Die 20 besten Deutschrap-Newcomer*innen 2022
Flavio, Nina Chuba, Apsilon, Wa22ermann und mehr in einer Collage

 

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2022 haben sich etliche Newcomer*innen aus ihren Nestern getraut und die Musiklandschaft auf Links gedreht. Unzählige neue Künstler*innen konnten es dieses Jahr schaffen, die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, den großen Durchbruch zu erzielen oder stehen unmittelbar davor. Bei den Hiphop.de-Awards 2022 könnt ihr mitentscheiden, wer von den Newcomer*innen euch dieses Jahr am meisten überzeugt hat und den Beste*r Newcomer*in Built Different Award by G-Shock verdient. Insgesamt 20 Nominierte stehen zur Auswahl, welche wir euch hier vorstellen wollen. (Das Voting findet ihr hier!)

Hiphop.de-Awards 2022: Für diese Newcomer*innen könnt ihr abstimmen

Ähnlich wie im letzten Jahr wollen wir euch auch dieses Jahr die nationalen Newcomer*innen näher vorstellen. Die Reihenfolge hat dabei keine Aussagekraft und ist völlig zufällig.

1. Nina Chuba

Sie will Immos, sie will Dollars, sie will fliegen wie bei Marvel. Zum Frühstück Canapés und ein Wildberry-Lillet. Wenn Nina Chuba will, liegt ihr die Welt zu Füßen. 2022 legte die Newcomerin einen Karriere-Boost par excellence hin. Bereits seit 2018 veröffentlicht die gebürtige Hamburgerin Musik – allerdings auf Englisch. Erst im Oktober 2021 erschien ihre erste deutschsprachige Single „Neben mir“. Im August 2022 veröffentlichte Nina Chuba dann ihre Single „Wildberry Lillet“ und ging damit nicht nur schnurstracks auf Platz 1 der deutschen Single Charts, sondern erlangte mit dem Track auch Platin Status. Damit setzt Nina Chuba die Messlatte hoch für das kommende Jahr.

2. Apsilon

Ein Jahr im Business und schon große Tendenz zum Lieblingsrapper deiner Lieblingsrapper. Der Moabiter Apsilon kam aus dem Nichts und baute sich 2022 nicht nur eine starke Fanbase auf, sondern auch ein Standing. Besonders seine antikapitalistisch-analytisch geprägten Texte inklusive Gesellschaftskritik ohne Kompromisse lassen deutschen Concious-Rap auf ein neues Level aufsteigen. Hinzukommt Apsilons wutentbrannte Delivery, die einen in den Bann zieht und das trappig, moderne Soundbild, das zum Tanzen oder mindestens Kopfnicken animiert. Innerhalb eines Jahres hat der Newcomer bereits zwei EPs „Gast“ und „32 Zähne“ veröffentlicht – inhaltlicher Fokus liegt stark auf den Erfahrungen von Gastarbeitenden in Deutschland und ihren Kindern.

3. Paula Hartmann

Die Wahl-Hamburgerin hat sich innerhalb eines Jahres in den Fokus sämtlicher Musik-Talks katapultiert. Ihr zierliches Äußeres darf man keineswegs mit Schwäche oder Zerbrechlichkeit gleichsetzen, denn Paula Hartmanns Stimme hat es faustdick hinter den Ohren. 2021 veröffentlicht sie ihren ersten Song „Nie verliebt“ – gleichnamig erschien im April 2022 auch ihr Debütalbum. Optisch aufgebaut wie ein Kinder-Hörspiel im EUROPA-Stil ist das Album verträumt, melancholisch, bildgewaltig und zieht einen förmlich in den Bann. Eins ist klar: Für viele spricht Paula Hartmann das aus, was sie selbst nicht in Worte fassen können.

