Rapper für Rapper: 5 Ghostwriter, die du nicht erwartet hättest

Spätestens seit Meek Mill für ein Rap-Highlight im Jahre 2015 sorgte, indem er Drakes Texte der Fakeness bezichtigte, ist Ghostwriting für so manchen Head wieder ein Thema. Wir werfen einen Blick auf fünf Raptracks, deren eigentliche Schreiberlinge du wahrscheinlich nicht erraten hättest!

Jay Z für Dr. Dre

Welcher Rapfan kennt diesen Track nicht? Still D.R.E. ist der Notfallknopf für jeden Hobby-DJ, um der Party eine Prise "Hiphop" zu verleihen. Nichtsdestotrotz ein fantastischer Song. Geschrieben wurde das Ding allerdings nicht von Snoop Dogg, der ebenfalls auf dem Track ist. Auch nicht von Eminem, der diesen Job auf dem 2001-Album oft genug für Dre übernahm. Nein, Dr. Dres Comebacktrack schlechthin wurde von Eastcoast-Veteran Jay Z geschrieben.

Snoop Dogg äußerte sich dazu schon einmal. Jay Z hätte vor Ort im Studio dermaßen starke Parts geschrieben, dass Snoop und Dre sie nicht mehr toppen konnten. Ja, du verstehst richtig: Auch Snoops Einsätze wurden von Jigga geschrieben.

Nas für Will Smith

Der Typ, der für Illmatic zuständig war – übertreiben wir es eben kurz: Der Typ, der in drei verschiedenen Jahrzehnten Klassiker gedroppt hat, der ist für Gettin' Jiggy Wit It verantwortlich. Das besonders Traurige daran? Dieser Song wurde mit einem Grammy ausgezeichnet. Und jetzt rate mal... genau, Nas hat selbst noch nie einen Grammy gewonnen. Jahre später sagte Nas, er hätte nur bei "ein bis zwei Lines hier und da" geholfen, während er im Studio war. Aber wozu überhaupt der Groll? Ein guter Sommerhit ist es trotzdem.

Sauce Money für Puff Daddy

Das darfst du niemandem erzählen. Dein offenbar bester Kumpel – und ganz nebenbei vielleicht bester Rapper aller Zeiten – verfällt dramatisch einem viel zu frühen Tod. Ehrensache, dass ihm ein schöner Song gewidmet gibt. I'll Be Missing You von Puff Daddy und Biggies Witwe Faith Evans wurde mit fast 10 Millionen Verkäufen zu einem der erfolgreichsten Singles weltweit.

Der Schönheitsfehler? Puffy hat den Track für The Notorious B.I.G. gar nicht geschrieben. Nicht eine einzige Zeile. Tatsächlich ist Puffy selbst überhaupt nicht bei den Schreibern eingetragen. Verantwortlich für die Rap-Parts ist offenbar Sauce Money. Immerhin jemand aus dem damaligen Brooklyn-Dunstkreis.

The Notorious B.I.G. für Lil Kim

Zugegeben, es ist sicher unangenehm, Biggie dabei zuzuhören, wie er Lines kickt wie "With hardcore flows I keep a n*gga dick rock" oder "I got buffoons eating my pussy while I watch cartoons". Genau aus diesem Grund findest du nicht viele Ghostspuren im Internet. Der Horror jedes Ghostwriter-Arbeitgebers.

Queen B*tch landete natürlich als Lil Kim-Track auf ihrem Debütalbum Hard Core. Da hätte er für unsere Ohren besser auch bleiben sollen. Hier kannst du dir trotzdem den Referenztrack anhören, wenn du starke Nerven hast.

Ice Cube für Eazy-E

Das hier musst du eigentlich schon wissen. Dass Eazy-E von Vornherein gar kein Rapper war, würde in einer Hiphop-Bibel stehen, wenn es so etwas gäbe. Wie genau N.W.A zustande kam und wie die Aufgabenverteilung innerhalb der vielleicht wichtigsten Rap-Gruppe aller Zeiten aussah, kannst du dir in Straight Outta Compton ansehen. Fakt ist, dass dieser legendäre Track nicht aus Eazys Feder, sondern natürlich von Ice Cube stammt. "Cruisin' down the street in my six fo!"

Erstaunlich, wie es Rap-Tracks zum legendären Status schaffen, obwohl sie von jemand ganz anderem geschrieben worden sind, oder? Sicher fallen dir noch weitere Beispiele ein...

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Kommentare

Was die Leute sich immer aufregen, in jedem Genre wird ghostwriting betrieben :D freut euch doch lieber über die guten Songs. Meine fresse...immer dieses skandalgewese....uncool!

Was ist denn bitte "skandalgewese"?

Naja wenn halt aus allem so ein riesen Ding gemacht wird. Sagt man bei uns so "mach mal nicht son gewese" :D

Jo in jedem.Im Hip Hop aber nicht.Das ist einer der Unterschiede von Hip Hop zu anderen Genres.Oder auch nicht,wie man hier sieht.Die Songs hier waren alle okay,aber nicht mehr.Und Still Dre war zu 98 % eh wegen dem beat erfolgreich,nicht wegen dem Text.

Verstehe auch nicht warum sich die Leute immer wieder darüber aufregen, Snoop Dogg hat doch schon des öfteren gesagt das er bestimmte Songs nicht selbst geschrieben hat, bin mir nicht sicher aber hat er nicht sogar mal gesagt das jemand für ihn mal ein ganzes Album geschrieben hat.

