Die meistgeklickten Deutschrap-Songs auf YouTube aller Zeiten

Es ist rund anderthalb Jahre her, dass wir das letzte Mal auf die meistgeklickten Songs deutschsprachiger Rapper auf YouTube geblickt haben. Damals stand Sido sowohl auf Platz 1 als auch auf Platz 2. In diesen anderthalb Jahren hat sich wieder einiges getan: Autotune hat uns mehr Melodien gebracht, Melodien mehr Hits und mehr Hits bedeuten Cash und Klicks.

Miami Yacines "Kokaina" ist es nun als erstem Deutschrap-Video überhaupt gelungen, die digitale Schallmauer von 100 Millionen Views auf YouTube zu durchbrechen. Dieser Erfolg ist auch ein Indiz für den Zustand, in dem sich die Szene kommerziell befindet. Bausa und Kay One haben es mit – zugegebenermaßen – sehr poppigen Songs geschafft, innerhalb von jeweils weniger als fünf Monaten auf über 70 Millionen Aufrufe zu kommen. Jüngere Generationen konsumieren Musik fast nur noch im Internet und so ist YouTube neben Spotify der wohl wichtigste Gradmesser für die Popularität von Künstlern, Songs und Musikrichtungen.

Die 100 Millionen sind ein günstiger Anlass, um auf die erfolgreichsten Videos zurückzublicken, die deutschsprachige Rapper ins Netz gepackt haben. Mittlerweile sind 15 Songs jenseits der 50 Millionen unterwegs. Und bevor mir in den Kommis angekreidet wird, dass das alles ja Pop sei (Facebook, I see you!): Klar ist das so. Rap und Pop schließen sich schon lange nicht mehr gegenseitig aus. Drake auf globaler Ebene, Cro schon seit Jahren auf nationaler Ebene und immer mehr kommen dazu.

15. KC Rebell ft. Moé - Bist du real (52 Millionen, 2015)

Und wir starten gleich mit dem kredibilitätstechnisch vielleicht fragwürdigsten Move der Deutschrap-Geschichte. 2015 in der Promophase zu seinem bevorstehenden Album "Fata Morgana" wird der Song "Bist du real" von KC Rebell auf dem Kanal von Dagi Bee hochgeladen. Reichweite ausbauen, neue Fans erschließen – die Sache war Farid Bangs Idee.

Aber Fakten auf den Tisch: Kommerziell war es wohl die richtige Entscheidung, den soften Liebessong auf einem Kanal hochzuladen, auf dem "DAGI BEE GEHT FREMD ! PRANK" und das zielgruppengerechtere "... WACHSMALSTIFTE als Lippenstift ?? - DIY ♡" zu den erfolgreichsten Videos gehören. Bis "Murcielago" kam, war "Bist du real" KCs bestplatzierte Single in den Charts (#15) und beide folgenden Soloalbum "Fata Morgana" und "Abstand" gingen Gold.

14. Cro - Easy (56 Millionen, 2011)

Ende der 00er-Jahre lag Rap made in Germany kommerziell im Koma. Der Aggro-Straßenrap-Hype hatte seine Kraft verloren, nur die Großen wie Sido und Bushido schafften es, über die Jahre erfolgreich zu bleiben. Während Kollegahs und Haftbefehls Siegeszüge gerade Fahrt aufnahmen, sorgten Andere für die ersten Wiederbelebungsmaßnahmen am offenen Herzen des Patienten. Die Seele blieb zwar im Körper, aber ab 2010 schoss ein neuer Motor frisches Blut durch Deutschraps Adern: Rap war (wieder) Pop.

Marteria hatte 2010 den Stein mit "Zum Glück in Zukunft" ins Rollen gebracht, Casper und besonders Cro erweiterten den Kreis der neuen Zielgruppe um ein Vielfaches. Kein Song repräsentiert diese Öffnung für Neues so sehr wie "Easy" – der Song, der Jan Delay im Nachhinein wie Nostradamus wirken lässt.

Nur logisch, dass diese Nummer zu den erfolgreichsten Deutschrap-Videos zählt. 13 der 15 Videos über 50 Millionen Views erschienen nach "Easy", nur eins in dieser Liste ist älter. Das mag auch an der Übernahme von Social Media liegen, aber dieses Fakt ist Ausdruck einer Zeitenwende im deutschsprachigen Rap-Game.

