Der 17-jährige Sero El Mero erobert grade mit messerscharfem Flow Facebook

Im immer dichter werdenden Straßenrapdschungel wird es für Artists schwerer und schwerer, eine bleibende Duftmarke zu hinterlassen. Es gibt so viele solide Rapper, denen schlichtweg Alleinstellungsmerkmale fehlen, um bekannter zu werden. Der 17-jährige Newcomer Sero von der Bremerhavener Crew El Mero schafft es trotzdem, aus der Masse herauszustechen (ey, wie Weihnachplätzchenbäcker).

In seinen kurzen Clips auf Facebook geht es im Prinzip um zwei Dinge: Flow und Melodie. Seine Vorbilder: 2Pac und Nate Dogg – alles andere als üblich für einen Kerl in seinem Alter. So pickt Sero auch mal Beats der Songs von Pac, Missy Elliott oder Dr. Dre für seine Videos, die er im Auto aufnimmt. Dass dieses einfache Mittel ihm zum Durchbruch verhelfen könnte, erinnert fast ein bisschen an die Geschichte von Nimos Aufstieg:

Sero El Mero

Mein flow ist scharf spürst du die Klinge #DankeAnAlle

Die Clips haben mittlerweile bis zu 500.000 Aufrufe. Der mal entspannt-melodische, mal messerscharfe Flow catcht die Leute, die durch ihre Timeline scrollen und an den amateurhaft gefilmten Clips von Sero und seinen Jungs hängenbleiben. Zu Recht! Und auch wenn seine Vorbilder aus einer anderen (zeitlosen) Ära stammen, kann der Junge auch modern. Wenn er rappt, dass er jede Art von Beat f**kt, meint er das ernst. Dieses Jahr haben das auch schon Instrumentals von Kendrick Lamar (Humble) und sogar der Flatbush Zombies (New Phone, Who Dis?) zu spüren bekommen:

Sero El Mero

74 brada

Sero El Mero

Sero74

Immer wieder spielt Sero mit seinem Flow, packt kurz Melodien in den Rhythmus und switcht dann wieder zurück. Dabei blitzen auch immer wieder schnelle und durchdachte Reim-Patterns auf. Textlich ist sicher noch Luft nach oben, aber das Raptalent des 17-Jährigen ist kaum zu überhören. In den letzten Monaten haben das rund 24.000 neue Fans bemerkt, die Seros Profil seit dem 11. März einen Daumen nach oben gegeben haben:

Sero El Mero

Dankeschön für die 1.000 Likes

Es werden sicher noch einige dazukommen in den nächsten Wochen und Monaten.

Noch habe kein Rapper oder Label direkten Kontakt zu ihm aufgenommen, verrät er uns. Eigentlich kann das aber nur noch eine Frage der Zeit sein. Dann wird sich auch zeigen, wie gut Sero sein Talent in richtige Songs übertragen kann und ob seine Texte ebenfalls das Potenzial haben, sich von der Masse abzuheben. Der erste Schritt ist jedenfalls getan ...

Sero El Mero

Greenyardz Connection

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Kommentare

Messerscharfer Flow, soso..

Nicht so wie ich !

Er ist besser als ich und ich gönne ihm jeglichen Erfolg! Talent!

Junge junge, HipHop.de kriegt jetzt 'n Deabo, wie wär's, wenn ihr nicht jeden 0815 Kanackenrapper pusht, der nach einer Deluxebox wieder von der Bildfläche verschwindet, weil er den genau gleichen Sound macht, wie alle anderen. Nur, weil irgendein Rapper sagt, dass man gut ist oder weil man der Cousin dritten Grades von Haftbefehl ist, heißt das nicht automatisch, dass man gut rappen kann. #RapUpdate2.0

*klickgeile Redaktion (sorry, war in Hektik)
Wie wär's denn, wenn ihr als größtes HipHop Medium (Ich zähl RapUpdate nicht mehr als Medium sondern als Krankheit) Leute pusht, die es auch verdient haben? Es gibt tatsächlich auch Rapper, die nicht nur über ihr heftiges Straßenleben, Gucci und Mercedes rappen. :) Aber nein warte, das würde ja keine Klicks mehr geben, sorry!

Ach ja? Wer will denn sowas hören??? Im Leben geht's um Straße, Gucci und Mercedes. Guck dich doch um. Der Rest ist irrelevant.

krass der typ rap krasser wie viele die die seit 10 jahren rapen

Ich sag mal so heutzutage ist der Sinn der Texte eh nicht relevant. Heutzutage geht es um viel mehr Reime, Flow und der Kick und der Typ gibt ein richtig harten Kick alter. Ich gönn ihn sein Erfolg, denn das was er da meistert mit 17 Jahren, ist nicht mehr von diesem Planeten. Ich hoffe und denke er wird in kürze entdeckt, denn der Talent ist da man merkt die Musik kommt aus seinem Blut. Wünsch dem braaatan noch viel Erfolg. Legt kein Auge. „Der Flow gibt den Kick“

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Fake-Views für Capital, Nimo & Co: "Klickkäufer" erklären ihre Absicht

Fake-Views für Capital, Nimo & Co: "Klickkäufer" erklären ihre Absicht

Von Clark Senger am 16.03.2019 - 12:30

Ein mysteriöser Schattenmann machte sich in den letzten Wochen als "Klickkäufer" einen Namen in der Szene. Es wurden gefakte Views auf Instagram-Videos von Fero47, Sero El Mero, Meros Homie Brado, Capital Bra, Samra, Fler und mehr generiert. Betroffene Rapper wie Nimo regten sich auf, da sie nicht den Anschein erwecken wollten, sie hätten sowas nötig. Die Aufmerksamkeit für das Phänomen stieg weiter und nun haben die Macher – angeblich drei Jungs im Alter von 15 und 16 Jahren – mit OMR gesprochen.

