7 Dragon Ball Z-Referenzen rund um Farid Bangs "Genkidama"

Mit einer der mächtigsten Attacken, die das Dragon Ball Z-Universum so hergibt, setzt Farid Bang mit seinem nunmehr achten Studioalbum "Genkidama" metaphorisch zur Zerstörung der Deutschrapszene an. Farids große Faszination für die epische Geschichte um den Saiyajin Son Goku schlägt sich dabei rund um die Platte nieder.

Farid Bangs "Genkidama" war ein Kraftakt

Dass Farids gesamte Energie in das Werk geflossen ist, lässt er seine Fans mit einer ungewohnt ernsthaften Botschaft auf Instagram wissen. Alles, was er aus sich und seinem Team herausholen konnte, hat er demnach in diese Platte gesteckt. Die "Genkidama" steht also nicht nur für eine Attacke des Bangers, sondern auch stellvertretend für den intensiven Prozess bis zur Fertigstellung. Der "Genkidama"-Begriff hat zudem noch eine weitere Ebene. Farid vereint auf seinem Album die Kräfte von vielen anderen Schwergewichten der Szene. Er bringt tatsächlich 19(!) Feature-Gäste auf dem Longplayer unter. Dort kann sich diese geballte Rap-Energie dann entladen.



Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an


Die letzten 2 Jahre waren für mich die wahrscheinlich schwerste Zeit in meinem Leben, 2 der wertvollsten Menschen in meinem Leben sind verstorben meine Tante Mina & einer meiner besten Freunde Abdersamad. Etwas wovon ich mich nie wieder mehr erholen werde. Davor gab es noch diese Echo Geschichte bei der ich nicht mehr wusste ob es jemals weitergehen kann oder jemals wieder wird wie es war. Viele Menschen haben mich musikalisch für Tod erklärt und sich von mir abgewannt, trotzdem habe ich selber nie aufgehört an mich zu glauben. Ich habe nie den Ehrgeiz verloren und habe weiterhin die Energie im Studio aufgebracht weil ich es genau diesen Leuten zeigen wollte. „Ich entscheide wann es vorbei ist“ egal wer denkt er hat jetzt kurz seine 2 Minuten, ich war vor ihm da und ich werde nach ihm da sein!!! Fast 2 Jahre habe ich im Studio gearbeitet, es sind bestimmt 40 Songskizzen entstanden. 14 (+4 EP) haben es letztendlich geschafft. Viele Leute haben mich auch mit Leib Seele unterstützt, @instara11e & @mo7art sind wahrscheinlich 2 der wichtigsten denen ich vieles im Leben zu verdanken habe Der Richter bei dieser ganzen Sache ist aber am Ende der Fan, er entscheidet ob es mir gelungen ist diese Emotionen in Energie umzuwandeln #genkidama

Ein Beitrag geteilt von (@faridbangbang) am

Farid Bang tritt nur hinter Kendrick Lamar zurück

Die Genkidama ist eine gewaltige Angriffsvariante – sie besiegelt zugleich das Ende einer der größten Schlachten. Zum Finale der sogenannten Buu-Saga bündelt Son Goku die Energie der Erdbevölkerung in dieser einen - den Sieg versprechenden - Attacke. Nur so ist es möglich, den Dämon zu bezwingen. Farids Album soll auf Rapebene einen ähnlichen Effekt haben. Doch Dragon Ball lehrt auch, dass es immer einen stärkeren Kontrahenten gibt. Für Farid ist das Kendrick Lamar.

"Der Beste aller Zeiten nach Kendrick Lamar / Album Nummer acht, eine Genkidama"

Farid Bang zieht Vergleich zu Bushido

Zum gerade dargestellten Zeitpunkt von Dragon Ball Z war jeder gegen Buu, der nach diversen Mutationen einfach nur noch als ein rücksichtloser Dämon agierte. Hier macht Farid in einem Instagram-Post im Rahmen der Album-Promo eine Parallele zu Bushido auf, der sicher schon bessere Tage in seiner Karriere gesehen hat. Nach den Verräter-Vorwürfen und dem Bruch mit seinem Geschäftspartner Arafat Abou-Chaker, schien es zwischenzeitlich so, als hätte sich die gesamte Szene von ihm abgewandt.