13. Bonez MC & RAF Camora ft. Gzuz - Mörder (56 Millionen, 2016)

Nur das erste von drei Videos aus "Palmen aus Plastik". Das Album von RAF Camora und Bonez MC hatte einen nachhaltigen Einfluss auf das, was danach kommen sollte, wie lange Zeit zuvor keine Platte mehr. Aber dazu gleich mehr ...

12. Marteria - Kids (2 Finger an den Kopf) (58 Millionen, 2013)

Marterias Anti-Spießertum-Hymne vom mit Platin ausgezeichneten Album "Zum Glück in die Zukunft II" trifft 2013 voll den Nerv der Zeit. Spießer können den Song hören, um sich weniger spießig zu fühlen. Alle anderen können sich über die blöden Spießer lustig machen. Eine Hook zum Mitsingen und ein Marten, der mit Wortspielen, Assoziationen und Verweisen quer durch die Pop- und Hiphop-Kultur um sich wirft:

Alle spiel'n jetzt Golf, jeder fährt Passat / Keiner tätowiert sich Wu-Tang auf'n A*sch / Keiner tanzt mehr Moonwalk seit Michael Jackson starb / Alle auf Salat – keiner mehr verstrahlt

Nachdem die Mainstream-Übernahme schon 2012 mit "Lila Wolken" Marterias erster und bislang einziger Nummer Eins endgültig geklappt hatte, konnte "Kids" noch mehr verschiedene Geschmäcker zufriedenstellen. Sogar die kritische Rap-Welt konnte trotz poppiger Ausrichtung mit der Nummer arbeiten. Interessant, dass der Song trotz mehr als 20 Millionen YouTube-Klicks Vorsprung nur Gold gegangen ist, während "Lila Wolken" (37 Millionen) bei Platin steht.

11. Kay One - Louis Louis (60 Millionen, 2017)

2017 bleibt uns auch als das Jahr in Erinnerung, in dem Kay One irgendwie auferstehen konnte. Seit seinem Weggang von ersguterjunge hatte man das Gefühl, er könne sich nicht recht zwischen Rap-Szene und RTL-Universum entscheiden. In der Szene würde er es nach "Leben und Tod des Kenneth Glöckler" und Promo-Auftritten im ZDF-Fernsehgarten ohnehin immer schwer haben. Dann kann man halt auch Modern Talking-Songs covern.

Sich für diesen Weg zu entscheiden, war aus Kays Sicht offenkundig die richtige Entscheidung. "Louis Louis" legte im vergangenen Jahr enorme Zahlen auf den Tisch, wurde die erste Gold-Single des Rappers und gehört nach weniger als einem Jahr fast zu den Top 10 der meistgeklickten Deutschrap-Videos überhaupt.

10. Sido - Bilder im Kopf (64 Millionen, 2012)

Sein Talent für mainstream-taugliches Songwriting hatte Sido nicht erst 2012 entdeckt, aber "Bilder im Kopf" toppte alles Vorherige und wurde Siggis erste Platin-Single.

Im Zuge der Promo für sein Best-Of "#Beste" spielte der Ex-Maskenmann wieder seine Stärken aus und erzählte mit simpel formulierten und eindringlichen Bildern Geschichten aus seiner Vergangenheit. Das war schon seit dem Debüt "Maske" vielleicht seine größte Stärke, die auch in "Mein Block" eine zentrale Rolle einnimmt. Wenn Sido rappt, hast du das Gefühl, ein Kumpel erzählt dir etwas. Manche kommen über komplexe Lines, Siggi hat die Einfachheit perfektioniert.

64 Millionen Klicks sind in diesem Fall auch Ausdruck der Fähigkeit, bei poppigen Einflüssen immer noch authentisch zu bleiben – vielleicht auch in diesem Kontext klug, sich nach gut einem Jahrzehnt Rap an die Booth im Kleiderschrank zu erinnern. Konserviert und archiviert, er hat's gespeichert. So gehört es sich auch für Sido ausm Block.

9. MoTrip ft. Lary - So wie du bist (65 Millionen, 2015)

In der Szene war längst allen bekannt, was der Junge aus Aachen drauf hat. Und dass die Szene auch nach einem Mainstream-Hit par excellence noch Liebe für Trip hat liegt auch an der klugen Release-Taktik. "So wie du bist" folgte in der "Mama"-Promophase auf "Mathematik" und "Wie ein Dealer" – beides straighte Rap-Nummern, in denen er wieder mit Wortspielen erneut nur so um sich warf.

