2 Monate, 87 Millionen Klicks: Niska überrollt grade Frankreichs Rapszene

Ein Blick auf Frankreichs Rap-Superstars bei YouTube: Das erfolgreichste Video von Kaaris ist mit rund 83 Millionen Views Tchoin (Video) aus diesem Januar, Booba kommt mit dem Audio-Upload seines Hits DKR (Video) nach etwa einem Jahr auf 68 Millionen, MHD schafft mit Afro Trap-Hype im Rücken und dem siebten Teil seiner Reihe (hier ansehen) aus dem Dezember 2016 mittlerweile 137 Millionen Klicks. Der absolute König ist Maître Gims, dessen Sapés comme jamais nach 23 Monaten stolze 303 Millionen Aufrufe zählt. Damals mit an Bord: Ein Newcomer namens Niska, der erst zwei Wochen zuvor sein allererstes Mixtape veröffentlicht hatte.

Maître Gims - Sapés comme jamais (Clip Officiel) ft. Niska

Fais ton duo vidéo avec Maître Gims sur " Est-ce que tu m'aimes ? " !

Die unverwechselbare Delivery des damals 21-Jährigen aus Evry, einem Vorort im Süden von Paris, fand schon nach dem Release des Songs im August 2015 großen Anklang. Der Grundstein für eine erfolgreiche Karriere war gelegt – auch dank Meister Gims. Nur zwei Jahre später gehört er zu den ganz Großen der französischen Szene. Das Debütalbum Zifukoro (2016) steht bereits bei Platin mit mehr als 100.000 verkauften Einheiten.

Ok, der Maître bleibt bei YouTube und generell eine Hausnummer für sich, aber selbst an seinem erfolgreichsten Clip hatte Niska großen Anteil – das war, ist und bleibt eine Ansage für die Zukunft. Und seine eigenen Klickzahlen lassen mittlerweile einige der Alten tatsächlich alt aussehen. Kaum ein Video, das unter der 10-Millionen-Marke bleibt.

Endgültig den Vogel abgeschossen hat er heute vor exakt zwei Monaten. Réseaux ist seit Juli rekordverdächtig unterwegs und holte in seinen ersten vier Tagen im Netz vier Millionen Aufrufe – den Tagesdurchschnitt konnte Niska seitdem noch weiter in die Höhe treiben:

MHD-Mixtape, Afrotrap, Niska & mehr: Rap-Français-Rundumschlag Woche 27

Ein Sommerloch in Frankreichs Rap Game? Kannst du vergessen!

Mittlerweile sind es 87 Millionen Klicks in 62 Tagen. Üble Nummer. Kurzer Blick zu uns: Miami Yacines Kokaina, Deutschraps meistgeklicktes Video aller Zeiten und der wohl größte Hit der Szene seit dem Siegeszug der sozialen Medien, wird diese Marke vielleicht im Laufe des heutigen Tages erreichen – über ein Jahr nach der Veröffentlichung (siehe unten).

Niska - Réseaux (Clip Officiel)

Niska - Réseaux (Clip Officiel) Abonne-toi ici: http://bit.ly/1DLzyMb Nouveau single disponible sur Itunes et toutes les plateformes de streaming : https://niska.lnk.to/Reseaux -- Prod by Pyroman Co-réalisé by Le Motif/Heezy Lee Réalisation vidéo : William Thomas Prod exe : 60s filmz -- Tous les clips officiels de Niska: http://bit.ly/2gYbroW Tous les freestyles de Niska: http://bit.ly/2gyEDpF -- Retrouvez Niska sur: Facebook: https://www.facebook.com/NiskaOfficiel Twitter: https://twitter.com/Niska_Officiel Instagram: https://instagram.com/niska_officiel/ YoutubeVEVO: https://www.youtube.com/user/NISKAVEVO Shop (CHARO) officiel: http://www.charo-shop.com/fr/ Snapchat: niska_snap Périscope: Niska_Officiel

Ob du dich gefragt hast, was grade heiß in Frankreich ist, oder nicht: Jetzt weißt du es. Kehliger Rap mit Gebrüll-, Flow- und Gesangspassagen (am wichtigsten ist das Gebrüll). Außerdem sollte es tanzbar sein und Beats von Pyroman wie dieser hier stehen aktuell sehr hoch im Kurs. Die beiden vorigen Auskopplungen aus Niskas kommendem Album Commando (VÖ: 23. September) waren dabei deutlich aggressiver als Réseaux und entsprechen dadurch eher dem musikalischen Naturell des Franzosen. B.O.C packte eine ordentliche Portion EDM in den Genre-Mischling, Chasse à l'homme klang eher nach dem, was hier mittlerweile oft abwertend als "Franzosen-Trap" abgestempelt wird.

Wem das alles zu anstregend ist, weiß jetzt zumindest, was Sache ist. Wer das Gefühl hat, er kann Niska trotz Sprachbarriere etwas abgewinnen, der sollte sich hier diese beiden Songs unbedingt anhören und Commando (Features von MHD, Booba & Skaodi) im Auge behalten:

Niska - Commando

Niska gehört neben Rappern wie MHD zur jungen Garde aus Frankreich, die in den letzten Jahren aus dem Nichts an die Spitze geschossen ist. Jetzt kommt sein zweites Studioalbum.

