#EndSARS: Rihanna, Beyoncé & mehr fordern Ende der Gewalt in Nigeria

Polizeigewalt ist ein weltweites Problem. In Nigeria schlagen die Proteste gegen eine berüchtigte Spezialeinheit seit Wochen hohe Wellen. Gestern haben die Kundgebungen offenbar Tote und Verletzte gefordert. Wenn Superstars wie Rihanna, Beyoncé, Nicki Minaj oder DJ Khaled sich aktuell mit #EndSars in den sozialen Medien positionieren, wollen sie nicht auf ein grassierendes Virus hinweisen, sondern ein deutliches politisches Statement setzen.

#EndSars: Polizei-Brutalität seit langer Zeit bekannt

Ausgangspunkt für die Demonstrationen war Anfang Oktober ein Video, auf dem zu sehen ist, wie ein Schwarzer Mann von SARS-Mitgliedern gedemütigt und schließlich erschossen wird. Die "Special Anti-Robbery-Squad" hat in den letzten drei Jahren laut der Menschenrechtsorganisation Amnesty International 82 Leben auf dem Gewissen. Auch würden Beweise dafür vorliegen, dass Folter, Misshandlungen und gar Hinrichtungen zu den angewandten Maßnahmen der Truppe gehören. Selbst ein 2017 erlassenes Antifolter-Gesetz setzte diesem Treiben demnach kein Ende.

Die BBC ist zu lesen, dass bei den jüngsten Protesten in Lagos zwölf Menschen vom Militär getötet worden seien. Lokale Medienberichte dienen hier als Quelle. Die Armee bestreitet dies. Amnesty International erklärt auf Twitter, dass man "verstörende Hinweise zum übermäßigen Einsatz von Gewalt" erhalten habe.

Der Staatspräsident hat vor einer Woche in Aussicht gestellt, SARS aufzulösen. Laut Spiegel wurde so ein Vorhaben in den letzten vier Jahren viermal angekündigt. Der Polizeichef Nigerias erklärte vor wenigen Tagen, dass eine neue Einheit den Platz von SARS einnimmt: Das "Special Weapons and Tactics Team" (SWAT) soll mit "hoher Professionalität" und entlang "ethischer Standards" operieren.

Die Demonstrationen hielten jedoch an, da die Maßnahmen der Regierung als nicht ausreichend angesehen werden. Eine Polizeistation brannte gestern nieder. In der drittgrößten Stadt Nigerias Benin City sollen Demonstrierende 2000 Gefangene aus dem Gefängnis befreit haben. Daraufhin verhängten die Behörden dort und in Lagos eine Ausgangssperre.

Wie im Fall von George Floyd ist es hier ebenfalls eine viral gegangene Videoaufnahme, die das Fass bei der Bevölkerung schließlich zum Überlaufen brachte. Das Hashtag #EndSARS wurde bereits 2017 ins Leben gerufen. Vor allem junge Nigerianer*innen sind es satt, sich drangsalieren zu lassen. Unterstützung erfahren sie von den größten Popstars des Landes. Auch weit über den afrikanischen Kontinent hinaus solidarisieren sich Künstler*innen mit der Protestbewegung.

Protest gegen Polizeigewalt: Rihanna, Beyoncé, Burna Boy erheben ihre Stimme

Mit Burna Boy sprach einer der größten Künstler Nigerias in einem Interview über die Bedeutung der aktuellen Kundgebungen.

"Man muss verstehen, das ist größer als Nigeria. Nigeria ist im Angesicht der Erde die größte Schwarze Nation. Ich glaube, dass jede Revolution dort startet. Wenn Nigeria sein volles Potenzial entfaltet – und die Jugend kann dafür sorgen, indem sie sich erhebt und für ihre Rechte kämpft. So wie sie es jetzt tut. Das kann einen Domino-Effekt für die restliche Welt haben. Darum ist es so wichtig. [...] Wir leiden seit Jahren unter dem Handeln der gleichen Menschen. Das ist erst der Anfang. Es geht nicht mehr darum, nur SARS aufzulösen. Es ist eine Revolution geworden. Es ist ein 'Wir wollen ein neues Nigeria' geworden. Und bald wird es ein 'Wir wollen ein neues Afrika' sein."