Mit Lena im Video und einer (großartigen) Lary für die Hook, ist das hier schon ein sehr kalkulierter Hit gewesen, aber einem der talentiertesten und liebsten Rapper der Szene gönnt man es auch, dass er sich sein Hak holt.

8. Alligatoah - Willst du (70 Millionen, 2013)

Nummern wie der "Counterstrikesong", "Mein Gott hat den längsten" oder "Raubkopierah" hatten Alligatoah längst den Ruf als einem der talentiertesten Rapper im Untergrund eingebracht. Nachdem er mit Trailerpark das perfekte Label gefunden und seine Fan-Gemeinde als Teil der Crackstreet Boys erweitert hatte, ließ 2013 auch der große kommerzielle Erfolg nicht mehr auf sich warten.

"Willst du" war die richtige Single zum richtigen Zeitpunkt: Ein (Anti-)Drogen-Song (das kann jeder deuten, wie es ihm am besten passt), gekleidet im Gewand eines Radio-Liebeslieds. Mit der Selbstironie wurde der Zeitgeist einer heranwachsenden Generation getroffen, die sich oft nicht zu ernstnimmt. Dazu das unbestreitbare Talent von Herr Gatoah als Songwriter und Musiker und fertig ist ein Hit.

Hierzu muss man anmerken: Der Upload auf Aggro.tv alleine hat rund 44 Millionen Aufrufe. Das identische Video auf dem Hitbox-Kanal liefert zusätzliche 26 Millionen. Was nicht in die Wertung einfließt, aber dennoch beeindruckend ist: Auch der Elektro-Remix von Robin Schulz ist mit rund 34 Millionen Views ziemlich erfolgreich.

7. Die Atzen - Disco Pogo (70 Millionen, 2009)

Die absolute Ausnahme jenseits der 50 Millionen ist sicherlich "Disco Pogo". 2009 und in den Jahren zuvor schließen Labels und Alben floppen, aber Untergrund-König KKF und seine Atze Manny Marc haben ihren eigenen Weg gefunden. Rap mit Elektro. Stoff für die Clubs und zum Durchdrehen.

Nach der deutschlandweiten Party-Hymne "Das geht ab!" war Nachschub gefragt und die feierwütigen Fans sollten schon bald neues Material für den nächsten Abriss bekommen. Ich erinnere mich noch genau, wie dieser radikale elektronische Sound damals geflasht hat – auf jeder Party musste das Ding einfach laufen.

Was viele nicht wissen: Es gab einen "Disco Pogo" vor den Atzen. Bei einem Internet-Radiosender wurde der Song von Ricky Rich und der Disco Pogo Crew fälschlicherweise als "Das geht ab!"-Nachfolger angekündigt, woraufhin immer neue Anfragen auf das Berliner Duo einprasselten. Die Jungs bauten den bestehenden Song schließlich aus und veröffentlichten ihn zunächst als Freetrack im Netz, bevor er später doch noch als Single vorgeschlagen wurde – und Platin holte.

Die Macher der ursprünglichen Version werden heute ebenfalls als Songwriter genannt und dürften auch ein paar Euros an der Nummer verdient haben, die eine durchaus kuriose Entstehungs- und Erfolgsgeschichte hat. Außerdem ist "Disco Pogo" der erfolgreichste Song eines deutschsprachigen Rappers ohne Musikvideo (58 Millionen) – die 70 Millionen kommen in Kombination mit dem Musikvideo zustande.

6. Bonez MC & RAF Camora ft. Maxwell - Ohne mein Team (72 Millionen, 2016)

Lasst uns das Kind beim Namen nennen: Ein Teil der Melodie geht eindeutig auf die Kappe von "Afro Trap Part.5". Aber dann müssen wir das Kind auch bei seinem ganzen Namen nennen: Was RAF, Bonez und Maxwell – inspiriert vom neuen Subgenre aus Frankreich – geschaffen haben, ist nicht weniger als der einflussreichste Deutschrap-Song der letzten Jahre. Womöglich der einflussreichste Song, seit Cro dem Selbstverständnis der Szene mit "Easy" eine fette Pandapfote gegen den Kopf gedonnert hatte.

RAFs Produktion, die sommerliche Melodie, die Härte und der Hype der 187 Strassebande – das war im Spätsommer 2016 eine hochexplosive Mischung, die auch hier zur ersten Platin-Platte für alle Beteiligten führte, die sich fortan als Team Platin inszenierten und es immer noch tun.

