Blackout Tuesday nach George Floyds Tod: Musikindustrie steht still

Die Musikindustrie steht heute ein gutes Stück weit still. Mit dem Blackout Tuesday will die Branche ein Zeichen gegen Rassismus und Polizeigewalt setzen. Seit dem Tod von George Floyd werden die USA von einer Protestlawine überrollt. Jeden Tag finden landesweite Kundgebungen statt, um den Kampf für eine gerechtere Gesellschaft auf den Straßen voranzutreiben.

2 Frauen sorgen dafür, dass die Show pausiert

Jamila Thomas und Brianna Agyemang haben für den Industrie-Lockdown die Initiative #TheShowMustBePaused ins Leben gerufen. Beide sind durch ihre Arbeit bei Atlantic Records selbst Teil der Entertainment-Branche. Sie machen deutlich, dass es bei ihrem Protestaufruf nicht darum geht, nur für 24 Stunden auf einen Missstand hinzuweisen. Vielmehr werde man noch einen weitreichenderen Plan veröffentlichen.

"#TheShowMustBePaused wurde ursprünglich von zwei schwarzen Frauen in der Musik-Industrie gestartet, um den langjährigen Rassismus und die Ungleichheit aufzuzeigen, die vom Sitzungssaal bis zum Boulevard existiert. Wir werden ohne Rücksicht auf das Leben der Schwarzen nicht wie gewohnt weiterarbeiten."

("#TheShowMustBePaused is in initiave created by two black woman in music in observance of the long-standing racism and in-equality exists from the boardroom to the boulevard. We will not continue to conduct business as usual without regard for Black lives.")

Den heutigen Tag solle man nutzen, um nicht nur George Floyd zu gedenken. Auf der Seite theshowmustbepaused.com werden namentlich noch Breonna Taylor und Ahmaud Arbery angeführt. Sie sind ebenfalls unter grausamen Umständen ums Leben gekommen. Breonna Taylor wurde von Polizeibeamten erschossen. Im Fall von Ahmaud Arberys wird inzwischen wohl wegen eines Hassverbrechens ermittelt. Er soll von mehreren Männern verfolgt und schließlich ebenfalls erschossen worden sein.

#TheShowMustBePaused ruft nicht ausschließlich zum Protest und zum Gedenken auf. Die Initiative stellt auch Spendenlinks und Informationsangebote über Rassismus zur Verfügung.

Eminem macht Shady Records dicht

Der Betrieb bei Eminems Shady Records pausiert heute. Marshall Mathers und sein Label bekennen sich zum Stillstand. Statt dem Tagesgeschäft nachzugehen, werde man sich dem Kampf für gesellschaftliche Veränderungen widmen.

"An diesem Tag werden wir unsere Zeit und Anstrengungen darauf verwenden, soziale Ungerechtigkeit zu verhindern und Wege zu erkunden, um im Kampf gegen Rassenungleichheit zu helfen."

("On this day we will dedicate our time and efforts to help prevent social injustice and explore ways to assist in the fight against racial inequality.")

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Labels unterstützen den Blackout Tuesday

Viele Big Player der Musikbranche haben sich der Aufforderung zum Innehalten angeschlossen oder sich zumindest solidarisch gezeigt. Unter anderem Interscope Records wird sogar in der gesamten Woche keine neue Musik releasen.

Universal hat laut Variety angekündigt, eine Arbeitsgruppe gründen zu wollen, die sich speziell um Inklusionsthemen kümmert. Columbia Records hat ebenfalls ein Statement veröffentlicht. Auch hier ist die Message klar: Rassismus – nicht mit uns!

Aus einer Nachricht, die dem Magazin Pitchfork vorliegt, geht hervor, wie Warner Music diesen Tag angeht. CEO Steve Cooper hat seinen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen mitgeteilt, dass sie einen Tag frei machen können, um "sich darauf zu konzentrieren, sich und anderen zu helfen."

Spotify & Apple Music setzen ebenfalls ein Zeichen

Streaming-Riese Spotify erklärt in einer Pressemitteilung, dass der heutige Tag im Zeichen des Kampfes "gegen Rassimus und Ungerechtigkeit" steht. Um diesen Standpunkt zu verdeutlichen, haben große Playlists wie RapCaviar oder Today's Top Hits ein schwarzes Cover verpasst bekommen.

Außerdem werden teilnehmende Podcasts und Playlists einen zusätzlichen Track mit einer Spielzeit von acht Minuten und 46 Sekunden erhalten. Zu hören ist dabei nichts. Die gewählte Trackdauer soll an die Festnahme erinnern, bei der George Floyds Leben durch einen rassistischen Cop ausgelöscht wurde.

Auch bei Apple tut sich was: Zane Lowe and Ebro Darden haben ihre Shows bei Apple Music für heute abgesagt. Das Unternehmen selbst will den Tag nutzen, um zu reflektieren und auszuarbeiten, wie man die schwarze Community, schwarze Künstler und Künstlerinnen unterstützen kann.

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MTV verlagert den Fokus

Bei MTV geht die Show ebenfalls nicht einfach weiter. In einer Mail, aus der CNN zitiert, verdeutlicht der President des Medienkonzerns Viacom, dem MTV angehört, dass dieser Dienstag ein besonderer Tag ist. Der Fokus solle sich von der Arbeit auf unsere Gemeinschaft richten. Zudem werde es auf allen Sendern, die zu Viacom gehören für 8 Minuten und 46 Sekunden eine schwarzen Screen zu sehen geben – auch hier möchte man so an den qualvollen Tod von George Floyd erinnern.

