Die Marketing-Moves von Capital Bra & Loredana bei "Lrnings"

Zum Erfolg gehören nicht nur Talent, Fleiß und Durchhaltevermögen – wer groß rauskommen möchte, muss sich auch verkaufen können. Und das scheint manchmal gar nicht mal so einfach, wie man denken mag. Rapper*innen verstehen es schon seit Jahren, ihre Reichweite auch abseits der Musik gewinnbringend einzusetzen. Anhand von zwei aktuellen Beispielen aus dem Deutschrap-Kosmos kann man auch für sein eigenes Business etwas lernen, wie Toxik und sein Homie Phillip Böndel in der neuen Folge ihres Business Podcasts "Lrnings" erklären.

Capital Bra und die Gangstarella-Pizza: Perfekt inszeniert

Den ersten Platz für guten Business-Geist in der Szene hat jüngst der Bratan mit seiner Gangstarella-Tiefkühlpizza für sich beansprucht. Sein Geheimnis? Authentizität.

Wie sehr der Bratan selbst an der Entstehung der Pizza mitgewirkt hat, spielt dabei keine Rolle. Das eigentlich unspannende Produkt Tiefkühlpizza wird komplett mit Capis Identifikationspotenzial und seiner Musik verknüpft. Auf einmal reißen Leute sich um eine Pizza. Sei es der Name, die Verpackung (#teamcapi) oder der Werbeslogan. Phillip erklärt, dass Capi und sein Team die vier P, die Instrumente des Marketing-Mix, perfekt angewendet haben: Produkt, Preis (unschlagbare 3,99 €), Vertrieb und Werbung.

Hinzu kommt noch, dass die Pizza auch tatsächlich das bietet, was den Menschen wirklich wichtig ist: Viel Belag und "schön knusprig, wie beim Italiener". Die neue Tiefkühlkreation, die in fast jedem Supermarkt erhältlich ist, so erzählt Phillip, ist laut Universal übrigens schon über 500.000-mal in den Handel gegeben worden – man rechne mit einer Million verkauften Pizzen im ersten Monat. Fazit: Der Bratan und sein Team haben sowohl Musik als auch das Pizza-Business verstanden.

Tiktok: Loredanas Rezept für virale Songs

Auch Kollegin und Feature-Partnerin Loredana kann so einiges übers Marketing erzählen. Die Rapperin und Tiktok-Creatorin hat Anfang 2019 durch einen Zufall die virale Macht von Tiktok entdeckt. Damals hatte sie ein Snippet zu ihrem Song "Jetzt rufst du an" auf Instagram gepostet, welches von Tiktok-Usern für die kurzen Clips übernommen wurde. Diese sind dann prompt viral gegangen und haben eine ganze Challenge zum Rollen gebracht, die dem (damals noch unveröffentlichen) Track große Beliebtheit beschert hatte.  

An diesem Erfolg hat Loredana und ihr Team direkt angeknüpft und die "Du bist mein"-Challenge mit Zuna aufegzogen. Der Hashtag zur Challenge verzeichnet aktuell über 20 Millionen Aufrufe. Toxik und Phillip zeigen anhand von Loredanas Tiktok-Erfolg, dass die richtige Plattform das A und O für erfolgreiches Content-Marketing sind. In Loredanas Fall habe sie und ihr Team wirklich verstanden, wie Tiktok funktioniert und war damit auch eine der ersten Künstler*innen, die die App genutzt hat. Stichwort: Early Adopter.

Lrnings Folge 7: Business-Strategien von Hiphop-Stars

Die beiden Mega-Stars sind nicht die einzigen Hiphop-Künstler, die wissen wie man schwarze Zahlen schreibt. Größen wie Drake, Jay-Z oder Lil Nas X haben früh verstanden wie Marketing funktioniert und so ihren Erfolg planbar gemacht. Letzterer wurde sogar vom nischigen Internet-Comedian zum Welt-Star. Egal ob national oder international: Making something out of nothing lautet die Devise. 

Wenn ihr mehr über Marketing in der Hiphop-Szene und Geschäftsideen eurer Lieblingsrapper erfahren wollt, dann hört in der siebten Folge des "Lrnings"-Podcasts mit Toxik und Phillip Böndel rein. "Lrnings" erscheint jeden Mittwoch im Magazin Orange by Handelsblatt und beschäftigt sich mit Businessthemen von Marketing bis Unternehmensführung. Hört bei Spotify, Google oder iTunes rein und lasst euch wertvolle Karriere-Tipps in dieser brisanten Zeit geben!