Parallel dazu versuchen etliche Newcomer, dem Sound, der Attitude und dem Erfolg nachzueifern. Dass das nur in Ausnahmefällen gelingt, ist eine andere Geschichte.

5. Kay One ft. Pietro Lombardi - Senorita (74 Millionen, 2017)

RTL-Kay Part 2. Nicht nur Dieter Bohlen, sondern auch DSDS-Teilnehmer Pietro Lombardi (der Vater vom berüchtigten Alessio) fand 2017 seinen Platz in der Diskografie des ehemaligen Bushido-Signings. So "tot" wie er nach dem Diss seines Ex-Mentors galt, so lebendig stieg er 2017 mit zig Millionen Klicks aus der Asche. "Senorita" konnte sogar "Louis Louis" toppen und wurde mal eben Kays erste Platin- und Nummer-1-Single.

Ja, Pop und leichte Lyrics triefen "Senorita" aus jeder Pore, aber Kay ist und bleibt ein Rapper, der auch hier rappt. Und vielen gefällt, wie er das tut. Ein Video klickt sich nicht von alleine mehr als 70 Millionen Male innerhalb weniger Monate.

4. Bausa - Was du Liebe nennst (76 Millionen, 2017)

Wir hatten Baui zwar schon im Januar den Durchbruch für 2017 prognostiziert, aber mit diesen Dimensionen hatte niemand gerechnet. Dreifach Gold (600.000 Einheiten inklusive Streaming), acht Wochen auf Platz 1 der Charts (Deutschrap-Rekord) und innerhalb von drei Monaten die zweitmeisten Klicks innerhalb der Szene 2017.

Gemeinsam mit den Jugglerz und The Cratez hat Bausa eine lockere Melodie gebaut, auf der er mehr oder weniger durch die Blume sein Faible für Drogen und physische Lust verpackt. Zumindest so sehr durch die Blume, dass offenbar diverse Altersgruppen und Bevölkerungsschichten das Ganze feiern können. Dazu wirft er wie schon auf seinem Album "Dreifarbenhaus" diverse Genres in den Topf, wobei man Rap inhaltlich und musikalisch noch immer am deutlichsten heraus schmeckt.

"Was du Liebe nennst" ist bei seinem aktuellen Wachstum auch der Kandidat, der "Kokaina" am ehesten überholen wird – vermutlich noch im ersten Halbjahr 2018.

3. Bonez MC & RAF Camora - Palmen aus Plastik (76 Millionen, 2016)

Der Startschuss. Der Anfang von etwas Großem.

"Geschichte" vom RAF-Album hatte schon angedeutet, was passieren könnte, wenn einer der besten Produzenten der Szene und der größte Hype seit Jahren fusionieren. Bonez hatte schon oft seine Vorliebe für Reggae und vielmehr noch für Dancehall durchscheinen lassen – RAF sowieso.

Hier war der Sound dann noch ausgereifter als bei "Geschichte": Ohrwurm-Hook, schöne Melodien, drückende Bässe, RAFs Trademark-Elemente, Video von Shaho Casado, Bonez' Humor und Stimme, die gemeinsame Dynamik – das alles passte einfach zu gut zusammen und katapultierte alle Beteiligten in neue Sphären. Ja, das ganz Projekt hätte auch mit einer anderen Lead-Single funktioniert, aber der Titelsong war die perfekte Vorbereitung auf das, was folgen sollte.

Countdown zur Zukunft, Camora ist endlich lebendig

Der Sound, zu dem Leute in wenigen Jahren nostalgisch auf ihre Jugend zurückblicken werden. 

2. Sido ft. Andreas Bourani - Astronaut (82 Millionen, 2015)

Nach seinem Erscheinen lange das meistgeklickte Deutschrap-Video, bis "Kokaina" vorbeizog. Andreas Bourani hatte den Hype des WM-Hits im Rücken, mit dem er uns gefühlt alleine zum Titel gesungen hatte, und Sido präsentierte mal wieder das, was seine Hits so oft ausmacht. Dieses Mal ging es aber nicht um sein eigenes Leben, sondern um das große Ganze, das mit einfachen Worten verpackt wurde.

Der Lohn: Die erfolgreichste Single des Berliner Rappers überhaupt mit Platz Eins in drei Ländern und über 800.000 verkauften Einheiten in Deutschland (Doppel-Platin).

