Wurst, Tee & Donuts: Deutschraps wildeste Ausflüge in die Werbung

Der Cashflow darf nie abklingen. Damit sich die begehrten Scheine auch ohne Straßenhustle bis zur Decke stapeln, stellen Rapper ihr Talent gerne Mal der Werbewirtschaft zur Verfügung. Dabei ist manchmal nicht ganz klar, wie sehr sich der Künstler eigentlich wirklich mit den Dingen identifiziert, die er für den Extra-Taler anpreist. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit folgen hier ein paar interessante und teilweise amüsante Ausflüge von deutschen Rappern in die bunte Welt der Reklame.

MC Fitti der Vielwerber

Gute-Laune-Multiplikator MC Fitti hat ein "grünes Pferd auf dem Balkon" und wirbt damit für eine Versicherung. Bei einer Party kann schließlich immer etwas zu Bruch gehen und Haften in vollem Umfang feiert Fitti null.

Dafür ahnt er Marken wie Fritt, Saturn, Volkswagen und große Klassiker im Bereich der Gesellschaftsspiele. In Scrabble-Fans ist einiges zerbrochen, als Fitti die Wortlegerei als "Buchstaben Yolo" präsentierte. Wie sich im Nachhinein herausstellte, war die Kampagne absichtlich so krampfig lit und Scrabble behält seinen Namen. Da Fitti von außen als dauerlachendes Rap-Meme wahrgenommen wird, das harmlose Botschaften verbreitet, eignet er sich hervorragend als Projektionsfläche für Produkte aller Art. Angst um das Markenimage braucht hier niemand haben.

Kay One & Cro lieben es

Für Kay One ging mit seiner McDonald's-Kooperation nach eigenen Angaben "ein Traum in Erfüllung". Also rappt und posiert Kay in einer Fastfood-Filiale fröhlich vor sich hin. Ob es die Lines des Herrn am Ende des Clips wirklich noch gebraucht hätte? Zweifelhaft.

Cro hat schon vor Kay mit dem Fastfood-Riesen zusammenarbeitete. Als ganz Deutschland auf den Pandarapper durchdrehte, griff McDonald's zu und parkte das ehemalige Chimperator-Signing neben anderen deutschen Promis, um günstige Snacks zu bewerben. Hoffentlich wurde ihm seine Rolle als "Snack Wrap TS" stabil vergütet.

Schon weit vor Cro ist McDonald's mit deutschem Sprechgesang in der Werbung auffällig geworden. 2003 war die Kampagne zu "Ich liebe es" mit einem Raptext verknüpft. Der MC dahinter wollte allerdings aus der Öffentlichkeit rausgehalten werden. Damals sagte der Pressesprecher von McDonald's dem Spiegel, dass der Künstler im Verborgenen bleiben wolle, da er "sehr authentisch" und "tief in der Hiphop-Szene verwurzelt" sei. Kurze Zeit später wurde bekannt, dass es sich beim anonymen Fritten-Spitter um Dra-Q (inzwischen SirQlate) und keineswegs um MC Rene oder Ju von den Massiven Tönen handelte.

Samy Deluxe und Das Bo im "Wurst-Case-Szenario"

Seit Samy Deluxe sein Gesicht für die GEZ zur Verfügung gestellt hat, weiß man, dass der Hamburger für vieles offen ist. Auch der Lebensmittel-Discounter Penny scheint davon gehört zu haben und sicherte sich einen ganzen Song von Herrn Deluxe. Für ein gutes Miteinander im Viertel werden die Würste auf den Grill gepackt und die Pappe zum Breaking ausgelegt.

Auch trat Samy Deluxe einst schon als Testimonial auf, um Fleisch und Fleischersatzwaren mit einer Prise Rap anzureichern. Wenn dein DJ eine Chain aus Würsten in die Luft hält und die Crowd kaum irritiert ist, dann bist du in der Rügenwalder Mühle angekommen.

Einen Schritt weiter ging sogar Kollege Das Bo. Er rief 2014 das "Wurstcase-Szenario" mit dem "Feierabend-Song" aus. Dabei entstanden Rügenwalder-Bars, die ihresgleichen suchen:

"Wie sie reinbeißen, das so sexy / The Most Wanted Wurst wird gesucht per Steckbrief"

Massiv battlet typische Adventswerbung

In der Weihnachtszeit kommen sie so sicher, wie unbefriedigende Geschenke – sentimentale Weihnachtsspots. Conrad Electronic nahm dies zum Anlass, um das gefühlige Treiben auszukontern. Mit am Start war Massiv, der im "ehrlichsten Weihnachtswerbespot der Welt" in eine Mitarbeiter-Uniform schlüpfte.