"Klicks sind nicht das Wichtigste"

Gegenüber der Plattform erklärt der Besitzer des Instagram-Accounts @333plus, das Ganze habe zunächst aus Langeweile angefangen. Ihre Absichten erklärt er dann sogar mit einer nahezu hiphop-romantischen Erläuterung. "Wir wollten Aufmerksamkeit bekommen, diese Newcomer-Szene ein bisschen stoppen und die Klicks 'entwerten'. Klicks sind nicht das Wichtige, sondern das Talent und die Message, die ein Rapper verbreitet", wird er bei OMR zitiert.

Es habe zwar keinen bestimmten Künstler gegeben, über den sie sich aufgeregt hätten, aber namentlich werden dann trotzdem Mero und Fero genannt. Beide hatten mit beeindruckenden Zahlen auf Instagram für Aufsehen gesorgt, bevor sie mit richtigen Songs die Szene endgültig betraten. Der Weg scheint derzeit der kürzeste ins Game zu sein, mal mehr oder häufiger weniger talentierter Nachwuchs überschwemmt das derzeit wichtigste Promo-Tool der (Rap-)Welt geradezu mit Content, seit bekannt ist, dass man auf diese Weise erfolgreich werden kann.

Fake-Klicks auf Meros YouTube-Videos?

Auf Meros enormen Erfolg bei YouTube und Spotify liefert @333plus den Hatern des Newcomers allerdings keine befriedigende Antwort: "Ich denke nicht, dass in Deutschland Künstler Views und Klicks faken, aber im internationalen Raum gibt es sehr viel Fake." In der Annahme, dass bei den Newcomern alles mit rechten Dingen zugeht, riecht man den subtilen, aber bekannten Duft von Missgunst aus der Ecke der Klickkäufer: Jemand wird gefeiert, erarbeitet sich auf Instagram Erfolg, aber dieser soll entwertet werden? Nur weil man selbst anderen Rap feiert?

Zurück zum Thema: Ihr diabolisches Treiben beschränkt sich offenbar auf Instagram und soll mit Views auf Brados Video vom 26. Februar begonnen haben.

Preis für gekaufte Klicks bei Instagram

Spekulationen von Fans, jemand könnte sich dumm und dämlich zahlen, um Rappern Views von Bots zu bescheren, beendet @333plus ebenfalls. Er und seine Jungs bieten mittlerweile eine Million Views für 25 Euro an. OMR hat das Angebot getestet und es hat geklappt.

"Das Lustigste ist einfach, dass Leute denken wir würden Tausende von Euros dafür ausgeben. [...] Wer Klicks will, bekommt sie. Und wenn wir etwas dafür bekommen, finde ich das nicht widersprüchlich."

Klicks zum Spottpreis: Ein Joke mit Nachwirkung?

Im Interview erklärt der Betreiber des Instagram-Accounts auch, dass er und seine Kollegen (@sxnstyy & @sxhlex) irgendwann einfach die Aufmerksamkeit genossen hätten. Gefühlt stündlich konnte man in manchen Blogs Neuigkeiten über die "Klickkäufer" lesen, wenn man wollte. Ihr oben genannter ideologischer Blickwinkel könnte damit zwar nur eine schöne Verpackung für einen simplen Joke sein, aber selbst in diesem Fall könnten die Aktionen Folgen haben.

Was ist, wenn jetzt jeder weiß, wie einfach man diese Zahlen faken kann? Wie entsteht ein echter Hype, wenn der Instagram-Account jedes zweiten halbtalentierten Rappers nach Hype aussieht? Leidet echte Kunst vielleicht eher darunter, weil sie zwischen den ganzen Fakern weniger Beachtung findet? Muss man jetzt immer als Detektiv auf Instagram unterwegs sein und nach authentischen Merkmalen für echten Support suchen? Oder steht dadurch am Ende wirklich einzig und allein das Talent im Vordergrund? Man kann viele Fragen stellen.

Wie fließendes Wasser finden Internetphänomene in der Regel ihren eigenen Weg durch die (digitale) Landschaft. Dass außer ein paar Wenigen wirklich Leute dauerhaft daran Spaß finden würden, andauernd Rappern Klicks zu kaufen, kann man bezweifeln. Sollte sich das Ganze finanziell lohnen, sieht es natürlich anders aus und die Geschichte hätte Zukunft – wie alles, an dem irgendjemand irgendwo irgendwie profitiert.

Instagram wird sich bemühen müssen, die Kredibilität der Plattform zu bewahren. Bis jetzt scheint es gegen die Bots kein zuverlässiges Mittel zu geben und so wird die Story sich zumindest in der nächsten Zeit noch etwas durch das Netz schlängeln, bevor sie zu einem Strom wird, der einmal mächtig durch die Szene spült, oder als kleines Rinnsal im Boden versickert.

Den kompletten Artikel zum Thema gibt es hier auf OMR.com


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