Fast acht Milliarden Menschen, doch das Menschliche fehlt

Mit Bildern von menschlichen Katastrophen und Tragödien untermalt, bietet "Astronaut" jedem Hörer die Möglichkeit, sich durch das Mitleid und seine Zustimmung zu Sidos Lyrics etwas wohltätiger zu fühlen. Und auch wenn das irgendwie kalkuliert wirken kann, leistet Siggi mit den teils expliziten und heftigen Bildern zumindest einen kleinen Dienst an den Leidenden, indem er auf das Leid aufmerksam macht. Wenn auch nur ein paar der 82 Millionen Views (auch hier durch zwei Uploads) die Zuschauer zum Handeln motiviert haben sollten, hat sich "Astronaut" nicht nur für Siggis und Andis Geldbeutel gelohnt.

1. Miami Yacine - Kokaina (100 Millionen, 2016)

Der Spätsommer 2016 hielt nicht nur die Bombe namens "Palmen aus Plastik" parat für Rap-Fans. "Kokaina" kam aus dem Nichts und rasierte alles. Obwohl kaum jemand Miami Yacine vorher kannte, legte er eine in der Szene nie dagewesene Erfolgsgeschichte hin und schoss von Null auf inzwischen 100 Millionen! Seinen Platz in den Geschichtsbüchern hat er damit sicher.

Herausragend auch weil Yacine für diesen Hit kaum Kompromisse in Sachen Mainstream-Tauglichkeit eingehen musste. Mit Ausnahme der RAF-Bonez-Songs und "Disco Pogo" ist "Kokaina" damit in der Liste der erfolgreichsten YouTube-Clips echt eine Ausnahme. Keine Sängerin und kein Sänger für die Hook, kein leicht verdauliches Thema wie Liebe, sondern straighte Straßenlyrics. Fler erklärte Rooz mal, dass es hier um Kontraste gehen würde: Schöne Melodie, harte Texte.

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Die besten Deutschrap-Videos des Jahres 2019

Die besten Deutschrap-Videos des Jahres 2019

Von David Molke am 06.12.2019 - 18:01

Die Hiphop.de Awards 2019 befinden sich in vollem Gang. Das heißt, dass du noch bis zum 2. Januar 2020 für deine Favoriten des Jahres 2019 abstimmen kannst. Dabei gibt es wie jedes Jahr auch dieses Mal wieder die Kategorie zum Video des Jahres. Wenn du nicht alle gesehen haben solltest oder dein Gedächtnis auffrischen willst, welches Video das jetzt nochmal genau war, für das du stimmen wolltest: We got you covered. Hier findest du die Nominierten in der Kategorie Bestes Video National.

Welches ist das beste deutschsprachige Rap-Video 2019?

OG Keemo – 216 (dir. Breitband)

OG Keemo spielt eindeutig ganz weit vorn mit, wenn es um die Frage nach dem besten Rap-Video des Jahres 2019 geht. Das Video zu "216" von Breitband diente nicht nur als Vorbote zu "Geist", einem der besten Alben des Jahres, sondern thematisiert auch noch wichtige Themen wie Alltagsrassimus und den Umgang damit. Dass das Ganze auch noch extrem eindrücklich und bildgewaltig geschieht, macht das Video so wichtig.

Tarek – Kaputt wie ich (dir. OH MY)

Tarek K.I.Z geht mit Vorliebe dahin, wo es weh tut. Das gilt nicht nur für sein neuestes Video, in dem er einigen Nazis die Lampen ausknipst, sondern auch für das einzigartige Video zu "Kaputt wie ich" von OH MY, in dem wir Zeuge eines Autounfalls beziehungsweise von dessen Ergebnis werden. Wie so oft bei Tarek und K.I.Z ist das überhaupt Nichts für schwache Nerven, aber dafür umso eindrücklicher.

Max Herre ft. Fatoni, Megaloh, Sugar MMFK & Dirk von Lowtzow – Dunkles Kapitel (dir. Henrik Album)

Max Herre, Fatoni, Megaloh, Sugar MMFK, Dirk von Lowtzow und Regisseur Henrik Album liefern mit "Dunkles Kapitel" ein starkes Stück Kunst gegen den sich erneut in Deutschland ausbreitenden Faschismus. Das Video dazu dürfte eines der untypischsten Rap-Videos sein, die 2019 zu bieten hatte. Es gibt fast gar keine Kameraschwenks, was die Bilder noch beeindruckender und intensiver wirken lässt.

