Kanye Wests Twitter-Meltdown: Eine bipolare Störung ist kein Witz

Seit Kanye West seine Kandidatur für die US-Präsidentschaftswahl bekanntgegeben hat, sprudelt es nur so aus ihm heraus. Statements, Auftritte, Postings – Kanye sendet (und löscht) seine schwer greifbaren Botschaften in einer Taktung, der man nur noch bedingt folgen kann. Am kommenden Freitag soll sein neues Album "Donda" erscheinen – und ein Film, wie er nun eilig in die Welt heraustwitterte.

Kanyes bizarres Verhalten dieser Tage scheint Ausdruck seiner bipolaren Störung zu sein. Die Krankheit begleitet ihn seit Jahren und wird in ihrer Zweischneidigkeit sogar auf dem Cover seines Albums "Ye" aufgegriffen.

"I hate being bipolar, it's awesome".

Kanye West: Wie äußert sich aktuell seine Bipolarität?

Um zunächst eine grobe Vorstellung davon zu entwickeln, was Kanye West wohl durchmacht, muss klar sein, um was für eine psychische Erkrankung es sich dabei handelt. Die Deutsche Gesellschaft für bipolare Störungen beschreibt sie folgendermaßen:

"Bei einer bipolaren Störung schwankt die Stimmung des Erkrankten zwischen den Phasen der Hochstimmung und der Niedergeschlagenheit."

Anders formuliert: In Kanyes Leben wechseln sich manische und depressive Phasen ab. "Einmal pro Jahr" zeige er besonders starke Symptome. Eine manische Episode ist unter anderem von gesteigerter Aktivität, Ruhelosigkeit, Rededrang, Ideenflucht, Gedankenrasen, Verlust sozialer Hemmungen oder einer überhöhten Selbsteinschätzung gekennzeichnet.

Wer in den letzten Wochen Kanyes Twitter-Grind verfolgt hat, findet dort reichlich Anhaltspunkte für eine solche Manie. Kollabo mit Gap, Präsidentschaftswahlkampf, familiäre Fotos, Ankündigungen und Verwerfungen rund um sein neues Album: Ohne jeglichen Filter, Gefühl für Timing oder Rücksicht auf seine Mitmenschen teilt Kanye scheinbar impulsiv seine Gedanken mit über 30 Millionen Follower*innen. Screenshots sorgen dafür, dass diese oftmals diffusen Gedankenschübe für alle Zeiten erhalten bleiben.

Als Kanye bei seiner ersten Wahlkampfveranstaltung unter Tränen erzählte, dass er seine Frau Kim Kardashian über eine Abtreibung ihres ersten gemeinsamen Kindes nachgedacht hätten, war das offenbar zu viel der Redseligkeit. Diese intime Beichte beunruhigte den Kardashian-Clan nachhaltig. Berichten zufolge soll Kim Kardashian "beschämt" und "extrem besorgt" sein. Sie habe daraufhin versucht, ihren Mann von weiteren öffentlichen Eskapaden abzuhalten. Dieser Vorstoß traf bei Kanye auf taube Ohren. Er verglich sich stattdessen (wiederum auf Twitter) mit der Hauptfigur aus Jordan Peels Horrofilm "Get Out". Jeder wisse zudem, dass es in dem Film eigentlich um ihn ginge.


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Screenshot via twitter.com/kanyewest

Auch anhand dieser Tweets ist zu erkennen, dass Kanyes Mitteilungsbedürfnis ungebrochen ist. Rücksichtsvoll geht er mit seiner Ehefrau und ihren Sorgen keineswegs um. Auf Twitter erhob er schließlich weitere diffuse Vorwürfe. Er deutete eine Begegnung von Meek Mill und Kim Kardashian in einem Luxushotel an. Seitdem versuche er, sich scheiden zu lassen. Außerdem sollen Ärzte auf dem Weg nach Wyoming gewesen sein, um Kanyes Zwangseinweisung anzuordnen.


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Screenshot via twitter.com/kanyewest

All diese Aussagen kommen laut Kanye vom zukünftigen Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika. Die Selbstwahrnehmung stagniert hier gut sichtbar auf hohem Niveau.