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Sneaker-Business – Was man von Yeezy, Nike & Virgil Abloh lernen kann (Lrnings Podcast)

Sneaker-Business – Was man von Yeezy, Nike & Virgil Abloh lernen kann (Lrnings Podcast)

Von HHRedaktion am 06.06.2020 - 19:24

Hiphop.de-Herausgeber Toxik und sein Homie Phillip Böndel veröffentlichen seit einigen Wochen jeden Mittwoch ihren Business-Podcast "Lrnings". Wie der Name schon sagt: Es soll etwas gelernt werden. Dazu knöpfen die beiden sich für jede Sendung bestimmte Personen vor und ziehen ihre Schlüsse aus deren Moves, Taktiken, Erfolgen und Rückschlägen. Nachdem Tox und Phillip zuletzt den Fokus auf Rapper*innen (u.a. Capital Bra und Loredana) gerichtet haben, sind dieses Mal Kanye, Virgil Abloh und Co an der Reihe. Let's talk sneaker things!

Sneaker sind ein Wahnsinnsgeschäft. Nike-Gründer Phil Knight gehört zu den reichsten Menschen der Welt. Dabei waren andere viel früher auf dem Markt. Allen voran die deutschen Unternehmen Adidas und Puma. Wie Gründer Phil Knight es trotzdem schaffte, erzählt er in seiner Start-up-Biografie "Shoe Dog". Wie hat die Branche es geschafft, einen Sportartikel zu einer Lifestyle-Ikone zu entwickeln?

Was du für dein Marketing daraus lernen kannst: Biete ein Produkt an, mit dem Menschen ihre Individualität ausdrücken können. Lerne von Nike, wie man auf innovative Ideen kommt. Unterschätze nicht die Bedeutung von Strategie und Taktik. Mach dich, dein Produkt, deine Skills rar – damit Kunden bei dir Schlange stehen, wie Phillip vor dem Afew-Store. Und vergiss nie: Überzeugend wird dein Marketing erst, wenn du selbst überzeugt bist.

Michael Jordans Sneaker für Rekordsumme versteigert

Michael Jordans acht Jahre andauernder Markenrechtsstreit um seine Jordan Brand könnte zu einem Ende gekommen sein. Der Oberste Gerichtshof in China hat zugunsten der Basketball-Legende entschieden..

Entscheidend waren Kollaborationen mit Sportlern wie Michael Jordan und Musikern wie Kanye West. Jordan machte durch sein Image und seine Erfolge aus Nike das größte Objekt der Begierde für eine ganze Generation von Jugendlichen. Kanye West und Adidas brachten mit der Yeezy-Linie Sneaker in den High-Fashion Bereich.

Neben der Idee, Prominenten eine eigene Produktlinie zu geben, können Marketing-Techniken wie Drops und Collaborations auch andere Branchen inspirieren. Sneakermarken arbeiten heute mit Fashion Brands und Designern wie Supreme und Virgil Abloh, aber auch mit Ben & Jerry’s, AriZona Iced Tea und den Berliner Verkehrsbetrieben – ganz ähnlich wie Rapper, die gemeinsam Songs aufnehmen.

Zum Erfolg werden solche Kooperationen, wenn die Partner ihre Gemeinsamkeiten deutlich machen und durch Synergie etwas spannendes Neues passiert.

Learnings aus dieser Folge

  • 1. Mach dich und deine Skills rar – gerade dann, wenn der Bedarf am höchsten ist! Je mehr du dich anbiederst, desto weniger interessant wirkt dein Angebot.
  • 2. Eine Kollaboartion alleine ist noch keine Idee. Positiver Image-Transfer kann nur stattfinden, wenn es einen gemeinsamen Kern und natürliche Schnittstellen gibt.
  • 3. Schaffe Produkte und Angebote, die das Individualitätsbedürfnis der Menschen befriedigen und ihnen das Gefühl geben, etwas besonderes zu sein.
  • 4. Innovation bedeutet, vorhandene Dinge originell zu verknüpfen. Finde etwas, das funktioniert. Versteh, warum es funktioniert und wende es auf deinen Bereich an.
  • 5. „Business ist Krieg ohne Kugeln“ (Phil Knight). Unterschätze nicht die Bedeutung von Strategie und Taktik.
  • 6. Überzeugend ist es, wenn du selbst überzeugt bist

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