Fakt ist doch, dass die Stimme und der individuelle still letzendlich entscheidend sind. Daher stellt sich für mich in solchen Fällen die Frage, wie es sich vom Lyricer gerappt angehört hätte und ob es ggf. sich besser anhören würde. Man muss jedoch Leuten, die ghostwritten viel mehr respekt geben, denn die sind in der Lage, sich dem jeweiligen Künstler bestens anzupassen.

Ihr wisst auch nicht, dass Rap nicht irgendein Genre ist. HipHop definiert sich durch Selbstkreirtens, aber das könnt ihr 99ziger Kinder nicht wissen. GOAT Rapper, haben sich nie etwas schreiben lassen und wenn doch, wäre das eine Schande. Stellt euch vor du nennst dich Sprüher und sprühst gar nicht sondern dein Ghostsprüher. Stell dir vor du bist ein heißer DJ aber kannst keine Scratches. Snoop ist nun mal kein lyrisches Genie, somit darf er das, zumal er mit seinen 86 Jahren sowieso außer Konkurrenz ist.Aber wie gesagt, das könnt ihr Kinder nicht verstehen, da ihr ganz einfach gesagt, nur dumme Konsumenten seid. 

Bist du cool, reduzierst alles auf 99er Kinder und meinst was von GOAT Rappern zu wissen. Ganz ein harter der Gute. Junge Junge Junge, bist wohl der über schlaue Konsument wa.

Hast du mal gelesen was du da schreibst???? Warum gibst du Snoop eine Ausnahme, weil er schon Erfolgt hatte, weil er alt ist oder weil er kein lyrisches Genie ist???
Und komm mir bitte nicht mit so einem 99er ****** bist bestimmt auch nur Anfang der 90er geboren und denkst das du der King bist.

Rapper definieren sich über realness und über einen individuellen style. wenn jemand anders für die inhalte verantwortlich ist, dann kann ich das eigeintlich nicht feiern. die rapper oben sind solche größen, dass man aber darüber hinwegschauen kann. die tracks auf dem 2001 album von dre werden auch noch in 30 jahren überkrass sein. deswegen ist es egal. trotzdem mieser beigeschmack

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Machine Gun Kelly teilt erneut gegen Eminem aus

Machine Gun Kelly teilt erneut gegen Eminem aus

Von Moritz Braun am 09.07.2019 - 15:02

Dieser Beef wird so schnell kein Ende nehmen. Auf seinem am Freitag veröffentlichten Album "Hotel Diablo" hat Machine Gun Kelly einen kleinen, aber feinen Seitenhieb an Eminem platziert. Auf dem Track "Floor 13" droppt der Gunner folgende Line:

"I just spent the winter livin' after someone tried to send a kill shot, missin' me."

FLOOR 13

FLOOR 13, a song by Machine Gun Kelly on Spotify

Damit nimmt MGK selbstverständlich Bezug auf Eminems an ihn gerichteten Disstrack "Killshot" von letztem Jahr. Dieser ging in seinen Augen ganz klar daneben.

Young Thug sieht Machine Gun Kelly als klaren Sieger im Battle Eminem

Der Thugger hat bereits im Mai auf Instagram ein Video von MGK hochgeladen, welches den Rapper auf einer Party zeigt. Sein Kommentar dazu: "the one guy that murdered M". Damit ist eindeutig Eminem gemeint. Den Artikel dazu findet ihr hier.

Ihr seht das allerdings komplett anders: Laut unserer Umfrage wird in der Community eher Eminem als Gewinner des Beefs gepickt. 89,3 % hatten angegeben, dass Eminems Punches härter treffen. 73,9 % fanden Eminems Track musikalisch gelungener. 84,6 % sehen Eminem als Sieger des Scharmützels mit MGK.

MGK vs. Eminem: Das Urteil der Fans zu Disstracks & Sieger (Umfrage-Ergebnis)

Wir haben in unserer Umfrage mehr als 11.000 Stimmen zum Beef von Machine Gun Kelly und Eminem in fünf Kategorien gesammelt. Wenig überraschend geht ein Großteil der Votes an Eminem - egal ob es sich um Beat, Punches, Musik oder den Gesamtsieg handelt.

Die Chronik des Krieges: Machine Gun Kelly vs. Eminem

Auf seinem Album "Kamikaze" hatte Eminem im Track "Not Alike" Machine Gun Kelly gedisst. Dieser erschuf daraufhin sein Alter Ego "Rap Devil" und feuerte kräftig zurück gegen die Legende. Eminems Antwort in Form von "Killshot" ließ nicht lange auf sich warten.

Das Ganze ist alleine deshalb so groß geworden, weil Eminem beteiligt ist. The Real Slim Shady wurde in seiner Karriere kaum gedisst und wenn doch, hat er sich selten Mühe gemacht zu antworten. Zwischenzeitlich gab es sogar Fan-Theorien, die eine Verschwörung zu Promozwecken witterten.

Wieso MGK Eminem überhaupt gedisst hat, lest ihr hier. Hier findet ihr, wie Machine Gun Kelly Eminems Disstrack bewertet. Wir haben uns außerdem damit beschäftigt, ob "Killshot" MGK jetzt wirklich zerstört hat.

Eminem vs. MGK im Detail: Wie "Killshot" die "Rap Devil"-Lines kontert

Hat er ihn auf Rapebene vernichtet oder nicht? Viele Hörer bewerten Eminems "Killshot" als Ende von Machine Gun Kellys Karriere. Dieser wähnt sich aber nur angeschossen und feuert zusätzlich zu seinem Disstrack "Rap Devil" weiter öffentlich gegen Eminem. Wie genau Eminem seinen jungen Battlegegner lyrisch auszukontern gedenkt, haben wir uns an fünf Stellen genauer angesehen.


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