"Deutscher Rap ist wie Dragon Ball Z, am Ende war jeder gegen Buu"

Farid Bang will der King sein

Ebenfalls auf dem Titeltrack baut Farid eine weitere Anspielung auf Dragon Ball Z ein. Es geht dabei um Trunks. Dieser ist der Sohn des Vollblut-Saiyajins Vegeta – eine Art Dauerrivale von Son Goku. Im Verlauf der Handlung pendelt sich die zunächst sehr angespannte Beziehung auf Kumpelbasis ein. Vegetas Vater war einst König der Saiyajin. Trunks steht dementsprechend in einer royalen Erblinie. Farid sieht sich auf Deutschrap-Level ebenfalls in der Position eines Königs und zieht jenen Trunks noch als Hinweis auf seine eigene Power heran.

"Goodfellas, ich lass' deutsche Rapper Schwanz lecken / Der King ist back, Saiyajin, Trunks-Level"

Dragon Ball Z im Hiphop: Wie ein Anime eine ganze Kultur inspiriert

"Kameee-Haaaame-Haaaaaa" - was sich liest wie kindliche Sprache, kennt wohl jeder, der sich in seiner Jugend auch nur in der Nähe eines Fernsehers aufgehalten hat. "Dragon Ball" und im Speziellen die "Dragon Ball Z"-Reihe ist in den Köpfen mehrerer Generationen tief verankert.

"Kamehameha EP": Die Attacke vor der Attacke

Die erste stärkere Angriffsvariante, die Son Goku erlernt, ist das Kamehameha. Eine gleichnamige EP dem Album voranzustellen, deckt sich mit dem Verlauf von Son Gokus Charakter-Entwicklung. Dieser lernt bereits im jungen Alter die wohl bekannteste Kampftechnik der Dragon Ball-Geschichte. Farid Bang macht hier erneut klar, dass er sich der Manga- und Anime-Serie verbunden fühlt. In den Lyrics der EP kommen jedoch keine weiteren Referenzen vor.

Selbstironie à la Farid Bang

Mit einer Line auf "Teuer Teuer" erklärt Farid mit seinem typischen Humor, dass er öfter mal seinem Sexualtrieb nachgibt. Das führt hin und wieder zu unüberlegten Entscheidungen. Es macht ihn angreifbar. Ein Schwanz ist ebenfalls das Problem der Saiyajin. Bei Vollmond mutieren sich die durch ihn zu einem Affen. Der Schwanz ist ohne entsprechendes Training ein Schwachpunkt. Wenn man diesen packt, entweicht die Kraft. Gewisse Parallelen zu einem anderen Phänomen der menschlichen Natur kann an dieser Stelle jeder selbst ziehen.

"Früher ausgelacht, heute lächelt sie mich an / Bin kein Saiyajin, doch meine Schwäche ist mein Schwanz"

Getränke direkt aus dem Freezer

Farids Auswahl eines Kaffeebechers im Zuge der Promo lässt keinen Zweifel daran, dass die Liebe für Dragon Ball Z echt ist. Einer der ikonischten Gegenspieler von Son Goku wird nämlich von Farid auf Instagram präsentiert. Freezer ist dafür verantwortlich, dass der Heimatplanet der Saiyajins nicht mehr existiert. Mit dem Bösewicht auf dem Gefäß bleibt das Getränk hoffentlicht wohl temperiert.

Farids Faible für das Dragon Ball Z-Universum zeigte Farid auch schon 2013 auf dem Track "Super Saiyajin" mit den Banger Musik-Signins Majoe und Jaskoe. Dass Farid nicht nur Dragon Ball Z verfolgt hat, sondern auch andere Anime-Reihen im Blick hat, demonstriert er auf "Ching Ching Ching". Die gesamte Gang kommt dort auf dem Schiff zusammen – so wie die Piratenbande eines nicht weniger bekannten Mangas von Eiichirō Oda.

"Auf dem Schiff, Palm Beach / Mit der Gang, One Piece"

Farid Bang - Ching Ching Ching [Video]

Bei Farid Bang macht es nur noch "Ching Ching Ching".

Groove Attack powered by Hiphop.de

Groove Attack powered by Hiphop.de

Deine Deutschrap-Playlist powered by Hiphop.de, immer mit den aktuellsten Tracks der deutschen Hip-Hop Szene! Cover: ERRDEKA

Groove Attack ist Streaming Partner von Hiphop.de

Deine Meinung dazu?

Weiter ...

Das sind die 10 besten Deutschrap-Musikvideos des Jahres

Das sind die 10 besten Deutschrap-Musikvideos des Jahres

Von David Molke am 17.12.2020 - 17:49

Das Jahr 2020 geht zu Ende und damit bricht die Zeit der Jahresrückblicke und Bestenlisten an. Und natürlich vergeben wir auch wieder die Hiphop.de Awards. Unter anderem könnt ihr dabei für das beste Musikvideo des Jahrs abstimmen. Hier stellen wir euch die 10 nominierten Kandidaten vor, die es ins Voting geschafft haben.

