Eminem im "Kamikaze"-Modus: Die Reaktionen auf den Diss-Rundumschlag

Eminem will mit "Kamikaze" seinen Kritikern das Maul stopfen. All jenen den Wind aus den Segeln nehmen, denen "Revival" nicht gefallen hat. Er droppt das Album einfach ohne Ankündigung über Nacht, holt zum großen Rundumschlag aus und verteilt lyrische Backpfeifen.

Die Disses auf "Kamikaze"

Dabei kriegen alle möglichen Rapper ihr Fett weg: Unter anderem lässt Eminem seinen Frust an Lil Xan, Lil Yachty, Lil Pump, Joe Budden, Charlamagne Tha God, DJ Akademiks, Vince Staples, Tyler, the Creator, Die Antwoord oder Machine Gun Kelly aus. Die Migos sind wohl ebenfalls mit von der Partie.

Hier findest du den Überblick zu den Disses auf "Kamikaze":

Der Name ist Programm: Eminem rantet auf "Kamikaze" aus der King-Perspektive

Eminems neues Album "Kamikaze" ist offenkundig aus einem Gefühl der Wut heraus entstanden. Slim Shady ist zurück und nimmt keine Rücksicht auf Namen und Trends."I feel like I wanna punch the world in the f*ckin' face right now"...

Die Reaktionen

Für die meisten Rapper kommt es einer Art Ritterschlag gleich, überhaupt von Eminem erwähnt zu werden. Immerhin bedeutet das nicht nur, dass der Rap God weiß, dass sie existieren – es dürfte ihnen auch jede Menge Klicks und Streams bescheren.

Dementsprechend scheinen die Seitenhiebe, Disses und Erwähnungen für manche eher einen Grund zum Feiern darstellen. Wie zum Beispiel für Lil Yachty. So dürfte sich Eminem das wohl eher nicht vorgestellt haben.

Lil Yachty

Der hat seinen Tweet zwar mittlerweile wieder gelöscht, aber wir befinden uns hier im Internet, das bekanntlich nie vergisst.

"LMAO me personally I think it's fye Eminem took a shot at me. I f*ck wit Eminem."

UPDATE: Mittlerweile hat sich Eminems Manager Paul Rosenberg zu den Zeilen geäußert, die gegen Drake interpretiert werden könnten.

Eminem disst Drake auf "Kamikaze" nicht, sagt Paul Rosenberg

"You got some views, but you're still below me/Mine are higher, so when you compare our views, you get overlooked/And I don't say the hook unless I wrote the hook..."

Machine Gun Kelly

Ganz ähnlich sieht das offenbar auch Machine Gun Kelly. Der feiert die gegen ihn gerichteten Eminem-Zeilen auf "Kamikaze" im wahrsten Sinne des Wortes und köpft genüsslich eine Flasche Champagner:

55.9k Likes, 2,839 Comments - colson. (@machinegunkelly) on Instagram: ""

Eminem scheint immer noch angepisst zu sein, dass seine Tochter im Jahr 2012 von Machine Gun Kelly als "hot as f*ck" bezeichnet wurde.

Die Angelegenheit habe massive Auswirkungen auf die Karriere von Machine Gun Kelly gehabt, wie der in einem Interview von 2015 erklärt, das du dir hier zu Gemüte führen kannst.

"What's wrong with that? Is there a 15-year age gap where I'm a creep for that? I was 21, dawg. Certain people took it, and ran with it and hyped it up. […] Certain people won't even listen or review [my album]. Certain places, you won’t even hear Machine Gun Kelly on. Certain things won't even happen."

Charlamagne Tha God

Charlamagne Tha God schlägt in dieselbe Kerbe wie Machine Gun Kelly und Lil Yachty: Er sei glücklich, dass er von talentierten Rappern erwähnt werde.

In einem Esquire-Interview spricht er direkt über die Eminem-Zeilen auf "Kamikaze". Früher sei er lediglich von Chingy gedisst worden:

"I am just happy that I have gotten to the level where rappers who can actually rap say my name in records, regardless if it's a diss or not. Early in my career, I was only being dissed by Chingy. Now I'm being dissed by Eminem. Life is great."