4. Ski Aggu

Berlin-Wilmersdorf hat den Party-Rapper auf Deutschland losgelassen. Getarnt in überdimensionierter Skimaske, liefert Ski Aggu die Blaupause für den in diesem Jahr immer größer werdenden Rave-Rap. Songs, wie „Acid am Kotti“ sind laid back und vielleicht noch einer Symba Additude zuzuschreiben, aber Songs wie „Hubba Bubba“ oder „Tour de Berlin“ gemeinsam mit Domiziana bringen den momentan so beliebten elektronischen Sound auch in den Rap-Kosmos.

5. Flavio

2022 kommt Gelsenkirchen auf die Karte – und ausnahmsweise mal nicht im Zusammenhang mit Fußball, sondern mit 808-lastigen, mit Piano untermalten und Trap angelehnten Rap-Sound. Gelsenkirchen gehört zu den ärmsten Städten Deutschlands, und das bringt Flavio auf zwei Arten in seine Musk ein. Zum einen kennt er die Straßen der Stadt, die kalt und hart sein können, aber auch der Zusammenhalt, der durch prekäre Situationen entstehen kann und all das findet Platz in Flavios Texten. Der gebürtige Italiener hat schon jetzt einen großen Output. Innerhalb von 3 Jahren hat er 3 Alben veröffentlicht und Ende November noch die Single „Christiano“ mit Baile-Funk Elementen rausgehauen. 

6. HoodBlaq

Somalia, Jamaika, Marokko, Kamerun und Togo verbunden in einer Crew. HoodBlaq repräsentieren Ludwigshafen-Hemshof, einem Stadtteil, der gerne als sozialer Brennpunkt abgetan wird und migrantisch geprägt ist. Ausschließlich maskiert haben es die 6 Männer binnen eines Jahres zum Sony Music-Label Columbia Deutschland geschafft und traten nicht nur als Raf Camoras Vorgruppe auf, sondern machten mit ihm auch die gemeinsame Single „Casablanca“. Musikalisch kann man von Hoodblaq eine Mischung aus UK-Drill, Trap und melodischen Hooks erwarten.

7. 1986zig

Coversongs auf Instagram und TikTok posten. Klingt ganz nach dem Anfang der Erfolgsgeschichte von Badmómzjay – gehört aber zu 1986zig, der es ebenfalls genauso zu einem Major-Deal geschafft hat. So wie andere scheint für 1986zig Privatsphäre ein großes Thema zu sein, denn über die Person hinter der Sturmmaske ist so gut wie nichts bekannt. Er lässt lieber Musik für sich sprechen und die scheint anzukommen. Seit 2021 ist 1986zig in aller Munde und konnte sich mit „Kopf Aus“ dieses Jahr seine erste Goldene Platte sichern.

8. Kid Kapri

Über 24 Millionen Streams auf einen einzigen Song. Von jetzt auf gleich hat Kid Kapri mit „Mosaik“ einen viralen Hit gelandet – und das direkt mit seinem zweiten Release. Kid Kapris melodischen Songs bestehen ganz klar jeglichen Vibe-Check und sind irgendwo zwischen Herzschmerz und Hood-Talk.

9. Makko

Christoph Makowski aka Makko schafft gerade ein Phänomen: Sein Cloud-Rap basierter Sound versucht sich eigentlich vom kommerziellen Rap zu distanzieren und trotzdem gehört Makko dieses Jahr zu den Erfolgsgeschichten im deutschen Hiphop. Die Single „Nachts Wach“ gemeinsam dem Produzenten-Duo Miksu/Macloud war dieses Jahr nicht aus den Radiostationen wegzudenken. Das nachgelegte „Lila Wolken Bootleg“ des Songs, hat das Ganze noch mal in ganz andere Dimensionen geschoben. Darüber hinaus ist Makko eigentlich bekannt für seine Lässigkeit und diese „ich geb mir nicht mal Mühe“-Attitüde verbunden mit Texten, die aufs Skaten verweisen. Auch mit den Boloboys wird genau dieses Konzept durchgezogen.