Votet hier für die Hiphop.de Awards 2020, wenn ihr schon entschieden habt. Alle Infos zu Jury, Regeln und Kategorien findet ihr in unserer großen Übersicht.

Hiphop.de Awards 2020: Die "Bestes Video National"-Nominierungen

  • Apache 207 – Fame
    (dir. Bertinaxe, prod. Feder Filmproduktion)
  • Bonez MC – Tilidin weg
    (dir. Shaho Casado, prod. alldifferent)
  • Capital Bra – Einsam an der Spitze
    (dir. LEONELRUBEN, prod. Omen & Goodhouse)
  • Cro ft. badchieff – Fall auf
    (dir. & prod. Moonkey)
  • Dardan ft. Gunboi – WHO THE FUCK IS THIS ?
    (dir. Maximilian Buck, prod. oh, boy! films)
  • Farid Bang ft. Kollegah & Fler - Public Enemies
    (dir. Daniel Zlotin, prod. Fati Media Group)
  • Katja Krasavice ft. Fler – Million Dollar A$$
    (dir. Specter Berlin, prod. DRKNSD)
  • Kontra K – Puste sie weg
    (dir. & prod. Shaho Casado)
  • SSIO – TBC
    (dir. Leeroy & Michael Jackson)
  • Ufo361 – Rich Rich
    (dir. 100BLACKDOLPHINS, prod. INMOTION)

Schaut euch die besten Deutschrap-Videos 2020 an:

Apache 207 – Fame (dir. Bertinaxe, prod. Feder Filmproduktion)

Apache 207 hat 2020 Welle gemacht wie sonst kaum jemand. Der Rapper hat aber nicht nur einen Hit nach dem anderen geliefert, sondern auch jede Menge ganz besondere Videos releast, die in Erinnerung bleiben. Selbstverständlich fällt da die Auswahl nicht leicht, aber zum Glück steckt in "Fame" sowieso fast jedes andere Musikvideo, das Apache 207 bis zu diesem Zeitpunkt veröffentlicht hat. Apache 207 lässt hier nicht einfach nur seine Karriere Revue passieren, sondern auch seine bisherigen Musikvideos. Das Gesamtbild stammt erneut von Bertinaxe und Feder Filmproduktion.

Bonez MC – Tilidin weg (dir. Shaho Casado, prod. alldifferent)

Die Hiphop.de Awards wären ohne ein nominiertes Shaho Casado-Musikvideo wohl wieder einmal nicht vollständig. In "Tilidin weg" setzen das Dreamteam aus 187 Strassenbande und Shaho Casado ihre Musikvideo-Erfolgsserie fort. Dieses Mal gibt es eine Hommage an Michael Jacksons legendäres "Thriller"-Video samt haufenweise Zombies und einem Bonez MC, der zur Abwechslung mal einigermaßen nachdenklich über Drogen rappt.

Capital Bra – Einsam an der Spitze (dir. LEONELRUBEN, prod. Omen & Goodhouse)

Capital Bra releast gern und oft – manchmal auch einfach nur auf die Schnelle ein Musikvideo aus dem Hotelzimmer, das wie selbst gemacht aussieht. Bei "Einsam an der Spitze" ist das aber anders. Ganz anders: Capi wird gefoltert, muss leiden und flieht im Video vor bewaffneten Verfolgern, läuft im Endeffekt aber vor allem vor sich selbst weg. Die Visuals von LeonelRuben, Omen und Goodhouse bewegen sich auf Kinofilm-Level und Capital Bra serviert dazu entwaffnend ehrliche Inhalte.

Cro ft. badchieff – Fall auf (dir. & prod. Moonkey)

Cro meldet sich gemeinsam mit badchieff und dem Video zu "Fall auf" zurück. Nicht nur die neue Maske zeigt, dass hier wieder mal die nächste Schaffensphase in der Kunst von Cro eingeläutet wird. Der Comeback-Track sieht aber nicht nur bunt und ungewohnt aus, sondern schlägt überraschend andere Töne an, als wir sie bisher von Cro gewöhnt waren. Das Video von Moonkey setzt auf 1990er Jahre-Ästhetik und auffällige Farbakzente.

