Das bisher beste Jahr für Hiphop: Meine 10 Rap-Highlights 2016

2016 war das bisher beste Jahr für deutschsprachigen Rap. Alle sagen das!


RAF Camora & Bonez MC – Palmen aus Plastik

Damit wir es direkt hinter uns haben: An Palmen aus Plastik von RAF Camora und Bonez MC kommt 2016 keiner vorbei. Das Album strotzt vor Hits und auch die Neuauflage bietet mit den drei EPs tatsächlich nochmal einen echten Mehrwert. Wahrscheinlich DAS Album des vergangenen (Spät-)Sommers. 

Die Signalwirkung des Erfolgs von Palmen aus Plastik kann auch kaum unterschätzt werden: Was die 187ers und RAF Camora 2016 in den offiziellen deutschen Charts abgezogen haben, sucht seinesgleichen. Und man gönnt es ihnen.

Ist auch gut für dich, Bruder. Hiphop kann insgesamt ja nur gewinnen, wenn Gzuz, Bonez MC, Maxwell, Sa4, LX und RAF Camora mehr öffentliche Aufmerksamkeit genießen, im Club laufen, beim Echo sind und Goldplatten einheimsen. 

Ebenfalls ein Schatzi: Hanybal!


Kalim – Odyssee 579

Kalim "hinterlässt Pusher pleite mit Gesichtsfraktur". So mögen wir das: Odyssee 579 ist ein richtig hartes, düsteres Straßenalbum geworden.

Gefällt mir mindestens genau so gut wie Sechs Kronen, wenn nicht vielleicht sogar noch besser, weil es etwas abwechslungsreicher daherkommt.

Neben Nougapreise mit Xatar und SSIO (der mit 0,9 auch eines der besten Alben des Jahres abgeliefert hat) feiere ich vor allem Kalims Move, Trettmann und Chefket auf  Odyssee 579 zu holen. Trettmann ist eh so ein heimlicher Star des Jahres: er war 2016 auf unzähligen Top-Alben vertreten. 

An dieser Stelle auch einen Shoutout an Kalims Cousin Farhot aka Fuchy, der mit 420 auch eines meiner Lieblings-Releases des letzten Jahres rausgehauen hat.


Luciano & Nikky Santoro (Locosquad Gang)

Luciano und Nikky Santoro von der Locosquad Gang Jagen die Mios und geben Power. Man spürt richtig Druck dahinter, die Jungs haben Hunger und Bock.

Das gemeinsame Mixtape 12812 ballert genau wie die restlichen bisher veröffentlichten Musikvideos.

Meine persönlichen Newcomer des Jahres!


Olexesh – 64 Kammern & Makadam


 "Du hast Mundi, geh dein Maul waschen!"

Olexesh flext einfach komplett alles über den Haufen. Selten habe ich eine krassere Abfahrt als Intro gehört. Und kann man cooler reinkommen als Olexesh es hier macht?

Obendrauf: Gruselgeschichten über das Feiern in Tschechien und darüber, was manche Mütter so bei Amazon verchecken.

OL droppt mit Makadam 2016 einfach das nächste stabile Album und mausert sich damit zum Lieblingsrapper deines Lieblingsrappers: Für die unglaublichen 64 Kammern gab es Props vom King of Rap höchstpersönlich. Olexesh weiß eben einfach, was gut ist.

Ebenfalls nicht zu verachten, wenn es um Rap-Technik 2016 geht: Ali As' Album Euphoria, insbesondere zum Beispiel der Song mit MoTrip: Stempel im Pass.


Lakmann/Witten Untouchable

Lakmann One kommt rein wie Pillath und liefert im oben eingebundenen Besieg den Beat einen der für mich krassesten Hiphop-Momente des Jahres. Gemeinsam mit dem Live-Auftritt von Lakmann, MistahNice und Witten Untouchable (in diesem Zusammenhang: Sezession! von Retrogott & Hulk Hodn = ebenfalls eines der Top-Alben des Jahres!)

Außerdem hat Lakmann ja auch noch Aus dem Schoß der Psychose veröffentlicht, das auch zu meinen persönlichen Highlights 2016 zählt.

Das Witten Untouchable-Album Nr. 2 kommt zwar erst in diesem Jahr, aber egal: Propaganda war noch 2016. Deshalb kann ich es dir hier glücklicherweise auch noch unterjubeln:


Haftbefehl & Xatar aka Coup – Der Holland Job 

Im Zusammenhang mit Coup und dem Album Der Holland Job musste ich immer wieder von einer angeblich verkackten Promophase lesen.

Ich fand das aber eigentlich alles ziemlich cool und schwer unterhaltsam, auch wenn ich im Voraus des Albums einen insgesamt ernsteren Ton erwartet hätte.

Der Holland Job ist vielleicht nicht ganz so gut wie die beiden Soloalben Russisch Roulette und Baba aller Babas geworden (zwei absolute Meisterwerke) – es ist aber immer noch das beste deutsche Gangstarap-Album 2016.

"N*ttensöhne, geht zur Seite, ihr habt gar keine Ahnung/geht's um Drogendealer-Rap, dann bleibt Aykut der Babo!

Isso. Die Beats ballern Amok und auch das Statement, Haiyti auf dieses Album zu holen, habe ich sehr gefeiert.