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Screenshot via twitter.com/kanyewest

Wenn Kanye in ein Loch fällt und die depressive Phase der bipolaren Störung einsetzt, bekommt die Öffentlichkeit das naturgemäß weniger mit. Der Verlust von Interesse und Freude sowie Antriebsmangel finden eher im Verborgenen statt. Dass Kanye jedoch auch diese dunklen Momente durchlebt, reflektiert er in seiner Musik. Mit "I Thought about Killing You" eröffnet er das Album "Ye" – ein Track, in dem er Suizid- und Mordgedanken thematisiert.

Das denkt Kanye West selbst über seine bipolare Störung

Es ist beileibe nicht das erste Mal, dass Kanye scheinbar vollkommen den Bezug zu einer gewissen Verhältnismäßigkeit verliert. Mit einem Twitter-Rant gegen Drake oder bei seinem Abstecher ins Weiße Haus hat er ebenfalls für massive Konfusion gesorgt. Wie schätzt Kanye, das Leben mit diesen emotionalen Schüben eigentlich selbst ein?

Im Rahmen eines Interviews für David Lettermans Talkformat "My Next Guest Needs No Introduction" aus dem Jahr 2019 sagte er, dass er in einer manischen Phase eine "stärkere Verbindung mit dem Universum" spüre. Gleichzeitig beschrieb er, dass ihn während dieser Schübe eine extreme Paranoia umtreibe und sich alles um ihn herum, wie eine Verschwörung anfühle.

"Wenn du in diesem Modus bist, bist du extrem paranoid ... [...] Alles ist eine Verschwörung. Du fühlst, wie die Regierung Chips in deinen Kopf pflanzt. Du fühlst, wie sich dich aufnehmen. Du fühlst all diese Dinge."

("When you're in this state, you're hyper-paranoid about everything.... Everything's a conspiracy. You feel the government is putting chips in your head. You feel you're being recorded. You feel all these things.")

In Hinblick auf einige von Kanyes Aussagen aus den vergangenen Tagen gelingt ihm in ruhigeren Augenblicken ziemlich treffend abzubilden, was in ihm vorgeht. Eine Außenansicht auf seine Krankheit kommt aus dem engsten Familienkreis. Kim Kardashian hat letztes Jahr in der Vogue über Kanyes Bipolarität gesprochen.

"Es ist mit Sicherheit ein emotionaler Prozess. Jetzt gerade ist alles wirklich entspannt. Aber wir können fühlen, wenn sich die Episoden anbahnen und wir wissen, wie wir damit umzugehen haben."

("It is an emotional process, for sure. Right now everything is really calm. But we can definitely feel episodes coming, and we know how to handle them.")

Der Umgang mit Kanyes Krankheit scheint aktuell jedoch fordernder denn je. Zu privat, grenzüberschreitend und stellenweise verletzend fallen Kanyes Statements aus. Kim Kardashian gab damals außerdem an, dass es für Kanye "keine Option" sei, sich medikamentös einstellen zu lassen. Eine solche Behandlung verändere zu sehr, wer er eigentlich sei.

Auf Instagram hat Kim Kardashian im Zuge der aktuellen Ereignisse beschrieben, wie ohnmächtig sie gegenüber der Situation ist. Zum Schutz ihrer Familie habe sie bisher kaum über die Erkrankung ihres Mannes gesprochen. Es sei "extrem schwierig und schmerzlich" zu verstehen, was da gerade vor sich geht. Kanye müsse von sich aus Hilfe in Anspruch nehmen. Zugleich bittet sie die Medienlandschaft und die Öffentlichkeit um Mitgefühl für "eine brillante aber auch komplizierte Person."


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Screenshots via instagram.com/kimkardashian

Nutzt Kanye West seine "Superpower" vor dem Album-Release?

Für viele Außenstehende schreit Kanyes Verhalten nach Hilfe. Ein Kollege des US-Stars erkennt in all dem Chaos eine gezielte Promo-Kampagne. Big Pooh kommentierte auf Twitter, dass er einzuschätzen weiß, wann Kanye sich vor einer Albumveröffentlichung befindet.

