Omar mit wilden Knast-Stories + Update zur Abschiebung

Im Verlaufe der letzten sieben Monate kamen insgesamt drei Folgen des "Besuchszeit"-Interviewformates mit Rapper Omar raus. Darin berichtet er vor allem von seiner Knasterfahrung und packt einige wilde Stories aus. Im dritten Teil, der gestern online ging, aber geht es zum Schluss aber auch um den Beschluss zu seiner bevorstehenden Abschiebung.

Omar über den Knastalltag

Das Besuchszeit-Format auf YouTube ist für den dritten Teil des Interviews mit Omar (jetzt auf Apple Music streamen) extra vom "26minTV"-Channel auf den neuen "LOST LIFE"-Channel des Rappers umgezogen. Das Interview startet Omar mit einem Disclaimer für die Behörden – alles was er sage, sei frei erfunden, so der Rapper.

Denn in dem Gespräch geht es um seine Haftzeit in der JVA Stammheim – bereits zwei mal in seinem Leben hat Omar gesessen. Dabei ging es vor allem um Dealerei und körperliche Auseinandersetzungen, die ihm ingesamt fünf Jahre im Gefängnis einbrachten. "Begrüßt" wurde er im Gefängnis scheinbar zunächst von drei Mitinsassen in seinem Alter – und der einen oder anderen Überraschung:

"Ich wurde empfangen in der Zelle mit einem Handy und einer Platte aus Hasch, Bruder."

"Ich wurde empfangen in der Zelle mit einem Handy und einer Platte aus Hasch, Bruder."

Und so erzählt er auch, dass seine ersten Wochen im Gefängnis "eine wilde Zeit, eine verrückte Zeit" gewesen seien, in der er mit seinen Mithäftlingen Joints in der Zelle geraucht hätte. Die Haschplatten seien dabei immer bei Hofgang "über die Mauer geflogen" – was man sich eigentlich gar nicht vorstellen könne, wenn man es selber nicht mit eigenen Augen gesehen hat: 

"Es war eine lang Zeit cool, Bruder. Wir haben gut gelebt, vielleicht nicht so gut gegessen, aber dafür umso mehr gelacht. Und eines Tages war es dann wieder vorbei."

Nach einer Zellen-Razzia hätten nämlich Beamte die Hasch-Vorräte eines seiner Mitinsassen gefunden. Daraufhin wurde dieser verlegt und ein neuer Mithäftling mit unangenehmen Angewohnheiten sei hinzugekommen:

"Ich schwöre, es gibt keinen logischen Grund, Bruder. Ich hab' Bilder im Kopf, die krieg' ich nie wieder raus. Ich schwör’s dir, der dreht sich einfach um, mit dem Gesicht Richtung Toilette und wischt sich in der Zelle den Arsch ab."

Außerdem sei ihnen der Fernseher aus der Zelle weggenommen worden – später sei Omar dann in Isolationshaft gekommen. Alles in allem keine leichte Zeit für den Rapper. Das alles liegt nun aber lange hinter ihm, so beteuert er immer wieder. Dennoch verfolgt ihn bis heute noch ein weiterer Beschluss aus Haftzeiten.

Abschiebung nach Tunesien offenbar besiegelt

Bereits in der Vergangenheit hatten wir immer wieder über die Abschiebung nach Tunesien, die Omar möglicherweise bevorstehen könnte, berichtet. Der letzte Stand war hier, dass er gegen diese geklagt habe. Allerdings, so berichtet er im Interview, sei die Abschiebung bereits durch.

"Das Ding ist bei mir geht es nicht mehr darum, bleibe ich in Deutschland, oder bleibe ich nicht in Deutschland. Die Abschiebung wurde gemacht. Es geht jetzt nur noch darum, bekomme ich die Chance auf ein Berufungsverfahren, in dem geklärt wird, ob ich gehe oder nicht."

Es ging nicht mehr um "gute oder schlechte Nachricht", sondern um "schlechte oder fast schlechte Nachricht". Auch Sugar MMFK drohte vor einigen Monaten die Abschiebung. Bei ihm war die letztendliche Entscheidung allerdings, dass er bleiben durfte. Auch das kann man Omar an dieser Stelle nur wünschen:

Nach drohender Abschiebung: Sugar MMFK bleibt

Sugar MMFK hat gegen den Staat gesiegt

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