Rappender "Ghetto President": Bobi Wine kämpft in Uganda für Gerechtigkeit

Das Leben von Robert Kyagulanyi Ssentamu gleicht einem Blockbuster. Er ist gefeierter Politiker und Rapstar des afrikanischen Landes Uganda.

Die neueste Episode dieses Daseins hätte ihm beinahe umgebracht. Wie die Taz berichtet, wurde der Künstler, der unter dem Namen Bobi Wine Musik veröffentlicht, wohl von Sicherheitskräften der regierenden Partei übel zugerichtet. Sein Fahrer hat die Ausschreitungen nicht überlebt.

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Bei Protestkundgebungen gegen den amtierenden Präsidenten Yoseweri Museveni kam es letzter Woche zu einer Art Straßenschlacht. Nun sitzt Bobi Wine im Gefängnis. Er ist wegen Landesverrats und illegalen Waffenbesitzes angeklagt.

All das widerfährt ihm, weil er in seinen Songs unter anderem die bestehenden Verhältnisse kritisiert. Er spricht offen an, was ihn an der herrschenden Regierung stört.

Seine Songs und politischen Reden finden Gehör bei den Leuten, die nicht mehr an das alte Regime glauben. Sein Track "Freedom" ist ein Statement gegen all das, was in Uganda schief läuft:

FREEDOM by HE BOBI WINE NEW UGANDAN MUSIC 2017

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Um die Jahrtausendwende veröffentlichte Bobi Wine seine ersten Songs. Er war Mitglied der Gruppen Fire Base Crew und Ghetto Republic of Uganja. Das Anführen scheint ihm im Blut zu liegen. Die Bevölkerung in Uganda nennt ihn nicht umsonst den "Ghetto President". Der Musiker kämpft laut seinem Instagram-Profil nicht gegen, sondern für die Menschen.

BOBI WINE (@bobiwine) * Instagram-Fotos und -Videos

201.1 Tsd. Abonnenten, 70 folgen, 422 Beiträge - Sieh dir Instagram-Fotos und -Videos von BOBI WINE (@bobiwine) an

Neben der Musik und Politik hat Bobi Wine noch weitere Talente. Er hat Musik und Tanz studiert, besitzt eine Box-Lizenz und hat in mehreren Filmen mitgewirkt. Kurzum: jeder in Uganda kennt Bobi Wine und Bobi Wine kennt die Bedürfnisse des Volkes. Der 36-Jährige gilt als Hoffnungsträger eines ganzen Landes. Er ist zugleich das jüngste Mitglied des Parlaments und die Stimme einer Generation, die sich durch den über 70-jährigen Amtsinhaber nicht mehr vertreten sieht.

Zuletzt wehrte er sich gegen eine Steuer auf Social Media-Nutzung. Wann er demnächst wieder für sein Volk eintreten kann, wird wohl vor einem Gericht entschieden.

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Kommentare

Ich habe von 2007 bis 2017 in Uganda gelebt. Was dieses Regime dem Volk durch Korruption von Hilfsgeldern stiehlt ist nicht tragbar. Alle Oppositionelle werden mundtot gemacht gefoltert auch getoetet. Nun auch Bobs Wine ein populärer Singer und Parlamentarier furchtbar misshandelt und sein Fahrer erschossen . Leider schaut die Welt tatenlos zu und sendet weiterhin Gelder ohne Ende in die Taschen der kriminellen korrupten Obrigkeit .

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Massiv & PA Sports machen auf humanitäre Krise in Palästina aufmerksam

Massiv & PA Sports machen auf humanitäre Krise in Palästina aufmerksam

Von Clark Senger am 20.05.2021 - 13:46

Dass der Nahostkonflikt erneut eskaliert, merkt man derzeit auf der ganzen Welt. Die letzten Wochen und die Gegenwart sind für die Menschen im Gazastreifen, Westjordanland und Israel wieder eine Zeit, die von Angst, Tod und unsäglichem Leid geprägt ist. 

"Die Behörden im Gazastreifen sprechen von 217 getöteten Palästinensern, darunter 63 Kinder. Mehr als 1400 Menschen seien verwundet worden. In Israel sind den Behörden zufolge zwölf Menschen getötet worden, darunter zwei Kinder." (Spiegel)

Das Thema, das seit jeher kontrovers und oft polarisierend diskutiert wird, lässt keinen Menschen mit einem Herz kalt und berührt so natürlich auch einige Rapper. Allen voran versucht Massiv seit Tagen intensiv, die prekäre Situation in der Heimat seiner Eltern sichtbar zu machen..