10. Wa22ermann

Erst 2021 veröffentlicht Wa22ermann ihre erste Single „Salsa“ und stellt sich und ihre Skills damit direkt unter Beweis. Viel weiß man über die Kreuzbergerin nicht, außer dass man noch ziemlich viel von der Rapperin erwarten kann. Ihre Sound-Ästhetik geht stark Richtung Trap oder Straßen-Trap. Besonders ihre Texte stechen hervor. Wa22ermann schafft es mit einer desinteressierten Art eine Schwerelosigkeit in die doch tieferen Themen zu bringen – irgendwo zwischen Aufwachsen in der Hood und Diskriminierungserfahrungen. Über das Jahr verteilt hat die Rapperin vier weitere Singles veröffentlicht, darunter auch „BLBH“ gemeinsam mit Apsilon.

11. Hassuntu

Ein Jahr auf der Flucht zu sein ist nicht unbedingt so wie in den Kinofilmen, aber vor allem eins: traumatisierend. Rapper Hasssuntu hat mit seiner Musik ein Ventil gefunden, Erlebtes anzusprechen und zu Verarbeiten. Vermischt man diese Storys mit Hassuntus einzigartigem Flow, ergibt sich daraus ein Künstler mit großem Wiedererkennungswert und großem Potenzial.

12. CIVO

2018 kam Civo das erste Mal auf die Karte, damals aber noch im Battle Rap. Damals nahm er an PA Sports Battle-Rap-Turnier „Life is Battle (LIBA)“ teil, flog aber in der dritten Runde raus. In dieser Zeit machte Civo Abitur und sparte sich das nötige Geld an, um sich ein eigenes Studio aufzubauen. 2021 kam dann seine Debüt-EP „Trips“ und erste Single-Veröffentlichungen. Der große Durchbruch kam für den Rapper aus NRW dieses Jahr mit „Weg von dir“ und bescherte ihm seine erste goldene Schallplatte. In dem Song greift Civo auf ein Sample von Bruno Mars „Talking to the Moon“ zurück.

13. Rosc

Harte Beats, arrogante Attitüde und lässiger Flow. Rosc brilliert auf seinen Tracks, als wäre er ein Hybrid aus Monk und Pashanim. Der Berliner Rapper fing zunächst an, englische Texte zu schreiben, aber 2020 wechselte er zu seiner Muttersprache. Wie viele Gen-Z Rapper*innen hat auch Rosc verstanden, welches Potenzial Plattformen wie TikTok haben und nutzte es zu seinem Vorteil. Mittlerweile hat Rosc eine große TikTok-Community.

14. Isaiah

Wenn deine Eltern Joy Denalane und Max Herre sind, dann ist es kaum verwunderlich, dass man selbst Musik atmet und musikalisches Talent in sich trägt. Das soll aber nicht heißen, dass Isaiah jetzt versucht, die Fußstapfen zu füllen, indem er denselben musikalischen Output liefert wie seine Eltern. Isaiah macht sein eigenes Ding und das extrem gut. Besonders mit Trap-Sound fühlt sich der Rapper wohl und manchmal finden auch Afrobeats den Weg in seine Tracks.

15. Gola Gianni

Gola Gianni bringt Michigan Rap und seine US-amerikanischen Wurzeln nach Österreich und jetzt auch nach Deutschland. Angefangen hat er zunächst auf Englisch, aber mittlerweile hat er zur deutschen Sprache gewechselt. Für diese Entscheidung war unter anderem auch sein Vorbild Yung Hurn verantwortlich, der ein riesengroßer Fan des Newcomers ist. Obwohl Gola Gianni mittlerweile auf Deutsch rappt, sind seine amerikanischen Einflüsse weiterhin stark zu hören. Besonders beeinflusst wurde seine Musik von Three 6 Mafia, Lil Wayne und Babyface. 