Deutschrap beteiligt sich am Blackout Tuesday

Wer heute auf den Instagram-Seiten seiner Lieblingsrapper unterwegs ist, wird sehr viele schwarze Flächen sehen. Kaum jemand, der sich dort nicht mit der Aktion solidarisch zeigt. Von Max Herre bis Shindy über die Azzlackz – Deutschrap steht im Kampf gegen Rassismus zusammen.



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#blackouttuesday #fckracism #fcknazis

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Lil Nas X & Justin Vernon äußern Zweifel

Nicht überall trifft das große Schweigen auf Zuspruch. Lil Nas X empfindet die verordnete Stille im Kampf gegen Rassismus als kontraproduktiv. Seiner Meinung nach sei jetzt die beste Gelegenheit, sich so laut wie möglich zu den rassistischen Strukturen in der Gesellschaft zu positionieren. Auf einmal das Posten in sozialen Netzwerken einzustellen, sei "die schlechteste Idee aller Zeiten."

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Ähnlich sieht es Justin Vernon von der Band Bon Iver. Der Musiker teilte in einem inzwischen gelöschten Tweet mit, dass sich das Herunterfahren der Musikindustrie für ihn "taub" anfühle. Vielmehr solle man jetzt die Chance ergreifen und an der echten Welt teilnehmen.

Viele prominente Figuren des US-Raps tun genau das und schließen sich den Protestmärschen an.

Nach George Floyds Tod: Rap-Stars engagieren sich in den Protesten

Videoaufnahmen von einem weißen Polizisten, der den später verstorbenen George Floyd mit roher Gewalt quälend lange auf den Asphalt presst, schockieren die ganze Welt. Seit seinem Tod sind Proteste in mehreren US-Städten entfacht und die Forderung ist eindeutig: Gerechtigkeit für George Floyd und die Opfer von Polizeigewalt.

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"So schnell wie möglich aufgelegt": Eminem & Pete Davidson haben nach Parodie telefoniert
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"So schnell wie möglich aufgelegt": Eminem & Pete Davidson haben nach Parodie telefoniert

Von Renée Diehl am 06.05.2021 - 13:40

US-Comedian Pete Davidson hat Eminem bereits mehrmals für die "Show Saturday Night Live" parodiert – darunter eine Weihnachtssatire von "Stan" sowie jüngst ein Sketch, in dem er aus Ems "Without Me" kurz die Kryptowährung "NFT" machte. Eminem hat die Parodien, wie man es von ihm gewohnt ist, mit Humor genommen und Pete Davidson dafür sogar Props gegeben. Für diese hat sich der Comedien jetzt telefonisch bei Em bedankt.

Warum der Call mit Eminem so kurz ausfällt

Man soll ja bekanntlich aufhören, wenn es am schönsten ist. In der US-Talkshow "Late Night with Seth Meyers" erzählt der Comedian nun, wie sich die anerkennenden Worte von Eminem (hier anhören auf Apple Music) für ihn angefühlt haben – und warum er sich unbedingt telefonisch dafür bedanken wollte:

"Eminem hatte ein paar nette Dinge über mich gesagt. Und ich hatte natürlich davon gehört, meldete mich deshalb telefonisch bei ihm und sagte: 'Ich möchte mich nur bedanken'. Ich habe also nur kurz durchgerufen, um danke zu sagen. Daraufhin sagte er 'Ja, Mann, das hast du wirklich gut gemacht. Als ich das Drehbuch von 'Stu' sah, wusste ich nicht, wie es laufen würde. Aber nachdem ich den Sketch gesehen hatte, dachte ich mir, 'Das war der Hammer'."

Danach habe Davidson mit den Worten "Danke, du bist der Coolste" so schnell wie möglich aufgelegt. Die Begründung dafür: "Das ist alles, was du brauchst. " Wie er das meinen könnte, klärt Moderator Seth Myers im Gespräch schnell auf. Er fasst Davidsons Reaktion so zusammen:

"Wenn man mit einem Helden spricht, dann will man es nicht ruinieren, indem man den Moment in die Länge zieht."

Pete Davidsons Eminem-Parodien

Natürlich würde man einen Rap-Gott wie Eminem niemals ohne dessen Zustimmung parodieren. Auch deshalb wurde das Skript des ersten Sketches wohl vorab zum Absegnen an Em geschickt – und weil er darin selbst einen kurzen Auftritt hat. Pete Davidson schreibt in dem kurzen Sketch, der passenderweise im Dezember ausgestrahlt wurde, eine Wunschliste an den Weihnachtsmann. 

In der zweiten Parodie erklärt Davidson spielerisch, was es denn mit NFTs auf sich hat – ein Business, in das Eminem selbst vor kurzem eingestiegen ist. Mehr zu Eminems NFT-Game lest ihr hier:

"Shady Con": Eminem steigt ins NFT-Game ein

Nun ist auch klar, in welcher Form Rapsuperstar Eminem das NFT-Geschäft entert. Slim Shady droppte bei seiner eigenen "Shady Con" auf der Plattform Nifty Gateway unter anderem ein paar Actionfiguren, Comics und Sammelkarten. Neben diesen digitalen Originalen gibt es dort weiterhin einen von Eminem produzierten Beat zu ersteigern.


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