Massiv macht emotional auf humanitäre Krise in Gaza aufmerksam

Sein IGTV-Video zum neu eskalierten Konflikt vor einer Woche ging viral und hat bald 2 Millionen Aufrufe erreicht. Darin geht er unter anderem mit der Berichterstattung über den Konflikt ins Gericht, in der die leidgeplagten Palästinenser seiner Meinung nach zu oft als Terroristen oder ähnliches pauschalisiert werden. Zusätzlich kritisiert er die Unverhältnismäßigkeit sowie das in seinen Augen einseitige Bild in vielen Medien. Der Rapper wehrt sich provisorisch und ausdrücklich gegen Antisemitismusvorwürfe, die schnell erhoben werden, wenn palästinensische Menschen sich zum fortwährenden Konflikt äußern.

In einem anderem Post rückt er die humanitäre Notlage im Gazastreifen in den Fokus. Die Zahlen derer, die dort auf die Hilfe von außen angewiesen sind, steigt seit vielen Jahren kontinuierlich. Waren es 2009 noch etwa 750.000 Menschen, wird für 2019 mit etwa einer Million gerechnet – das ist mehr als die Hälfte aller Menschen, die dort leben. Zudem ist die Wasserversorgung in beiden Teilen Palästinas ein dramatisches Problem, wie 2020 etwa die Rosa Luxemburg Stiftung aufzeigte.

Seitdem hat die Situation sich weiter verschärft. In den letzten Tagen haben wir beängstigende Videos von Raketenabschüssen gesehen, tote Kinder, trauernde Eltern, zerstörte Gebäude (darunter auch ein wichtiges Medienhaus in Gaza, das für die neutrale Berichterstattung aus dem Krisengebiet von zentraler Bedeutung war). Gestern sprach ein Repräsentant der Vereinten Nationen von über 450 zerstörten oder stark beschädigten Gebäuden, mehr als 52.000 Palästinenser sollen so in den letzten Tagen ihr Zuhause verloren haben.

PA Sports kritisiert Politik der israelischen Regierung & Judenfeindlichkeit in Deutschland

Vor wenigen Tagen äußerte sich dann auch PA Sports mit einem Video-Statement zur dramatischen Lage. Ihm merkt man ebenso wie Massiv an, dass er sich der Brisanz des Konflikts sehr bewusst ist. Ein Teil der Problematik in der Medienwelt ist, dass nachvollziehbare Kritik an der Politik der israelischen Regierung oft von antisemitischen Vorfällen überschattet werden, wodurch der generelle Protest in ein schlechtes Licht rückt. Wie sein Berliner Kollege betont PA daher, dass es ihm nicht darum gehe, eine Religion zu kritisieren, sondern die Politik eines Staates.

"Ich unterstütze weder die Hamas noch irgendwelche Militäre. Ich verurteile den Tod auf beiden Seiten. Ich wünsche mir ein Land, in dem alle Juden und Muslime gleiche Rechte haben und in Frieden zusammenleben können. Aber hört auf, so zu tun, als ob dies ein verhältnismäßiger Krieg wäre. Dies ist die Unterdrückung einer Nation durch eine andere, mächtigere Nation."

Seiner Meinung nach sind die Opfer- und die Täterrolle im Konflikt eindeutig verteilt: Die Gewalt gehe von der israelischen Regierung aus, die Opfer seien die Palästinenser. Wie Massiv kritisiert auch er die deutsche Berichterstattung, die in seinen Augen nur die Opfer auf der israelischen Seite bemitleiden würde. Zum Schluss richtet er sich noch ausdrücklich an "alle Deutschen mit Migrationshintergrund, alle Ausländer, Kanaks", von denen manche in den vergangenen Tagen durch Judenhass aufgefallen sind:

"Wenn ich Videos sehe, wie manche von euch Juden beleidigen, verfluchen und nichts anderes machen, als nur weiteren Hass zu verbreiten: Ihr seid genau die gleiche Kacke, nur mit einem anderen Gesicht. Und genau da liegt der Punkt. Die Ursachen für diesen Fanatismus, Faschismus und auch diesen kranken Nationalismus bekämpfen – in jedem von uns."

Damit macht er auf einen wichtigen Punkt aufmerksam: eine Spirale aus Hass und Polarisierung. Wo Antisemitismus dieser Tage auf den Straßen oder in diversen Kommentarspalten wieder erschreckende Ausmaße annimmt oder wo die Kritik an einer Regierung zu Hass auf die jüdische Religion wird, sind auch antimuslimischer und antiarabischer Rassismus nie allzu entfernt. Umgekehrt gilt das gleiche. Hier kann jeder versuchen, auf sich selbst zu schauen, wie er wo argumentiert und formuliert, um nicht selbst an der Spirale mitzudrehen. Am Ende wünschen wir uns alle ein friedlich und unter menschenwürdigen Umständen miteinander leben können.


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