Er gibt Eminem Props und mag "Kamikaze" – zumindest sehr viel mehr als "Revival", das er als "Müll" bezeichnet. Er glaubt außerdem, dass auch Eminem tief in ihm drin wisse, dass "Revival" nicht gut war:

"I actually do think Kamikaze is good. Revival was trash. That's why I don't understand why people think it''s hate when someone critiques your work. In fact, Eminem probably knows deep down Revival wasn't good, and that's why he put out the Kamikaze album to let people know he still got it."

Eminem - Kamikaze

Eminem - Kamikaze - Am 31 August, 2018 - 00:00 erscheint Eminem - Kamikaze. Völlig überraschend haut Eminem mit "Kamikaze" über Nacht ein neues Album raus...

Joe Budden

Charlamagne Tha God äußert sich darüber hinaus auch noch zum Joe Budden-Diss auf Eminems neuem Album. Würde Joe Budden wieder rappen und ein paar Bars gegen Eminem droppen, würde Charlamagne sein Geld auf Joe Budden setzen.

Charlamagne Tha God on Twitter

If @JoeBudden does decide to come out of retirement and give Marshall some bars I got my money on Joseph.

Der hat sogar auf den Tweet geantwortet und der Aussage zugestimmt. Aber auch Joe Budden hat seinen Tweet mittlerweile schon wieder gelöscht. Wieso tun die Leute sowas? Es ist 2018 und das Internet vergisst wie gesagt nie und nimmer, merkt euch das.

"Funny, so do i."

Tyler, the Creator

Eminem wird scharf dafür kritisiert, sich auf "Kamikaze" auch gegen Tyler, the Creator zu richten. Vor allem, wie Eminem sich über dessen sexuelle Orientierung äußert, wird ihm angekreidet.

Die Zeilen hinterlassen einen faden, homo-feindlichen Beigeschmack und haben eine andauernde, hitzige Debatte ausgelöst. Schreib uns in die Kommentare, was du darüber denkst!

Roisin O'Connor on Twitter

Tyler is still banned from the UK. Eminem headlined Reading festival last year with a back catalogue of lyrics about raping/killing women, mass homophobia, transphobia, misogyny, abuse of mentally disabled kids.... And don't even f*cking talk to me about it being 'his character'. https://t.co/MiLwNi6Qgl

Auch Bon Iver-Frontmann Justin Vernon (der auf dem Track "Fall" als Featuregast zu hören ist), hat sich zu der Angelegenheit geäußert.

Er scheint damit alles andere als glücklich zu sein und erklärt, er habe sich bereits im Vorfeld dafür ausgesprochen, den Text zu ändern.

blobtower on Twitter

Was not in the studio for the Eminem track... came from a session with BJ Burton and Mike Will. Not a fan of the message, it's tired. Asked them to change the track, wouldn't do it. Thanks for listening to BRM https://t.co/E0wmt732ty

blobtower on Twitter

Eminem is one of the best rappers of all time , there is no doubt. I have and will respect that. Tho, this is not the time to criticize Youth, it's the time to listen. To act. It is certainly not the time for slurs.

Hopsin

Hopsin hingegen kann sein Glück kaum fassen, wie es aussieht. Er freut sich offensichtlich sehr darüber, von Eminem erwähnt worden zu sein und erklärt auf Instagram, Eminem habe damit für den besten Tag in Hopsins Leben gesorgt. Außerdem inspiriere ihn die Erwähnung zu neuer Musik:

YO!!! @eminem thank you for acknowledging me on your song Kamikaze!! HOLY F*CK!! This is seriously the BEST F*CKING DAY OF MY F*CKING LIFE!! Not even exaggerating! For years I always wondered if you even knew who I was! God damn! Literally. The. Best. F*ckin. Day. Of. My. F*cking. Life!!!! Period! YOU JUST INSPIRED ME TO MAKE A NEW F*CKING PROJECT! Im bout to hit the studio RIGHT F*CKIN NOW! This was the motivation I needed to stay on track! Thank you EM!

