion von Fayzen und die Parts von Disarstar und den Featuregästen Tom Hengst, Jassin und Pöbel MC zu einem stimmigen, politischen Hiphop-Album.
Gianni Suave – Ich falle in Frieden
"Ich brauch' zwei Jahre für ein Album, und jetzt?!", rappt Gianni Suave eindrucksvoll auf seinem Song "Say Some". Lange haben die Fans auf sein Debütalbum warten müssen, aber im Jahr 2025 ist es dann endlich "Ich falle in Frieden" gedroppt. Mehrere Verschiebungen und eine längere Wartezeit haben sich aber nicht negativ auf die Qualität von "Ich falle in Frieden" ausgewirkt, ganz im Gegenteil. Von der Produktion von oddworld, Funkvater Frank und vielen mehr, den Features von OG Keemo und Souly bis hin zum Sequencing des 15-Song-langen Albums fühlt sich alles im besten Sinne bis ins kleinste Detail durchdacht an. Der Titel der Platte sowie die Line auf dem Outro "Suavecito", "Alles, was ich auf dem Album hier sage, ich schwöre, das ist nicht mehr", malen das Bild einer Vision, die einfach realisiert werden musste: Egal, wie lange es dauert und was danach passiert, Gianni fällt in Frieden.
makko – Im Glashaus mit Scheinen werfen
2025 war auch ein Jahr der Experimente. Nachdem makko in den letzten Jahren eher mit ruhigem und melancholischem Rap aufgetreten ist, hat sich das Berliner Boloboys-Mitglied dieses Jahr voll und ganz dem Erfolg und dem Hedonismus gewidmet. Im passend dazu betitelten Mixtape "Im Glashaus mit Scheinen werfen" rappt ein makko mit einer großen Menge Attitude auf nach vorne gehenden Beats komplett über die gewachsenen Ausmaße seiner Karriere, sowohl die positiven als auch die negativen. Auf dem Titeltrack kritisiert er beispielsweise die steigende Menge an Ja-Sagern in seinem Umfeld und das Fehlen von Bezugspersonen mit vergleichbaren Situationen. Vielleicht verzichtet der Berliner ja auch aus diesem Grund auf dem Mixtape komplett auf Feature-Parts anderer Rapper. Gleichzeitig wird aus makkohatdichlieb "makko hat ein Loft" und seine Partnerin "viel zu hot". Aber Ruhm und Geld sind ja bekanntlich nicht alles, wie er im Outro des Tapes warnt. Ganz nach DJ Khaleds Motto: "Suffering from Success".
Ramzey – Jiggos weinen nicht
2025 blieb selbst das Funkloch nicht still. Labelsigning Ramzey hat sich nach seinem letztjährigen Projekt "Cobalt" mit seinem neuen Album "Jiggos weinen nicht" zurückgemeldet. Dort verteilt der Frankfurter mit der markant-hohen Stimme sicherlich keine weiche Kost. Auf Instrumentals aus der Feder von Produzent Yaze präsentiert Ramzey den inneren Widerspruch, der in ihm tobt. Der namensgebende "Jiggo", der beispielsweise auf "Holyfield" oder dem Titeltrack mit Apsilon voll auf Konfrontationskurs geht und sich vor keiner Fetzerei fürchtet, macht einen Teil des Albums aus. Auf der anderen Seite ist da aber der Mann hinter der symbolischen Maske, der sich auf Songs wie "Warum", "VLT", "Amor" oder "Tränen" widerwillig mit seinen eigenen Gefühlen auseinandersetzen muss. "Jiggos weinen nicht" ist ein musikalischer Blick in den Spiegel. Egal ob brachiale Beats wie auf "Brian" oder die liebevollen Melodien auf "Tränen", Hauptproduzent Yaze sorgt mit abwechslungsreichen Instrumentals für die dafür nötige musikalische Begleitung.
Samra – Kareem
Samra, der 2018 als Signing bei Bushidos EGJ an den Start ging, ist inzwischen ein "Straßenunikat" geworden – zumindest wenn es nach dem Intro seines aktuellen Albums "Kareem" geht. Auf der 27 Tracks umfassenden Platte bleibt der Cataleya Edition-Chef sich selbst und seinem Stil zwar treu, von more of the same kann man hier aber überhaupt nicht reden. Egal ob alleine auf Streicherbeats, mit Kolja Goldstein auf dem nach vorne gehenden "Roll durch Berlin" oder mit Kool Savas auf dem Boom Bap-Song "Bruder": Samra zeigt, dass sich der "Rohdiamant" auf "Kareem" einem musikalischen und persönlichen Feinschliff unterzogen hat.