EstA: Vom Battle-Fießling zum Saarland-Botschafter

EstA hat sich einst beim VBT vor allem dadurch einen Namen gemacht, weil er irgendwie gemeiner und durchtriebener agierte als seine Battle-Kontrahenten. Dann folgte ein Signing bei Baba Saads Label Halunkenbande und eine musikalische Entwicklung, die für Punchlines kaum noch Platz ließ. Nun scheint EstA mit Werbeaufträgen sein Geld zu machen. Sowohl das Saarland als auch die AOK ließen sich bereits mit einer Portion "EstAtainment" versorgen.

Dass die heilende Wirkung von Homöopathie höchst umstritten ist, hat EstA inzwischen auch geschnallt. Er war sich nicht zu Schade, bei Jan Böhmermanns Neo Magazin Royale einzuräumen, dass er sich von den Euros der Gesundheitskasse hat locken lassen.

"Alles nur Dreck, alles Placebo und heut' erfährt die Welt davon / Und nein, ich sag das nicht nur, weil ich dafür sehr viel Geld bekomm'"

Eko Fresh serviert den Tee – aber nicht in der Bahn

Das Image der Deutschen Bahn könnte besser sein. Das aufwendige Musikvideo zum Track "Rollin" war offenbar ein Versuch, möglichst lässig gegenzusteuern. Eko Fresh behält dabei lyrisch den Durchblick, wenn die Regionalbahn Bayern das Schienennetz unsicher macht:

"Wir entdecken Bayern und ich hab die beste Optik, wenn ich im Cockpit meiner Lock sitz"

Ein Videoauftritt war Eko scheinbar zu wild. Die Mischung aus bayrischem Brauchtum, Hiphop und formelhaft performendem Zugpersonal wirkt ziemlich überladen. Reuploads halten die Legende des Spots am Leben.

Einem Tee hat Eko sogar mehr als seine Stimme geliehen. Hier sieht man Freezy bei seinem bevorzugten Heißgetränk:

Disarstars paradoxer Auftritt

Mit Konsum- und Kapitalismuskritik geht Disarstar in seinen Songs nicht gerade sparsam um. Dass ausgerechnet er für einen Onlineversandhändler reimt, klingt wunderlich – ist aber exakt so passiert:

Majoe & Tatwaffe machen dich fit

Majoe passt zur Muckibude wie der Magerquark zur Defiphase. In einem Spot von McFit sah man den Duisburger schon 2017 Gewichte drücken. Darüber hinaus entstand auch ein Musikvideo zum Motivations-Song "Wenn die Sonne aufgeht".

Das Fitness Forum in Köln bekam 2012 Support von Lokalmatador Tatwaffe. Er liefert praktische Tipps, um der Traumfigur näher zu kommen:

"Fett abbauen und das Gewebe straffen mit 'nem guten Trainingspartner kann das jeder schaffen"

Jonesmann & Hassan Annouri preisen Donuts an

Das Gegenprogramm zu schweißtreibenden Sportsessions spulen Jonesmann und Hassan Annouri ab. Sie besingen und berappen die Vorzüge einer Donuts-Filiale in Frankfurt.

Summer Cems Glück im Spiel

Einem großen Sportwettenanbieter unterlegte seinen Spot mit der unverkennbaren Stimme von Summer Cem. Der Killa und Chief hält eine motivierende Ansprache auf dem Beat seiner Single "Erster Alles".

Manuellsen zieht "Vor-Bye"

Der Automobilverleih Sixt hat sich in seiner Werbehistorie auch schon bei Deutschrappern bedient und 2008 den jungen Manuellsen vor den (Leih)-Karren gespannt. Wer kein Loser sein will, ridet mit M. Bilal oder er zieht direkt "Vor-Bye".

T der Bär mag es unkompliziert

Zum Abschluss noch ein nicht ganz so naheliegendes Beispiel für einen Rapper, der sich in einem Werbespot verewigt hat. Für viele ist Tim Sander einfach nur der Kai aus GZSZ (Kenner erinnern sich). Er rappt aber auch als T der Bär. In dieser Rolle erklärt er, wie günstig man mit einem Smartphone eigentlich unterwegs-wegs-wegs sein kann.