Im Track "Yikes" (ebenfalls auf "Ye") definiert Kanye seine Krankheit als "Superpower". Er deutet sie in etwas Positives und erklärt sich kurzerhand zum "Super Hero", der sich nicht unterkriegen lässt. In dieser manischen Phase, die er gerade zu durchleben scheint, ist diese Einschätzung gar nicht so weit hergeholt. Alle Welt spricht wieder über Kanye West. Darüber hinaus macht Kanye einen kreativen Eindruck. Es sei nichts Ungewöhnliches, dass mit einer manischen Episode ein regelrechter "Schaffensrausch" einhergeht. Kanyes neuer Platte dürfte sowohl die Aufmerksamkeit als auch der Schub an Kreativität nicht schaden.

Gleichzeitig trägt Kanye Wests mehr oder minder bewusst dazu bei, dass die Öffentlichkeit von den Facetten dieser Krankheit Notiz nimmt. Er demonstriert vor aller Welt, was es letztendlich bedeutet, unter einer bipolaren Störung zu leiden. Statt Energie in Memes zu stecken, wäre es nun ein guter Zeitpunkt, um sich emphatisch zu zeigen – so Sängerin Halsey, die ebenfalls unter der Krankheit leidet.

Kanye West kann nur geholfen werden, wenn er es selbst zulässt. Das ist offenkundig aktuell nicht der Fall. Nur wenige Menschen soll er noch an sich heranlassen. Comedian Dave Chappelle ist einer davon. Vielleicht kann er dazu beitragen, dass Kanyes Zustand sich stabilisiert. Auf Twitter gibt Kanye nun schon selbst zu bedenken, ob er wirklich 2020 ins Rennen um das Präsidentschaftsamt gehen sollte.


Foto:

Screenshot via twitter.com/kanyewest

Wie nun bekannt wurde, hat er es im Bundesstaat South Carolina verpasst, die erforderlichen Unterschriften einzureichen.

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Streit um Millionen: Hat Kanye West bei Walmart geklaut?

Streit um Millionen: Hat Kanye West bei Walmart geklaut?

Von Renée Diehl am 28.04.2021 - 14:30

Kanye West hat kürzlich ein Patent für das neue Logo seiner Yeezy-Brand angemeldet. Dieses soll zu sehr an das Logo des US-Einzelhandelskonzerns Walmart erinnern, das bereits seit dem Jahr 2007 besteht. Walmart sieht im neuen Yeezy-Logo die potenzielle Gefahr der Konsumentenverwirrung und hat deshalb beim US-Patent sowie dem Trademark-Büro eine Untersuchung des Falls angeordnet.

Walmart-Sonne oder Yeezy-Sonne?

Beide Logos zeigen eine stilisierte Sonne. Die von Walmart besteht ganz simpel aus sechs Strahlen, während die von Yeezy aus acht Strahlen besteht, die jeweils noch einmal in drei einzelne Punkte aufgeteilt sind. Besorgt ist der Einzelhandelskonzern vor allem um eine potenzielle Verwirrung der Kunden – diesen soll keine falsche Verbindung der beiden Marken suggeriert werden. Da Kanye West außerdem vorhaben soll, das Logo zu Entertainment-Zwecken zu verwenden, sieht die Walmart-Kette zudem ihre Werbekampagnen mit US-Stars wie Kendall und Kylie Jenner oder Jennifer Garner in Gefahr.

Weitere Trademark-Anmeldung für Yeezy x Gap Collab 

Kanyes Yeezy-Imperium bekommt in diesem Jahr noch Zuwachs durch die angekündigte Langzeit-Kollaboration mit Gap. Nach Adidas handelt es sich um die zweite auf einen größeren Zeitraums ausgelegte Kooperation der Yeezy-Brand. Im Fokus der Collab sollen allerdings keine Sneaker, sondern Apparel der beiden Marken stehen. Auch für diesen Big Move hat Kanye ein Logo-Patent angemeldet. Im klassichen Gap-Font auf blauem Untergrund ist „YZY“ zu lesen. Und aufgrund der Zusammenarbeit ist die Nähe der Logos hier sogar erwünscht. 


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