Vega – König ohne Krone
Für Vega hat sich mit seiner neunten Platte "König ohne Krone" ein Kreis geschlossen. Benannt nach einem Song auf seinem 16 Jahre alten Debütalbum "Lieber bleib ich broke" rappt der Frankfurter über seinen Werdegang und Status im Rapgame. Dabei verbindet Vega Epos, Melancholie, Attitüde und natürlich auch seine Heimat auf "König ohne Krone" – das ist auch an den Features erkennbar. Arrogante Bars auf "Was ich mach" mit Shindy, tragischer Trennungsschmerz auf "Beende mich" mit Kontra K, Nostalgie auf "Weit weg" mit Casper oder energiegeladener In die Fresse-Rap auf "Die Einzigen" mit der Frankfurter Creme de la Creme Olexesh und Celo & Abdi: Vega weiß ganz genau, wen er sich für welche Stimmung an die Seite holen will und kann.
Kolja Goldstein – Kouwe Ouwe
Kolja Goldstein hat dieses Jahr aufgrund privater Umstände vorerst wohl die große Deutschrap-Bühne verlassen. Mit "Kouwe Ouwe" (niederländisch für "kaltes Wetter") verabschiedet sich der Münchner jedoch mit einem Knall. Kolja beschreibt auf 20 Tracks sein Leben als Gangster von Welt. Im Vordergrund stehen da natürlich neben den verschiedensten Straftaten meist die Gefahren und Risiken von solch einem Werdegang: Auf "Sabr" rappt Kolja Goldstein beispielsweise: "Meine Freunde töten sich jetzt alle gegenseitig / keine Treue, keine Reue, weil das Leben scheiße ist". Die unter anderem von SOTT, Chryziz, Phatal Beats, Kavo und Dosh produzierten Beats passen genauso perfekt ins Soundbild wie die Gastbeiträge von HHAUS3, Samra und Haftbefehl.
Kool Savas – Lan Juks
Nach einer zweijährigen Schaffenspause hat sich Kool Savas 2025 mit "Lan Juks" zurückgemeldet. Was eigentlich als reines Boombap-Album geplant war, hat sich dann laut KKS selbst in eine allgemeinere Richtung entwickelt, da er sich selbst nicht einschränken wollte. Pop-Rap-Tracks wie "My Life" "Nur die Nacht" und "Monster" beweisen, dass Kool Savas immer noch Hit-Performances draufhat. Connaisseure von hartem Rap auf 90BPM kommen hier aber natürlich trotzdem voll und ganz auf ihre Kosten. Mit "Gut gesungen ist nicht gut gerappt", "Trautes Heim" oder "Step ans Mic" gibt es natürlich von Savas noch genügend Fronts an die Konkurrenz. Immerhin können nur wenige Rapper eine so große Legacy hinterlassen, um sich auf "Ich glaub Ich" mal eben selbst zu featuren.
Jazeek – Most Valuable Playa
Wenn 2025 einen "MVP" hat, dann kommt Jazeek wahrscheinlich in die engere Auswahl. Nicht umsonst bezeichnet sich der Aachener auf seinem neuen Album als den "Most Valuable Playa". Mit seiner Mischung aus Rap, R'n'B, Dancehall und Afrobeat hat Jazeek die Herzen der Hörer der Bundesrepublik im Sturm erobert: Mit den Singles zum Album hat er es viermal in die Top drei der deutschen Singlecharts geschafft. Der mit Gold ausgezeichnete Song "Akon" konnte sich sogar an der Spitze der Hitliste platzieren und wurde inzwischen über 100 Millionen Mal auf Spotify gestreamt. Selbst nach "Most Valuable Playa" reitet Jazeek dank Singles wie "Baddest in Germany" oder "Parfum" mit Shindy die Erfolgswelle weiter.