Deutschrap & Werbung haben bisher ein schwieriges Verhältnis

Früher hätte man wohl sämtliche Werbeauftritte deutscher Rapper direkt als Sellout gebrandmarkt. Heute hat sich die Lage merklich entspannt. Kaum jemand startet eine Realness-Debatte, sobald ein Rapper Markenbotschaften verbreitet. Die Künstler und die Konsumenten sind parallel gealtert. Die spießbürgerlichen Vibes, die Werbung gerne transportiert, überschneiden sich nun häufiger mit der eigenen Lebensrealität.

Irgendwie beschleicht einem beim Schauen mancher Spots totzdem weiterhin das Gefühl, dass hier etwas zusammengewürfelt wurde, das sich auf natürlichem Wege kaum begegnet wäre. Das Cringe-Gefühl ist vorprogrammiert, insofern Produkt und Rapper nicht durch ein stimmiges Konzept verbunden werden. Ein gewisses Maß an (Selbst)-Ironie kann der Schlüssel sein. Diese Karte spielen die Beteiligten aber noch zu selten.

Kaum verwunderlich, dass viele junge Rapstars nicht in solchen Spots auftauchen, sondern sich selbst und eigene Produkte vermarkten. Modelinien, Tabaksorten oder Getränke können sie auch ohne gescriptete Abläufe an die Käuferschicht bringen. Allein dieser Umstand zeigt überdeutlich, wie sehr die Szene in den letzten Jahren gewachsen und den klassischen Werbeformaten auch entwachsen ist.

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16 "Fight Club"-Referenzen aus der Deutschrap-Welt

16 "Fight Club"-Referenzen aus der Deutschrap-Welt

Von Clark Senger am 15.10.2019 - 18:45

David Finchers "Fight Club" mit Brad Pitt und Edward Norton von 1999 ist einer dieser Filme, die nicht nach wenigen Tagen oder gar Stunden schon wieder aus dem Gedächtnis verschwinden. Der Thriller ist brutal, dreckig, roh, gesellschaftskritisch und philosophisch extrem vielschichtig. Heute wird er 20 Jahre alt und das feiern wir!

David Finchers "Fight Club" als Kultfilm

"Fight Club" ist ein Kultfilm und ein Klassiker. Einen ziemlich zuverlässigen Hinweis auf einen solchen Status liefern bei Filmen, Songs, Alben, Büchern und anderen popkulturellen Gütern stets die Referenzen auf das Original. Das gilt für Phrasen wie "Stress ohne Grund" ebenso wie für diesen Movie.

Legendär ist Tyler Durdens (Brad Pitt) Ansprache an den Fight Club, in der er die Regeln des Fight Clubs erläutert. Und jeder von uns hat schon mal selbst eine Anspielung darauf gebracht, sie von einem Freund gehört oder irgendwo anders mitbekommen. Die Welt der Popkultur ist voll von Clubs, über die man nicht sprechen sollte.

Edward Norton, Brad Pitt, illegale Kämpfe in einem Keller, Langeweile im Angesicht der konsumfixierten Gesellschaft, in der andere Werte verloren gehen, sowie die Kritik an ebendiesem Weltbild und jede Menge Kippen, die weggeschnipst werden – natürlich lieben auch Rapper diesen Film. Ihre Anspielungen kommen mal etwas smarter und mal deutlich simpler daher. Wir werfen einen Blick auf Hiphops Liebe für "Fight Club".

Die große Depression & Schlaflosigkeit: Direkte Zitate

Eindrucksvolle Filmzitate sind für viele Rapper ein beliebtes Werkzeug. Selbstverständlich wurden auch Tyler Durdens teils inspirierenden Ansagen in Werken deutscher Artists eingebaut. Ein prominentes Beispiel ist Mikis Fontagniers Musikvideo zum Manuellsen-Song "Der Löwe" (2017), das auch visuell mit Anspielungen auf die frühen Kampfszenen des Fight Clubs arbeitet.

"Wir sind die Zweitgeborenen der Geschichte, Leute. Männer ohne Zweck, ohne Ziel. Wir haben kein'n großen Krieg, keine große Depression. Unser große Krieg ist ein spiritueller. Unsere große Depression ist unser Leben. Und das wird uns langsam klar. Und wir sind kurz, ganz kurz, vorm Ausrasten!"