149.7k Likes, 10.1k Comments - Hopsin (@hopsin) on Instagram: "YO!!! @eminem thank you for acknowledging me on your song Kamikaze!! HOLY F*CK!! This is seriously..."

...und der ganze Rest:

Dann wären da auch noch die Mitwirkenden sowie einige andere, denen das Überraschungsalbum von Eminem sehr gut gefallen hat. Zum Beispiel Mike Will Made It, Joyner Lucas, Tay Keith, Punch von Top Dawg Entertainment, Joell Ortiz, Tony Yayo oder Jermaine Dupri:

Tay Keith on Twitter

That spose to be a secret https://t.co/6z96WTMkQQ

Tony Yayo on Twitter

New Em

@rosenberg No Paul, you were wrong. This was a really good idea!!!

7,788 Likes, 334 Comments - Joell Ortiz (@joellortiz) on Instagram: "@rosenberg No Paul, you were wrong. This was a really good idea!!! "

Hip-Hop Reacts to Eminem's 'Kamikaze' Album - XXL

Eminem surprised everyone on Friday (Aug. 31) when he dropped his new album, . The 13-track project includes guest appearances from Joyner Lucas, Royce 5'9", Jessie Reyez and more and is already making headlines.

Eminem auf dem OAF: Wenn der Rapgott vom Himmel steigt

Eminem kommt zum Openair Frauenfeld 2018. Allein schon die Nachricht sorgte für runterklappende Kinnladen, feuchte Augen und ein ausverkauftes Festival. Stolze sechs Monate vor Beginn des Festivals. Ein halbes Jahr später stehen wir da und es ist endlich soweit. Auf diesen Moment haben alle gewartet.

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Zu viele Tote: Immer mehr Rapper sprechen sich gegen Drogen aus

Zu viele Tote: Immer mehr Rapper sprechen sich gegen Drogen aus

Von David Molke am 12.02.2020 - 19:41

Rap hat ein Drogenproblem. Das ist natürlich nichts Neues, macht sich momentan aber vielleicht besonders bemerkbar. Auf der einen Seite stehen viele begnadete Künstler*innen, die viel zu früh sterben und Texte, in denen der Konsum thematisiert oder glorifiziert wird. Auf der anderen Seite scheint es aktuell besonders viele Rapper zu geben, die sich gegen Drogen sowie gegen deren Konsum und dessen Glorifizierung aussprechen. Das weckt Hoffnung.

Viele Rapper machen sich jetzt vermehrt gegen Drogen stark

Um das nochmal zu betonen: Es ist extrem traurig, dass Lil Peep, Mac Miller, Juice WRLD und so viele andere viel zu früh gestorben sind. Gleichzeitig bringt es wohl niemandem etwas, nach Schuldigen zu suchen. Die Schuld trägt, wenn überhaupt, das System, unsere gesamte Gesellschaft.

Aber konzentrieren wir uns auf das Positive. Aktuell scheint ein Umdenken stattzufinden. Immer mehr Rapper fangen an, sich gegen Drogen auszusprechen. Sie schwören selbst den Drogen ab und bitten ihre Fans, ebenfalls damit aufzuhören. In letzter Zeit häufen sich die Aussagen, dass das einfach nicht mehr cool ist.

Zum Beispiel Yung Bans: Der aufstrebende junge Rapper und XXXTentacion-Kollaborateur fordert von seinen Fans, keine Percs (also Percocet, in dem auch das Opioid Oxycodon enthalten ist) mehr zu schlucken. Sie sollten generell keine Drogen mehr nehmen, der Scheiß sei einfach nicht mehr cool.

Kurz darauf schränkt er das zwar noch ein und sagt, Weed hätte noch nie jemandem geschadet. Was so natürlich nicht stimmt, aber vielleicht lässt sich zumindest festhalten, dass Opiate, Benzos und dergleichen noch schneller mehr Schaden anrichten können – insbesondere in Kombination mit anderen Dingen.