Nicht nur Burna Boy engagiert sich bei den Protesten. Nigerianische Künstler*innen wie Wizkid, Tiwa Savage, Mr Eazi und Davido erheben ebenfalls die Stimme. In Amerika solidarisieren sich reihenweise Artists mit den Demonstrierenden und zeigen sich zutiefst bestürzt über all die Gewalt. Unter anderem Rihanna und Beyoncé nutzen ihre enorme Reichweite, um die Weltöffentlichkeit auf die Geschehnisse in Nigeria aufmerksam zu machen.

Megaloh, Kwam.E & T-Ser & mehr unterstützen den Protest

In der hiesigen Szene sind die Bilder und Berichte ebenfalls angekommen. Megaloh, Kwam.E und T-Ser sprechen sich deutlich für Reformen aus und lassen wissen, dass sie mit den Gedanken bei den Menschen in Nigeria sind. Künstler wie Audio88 und BRKN retweeten Beiträge zu #EndSARS.

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Grammy-Nominierungen 2021: Beyoncé ragt heraus, The Weeknd wütet

Grammy-Nominierungen 2021: Beyoncé ragt heraus, The Weeknd wütet

Von Michael Rubach am 25.11.2020 - 11:49

Die Anwärter*innen auf die Grammys 2021 stehen fest. Beyoncé startet dabei aus der Pole Position: Sie wurde mit insgesamt neun Nominierungen bedacht. Die Grammys wären aber nicht die Grammys, wenn nicht direkt eine Kontroverse folgen würde. Einige Künstler*innen und Fans machen deutlich, dass sie nicht nachvollziehen können, was die Akademie bei ihrer Auswahl geritten hat. Vor allem Supporter*innen von The Weeknd switchten auf Twitter in den Rage-Modus. Auch der RnB-Star selbst wetterte auf Social Media gegen die Grammys. Er ist in keiner einzigen Kategorie berücksichtigt worden.

The Weeknd nennt die Grammys "korrupt"

Mit "Blinding Lights" hat The Weeknd einen Welthit abgeliefert. Auch sein Album "After Hours" gehört zu den Top-Sellern 2020. Der durchschlagende Erfolg des Kanadiers spiegelt sich in den Nominierungen nirgends wider. Auf Social Media geht The Weeknd daraufhin die Offensive. Er will wissen, wie die Entscheidungsfindung abgelaufen ist – und bezeichnet die Verantwortlichen als "korrupt".

"Ihr schuldet mir, den Fans und der Industrie Transparenz."

Neben The Weeknd haben auch Lil Baby und Pop Smoke mit ihren jeweiligen Alben das Jahr 2020 verkaufstechnisch dominiert. Keiner von ihnen landete zum Beispiel in einer Königskategorie wie Album of the Year.

Schon im Zuge der letzten Grammys machte sich Diddy für mehr Transparenz stark. Der Hiphop-Mogul setzte dem Musikpreis eine Frist, um Änderungen einzuleiten. Außerdem sagte er, dass die Grammys keinen Respekt vor Schwarzer Musik hätten.

Keinen Respekt vor Hiphop? Diddy setzt den Grammys ein Ultimatum

Diddy hat im Rahmen der Grammy-Verleihung eine bemerkenswerte Ansage gemacht.

Nicki Minaj stichelt, Justin Bieber ist irritiert

Nicki Minaj und die Grammys finden wohl nie mehr zueinander. Die frischgebackene Mutter konnte die diesjährigen Nominierungen nicht unkommentiert stehen lassen. Sie glaubt, vor Jahren übergangen worden zu sein. Die damalige Entscheidung für Bon Iver in der Kategorie Best New Artist wühlt sie weiterhin auf.


Foto:

Screenshot via twitter.com/nickiminaj

Justin Bieber muss sich über ausbleibende Nominierungen nicht beklagen. Doch der Sänger zeigt sich mit der Einordnung seiner Musik nicht einverstanden. Laut seiner Ansicht hat er mit "Changes" ein lupenreines RnB-Album produziert. Sein Name steht jedoch ausschließlich in Popkategorien. Genau dort sah sich 2020 wohl Tyler, The Creator mit "IGOR". Er hatte bei der letztjährigen Verleihung den Grammys Rassismus vorgeworfen.

