Haftbefehl spricht über den Selbstmord seines Vaters

Das Zeit Magazin überließ allein Haftbefehl in einem Artikel das Wort, um ihn über den Verlust seines Vaters und seine Kindheit als Drogendealer sprechen zu lassen.

Sein kurdischer Vater verließ seine Heimat in der Türkei laut Haftbefehl nur "mit einer Tüte in der Hand" und begann ein neues Leben in Offenbach am Main. Trotz der zunächst fremden Umgebung soll sein Vater ihm eine glückliche Kindheit ermöglicht haben: "Bis zum Tod meines Vaters hatten wir ein gutes Leben geführt."

Haftbefehls Vater beging Selbstmord, als dieser erst 14 Jahre alt war. Nach anfänglichen Vorwürfen soll er erst einige Zeit später verstanden haben, dass sein Vater unter Depressionen gelitten hatte und die Krankheit jahrelang versteckt hielt. "Für mich ist mit seinem Tod eine Welt zusammengebrochen. Und auf einmal waren wir mit jeder Menge Problemen konfrontiert."

Mit dem Tod des Vaters entfiel auch der Ernährer der Familie. Eine zusätzliche Belastung sollen dessen Schulden dargestellt haben, die er zurückließ. Haftbefehl soll sich verantwortlich gefühlt haben und begann Drogen zu verkaufen, anstatt zur Schule zu gehen. "Ich träumte von einem neuen Leben mit meiner Mutter und meinen zwei Brüdern. Ich wollte, dass wir finanziell abgesichert sind. In der Schule zu sitzen machte für mich keinen Sinn, wenn ich in der gleichen Zeit richtig viel Geld mit Drogen verdienen konnte."  

Hier findest du den gesamten Artikel über Haftbefehls Vergangenheit.

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Kommentare

Das wünscht man echt keinem Menschen. Sehr traurige Sache :(

Aber nicht traurig genug um auf deine schamlose Werbung zu verzichten, wa? Unmensch.

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Doku begleitet Haftbefehl durch Offenbach und Frankfurt

Doku begleitet Haftbefehl durch Offenbach und Frankfurt

Von Renée Diehl am 08.04.2021 - 16:28

Haftbefehl ist vor der geplanten Veröffentlichung von "Das schwarze Album" extrem fleißig gewesen: Auf etliche Interviews folgt nun eine Doku über ihn im TV-Format “Titel Thesen Temperamente“ beim Hessischen Rundfunk. Zu sehen sind vor allem eindrucksvolle Bilder von Offenbach und Frankfurt – Haftbefehl lädt zu einem Trip durch seine Kindheit und Jugend bis heute ein.

Erste Station: Frankfurt am Main

Die Dokumentation beginnt im Frankfurter Bahnhofsviertel, das sich die Produktion des TV-Formates wohl als Schauplatz für den Start des Interviews ausgesucht hatte. Haftbefehl selbst hat allerdings keinen Bock aufs Bahnhofsviertel und läuft stattdessen zielstrebig Richtung Main. Sein Kommentar: "Ach Digga, da war ich schon so oft. Da hab ich schon so viele Interviews gegeben, das geht mir langsam auf die Eier." Trotzdem erzählt er bereitwillig von seiner Jugendzeit als Ticker. Er wolle mit seiner Musik auch die Jugend davor warnen, sagt er. Der Kommentator berichtet zwischenzeitlich von Haftbefehls Rezeption innerhalb der Feuilleton-Presse sowie auf der Straße und unterstreicht damit die Gegensätzlichkeit, die der Offenbacher Rapper in sich vereint. Ganz ungestört von Fans bleibt die Dokumentation natürlich nicht – was allerdings auch den Kern der Doku ausmacht, Haftbefehl als lokalen Rap-Superstar zu porträtieren.

Zweite Station: Offenbach Marktplatz

So ziemlich jeder Deutschrap-Fan sollte inzwischen zwar die Geschichte um Haftbefehls schwere Jugend in der Hochhaussiedlung Mainpark in Offenbach und den Selbstmord seines Vaters kennen, allerdings wird diese in der Doku noch einmal vertieft. Das mag auch daran liegen, dass der gewöhnliche HR-Zuschauer mit Deutschrap wahrscheinlich kaum bis gar nichts anfangen kann. Unterstrichen wird die Story von eindrucksvollen Blockpanorama-Shots. Haft sagt:

"Frankfurt ist eine roughe Stadt und spätestens, wenn man hier ist, sieht man auch, dass wir keinen Scheiß labern. Aber Offenbach ist natürlich meine richtige Heimat. Da gefällt’s mir viel mehr, als in Frankfurt."

Und später: "Ich weiß überhaupt nicht, ob man Offenbach zu Deutschland zählen kann. Ich fühle mich hier auf jeden Fall sehr wohl. Ich glaube, nirgendwo ist es so Multikulti wie in Offenbach, oder?"

Damit ist auch das Fazit der Doku klar: "Für viele hier bedeutet er Heimat, Lokalpatriotismus. Und für ein bestimmtes Milieu auch Repräsentation."

“Das schwarze Album“ erscheint am 30. April. Die Features auf dem Album hat Haftbefehl bereits bekanntgegeben:

Welche Features sich Haftbefehl noch auf "DSA" gewünscht hätte

UPDATE vom 7. April:Nach der Verschiebung von "Das schwarze Album" auf den 30. April ist bei iTunes die Tracklist von Haftbefehls neuem Werk aufgetaucht. Demnach kommen zu den bisher bekannten Features (siehe unten) noch weitere Hochkaräter hinzu. Auf dem Song "24/7" wird sich Farid Bang die Ehre geben.


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