YUNG BANS on Twitter

Yall can smoke weed tho weed ain't never hurt nobody lol

Auch in Deutschland greifen Opioid-, Kodein- und Benzo-Konsum unter jungen Rappern gefühlt immer mehr um sich. Gleichzeitig wächst aber anscheinend auch das Bewusstsein darüber, was diese Substanzen anrichten können. Vielleicht ist das so gesehen Glück im Unglück: Während die Welle aus den USA bei uns gerade erst so richtig ankommt, schwappen auch schon die Todes-Meldungen hinterher.

Viele Menschen erleben aber offenbar auch einfach Tragisches in ihrem persönlichen Umfeld. Vor Kurzem haben sich erst Edo Saiya und auch (Sierra) Kidd öffentlich mehrfach gegen harten Drogenkonsum ausgesprochen. Dabei geht es viel um die körperlichen und psychischen Auswirkungen, die das Ganze haben kann, wenn raue Mengen Lean (also Kodein-haltigem Hustensaft), Benzodiazepine und Opioide wie beispielsweise Tramadol konsumiert werden.

Es geht vielen Rappern gleichzeitig auch darum, wie sie in ihren Texten mit Drogen und dem Konsum von umgehen. Hier findet ebenfalls ein Umdenken statt: Edo Saiya verrät zum Beispiel in einem 16bars-Interview, dass er einige seiner alten Texte deshalb abgeändert habe. Er hat wohl sogar dafür gesorgt, dass ein komplettes Interview mit ihm deswegen nicht veröffentlicht wurde.

Kidd erklärt unter anderem auf Twitter, dass es 2020 einfach out sei, immer noch über Drogen zu rappen. Denn "wenn du drogenabhängig bist, bist du kein trapper sondern trapped". Darum wolle er jetzt seine Gesundheit in den Vordergrund stellen. Kidd geht wie gewohnt ziemlich offen mit seinen Gefühlen, Gedanken und Erlebnissen um:

kidd on Twitter

ich bin mal gespannt wie ihr über drogen denkt wenn die ersten eurer freunde sterben oder verrückt werden.. ich hab das gefühl ihr versucht nichtmal mich zu verstehen..

Im Endeffekt hoffe er einfach nur, diese Zeit zu überleben. Wir können ihm da natürlich nur beipflichten und wünschen es ihm.

Januar 2018

Provided to YouTube by Universal Music Group Januar 2018 · Sierra Kidd TFS ℗ 2019 TeamFuckSleep Released on: 2019-07-12 Producer: Wilson Studio Personnel, Mastering Engineer: Sierra Kidd Author: Manuel Marc Jungclaussen Composer: Wilson Auto-generated by YouTube.

Die Anti-Drogen-Haltung wächst schon eine Weile

Die erste große Welle an Rappern, die dem Drogen-Lifestyle abschwören, hat wohl mit dem Tod von Lil Peep begonnen. Anfang 2018 nahm sich zum Beispiel Lil Pump vor, künftig auf Xanax zu verzichten. Smokepurpp tat es ihm gleich:

TRAVIS SCOTT on Twitter

This tweet made me happy !!!

Im November 2017 erklärte auch Lil Uzi Vert, er wolle die Finger von den meisten Substanzen lassen. In einem Tweet ließ er durchblicken, wie schwer ihm die ersten zwei nüchternen Tage gefallen sind.

Uzi London on Twitter

Sober 2 day I have been shaking. I have been cursing my love ones out and fighting In the studio with no thoughts in my head Teeth biting down because I just wanna be angry at something ...... maybe I will just smoke weed tonight

Offset von den Migos, Lil Baby, Famous Dex, Mozzy und auch Gucci Mane haben allesamt aufgehört, Lean zu konsumieren. Joey Badass hat aufgehört zu kiffen und sich über seine gesteigerte Produktivität gefreut. Selbst Riff Raff hat das Koks aufgegeben.

RiFF RAFF aka DALE DAN TONY on Twitter

PSA: DONT DO COCAiNE ANYMORE, ALOT OF PEOPLE ARE BEiNG SOLD FENTANYL (A DEADLY DRUG) MiXED iN WiTH THERE BAGS OF COCAiNE ... SO FOR THAT REASON iM OUT ..