KALIM ft. Nimo – Bis um 3 (dir. MacDuke)

Im Kalim-, Nimo- und MacDuke-Video zu "Bis um 3" geht es extrem farbenfroh zu. Das liegt aber nicht nur an den Klamotten oder der Farbe, die aus den Feuerlöschern versprüht wird, sondern auch an den abgefahrenen Effekten, die hier äußerst kunstvoll eingesetzt werden.

SSIO – Hash Hash (dir. EASYdoesit)

SSIO meldet sich nach langen Jahren der Pause mit einem EASYdoesit-Video zu "Hash Hash" zurück, das es in sich hat. Zum Beispiel Xatar: Das AON-Oberhaupt taucht im ersten Video zum kommenden SSIO-Album "Messios" ebenfalls mehrfach auf. Dazu gibt es den gewohnten SSIO-Humor, viel sehr sehr buntes Treiben und eine mysteriöse Story rund um SSIOs Aktivitäten im asiatischen Ausland.

Bausa – Radio / Nacht (dir. Shoko Hara)

Bausas Splitvideo zu "Radio" und "Nacht" lebt von den Gegensätzen. Während es im ersten Teil sowohl inhaltlich als auch visuell eher ruhig und hell zugeht, sieht die Sache bei Nacht ganz anders aus. Wer seine Stadt immer nur bei Tageslicht sieht, kennt das wahre Gesicht der Straßen nicht: In diesem Fall bedeutet das einen Zeichentrick-Stil im Neo-Noir-Look. Das Shoko Hara-Video erinnert wohl nicht zufällig an Anime-Klassiker wie "Akira".

Luciano, Capital Bra, Nimo, Samra & Kalazh44 – Royal Rumble (dir. ALLDIFFERENT & Traviez)

Wenn Luciano, Capital Bra, Nimo, Samra und Kalazh44 zum "Royal Rumble" bitten, herrscht pures Chaos. Im ALLDIFFERENT & Traviez-Video geht zumindest anscheinend alles drunter und drüber: Da fehlt das Auto, die Location, die Drehgenehmigung oder gleich der ganze Rapper. Was dabei herauskommt, zählt zu einem der unterhaltsamsten Videos des Jahres und nebenbei versammeln sich hier natürlich unglaublich viele Hochkaräter, die offenbar viel Spaß hatten.

Fler – Vermächtnis (dir. Katja Kuhl)

Fler und Katja Kuhl setzen dem Rapper ein Denkmal in Schwarz-Weiß. Darin wird eine Beerdigung inszeniert, während Fler seine Karriere und alles andere Revue passieren lässt. Richtig Sinn ergibt das alles aber erst zum Schluss, wenn Flizzy und Katja Kuhl das Video mit einer Jay-Z-Hommage beenden. Classic Shit.

Shirin David – Gib ihm (dir. 100BLACKDOLPHINS)

Shirin David hat dieses Jahr die Szene erobert, wie es bisher nur die Allerwenigsten geschafft haben. Das 100BLACKDOLPHINS-Video zu "Gib Ihm" markiert dabei den Startschuss in die heiße Phase der Promo: Das erste richtige Musikvideo zum Album "Supersize". Der selbstbewusste Representer hat dann auch voll eingeschlagen und das verdankt Shirin David auch dem Video. Die Macher haben übrigens letztes Jahr den Hiphop.de Award in der Kategorie Bestes Video abgeräumt.

Yung Hurn – Cabrio AR App (dir. Uwe Flade)

Yung Hurn macht immer schon reichlich weirde Kunst-Dinge. Aber hier geht es gar nicht um das mehr oder weniger normale Video zu "Cabrio", sondern um die dazugehörige Augmented Reality-App. Die gibt euch nämlich die Möglichkeit, einfach ein eigenes Musikvideo zu drehen, in dem ihr neben und mit Yung Hurn abgehen könnt. Die App findet ihr zum Beispiel hier im App-Store. Das Video dazu könnt ihr hier sehen:

Alle Infos zu den Hiphop.de Awards 2019, zu den Kategorien und den Jury-Mitgliedern findest du hier. Zum Voting geht es hier: Stimm ab!

Vote hier für die Hiphop.de Awards 2019!

Die Hiphop.de Awards 2019 haben begonnen! Wir suchen wie jedes Jahr gemeinsam mit der Szene die prägendsten Akteure der vergangenen zwölf Monate. Ab sofort könnt ihr hier eure Stimmen für eure Favoriten abgeben. Heute und morgen begleiten wir den Startschuss mit unserem Jahresrückblick im Livestream bei Twitch.


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