Mit noch etwas mehr Vorlauf hat Joey Bargeld das Zitat in seinem Track "Betrüger" als Intro genutzt. Bei PTK ändert sich der Spieß, denn der Berliner breitet in "Wut zur Veränderung" zuerst auf mehr als vier Minuten seinen eigenen Blickwinkel auf die moderne Gesellschaft aus und schiebt Tylers Zitat als pointierte Ergänzung hinten ins Outro des Tracks

Ebenfalls von Mikis Fontagnier stammt das Video zu Credibils "Molokopf"-Outro "Schlaflos", das 2015 erschienen ist. Wieder eröffnet der Videograf seinen Clip mit einem "Fight Club"-Zitat, das bei den Streaming-Portalen nicht zum Song gehört.

"Schlaflosigkeit vernebelt die Realität. Alles ist weit weg. Alles ist eine Kopie einer Kopie einer Kopie."

Ein Zitat, auf das auch Casper und Prinz Pi sich anscheinend in ihren Songs "Jambalaya" beziehungsweise "Bestandsaufnahme" beziehen. Bei von Kopien kopierten Kopien sind Doppelschöpfungen jedoch nicht auszuschließen.

Der erfolgreichste deutschsprachige Rapsong, der sich auf den Film bezieht, kommt definitiv von Capital Bra. Der Bratan veröffentlichte 2018 mit Samra und AK Ausserkontrolle einen Song namens "Fight Club". Dieser liefert zwar weder in der Hook noch in den Parts erkennbare Bezüge zum Film – doch ohne David Fincher, Brad Pitt und Edward Norton hätte es den Track in dieser Form sicher nicht gegeben.

Favorite hat sich 2011 für "Obama" – damals noch nahe am Höhepunkt seines Schaffens – eine etwas weniger poetische Stelle aus dem Film herausgepickt.

"Gegen wen würdest du am liebsten kämpfen? - Gegen meinen Boss vermutlich."

Außerdem darf Alpa Gun nicht fehlen. Er hatte auf "Geladen & entsichert" (2007) gleich einen kompletten Song namens "Fight Club", der mit den ersten beiden Regeln eröffnet wird:

Deutschrap-Lines mit "Fight Club"-Referenzen

Andere gehen etwas subtiler vor und droppen Lines, die man nur verstehen kann, wenn man den Film bis zum Ende gesehen hat. So etwa Young Kira, der im Song "Ready 2 Die" seiner (unterschätzten) EP "Six Feet Thunder" 2018 folgende Zeile droppt:

"Deutsche Rapper, alles leicht Gestörte / Alle so real, wie Tyler Durden"

Brad Pitts Charakter Tyler Durden, dem sogar im großartigen "Witcher 3" ein Easter Egg gewidmet wurde, wird von anderen Rappern aber eher als positive Identifikationsfigur herangezogen. Die mangelnde "Realness" ist wohl nur Kira aufgefallen. Face vergleicht auf Vegas Mixtape "Dreggisch & roh" im Song "Geh meinen Weg" seine zwei Gesichter mit denen der Hauptfigur aus dem Film, auch wenn seine Zeile einen inhaltlichen Fehler hat: Tyler ist nicht derjenige, der morgens im Büro ackert.

"Und während du diese Scheibe hörst in dei'm iPod / Sitz' ich morgens mit nem Feilchen im Büro so wie Tyler Durden in Fight Club"

Der Hamburger Jace kratzt mit seiner Line in "Zahnfleisch" zwar nur an der Oberfläche des Films, aber immerhin teilt er die revolutionäre Ambition:

"JarJar Durden schickt A&Rs in den Fight Club / Bin live stark, Flavour Gang in den Reichstag" 

Vor über einem Jahrzehnt brachte Prinz Pi in seinem Song "Monarchie" mit "25 Stunden" noch einen zweiten Film mit Edward Norton in diesen Zeilen unter:

"Dieser Song ist für die Fans, für jeden Einzelnen / Ich mach ein Club auf, ihr dürft mich Tyler Durden nennen / Ich bin nicht Edward Norton / Doch kann in 25 Stunden ein paar Texte horten / Und sie perfekt recorden"