Chance the Rapper, Maxo Kream, Isaiah Rashad und Timbaland haben Oxycodon, Xanax und andere verschreibungspflichtige Medikamente hinter sich gelassen. Danny Brown sieht diese Dinge mittlerweile ebenfalls ganz anders.

Lil Wayne hat üble Geschichten über seinen Konsum erzählt. Er gilt als eine Art Wendepunkt und einer der ersten, der Lean und Pillen massiv in seinen Texten thematisiert hat. Umso besser, dass auch bei ihm ein Umdenken stattfindet.

Vic Mensa fordert ebenfalls von seinen Fans, keine Drogen mehr zu nehmen. Lil Xan erklärt, jetzt nicht mehr "mit den falschen Leuten" zu hängen. Future hatte laut eigener Aussage sogar zunächst Angst zuzugeben, kein Lean mehr zu konsumieren.

Drogenabhängig, gehypt und im Kampf gegen Xanax: Wer ist Lil Xan?

Rockbands wie die Arctic Monkeys oder Queens Of The Stone Age insprierten ihn, er wollte eigentlich Fotograf werden und kam nur zum Rap, weil er Opfer eines Diebstahls wurde. Lil Xans Karriere ist keine 0815-Laufbahn eines Rappers. Zu einem der heißesten Künstler der US-Rapszene hat er es dennoch geschafft.

Trippie Redd zählt zu denjenigen, die den Konsum erst vor relativ kurzer Zeit aufgegeben haben. Sein Wille zum Entzug wurde durch den Tod von Juice WRLD hervorgerufen. Fredo Santana hatte zwar ähnliches vorgehabt, ist mittlerweile aber selbst schon gestorben.

Einige der prominentesten Beispiele von Rappern, die sich immer wieder offen gegen Drogenkonsum aussprechen, sind die folgenden:

Auch in Deutschland gibt es natürlich noch viel mehr Beispiele. Vor gar nicht allzu langer Zeit hat zum Beispiel auch Nimo über dieses Thema gesprochen. Er bereue mittlerweile einige Dinge aus seiner Vergangenheit und sei froh, da rausgekommen zu sein.

Der neue Nimo: Wie der 385i-Rapper mit seiner Vergangenheit aufräumt

Am 25. Dezember wird Nimo 24 Jahre alt. Für sein Alter hat der 385i-Rapper schon eine ganze Menge erlebt: Jugendgefängnis, die ersten Schritte im Rapbusiness mit seinem Debüt "Habeebeee", Drogenkonsum, falsche Freunde, falsche (musikalische) Entscheidungen. Nimo scheint diese Erlebnisse mittlerweile allesamt verarbeitet zu haben.

Drogen werden in der Musik eigentlich schon immer thematisiert

Drogen und Rauschmittel aller Art existieren in etwa so lang wie die Menschheit. Der Wunsch nach Entgrenzung steckt womöglich einfach in uns. Dementsprechend thematisieren Künstler*innen das Ganze auch schon eine kleine Ewigkeit.

Das kann verdeutlichen, dass es sich dabei um kein hausgemachtes Rap-Problem handelt. Jazz-Musik drehte sich ebenfalls um den Rausch, beim Techno, im Blues, Schlager, Country, Reggae, Metal oder Folk gibt es dieselben Themen.

Bis zu einem gewissen Grad ist an einem Rauschzustand und dessen Thematisierung auch nicht unbedingt etwas auszusetzen. Sobald es aber gefährlich wird – und dafür sind harte Drogen nun mal prädestiniert – sieht die Sache schon ganz anders aus.

Auch der Drogen-Tod von Künstler*innen ist leider nichts Neues

Wo das Thema Drogen ein wiederkehrendes ist, gilt dasselbe oft auch für den Tod. So bitter das klingt, es lohnt, sich das vor Augen zu führen: Es gibt in der Geschichte der Musik unzählige Drogentote.

Dazu zählen mehr oder weniger direkt auch Michael Jackson, Prince, Kurt Cobain, Amy Winehouse, Jimi Hendrix, Falco, Jim Morrison, Janis Joplin, Elvis Presley, Whitney Houston, Sid Vicious und viele viele mehr.

