Arafat vermittelt (erfolgreich!) zwischen Manuellsen, A.B.K & Haikel

Wenn Arafat mit am Tisch sitzt, dann werden Konflikte wohl diplomatisch gelöst. In einem Livestream am Freitagabend brachte er Manuellsen mit A.B.K und Haikel zusammen. Mit den beiden Internetpersönlichkeiten führt der Rapper langanhaltende Streitigkeiten. Das gut anderthalbstündige Gespräch eskalierte zwar mehrfach, fand jedoch einen versöhnlichen Abschluss.

Manuellsen vs. A.B.K: Ein langjähriger Streit endet

Zu Beginn möchte Arafat verstehen, wie es überhaupt zum Streit zwischen Manuellsen und dem YouTuber A.B.K gekommen ist. Die beiden liegen bereits seit 2023 im Clinch. Auslöser des Ganzen war ein rassistisch auslegbarer Witz auf Kosten von Manuellsens Freund Telson. Es folgten Reactions, Sticheleien und Ansagen von beiden Seiten. A.B.K stellte noch kürzlich in Aussicht, juristische Schritte gegen Manuellsen einzuleiten – mit dem Ziel, ihn in den Knast zu bringen.

So in etwa wird der Verlauf des Streits auch in dem Livestream wiedergegeben. In den Augen von A.B.K war Manuellsen jedoch die eskalierende Partei. Zwar habe er mit seinem Witz den Stein ins Rollen gebracht, dabei aber niemals böswillige Absichten verfolgt. Manu dagegen soll mehrfach auf ihn geplatzt sein und Aussagen gemacht haben, die er als ähnlich unkorrekt empfand. Beispielsweise machte der 46-jährige Rapper mit Sprüchen wie "Ich f*ck den Sand in eurem Dorf" auf sich aufmerksam.

Manuellsen tut die Argumentation von A.B.K zunächst als "haltlos" ab. Schließlich habe der YouTuber unter anderem Bilder von seinem Vater in seinen Videos eingeblendet, was die Situation bewusst aufladen würde. Im späteren Verlauf des Gesprächs entschuldigt A.B.K sich dafür. Mittelsmann Arafat gibt währenddessen zu verstehen, beide Seiten nachvollziehen zu können und formuliert den Appell, sich in seinen Gegenüber hineinzuversetzen.

Wenig später kommt Manuellsen auf seinen zweiten Streitpartner Haikel zu sprechen. Er sagt, der Content Creator habe ihn über Jahre hinweg rassistisch beleidigt. Der erwidert schlicht: "Du lügst." Daraufhin eskaliert die Lage. Hinter der Kamera - Manuellsen erwähnte zuvor schon, dass insgesamt gut 50 Leute im Raum seien - geht ein Raunen durch die Menge. Es wird wild durcheinander geschrien; Arafat und Manuellsen sind für mehrere Minuten nicht mehr vor der Kamera, um zu schlichten. A.B.K und Haikel sitzen die Situation aus.

Die Lage beruhigt sich, doch A.B.K gibt zu verstehen, dass er das Gespräch abbrechen möchte. In einem Raum voller Menschen, die er nicht kenne, fühle er sich "total unwohl". Der YouTuber könne nicht abschätzen, was ihm nach dem Stream erwarten würde. Und auch, wenn Manuellsen ihm versichert, dass nichts passieren werde, wiederholt er mehrfach: "Ich habe gerade Angst." Arafat schickt einen Großteil der im Raum anwesenden Leute raus und das Gespräch geht weiter.

Wie aus dem Nichts entschuldigt sich Manuellsen einige Minuten später für alles, was er in der Vergangenheit gesagt hätte. "Verzeiht ihr mir?", fragt er die beiden. Es wirkt ein wenig wie der Versuch, das Gespräch vorzeitig zu beenden – aber es funktioniert. A.B.K bejaht seine Frage und die beiden geben sich die Hand. Anscheinend ist damit von jetzt auf gleich ein etwa zweieinhalb Jahre andauernder Beef besiegelt.

Haikel, mit dem Manuellsen laut eigener Aussage ohnehin das größere Problem habe, geht darauf jedoch nicht ein. Ihm zufolge gebe es dafür noch zu viele ungeklärte Sachen. Sowohl Manuellsen als auch Haikel hängen sich dabei an einer bestimmten Aktion ihres Gegenübers auf.

Manuellsen vs. Haikel: Ein zähes Schlichtungsgespräch

Manuellsens Problem mit Haikel: Der Content Creator habe, wie zuvor schon erwähnt, rassistische Witze auf seine Kosten gemacht. Das führte laut dem Rapper sogar dazu, dass Leute zu ihm vor die Haustür gekommen seien und dort mit Bezug auf Haikels Sprüche allerlei Gegenstände abgelegt hätten. Es sollen sogar Einsatzkräfte zu seiner Adresse gerufen worden seien. Seine Mutter habe einen Monat lang nicht schlafen können, erklärt Manuellsen, der aus diesem Grund wutenbrannt auf Haikel platzt.

Der ist sich zunächst aber keiner Schuld bewusst. Er sei überhaupt nicht in Deutschland gewesen und könne nichts dafür, wenn seine Sprüche zu TikTok-Memes werden und Leute sich dazu berufen fühlen, bei Manuellsens Adresse vorbeizuschauen. Auch A.B.K wirft in den Raum, dass man das Publikum nicht lenken könne. Arafat sieht zwar ein, dass Haikel niemanden direkt zu Manuellsen geschickt hat, sagt aber trotzdem, dass mit einer großen Plattform eine gewisse Verantwortung einhergehen würde. Im späteren Verlauf des Gesprächs springt Haikel über seinen Schatten und entschuldigt sich bei Manuellsen. 

Das geschieht allerdings erst, nachdem er sein eigenes Problem mit dem 46-Jährigen aus dem Weg geräumt hat. Haikel berichtet zum einen von Drohungen, die er aus dem Umfeld des Rappers erhalten habe. Zum anderen, und das sei der viel größere Punkt, habe ihn eine Behauptung von Manuellsen verletzt, laut der sein Bruder der Terrororganisation IS angehören soll. Haikel sagt, dass diese Falschaussage seine ganze Familie gefährdet hätte. Arafat versteht das, merkt aber auch an, dass er all das selbst zu einem großen Thema in den sozialen Medien gemacht und dem dadurch einen "zu großen Nährboden" gegeben hätte.

Manuellsen, der diese Aussage auch vor dem aktuellen Gespräch schon revidierte, betont mehrfach, dass er Haikel nicht respektiere, lässt sich später aber doch nochmal zu einer weiteren Entschuldigung bewegen. Außerdem muss er seinem Gegenüber versprechen, dass weder er selbst noch Leute aus seinem Umfeld ihm auflauern würden. Nachdem Content Creator Hicham Lahsoussi das Bild betritt und weiter schlichtet, kommt Manu schließlich zum Fazit: "Er soll mir fernbleiben und nah bei Allah sein."

Zum Abschluss kommt es zwischen Manuellsen und Haikel tatsächlich noch zu einem Händeschütteln sowie Küsschen links und rechts. Arafat bedankt sich bei den anwesenden Personen und rät all seinen Gästen, künftig keine Videos mehr gegeneinander zu machen. Mit großem Applaus vor und hinter der Kamera endet das Gespräch.

In voller Länge kannst du es dir hier anschauen:

Für Arafat ist das im Übrigen nicht das erste Schlichtungsgespräch gewesen. Vor gut einem Monat hat er im selben Format Sinan-G und Carsten Stahl zueinandergeführt. 

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