Ghostwriting & Realness: "Dienstleister" Eko Fresh wird konkret

I can dig rappin' / but a rapper with a ghostwriter? What the f*ck happened!?

Was Kendrick Lamar in King Kunta rappt, ist eine legitime Einstellung zum Thema Ghostwriting. Aber nicht alle Beteiligten im Rap-Kosmos sehen das so. Vielleicht wird hier auch der Unterschied zwischen Rappern und "richtigen" Hiphop-Künstlern deutlich, aber das ist ein anderes Thema.

Ghostwriting gehört im Rap de facto zum Alltag. Hate it or love it! Eko Fresh hat sich in einem Gespräch mit Planet-Interview konkret zu diesem Thema und seiner Sicht der Dinge geäußert. Sind beispielsweise Realness und Ghostwriting miteinander kompatibel?

Dafür nehme ich Hiphop zu ernst. Ab dem Moment, wo ein anderer für den Rapper den Text schreibt, wird es ein Geschäft.

Realness sei das Einzige, das Eko habe, sagt er. Als er vor 15 Jahren anfing, hätte er keine Möglichkeit gehabt, sich als eine bestimmte Person zu inszenieren. Heute ist der Zug ohnehin abgefahren. Die Leute würde Ek mittlerweile kennen und ihm etwas anderes als seine Realität (durchaus überspitzt und ironisch) nicht abkaufen. Damit könne er nicht so gut polarisieren, aber es sei langfristiger.

"Um die 100 Songs"

Dazu, wie im Einzelfall mit Ghostwriting umzugehen sei und wie häufig er schon als "Dienstleister" tätig war, äußert der Kölner sich konkret:

Als Dienstleister, also als Ghostwriter, habe ich nicht das Recht, zu sagen: Ich habe das geschrieben. Der Rapper bezahlt ja für diese Leistung, wie das dann kommuniziert wird entscheidet der Auftraggeber. [...] Ich verdiene damit zum Teil mein Geld und wenn ich die Namen nennen würde, würde ich keine Aufträge bekommen.

Eko schätzt, er habe schon "um die 100 Songs" für andere Rapper geschrieben. Irgendwo da draußen fliegen den Menschen also etwa 100 Eko-Songs um die Ohren. Das sind locker fünf Alben – und da sprechen wir schon von ordentlich voll gepackten Platten.

Lies hier das gesamte Interview! Manuellsen sieht das Ganze übrigens ziemlich ähnlich. Beispielsweise Fler vertritt die Gegenposition und geht offen mit dem Thema um (hier nachlesen).


Mehr zum Thema: 5 Ghostwriter, die du nicht erwartet hast

Groove Attack powered by Hiphop.de

Groove Attack ist Streaming Partner von Hiphop.de

Kommentare

"Fler vertritt die Gegenposition und geht offen mit dem Thema um" ...

...MUSS der Eimerkopf ja.
2000% Würde der in den Gihad gegen jeden Rapper mit Ghostwriter wenn er selbst schreiben würde, weil alles andere dann ja wieder nicht real wäre.

Hat nen Ghostwriter und spittet trotzdem nur Haus Maus Müll für Sonderschüler.Unfassbar dieser Fler

eko hat niemand ein text verkauft, yvonne catterfeldt hat 4 zeilen bekommen und daraus ein hit gemacht.seitdem bildet er sich ein er wäre songwriter.....du bist groby aus der sesamstraße.

bester schwätzer deutschlands....

Deine Meinung dazu?

Weiter ...

Apache 207 kein Rapper? Was Farid Bang dazu sagt

Apache 207 kein Rapper? Was Farid Bang dazu sagt

Von Alina Amin am 25.02.2021 - 16:47

Apache 207 ist schon nach den ersten Jahren seiner Rap-Karriere in den obersten Rängen der hiesigen Szene angekommen. Mit seinen melodischen Hits erreicht er regelmäßig astronomische Zahlen und gilt aktuell als einer der erfolgreichsten Künstler des deutschsprachigen Musikmarkts. Trotz dessen findet die Diskussion, ob der Ludwigshafener tatsächlich Rapper sei, in der Deutschrap-Community kein Ende. Jetzt äußert sich auch Farid Bang zu dem omnipräsenten Thema.

Farid Bang über die Frage, ob Apache 207 ein Rapper ist

Farid Bang stellt in seiner Instagram-Story infrage, was ein Künstler sei, der seine Texte nicht schreibt, wenn man schon davon ausginge, dass Apache kein Rapper sei. Die Debatte um Apaches Rapqualitäten wird weit über die YouTube-Kommentarspalten hinaus geführt.

Viele Größen der Deutschrapszene scheint die Frage umzutreiben, ob Apache 207 als Rapper zu betrachten ist. Für Bonez MC stand Ende 2020 fest: "Künstler kein Rapper". Auch Fler kommt in einem Interview bei 16bars zu dem Ergebnis, dass Apache "in dem Sinne kein Rapper" sei. Die Musik des 2-Meter-Hünen bedient sich hörbar verschiedensten Einflüssen.

Daran, dass Apache 207 rappen kann, dürfte jedoch kein Zweifel bestehen. Farid fragt sich nun, worauf es hinausliefe, wenn Apaches Musik durch dessen Herangehensweise nicht mehr als Rap durchginge.


Foto:

Instagram / @faridbangbang

Der Banger stellt in den Raum, ob dies nicht mindestens gleichbedeutend damit wäre, jemanden aus dem Rapgenre auszuschließen, wenn die Lyrics zugeliefert werden. Er zieht damit einen Vergleich zu einem ebenso ausgiebig diskutierten Thema, dem Ghostwriting.

Ende letzten Jahres wurde die allgegenwärtige Diskussion wieder aufgerollt, nachdem Shirin David ihre "Babsi Bars" veröffentlichte. Es ging damals einerseits um Credits, andererseits auch um die generelle Praktik des Ghostwritings. Viele Rapfans vertreten die Position, dass Rap-Künstler*innen auch selbst für ihre Lyrics verantwortlich sein sollten. Dennoch gehört es inzwischen zur gängigen Praxis, dass Rap-Texte in Gemeinschaftsarbeit entstehen. Wie Farid das selbst sieht, erklärt er in seiner Story nicht.

Apache selbst hat zu dem Thema eine klare Haltung. Ob andere Leute ihn als Rapper bezeichnen oder nicht, scheint ihm gleichgültig zu sein. In seinem Song "28 Liter" erklärt der 23-Jährige:  

"Egal, ob du mich einen Rapper nennst, du Piç, darauf pfeif' ich"


Sag uns deine Meinung zu diesem Artikel! (1 Kommentar)