Auswahl der Nominierungen – Beyoncé sticht heraus

Über die meisten Nominierungen kann sich wie erwähnt Beyoncé freuen. Allein ihr Track "Black Parade" taucht in vier Kategorien auf. Für das beste Rapalbum des Jahres gehen vor allem Veteranen ins Rennen: Nas, Eminem-Homie Royce Da 5'9'', Jay Electronica und Freddie Gibbs zusammen mit Producer-Legende The Alchemist. Dazu kommt D Smoke, der aus der Castingshow "Rhythm + Flow" als Gewinner vorgegangen ist.

Wie bei Variety zu lesen ist, erklärt der aktuelle Chef des wichtigsten Musikpreises der Welt, dass es ein besonders "wettbewerbsintensives Jahr" gewesen sei. Dies habe unter anderem dafür gesorgt, dass für The Weeknds Output kein Platz war.

"Leider passen jedes Jahr die Anzahl der Nominierungen und die Anzahl von Künstler*innen, die es verdient haben, nicht zueinander. Aber als einziger von Experten gewählter Musikpreis werden wir weiterhin herausragende Leistungen in der Musik anerkennen und feiern, während wir gleichzeitig ein Licht auf die vielen erstaunlichen Künstler werfen, aus denen unsere globale Gemeinschaft besteht."

("Unfortunately, every year, there are fewer nominations than the number of deserving artists.  But as the only peer-voted music award, we will continue to recognize and celebrate excellence in music while shining a light on the many amazing artists that make up our global community.")

Sämtliche Nominierungen in den über 80 Kategorien kannst du auf der Website der Grammys nachvollziehen. Am 31. Januar werden die Preise in Los Angeles verliehen.

Record of the Year

Beyoncé - Black Parade
Black Pumas - Colors
DaBaby ft. Roddy Ricch - Rockstar
Doja Cat - Say So
Billie Eilish - Everything I Wanted
Dua Lipa - Don’t Start Now
Post Malone - Circles
Megan Thee Stallion ft. Beyoncé - Savage

Album of the Year

Jhené Aiko - Chilombo
Black Pumas - Black Pumas (Deluxe Edition)
Coldplay - Everyday Life
Jacob Collier - Djesse Vol. 3
Haim - Women in Music Pt. III
Dua Lipa - Future Nostalgia
Post Malone - Hollywood’s Bleeding
Taylor Swift - Folklore

Song of the Year

Beyoncé - Black Parade
Roddy Ricch - The Box
Taylor Swift - Cardigan
Post Malone - Circles
Dua Lipa - Don’t Start Now
Billie Eilish - Everything I Wanted
H.E.R. - I Can't Breathe
JP Saxe ft. Julia Michaels - If the World Was Ending

Best New Artist

Ingrid Andress
Phoebe Bridgers
Chika
Noah Cyrus
D Smoke
Doja Cat
Kaytranada
Megan Thee Stallion

Best R&B Song

Robert Glasper ft. H.E.R. & Meshell Ndegeocello - Better Than I Imagine
Beyoncé - Black Parade
Tiana Major9 & EARTHGANG - Collide
Chloe x Halle - Do It
Skip Marley & H.E.R. - Slow Down

Best Progressive R&B Album

Jhené Aiko - Chilombo
Chloe X Halle - Ungodly Hour
Free Nationals - Free Nationals
Robert Glasper - F*** Yo Feelings
Thundercat - It Is What It Is

Best R&B Album

Ant Clemons - Happy 2 Be Here
Giveon - Take Time
Luke James - To Feel Love/d
John Legend - Bigger Love
Gregory Porter - All Rise

Best Rap Performance

Big Sean ft. Nipsey Hussle - Deep Reverence
DaBaby - Bop
Jack Harlow - What’s Poppin
Lil Baby - The Bigger Picture
Megan Thee Stallion ft. Beyoncé - Savage
Pop Smoke - Dior

Best Melodic Rap Performance

DaBaby ft Roddy Ricch - Rockstar
Drake ft. Lil Durk - Laugh Now, Cry Later
Anderson .Paak - Lockdown
Roddy Ricch - The Box
Travis Scott - Highest in the Room

Best Rap Song

Lil Baby - The Bigger Picture
Roddy Ricch - The Box
Drake ft. Lil Durk - Laugh Now, Cry Later
DaBaby ft. Roddy Ricch - Rockstar
Megan Thee Stallion ft. Beyoncé - Savage

Best Rap Album

D SMOKE - Black Habits
Freddie Gibbs & The Alchemist - Alfredo
Jay Electronica - A Written Testimony
Nas - King’s Disease
Royce Da 5’9” - The Allegory


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