Und wenn wir Fav schon erwähnen, dann darf sein alter Gefährte Hollywood Hank auch nicht fehlen, der "Fight Club" im Song "Toter Winkel" aufgegriffen hat:

"Ich sorg' für Gewalt wie Tyler Durden / Denn Rap hat leider keine Zeit für solche Weicheier wie Curse"

Für eine Punchline mit eine klassischen Doppeldeutigkeit sorgt Mess auf dem 2017er-Album von Witten Untouchable im Song "Handy hoch":

"Geh besser fort, wen willst du mit dein‘ Kleffer fronten / Ich geh mit Pit in den Fightclub, als wär ich Edward Norten"

RAF Camora, Testo & Goldroger mit spezielleren Anspielungen

Etwas mehr Spielraum zum Nachdenken und Analysieren lassen RAF Camora und Testo von Zugezogen Maskulin. RAF spricht auf dem Song "Strom" (2014) seines damaligen Signings Sierra Kidd von Playlists als Fight Clubs. Der Vergleich wäre zwar heute noch viel spannender, aber damals fügte er sich wunderbar in RAFs Part ein. Man bekommt das Gefühl, die Referenz ist nicht zufällig hier gelandet, denn seine Lyrics im Song behandeln ebenso wie David Finchers Film eine gewisse Entmenschlichung in der Postmoderne.

"Sie vergessen, dass du Mensch bist / Denn sie kenn' dich / Nur noch aus dem iPod, so wie Kendrick / Die Playlist, ein digitaler Fightclub — Brad Pitt"

Testo lässt in "Keine Ahnung wo" Fragezeichen über Köpfen aufploppen. Er lehnt sich gegen das System auf, indem er seine Verpflichtungen in den Wind schießt, aber trifft anschließend auf Tyler Durden, der offenbar nicht mehr kämpft, sondern seine Wampe in der Sonne braten lässt. Eure Erklärungen für diese Metapher dürft ihr gerne mit uns teilen!

"Sag' Arbeit, Auftritt ab, alle sind sauer, setz' das Haus in Brand / Treffe Tyler Durden fett und braun am Strand"

Eine besondere Rolle dürfte der Film zudem für Goldroger gespielt haben. Auf seinem Debütalbum "Avrakadavra" (2016) lässt sich fast der komplette erste Part von "Wir sind da" auf "Fight Club" beziehen. Er verknüpft grandios das mit "Where Is My Mind?" von den Pixies inszenierte Ende des Films mit anderen Szenen und seinen eigenen Gedanken, die er kaum geordnet bekommt. 

"Und wenn die Welt untergeht, geb ich kein F*ck / Hocke knutschend aufm Dach und hör die Pixies / Singe 'Where is my mind' - nein - 'Wer ist in my mind?' / Hör 'ne Stimme wär doch cool wenn es Brad Pitt ist / Hallo Tyler? Hallo Tyler? Sag mir was geschieht? Sag mir was geschieht? / Du meintest, alles wird ganz einfach / Komm schon ratter meine Alte, du sahst Hammer aus in Fightclub! / Wir wurden von der Glotze konditioniert - zu viel Songs konsumiert / Die sagten eines Tages wird etwas Besonderes passieren / Doch im Westen nix Neues, stehen restlos enttäuscht vor der Tür und sind gekommen um zu spielen"

Um den ganzen Part zu verstehen, muss man auch dieses Zitat aus "Fight Club" kennen:

"We've all been raised on television to believe that one day we'd all be millionaires, and movie gods, and rock stars, but we won't. We're slowly learning that fact. And we're very, very pissed off."

Das sind lange nicht alle Referenzen deutschsprachiger Rapper auf den Film und auch im Ausland haben etliche Künstler sich auf David Finchers Klassiker bezogen und somit dabei geholfen, seinen Kultstatus zu festigen. Die Beispiele aus diesem Artikel zeigen bereits, dass der Movie generationsübergreifend ganz unterschiedliche Menschen fesseln kann und es auch in Zukunft tun wird.

Weitere Filme, die sich unter Rappern größter Beliebtheit erfreuen, haben wir hier zusammengestellt:

7 Blockbuster: Woher die Filmzitate deiner Lieblingsrapper stammen

Rapper wie Gzuz, Veysel, Massiv und Eko Fresh erobern Kino und Fernsehen. Auch in Deutschland übernimmt Hiphop also langsam das Filmgeschäft.


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