In den Charts bunkert Réseaux seit nunmehr sieben Wochen die Pole Position in Frankreich:

Niska on Twitter

Merci #Ellefaitlago

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1,5 Millionen Dislikes: Russischer Rapstar Timati erntet Shitstorm des Jahres

1,5 Millionen Dislikes: Russischer Rapstar Timati erntet Shitstorm des Jahres

Von Michael Rubach am 11.09.2019 - 13:36

Der russische Rapstar Timati hat mit seinem Track "Moskau" in drei Tagen circa 1,5 Millionen Dislikes auf YouTube gesammelt. Damit stellt der Track, der in Zusammenarbeit mit Rapper Guf entstanden ist, einen inoffiziellen Negativrekord auf. Bei der russischen Version von YouTube hat kein Clip jemals so ein schlechtes Feedback bekommen.

Warum wurde Timatis Song derart gehatet?

Der Zeitpunkt der Veröffentlichung und die politische Haltung von Timati dürften zu den ausufernden Reaktionen geführt haben. Er releaste "Moskau" einen Tag vor den russischen Regionalwahlen. In dem Track spricht sich Timati für die Politik der Regierung aus und feiert die Entwicklung der russischen Hauptstadt. Von Kritik an antidemokratischen Verhältnissen hält er nichts. Er rappt unter anderem, dass er nicht auf Demos gehe und keinen Mist verbreite. Gleichzeitig lobt er Moskau als Stadt, in der es "keine Schwulenparaden gibt". Auch der Moskauer Bürgermeister wird mit wohlwollenden Grüßen bedacht.

Offenbar sind viele Russen mit dieser Darstellung des Lebens in Russland nicht einverstanden. Der Sommer vor den Wahlen wurde schließlich von Demonstrationen begleitet. Große Teile des russischen Volkes protestierten für mehr Demokratie, gegen Wahlmanipulation und Massenverhaftungen. Teilweise auch unter erschwerten Bedingungen.

Trotz Verbot: Rapstars kämpfen für mehr Demokratie in Russland

Regelmäßig wird darüber diskutiert, welchen Einfluss Raptexte und der Lebensstil einiger Rapper*innen auf die Gesellschaft und junge Menschen haben. Unabhängig von der Beadntwortung dieser Frage ist unstrittig, dass Hiphop gerade die größte Jugendkultur ist und damit vermutlich viel Potential hat, die Lebensläufe einiger junger Menschen zu beeinflussen.

Wie sehr die Russen Timatis Kreml-freundlichen Rap nicht fühlen, machten sie mit der Bewertung von "Moskau" deutlich. Am 7. September ging der Clip online – drei Tage und fast 1,5 Millionen Dislikes später war er von Timatis Kanal verschwunden. Auf Instagram erklärte sich Timati: Den Clip habe er offline genommen, um die "Welle der Negativität" zu stoppen. Er habe seine Liebe zur russischen Hauptstadt ausdrücken wollen. 85.000 Likes bekam er für das Video immerhin. Einen der vielen Re-Uploads des Tracks mit schicken Aufnahmen von Moskau siehst du hier:

War Timatis Song bezahlte Propaganda?

Wie die BBC berichtet, hat sich Timati in einem (bereits gelöschten) Kommentar zum Vorwurf geäußert, er wäre von der russischen Regierung für seinen Track bezahlt worden, um vor den Wahlen Einfluss zu nehmen. Von diesen Anschuldigungen distanziert sich der Rapper, der schon mit Timbaland oder Snoop Dogg zusammengearbeitet hat. Der Song sei nicht gekauft. Auch schäme er sich nicht für sein Werk. Inzwischen räumte der russische Rapper jedoch ein, dass er mit den Lyrics ein wenig übers Ziel hinausgeschossen sei.



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Шума вышло более чем. Вышел на рекорд. Только цели такой не было. Высказать своё личное мнение в достаточно острой форме, да в моем стиле. Разозлить такое количество людей, это еще надо постараться. Но совсем не этого хотелось. Я понимаю что резонансное мнение часто воспринимается через призму негатива, как любое не популярное решение. Здесь перебор вышел. Я люблю свой город, и он сейчас для меня в лучшей форме за все 36 лет моей жизни, за что я безмерно благодарен тем, кто это реализовал - моё уважение !! Продолжать цеплять людей без повода не хочу, и без меня проблем у каждого хватает. Мне не нужен этот срач точно, поэтому, дорогие друзья: Удаляю это видео что бы не продолжать эту волну негатива. Цели обидеть кого-либо не было.

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Timati gilt als Unterstützer von Wladimir Putin und hat sich mehrfach mit ihm fotografieren lassen. In einem älteren Song stellt Timati den russischen Präsidenten schon mal als Superheld dar, wie The Guardian schreibt.

Feature-Gast Guf zeigte sich auf Instagram übrigens geschockt bis wütend. Er habe nichts von den bevorstehenden Wahlen gewusst und sei hereingelegt worden. Der Moskauer Stadtfeiertag sei sein Antrieb für den Song gewesen. Von der politischen Situation habe er keine Kenntnis gehabt. Guf schwört zudem, dass er kein Geld für die Zusammenarbeit erhalten habe. Zugleich entschuldigte er sich für seine Beteiligung und gab an, mit Timati zukünftig eher nicht mehr kooperieren zu wollen.

YouTuber machen sich über Timati lustig

Der Misserfolg des Videos sorgt auf YouTube für eine Vielzahl von Parodien. Auf dem Beat von "Moskau" findet man zum Beispiel einen Track über das triste Leben auf dem Dorf. Von der Strahlkraft Moskaus ist hier wenig übrig.

In einem weiteren Video sind die eindrucksvollen Drohnenaufnahmen von Moskau verschwunden. Stattdessen sieht man, wie Polizisten gewaltsam gegen Demonstranten vorgehen.

Zwei YouTuber inszenieren zudem ein fiktives Telefonat zwischen Timati und Guf.


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