Dardan ft. Gunboi – WHO THE FUCK IS THIS ? (dir. Maximilian Buck, prod. oh, boy! films)

Dardan und Gunboi liefern einen gemeinsamen Track, der ordentlich nach vorne geht und die 808 Mafia die passenden Drums dazu. Die größte Ehre und Aufmerksamkeit gebührt hier aber ganz klar dem Video. Maximilian Buck und oh, boy! Films zimmern dem Song ein wildes, dreckiges Gerüst zusammen, das es in sich hat. Das Ganze sieht aus, als wäre es einem dystopischen SciFi-Film aus den 80ern entsprungen, wirkt irgendwie ziemlich verstörend und bewahrt sich dabei trotzdem seinen Humor.

Farid Bang ft. Kollegah & Fler - Public Enemies (dir. Daniel Zlotin, prod. Fati Media Group)

Farid Bang, Fler und Kollegah machen Filme. Aber ausnahmsweise nicht mehr gegeneinander, sondern jetzt miteinander. Nach jahrelangem Beef und Sticheleien in alle Richtungen gibt es die drei Rapper jetzt also tatsächlich auf einem gemeinsamen Track zu hören und in einem Video zu sehen. Das Schauspieltalent der drei Herren wird in einem Blockbuster-Actionfilm von Daniel Zlotin standesgemäß in Szene gesetzt.

Katja Krasavice ft. Fler – Million Dollar A$$ (dir. Specter Berlin, prod. DRKNSD)

Für den Mix aus Katja Krasavice und Fler greift Ex-Aggro Berlin-Mastermind Specter ganz tief in die Trickkiste. Hier gibt es einfach alles: Einhörner, weiße Tauben, Schlangen, Tiger, Haifische, Cardi B-Hommagen noch und nöcher, eine Prise Moulin Rouge-Optik samt opulentesten Ausstattungen sowie natürlich jede Menge Starpower. Mittendrin lässt Fler mit Katja die Korken knallen und mehr Aufwand lässt sich für ein Deutschrap-Video wohl nur schwer betreiben.

Kontra K – Puste sie weg (dir. & prod. Shaho Casado)

Noch mehr Tiere im Video bietet wohl nur Kontra K. Der hat von Shaho Casado wieder einmal ein Musikvideo der Extraklasse für "Puste sie weg" produziert bekommen. Darin hängt Kontra K mit Schlangen, bewaffneten Reitern und vor beeindruckenden Kulissen. Am Schluss nimmt das Musikvideo völlig utopische Ausmaße an, wenn Kontra K im Auge des Sturms chillt. Besonderer Respekt gebührt dem Typen, der da Klimmzüge an der Brücke macht.

SSIO – TBC (dir. Leeroy & Michael Jackson)

SSIO lässt seinem Spaß an der Sache auch im Video zu "TBC" freien Lauf. Das heißt, dass er selbst fast jede einzelne Rolle darin spielt und haufenweise wilde Dinge veranstaltet. Einen Großteil seiner Faszination zieht diese vor allem witzige Achterbahnfahrt aus dem Face App-Effekt, der SSIO unter anderem in Post Malone, Vin Diesel, Mr. Bean, Jack Sparrow oder auch Xatar verwandelt. Die Stillleben-artigen Szenen setzem dem Leeroy- und Michael Jackson-Kunstwerk dann das Sahnehäubchen auf.

Ufo361 – Rich Rich (dir. 100BLACKDOLPHINS, prod. INMOTION)

Ufo361 stellt ein ganz eigenes Level dar, wenn es um Deutschrap-Erfolgsgeschichten geht. Mit ihm reden wird schwierig wegen Status, aber sein Fahrer werden geht vielleicht. Diesen Status zementiert das 100BlackDolphins-Video. Das Ergebnis macht dem Titel "Rich Rich" alle Ehre: Mehr Drip als das ganze Geld einfach verbrennen geht eigentlich nicht. Diese Ästhetik sucht definitiv ihresgleichen und passt damit natürlich perfekt zu Ufo361 und dem gleichnamigen Album.

Welches Musikvideo hat euch 2020 am besten gefallen? Wofür votet ihr?

Vote hier für die Hiphop.de Awards 2020!

Dieses Jahr war anders, aber die Hiphop.de Awards 2020 lassen sich davon nicht unterkriegen. Zum inzwischen 16. Mal suchen wir zusammen mit euch die Künstler*innen, welche die vergangenen zwölf Monate dominiert haben. Mit eurer Stimmabgabe steht und fällt das Ergebnis.


Sag uns deine Meinung zu diesem Artikel! (0 Kommentare)