Features mit Fakemink, Bladee & mehr: Wie der Münchner Mechatok den internationalen Untergrund aufmischt
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Im Zuge der Hiphop.de Awards 2025 haben wir den Award für Visionary Artist presented by Jack Daniel's ins Leben gerufen. Dieser neue Preis soll vor allem diejenigen auszeichnen, die mit ihrer Kunst neue Maßstäbe setzen.

Hiphop.de würdigt 2025 den in München geborenen und aufgewachsenen Produzenten Mechatok, der international bereits seit über einer Dekade Musik macht und besonders dieses Jahr diverse Meilensteine erreicht hat. Sein Schaffen formt Untergrund-Hiphop seit mehreren Jahren nachhaltig mit.

Visionary Artist presented by Jack Daniel's: Mechatok, ein Visionär unserer Zeit

Blickt man in die Vergangenheit, ist es ziemlich einfach, Visionäre ihrer Zeit zu bestimmen. Aber woher weiß man, wer die Visionäre von heute sind? Woran macht man fest, wessen Schaffen die Kunst nachhaltig beeinflusst? Vor allem ist ein Visionär jemand, der mit Konventionen bricht – ein Künstler, der den Geschmack der Masse prägt, ohne sich selbst vom Mainstream beeinflussen zu lassen. Jemand, der voranschreitet, ohne Rücksicht auf vermeintliche (Genre-)Regeln. Einer dieser Künstler ist der Münchner Mechatok.

Eingefleischte Deutschrap-Hörer kennen seinen Namen womöglich (noch) nicht. Denn Mechatok arbeitet schon seit über einer Dekade vor allem im internationalen Bereich. Seine Kollaboratorenliste ist lang: Bladee, Charlie XCX, Ecco2k, Lancey Foux, Fakemink – progressive Musiker, mit innovativen Beats.

Diese Rap-Elektro-Hyperpop-Wave hat international bereits Einzug im Mainstream gefunden und schwappt langsam aber sicher auch nach Deutschland über. Wer würde da denken, dass eine der wichtigsten Figuren des Ganzen ein junger Mann aus München ist?

Mechatok: Aus dem Kinderzimmer in die Big Leagues

Die Story von Mechatok beginnt in den frühen 2010er-Jahren. Da bekommt der Musiker, der mit bürgerlichem Namen eigentlich Emir Timur Tokdemir heißt, einen PC geschenkt, auf dem Garageband installiert ist. Obwohl er zu dem Zeitpunkt gerade mal 14 Jahre alt ist, ist Mechatok schon ein musikalisches Talent. Immerhin spielt er seit seinem sechsten Lebensjahr unter anderem Gitarre und Klavier. Dank seiner musikalischen Ausbildung ist das Produzieren auf einem PC ein Kinderspiel – und schon kurze Zeit später lädt er seine Tracks online hoch.

Ein großer Teil von Mechatoks Geschichte baut auf einem regelmäßigen Output und Online-Connections auf. Viele Produzenten dürften das nachempfinden können: Aus dem Kinderzimmer heraus werden ganze Karrieren aufgebaut. So eben auch bei Mecha, der über Jahre hinweg in verschiedenen Kollektiven präsent ist und immer wieder seine Musik teilt. Es gibt keinen Overnight-Fame. Stattdessen setzt er auf Resilienz und sein Talent. Einen maßgeblichen Wendepunkt in seiner Karriere gibt es dann 2019, als er anfängt, mit der Drain Gang zu arbeiten. Das schwedische Untergrund-Hiphop-Kollektiv, bestehend aus Bladee, Ecco2k, Thaiboy Digital und Whitearmor, ist bis heute für experimentellen Sound und loyale Fans bekannt.

Über Corona bringt Mechatok dann das Kollabo-Album "Good Luck" mit Bladee raus. Und plötzlich haben Hiphop-Fans auf der ganzen Welt den Produzenten auf dem Schirm. Der poppige Elektrosound des Projekts ist noch komplett neu für viele Fans. Und damit hört es natürlich nicht auf: Hiphop und Hyperpop nähern sich die kommenden Jahre immer weiter an.

Mechatok kollaboriert mit zahlreichen internationalen Acts und droppt regelmäßig. Zwischendurch ist er nach Berlin gezogen, jetzt ruft aber eine andere Metropole nach ihm: London. Und als dann im Mai 2025 der Track "Makka" mit Fakemink und Ecco2k erscheint, erreicht Mechatoks Bekanntheit noch mal ein neues Level. Der nostalgische Sound des poppigen Rap-Tracks trifft den Nerv der Zeit und erreicht allein bei Spotify über 10 Millionen Streams.

Das Timing könnte nicht besser sein. Wenige Monate später droppt der 27-Jährige nämlich sein Debütalbum "Wide Awake", mit Features von langjährigen Freunden und Kollaborateuren.

"Wide Awake" ist durch und durch Elektro- und Hyperpop. Hiphop-Elemente lassen sich nur vereinzelt finden. Aber mehr braucht es auch nicht unbedingt. Immerhin prägt Mecha seit Jahren den Untergrund mit. Dass er seit jeher primär elektronische Musik macht, hat dem Ganzen nur zugutegetan. Gerade in den 2020ern, wo internationaler Mainstream-Hiphop für viele am Stagnieren ist, kommt jemand wie Mechatok und bricht mit Konventionen.

Sein Sound ist dabei so vielseitig, dass es schwer ist, die Karriere des Musikers auf ein konkretes Genre festzunageln. Immerhin ist es Teil seines Schaffens, sich zu verändern. Für Emir ist Mechatok so etwas wie ein Avatar, der sich immer wieder neu erfinden kann. Ähnlich wie die Gorillaz oder Daft Punk. Von Letzteren stammt mit "Discovery" immerhin eins seiner liebsten Alben.

Und auch seine Inspirationen haben sich über die Jahre gewandelt:

"Als ich anfing, war DJ Mustard meine größte Inspiration. Heute sind es K-Pop-Videos mit ständig wechselnden Einstellungen und Songs, die aus fünf Abschnitten bestehen."

Und trotz dieser Veränderungen fährt Mechatok seit jeher seine eigene Schiene mit einem Sound, der wandelbar und doch so wiedererkennbar ist, dass man seinen Einfluss auf Untergrund-Hiphop quasi spüren kann.

2025 war ein hervorragendes Jahr für Mechatok: Connections mit den spannendsten Rap-Newcomern, die die Welt zu bieten hat, und ein Debütalbum, das Erwartungen gesprengt hat. Wenn ihr also nächstes Mal seht, wie Stars mit diesem Mann chillen, dann merkt euch eins: Es ist Mechatok aka Emir Timur Tokdemir, ein junger Mann aus München.

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