16. Jazeek

Aachen hat einiges zu bieten, vor allem einen der Newcomer des Jahres: Jazeek. Mit seiner Neuinterpretation des Klassikers „Stadt“ von Cassandra Steen & Adel Tawil, die er liebevoll „Blunt für dich“ genannt, hat der Rapper Social Media Deutschland komplett auf den Kopf gestellt. Damit trifft er den Nerv der jüngeren Generation.

17. Souly

Wenn man drei Einflüsse nennen müsste, die die Musik von Souly beschreiben, wären es Gospel, Trap und The Weeknd. Trap/Pop ist dieses Jahr wieder präsent in der Sound-Landschaft der Deutschrapper und Souly schafft es, dem einen eigenen Twist zu geben und sich dadurch abzuheben. Aufgewachsen ist der Rapper in Osnabrück, hat sich aber aufgrund seiner Karriere dafür entschieden, nach Berlin zu ziehen. Seit 2019 veröffentlicht Souly Track um Track und mittlerweile auch zwei Alben.
 

18. Eddin

Eddin wächst in Berlin Charlottenburg in bescheidenen Verhältnissen auf. Sein älterer Bruder und er teilen sich daher einen MP3-Player. Dadurch kommt Eddin schon recht früh in Berührung mit Deutschrap und ist besonders angetan von Olexesh, Haftbefehl und verfolgt fleißig Aggro.TV. Die Freizeit verbringt der Bosnier im Jugendclub und mietet sich für kleines Geld mit seinen Kumpels ins dazugehörige Studio. Aus Freestyle-Sessions zum Zeitvertreib werden erste Texte – stark inspiriert von Azzlackz. Alles läuft so vor sich hin, bis Eddin 2019 eigentlich an dem Punkt ist, das Mic an den Nagel zu hängen. Mit „Da für Dich“ versucht der Rapper einen letzten Versuch und der Song wird quasi über Nacht zum Hit. 2021 wird Eddin unter die Fittiche von Sony genommen und releast Single nach Single mit großer Sound-Vielfalt irgendwo zwischen melancholischen Beats und Drill-Einflüssen, ohne dabei den Straßensound zu verlieren.

19. Eli Preiss

Eli Preiss sang als Kind sehr gerne und nahm da schon Songs für sich auf. Als sie nach Wien zog, veröffentlichte sie ihre erste Single noch auf Englisch. Mittlerweile ist Eli Preiss zu deutschen Texten gewechselt, um ihrer Musik mehr Authentizität und Emotionalität zu verleihen. Gepaart mit dem österreichischen Dialekt ergibt sich dadurch ein sehr eigenes Klangbild inklusive R&B-Vibes, als wären sie aus der Jahrtausendwende entsprungen. 90er- und 2000er-R&B spielt eine große Rolle für die Künstlerin, nicht nur für ihre eigene Musik, sondern eben auch auf Vorbilds Ebene. Zu ihren Vorbildern gehören unter anderem Christina Aguilera und Destiny’s Child.

20. Kitana

Kitana kam, sah und siegte. Ende 2021 war sie plötzlich da und rappte einfach jeden an die Wand. Kitanas Delivery ist ihr großes Steckenpferd. Besonders beeinflusst wurde die Wienerin von Aggro Berlin. Gerade die Scheißdrauf-Attitüde von Sido, Bushido, Fler und Co. hat es der Rapperin angetan. Ihr Talent bewies sie anfangs mit kurzen Freestyles auf Beats von New Yorker Legenden wie D.I.T.C. oder Mobb Deep und ging in diesem Jahr weitere Schritte in Richtung eigene Tracks. Binnen eines Jahres veröffentlichte die Rapperin zehn Singles und erst kürzlich ihr Debüt-Album „Lorbeeren“.

Die Nominierten für Beste*r Newcomer*in International

Fresh
Pa Salieu
BIA
Destroy Lonely
Karlae
GloRilla
BabyTron
Ice Spice
Ken Carson
Nardo Wick
Favé
Yeat
Jnr Choi
Cochise
Aitch
Trillary Banks
Flo Milli
Doechii
Latto
Luclover

Kategorie
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