PA Sports – Parham
Life is Pain-Chef PA Sports hat sich dieses Jahr dazu entschieden, ein Alter Ego zu erschaffen. Dementsprechend trägt sein aktuelles und persönlichstes Album mit "Parham" seinen eigenen Namen. "Parham" bricht auf Tracks wie "Immernoch", "Interstellar" oder "Gelbschimmer" mit seiner Vergangenheit, seiner eigenen Identität und den Auswirkungen seiner Karriere auf sein Familienleben, bei denen auch Drogenprobleme eine Rolle gespielt haben. Gleichzeitig will die PA Sports Seite seiner Persönlichkeit auf Songs wie "Reality", "45069" mit Vega oder "Für Rap" seinen Stolz und seine Legacy als Rapper bewahren und bricht mit Entwicklungen innerhalb der deutschen Rap-Szene. Ob nun als PA Sports oder Parham, sein Album erweckt den Eindruck eines Mannes, der sich sowohl in Rap-Musik als auch in sein Familienleben verliebt hat.
Megaloh – Schwarzer Lotus
"Schwarzer Lotus" ist Megalohs Rückkehr auf Albumlänge nach über drei Jahren. Denn "Schwarzer Lotus" ist das erste Album, das der Berliner nach seinem Wechsel zum Independent Rapper und der Gründung seines eigenen Labels Chinoso Records veröffentlicht hat. Der Einfluss des Wu-Tang Clans nicht nur im Namen der Platte zu erkennen, sondern auch dank der Beats und Kung Fu-Film-Samples von Oga Beats, MZONDATRACK und Roey Marquis II. nicht zu überhören. Trotzdem ist "Schwarzer Lotus" nicht einfach "36 Chambers" auf Deutsch; es ist eine musikalische Abhandlung über seinen Werdegang, dem Leben von Schwarzen Menschen in Deutschland sowie der Wahrung der Hiphop-Kultur. Außerdem ist es Megalohs Präsentation seiner Rap- und Schreibskills, die er beispielsweise auf "All meine Fehler" unnachahmlich zur Schau stellt.
Al Majeed – Spieler & Händler Tape Vol. 3
Ein Producertape hat es ebenfalls unter die besten Alben des Jahres geschafft. Produzent Al Majeed hat mit dem dritten Teil seiner "Spieler & Händler"-Reihe mal eben so die aktuelle Hall of Fame des deutschen Trap-Raps auf einer Platte vereint. Die Featureliste liest sich wie das Spotify Wrapped eines Deutschrap-Hörers, der aber trotzdem ein wenig tapped in ist. Trotz der Dichte an verschiedenen Artists fühlt sich "Spieler & Händler Vol. 3" keineswegs willkürlich oder zusammengewürfelt an. Egal ob "Ich will keine Familie gründen" mit Zackavelli, "Static" mit Pashanim, "On Lock" mit Lelosa, "Bin von" mit Kalim und Nizi19 oder sogar "0231" mit Miami Yacine: Es sind die stimmungsvollen Instrumentals von Al Majeed, die den Rahmen vorgeben, in dem sich die Künstler ausleben können und so ein stimmiges Gesamtbild schaffen.
Souly – Traence
Souly hat mit "Traence" für einen der wohl einzigartigsten Sounds des Jahres gesorgt. Die Einflüsse diverser US-Artists wie Travis Scott, Playboi Carti, Lil Yachty und mehr sind zwar deutlich erkennbar und nicht von der Hand zu weisen, dennoch ist "Traence" keine schlichte Kopie. Souly schafft es, den modernen Sound irgendwo zwischen amerikanischem Rage- und Cloudrap mit seinem Stil zu vereinen. Der Titel ist hier Programm: Die teilweise regelrecht hypnotisierenden Beats von Waterboutus, Stoopid Lou, Rio Soul und Co. sorgen in Kombination mit Soulys markanter Stimme teilweise wirklich für einen musikinduzierten Trancezustand. Songs wie "m.p.x", "Nichts hittet mehr", "Bentley" und "All white" haben das Potenzial, einen ganzen Sound zu prägen.
Bestes Album International – Die Nominierten
- Freddie Gibbs & The Alchemist – Alfredo 2
- Cardi B – Am I The Drama?
- Jim Legxacy – black british music
- Mac Miller – Ballonerism
- Central Cee – Can't Rush Greatness
- Yeat – Dangerous Summer
- Tyler, The Creator – Don't Tap The Glass
- Key Glock – Glockaveli
- JID – God Does Like Ugly
- billy woods – Golliwog
- Offset – Kiari
- Clipse – Let God Sort Em Out
- Larry June, 2 Chainz & The Alchemist – Life is Beautiful
- Little Simz – Lotus
- Playboi Carti – Music
- EsDeeKid – Rebel
- Drake & PARTYNEXTDOOR – $ome $exy $ongs 4 U
- Danny Brown – Stardust
- Dave – The Boy Who Plaed The Harp
- Doja Cat – Vie
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