ODB war den harten Drogen ebenfalls nicht abgeneigt. Rap aus Texas hat DJ Screw, Pimp C und Big Moe höchstwahrscheinlich an Promethazin verloren. Solche Listen lassen sich beinahe endlos weiterführen.

In welchen Musik-Genres es am häufigsten um Drogen geht

Auch wenn es manchmal vielleicht so wirkt: Rap ist anscheinend nicht das verdrogteste Musik-Genre, das es gibt. Ganz im Gegenteil: Wie eine Untersuchung der Beratungsseite Addictions.com herausgefunden haben will, stellt Rap sehr viel mehr eine Art Schlusslicht dar. Auch wenn es da natürlich eine ganze Reihe an Dingen zu beachten gilt.

Warum nehmen Rapper Drogen & wieso rappen sie darüber?

Wieso Drogen so eine große Rolle im Leben vieler Menschen spielen, lässt sich natürlich nicht pauschal beantworten. Das kann an ihrem Umfeld liegen, an Menschen, mit denen sie in Kontakt treten. In eine Abhängigkeit abzurutschen, kann simple psychische Gründe haben. Selbstverständlich können auch Armut, Rassimus, gesellschaftliche Spannungen oder das Aufwachsen in strukturschwachen Gegenden eine Rolle spielen. Die USA stecken aktuell zum Beispiel gesamtgesellschaftlich in einer Opioid-Krise.

Wie Rapper den Drogenkonsum thematisieren, unterscheidet sich häufig extrem. Während einige Künstler dabei eher zerrissen wirken und auch die Schattenseiten des Konsums beleuchten, scheinen einige das Ganze einfach nur als Gimmick zu nutzen oder gedankenlos zu glorifizieren. Manchen Rappern wird genau das immer wieder vorgeworfen: Besonders perfide wirkt es, wenn jemand harten Drogenkonsum propagiert, ohne selbst davon betroffen zu sein.

Aber auch die genauen Gründe für das Rappen über Drogen lassen sich natürlich nicht allgemeingültig festmachen. Während die einen vielleicht wie MC Bogy als abschreckendes Beispiel vorangehen, feiern viele ihren Konsum auch einfach als Lifestyle, was natürlich schnell bedenkliche Auswirkungen haben könnte.

Was können wir tun, um zu helfen?

In erster Linie wahrscheinlich aufeinander aufpassen und gemeinsam an einer besseren, menschlicheren Gesellschaft arbeiten. An einer Gesellschaft, die nicht auf dem Rücken anderer Personen aufgebaut ist und sie dadurch womöglich in den Ruin treibt – nicht nur finanziell, sondern eben vor allem auch körperlich und psychisch.

Wenn ein Mensch in die Abhängigkeit abdriftet, hilft ein intaktes soziales Netz. Ansonsten existieren diverse Beratungs- und Hilfestellen, an die sich nicht nur direkt Betroffene, sondern auch Angehörige wenden können. Scheut nicht davor zurück, euch Hilfe zu suchen und mit anderen Leuten zu reden.

Wer unbedingt Drogen konsumieren will und der Meinung ist, das alles im Griff zu haben, sollte sich zumindest wenigstens umfassend informieren. Wer die Substanzen sowie ihre Risiken kennt und ihre Risiken einschätzen kann, läuft zumindest weniger Gefahr, an ihnen zugrunde zu gehen. Dabei können allein schon simple Safer Use-Regeln helfen.

Wie steht ihr zu dem Thema? Was haltet ihr davon, dass sich immer mehr Rapper gegen Drogen aussprechen?

Wie das Erbe von Mac Miller, Michael Jackson, Nipsey Hussle & mehr geregelt wird

Mac Miller hat zu Lebzeiten offenbar ziemlich exakt darüber nachgedacht, was nach seinem Tod geschieht. Das geht nun aus einem Bericht von TMZ hervor. Der im September 2018 verstorbene Rapper lässt Vermögenswerte von insgesamt 11 Millionen Dollar an seine Freunden sowie seine Familie verteilen.


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