Ufo361

Neben Capital Bra hat dieses Jahr für mich vor allem Ufo361 den trappigeren Sound definiert. Die schlimmsten Ohrwürmer seit Kokaina!

Die gepickten Beats von Jimmy Torrio, den Broke Boys oder AT Beatz sind einfach über jeden Zweifel erhaben und Ufo361 mochte ich sowieso schon immer gern.

Dass er mit Ich bin ein Berliner und Ich bin 2 Berliner 2016 gleich zwei Bomben-Mixtapes rausballert, als wäre es nuffin, erfreut mein Herz natürlich gleich dopppelt – insbesondere, wenn die so gut sind.

Kool Savas

Kool Savas lässt seinen inneren Bello raus und droppt mit Essahdamus wieder ein wunderbar unverkrampftes und freies Mixtape.

Es bietet alles, was der King of Rap so drauf hat und obendrein eine unglaubliche Versammlung an Feature-Gästen: R. A. the Rugged Man, Azad, da ist wirklich für jeden was dabei!

Ein ganz besonderes Schmankerl für mich persönlich: Der Posse-Track mit M.O.R. samt Taktloss: Rapper wie Du.

Ich will, dass Fumanschu ein neues Album veröffentlicht!


Megaloh – Auf Ewig 3 & Regenmacher


"Wer hat solche Kombos? Ich kenn niemanden. Also zur Zeit leider nicht. Es gibt vielleicht drei, vier Leute, denen ich das zutraue. [...] Aber wer von den anderen Rappern kann sowas?"

Megaloh hat mit Auf Ewig 3 einen verf*ckten Meilenstein gedroppt. Genau wie die bisherigen beiden Teile spittet er auch hier wieder dermaßen über altehrwürdige Oldschool-Beats, dass es eine wahre Freude ist.

Das Regenmacher-Album bietet einen nicht weniger guten, aber deutlich anders ausgerichteten Sound: Auch eines meiner Highlights des letzten Jahres.

Insbesondere die Wer hat die Hitze?-Single mit Trettmann habe ich ewig nicht aus dem Kopf gekriegt – die beiden haben wieder mal einen Mörder-Ohrwurm fabriziert. Ansonsten hat sich auch Oyoyo als waschechter Sommerhit entpuppt:


Azad

"Kuck, dieses Album ist das Größte, was ich je gemacht hab' – nach meinem Kind. Muss ich noch mehr sagen?"

Azad feiert sein Comeback. Alein das reicht mir eigentlich schon, um abzudrehen. Dann haut er aber auch noch Leben II raus und da sind Tracks wie Kaiserrap, T-Rex oder RAP (mit MoTrip) drauf.

"Flächendeckendes Zerf*ckungsprogramm!"

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Kommentare

wann besorgt ihr euch endlich einen richtigen  webdesigner und nicht nur einen kumpel von einem kumpel der sich damit "auskennt". seit jahren ist es immer wieder derselbe fehler. man kann die seiten nicht switchen und landet fast immer auf seite 1 oder nirgends. gibt mal geld aus

David molke, was du schon wieder für müll schreibst. Es ist nicht hiphop, was davon gewinnt, bruder. Es gewinnt alles, was die idee von hiphop ausverkauft, bruder. Hiphop ist das schon lange nicht mehr.. Wenn du zu jung bist, belies dich, aber richtig - hauptsache nicht bei euch.

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Juju, Kontra K, Capital Bra & mehr für 1LIVE Krone nominert

Juju, Kontra K, Capital Bra & mehr für 1LIVE Krone nominert

Von Clark Senger am 14.11.2020 - 16:41

Es geht mit großen Schritten auf das Jahresende zu und das bedeutet nicht nur, dass die Hiphop.de Awards 2020 vor der Tür stehen. Die Kollegen von 1LIVE verleihen wie jedes Jahr die 1LIVE Krone, um Künstler*innen zu ehren, die dieses Jahr eine wichtige Rolle gespielt haben. Längst ist Rap ein fester Bestandteil der Preisverleihung geworden und auch dieses Jahr könnten Rapper*innen wieder Preise mit nach Hause nehmen.

Apache 207, Capital Bra & Juju nominiert für 1LIVE Krone

In insgesamt neun Kategorien werden Preise vergeben, über zwei davon trifft die 1LIVE-Redaktion die Entscheidung. Für die übrigen sieben kann auf der Website der Krone abgestimmt werden. In der Hiphop-Kategorie stehen die folgenden Acts zur Auswahl.

  • Apache 207
  • Capital Bra
  • Juju
  • Kitschkrieg
  • Kontra K
  • Ufo361

Außerdem haben Juju sowie Loredana die Chance, als "Beste Künstlerin" zu gewinnen. Für Juju reichten drei Neuerscheinungen 2020 für die Nominierung, darunter die Solo-Single "Vertrau mir", "Kein Wort" mit Loredana sowie "2012" mit Bausa. In der Kategorie stehen die beiden neben Lea zur Wahl, die Capi- und Samra-Fans von den Songs "110" oder "7 Stunden" kennen könnten. Drei Acts aus dem Rapkosmos finden sich auch in der Newcomer-Kategorie: Kynda Gray, Céline sowie Majan könnten hier einen Preis bekommen, wenn sie sich im Publikumsvoting gegen Zoe Wees und die Band Provinz durchsetzen. Gevotet wird bis zum 18. November um 12 Uhr.

1LIVE

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