Am 17. September 2002, dem Tag an dem seine Mutter drei Jahre zuvor Klage eingereicht hatte, veröffentlichte Eminem den Song Cleanin out my closet, eine Singleauskopplung aus dem Album The Eminem Show. Der Track diente auch als Soundtrack zum Trailer von dem Film 8 Mile, der im gleichen Jahr erschien. Hier rechnet Eminem nicht nur mit der Medienwelt und den Reaktionen auf seine Texte ab, sondern auch mit seinem Vater und, Überraschung, mit seiner Mutter. Er beschuldigt sie erneut des Drogenmissbrauchs: "Witnessing your momma popping prescription pills in the kitchen." Und mehr noch, er behauptet, Opfer ihres Münchhausen-Syndroms gewesen zu sein:

"Going through public housing systems, victim of Munchhausen's Syndrome/
My whole life I was made to believe I was sick when I wasn't/"

Das Münchhausen-Syndrom ist eine Persönlichkeitsstörung, bei der Mütter ihre eigenen Kinder verletzen, um Ärzten Krankheiten vorzutäuschen.

Im Jahr 2007 konnte Eminem dem Tod nach eigenen Angaben gerade so von der Schüppe springen, als er mit einer Überdosis Methadon noch rechtzeitig ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Er machte eine von ihm als erfolgreich bezeichnete Entziehungskur und brachte 2009 zum Muttertag sein Album Relapse raus, womit er erneut beweist, dass er ein gutes Gefühl für das richtige Timing hat. Auf diesem gibt er in dem Track My Mom seiner Mutter die Schuld für seinen Absturz:

"My mom loved Valium and lots of drugs/
That's why I am like I am 'cause I'm like her/
Because my mom loved Valium and lots of drugs/
That's why I'm on what I'm on 'cause I'm my mom/
"

Weiterhin beschreibt er erneut, dass seine Mutter ihn absichtlich krank gemacht habe, indem sie ihm regelmäßig Valium unter sein Essen mischte.

"Valium was in everything', food that I ate/
The water that I drank, fucking' peas in my plate/
She sprinkled just enough of it to season my steak/
So everyday I have at least three stomach aches/
"

Kurze Zeit später schrieb Eminems Mutter ein Buch...

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Secret Service befragt Eminem wegen angeblichen Lines gegen Trump

Secret Service befragt Eminem wegen angeblichen Lines gegen Trump

Von Jesse Schumacher am 25.10.2019 - 15:21

Dokumente, die BuzzFeed vorliegen, beweisen, dass der Secret Service letztes Jahr Ermittlungen gegen niemand Geringeren als Rap-Legende Eminem eingeleitet hat. Die amerikanische Strafverfolgungsbehörde ist insbesondere für den Schutz von wichtigen politischen Personen und ihren Familien verantwortlich – also auch für den Präsidenten Donald Trump. 

Handgreiflich ist Eminem nicht geworden, denn es geht um die Zeilen aus seinem Song "Framed". Hier bezeichnet er Ivanka Trump als "dummes kleines blondes Mädchen" und rappt darüber, wie er sie in seinem Kofferraum hält und sie danach "in einem Teich entsorgt". Der Secret Service empfand das als "unangebrachtes Verhalten" und Eminem bedrohe "die Schutzperson".

TMZ hat den Secret Service auf Eminem aufmerksam gemacht

Auf die angesprochenen Zeilen sei die Behörde durch TMZ aufmerksam geworden. Ein Mitarbeiter des amerikanischen Promi-Mediums hat in einer Mail an den Secret Service gefragt, ob dieser "Untersuchungen gegen Eminem anstrengen würde".

Daraufhin nahm die Behörde eine Befragung mit dem Rapper auf. Das Gespräch ist auf zwei Seiten protokolliert, allerdings nicht öffentlich einsehbar. Die Unterlagen, die veröffentlicht worden sind, zeigen aber, dass Eminem die genannten Zeilen mitgerappt hat, als der Secret Service-Mitarbeiter sie vortrug. Zwei Tage später wurden die Ermittlungen eingestellt.

Eminem deutete schon auf "Kamikaze" die Ermittlungen gegen ihn an

Vor einem Jahr veröffentlichte Eminem sein Album "Kamikaze", auf dem auch der Song "The Ringer" zu hören ist. Der Track wurde in den sozialen Medien heftig diskutiert, weil er damals schon die Ermittlungen gegen ihn andeutete:

"Agent Orange hat mir den Secret Service rübergeschickt/ Um rauszubekommen, ob ich ihm wirklich weh tun will/ Oder ob ich was mit Terroristen zu tun habe/ Ich habe gesagt: Nur wenn es um Tinte und Dichter geht"

("Cause Agent Orange just sent the Secret Service/ To meet in person to see if I really think of hurtin’ him/ Or ask if I’m linked to terrorists/ I said, Only when it comes to ink and lyricists.")

Sein Part auf "Framed" war nicht das erste Mal, dass Eminem sich gegen seinen Präsidenten stark gemacht hat. In der Cypher zu den BET-Hiphop-Awards 2017, widmet er Trump seinen ganzen Freestyle.

Auch andere Rapper*innen haben in ihren Tracks schon gegen Donald Trump gewettert, allerdings ohne spätere Strafverfolgung. Das prominenteste Beispiel ist wahrscheinlich die sehr klar verständliche Message von YG und Nipsey Hussle auf "Fuck Donald Trump".


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