Die 12 denkwürdigsten Deutschrap-Albumcovers aller Zeiten
Azad, Fler & Haftbefehl neben einer Chivas-Flasche

 

The Twelve: Whisky und Rap haben viel gemeinsam. Man kann sie mit einfachen Mitteln produzieren, durch Skills und Hingabe werden aus ihnen beeindruckende Kunstwerke. Das braucht seine Zeit: Nur Whiskys, die 12 Jahre lang gereift sind, finden ihren Weg in den Chivas 12. Gemeinsam mit Chivas Regal suchen wir nach den Momenten der Rap-Geschichte, die die Zeit überdauern. Immer im Zeichen der Zwölf.

Albumcovers – für manche ein Anlass, fünfstellige Summen für ein professionelles Shooting in die Hand zu nehmen. Bei anderen reicht eine simple Animation oder eine am heimischen PC zusammengebastelte Collage. Nicht das eins automatisch besser als das andere ist. Die Vielfalt an Möglichkeiten scheint gar grenzenlos.

Deutschrap-Albumcovers, die im Gedächtnis bleiben

Dadurch wird allerdings vieles schnell austauschbar und ein Cover verschwimmt mit dem nächsten. Doch manchmal gibt es Perlen, die im Gedächtnis bleiben. Diese Covers, bei denen man auf den allerersten Blick direkt weiß, um welches Album es sich handelt. Oder dieses Cover, an das man jedes Mal denken muss, wenn man den Titel hört. Diese Picks wollen wir an dieser Stelle abfeiern und haben dafür zwölf der ikonischsten Cover im Deutschrap zusammengetragen:

Bushido – Vom Bordstein bis zur Skyline

Cover: Bushido - Vom Bordstein bis zur Skyline

Eine Liste über denkwürdige Deutschrap-Albencover lässt sich nicht zusammenstellen, ohne Bushido zu erwähnen. Das Cover, das wahrscheinlich den meisten Deutschrap-Fans in den Kopf kommen dürfte, ist das zu "Vom Bordstein bis zur Skyline". Bushidos Debütalbum und letzte Veröffentlichung über Aggro Berlin katapultierte den Berliner 2003 in den Deutschrap-Olymp. Und dank des Covers kannte das ganze Land auf einmal Bushidos Gesicht, das dich wie einen schwarzen Schatten verfolgende B sowie das lange Jahre verwendete markante Grün.

Was die meisten wohl nicht wissen: Bushido rockt auf dem unbearbeiteten Originalbild eine äußerst interessante Cordhose.

Celo & Abdi – Mietwagentape

Cover: Celo & Abdi - Mietwagentape

2011 veröffentlichten zwei Frankfurter, die sich Jahre zuvor in einem Callcenter kennengelernt hatten, ein Mixtape, das Deutschrap verändern sollte. Quasi über Nacht wurde die Szene auf das Duo Numero Uno aufmerksam. Das Cover zu dem Tape? Genauso legendär und rough wie der Sound selbst! Abdis Reisepass bildet dabei als einziges farbiges Element (abseits des Titels) einen krassen Kontrast zum restlichen in schwarzweiß gehaltenen Cover. Zehn Jahre später feierte der Pass sein Comeback auf dem Cover der Fortsetzung "Mietwagentape 2".

Ufo361 – Ich bin ein Berliner

Cover: Ufo361 - Ich bin ein Berliner

2016 erfand sich Ufo361 in Gänze neu und veröffentlichte sein Mixtape "Ich bin ein Berliner". Zusammen mit den Broke Boys revolutionierte Ufo den eigenen Sound und läutete seinen Weg zum multiplen Berliner ein.

Nicht nur sein Sound, sondern auch der Stil seiner Covers veränderte sich radikal. War das Cover zu "Ihr seid nicht allein" noch gezeichnet und ebenso wie die Songs referenziell an Ufos Sprayer-Background, repräsentierte das Cover zu "IB1B" den neu eingeschlagenen Trap-Weg. Das mit Grillz verzierte Gebiss des Berliners sollte in all seinen Variationen das Markenzeichen einer der richtungsweisenden Reihen im Deutschrap werden.

Fler – Vibe

Cover: Fler - Vibe

Im gleichen Jahr erschien außerdem das (bisherige) Magnum Opus eines anderen Berliners. Fler veröffentlichte "Vibe" und brachte wohl auch den letzten Hater zum Schweigen. Selten war ein Deutschrapalbum in allen Facetten so stimmig wie Flizzys 13. Studioalbum.

Dazu gehört auch das von der fantastischen Katja Kuhl geschossene Cover. Fler in Alphajacke mitten in der Nacht vor einer mit Graffiti bemalten Wand irgendwo in Berlin. Mehr Vibe geht eigentlich nicht. Andere Fotos aus dem gleichen Shooting kann man sich hier anschauen.

Damalige Kritik, man hätte sich am Cover des kurz zuvor veröffentlichen YG-Albums "Still Brazy" orientiert, wurde weggewischt mit einem:

"Kenne den Typen nich mal. Bei uns ist das 'ne Langzeitbelichtung und bei Ihm ein Billo-Effekt."

Wisst ihr Bescheid!

Mortel – Arrivé

Cover: Mortel - Arrivé

Die wohl überraschendste Platzierung dieser Liste dürfte an Mortels Debütalbum "Arrivé" gehen. In dem Fall geht es allerdings nicht nur um das Albumcover, sondern um die ganze Bilderstrecke, aus der es stammt. Fotografiert von Marquis und geschminkt von Sutida ist die Fotoreihe ein verbildlichtes Abtauchen in den Wahnsinn.

Während Mortel auf dem Cover zu "Arrivé" noch komplett clean in weiß mit schwarzen Augen zu sehen ist, bröckelt die Fassade auf dem Titelbild der "Depart"-EP aus der Deluxebox bereits. Was mit einem Fleck schwarzer Farbe beginnt, endet in einem absolut selbstzerstörerischen Chaos. Das Ganze sorgt für eines der wildesten Deutschrap-Singlecovers aller Zeiten: dem zur Mortel und Haftbefehl-Kollaboration "Original".

Haftbefehl – Azzlack Stereotyp

Cover: Haftbefehl - Azzlack Stereotyp

2010 krachte ein Offenbacher mit einem 16Bars Exclusive ins deutsche Rapgame und auf alle Bluetooth-fähigen Handys. Knapp sechs Monate später erschien Haftbefehls Debütalbum "Azzlack Stereotyp" zur Belustigung aller silbenzählenden Juliensblog-Jünger und zur Begeisterung aller Fans von Echter Musik.

Mittlerweile ist diese Zeit zum Glück vorbei und fast jedes Haft-Album gilt als Klassiker. Sein Erstlingswerk ist dabei keine Ausnahme. Ebenso ikonisch wie Tracks wie "Azzlackz sterben jung" oder "Sommernacht in Offenbach" ist der fast zwei Meter große Haft, der neben Labelboss Jonesmann bei der Gegenüberstellung das Cover ziert. Die Hand ausgestreckt in einer Pose, die Jahre lang Haftis Markenzeichen werden sollte und auf unzähligen Facebookbildern junger Rapfans imitiert wurde.

Nate57 – Stress aufm Kiez

Cover: Nate57 - Stress aufm Kiez

Nicht nur Hafti feierte 2010 seinen großen Durchbruch, auch ein junger Hamburger in Lederjacke wurde als Ausnahmetalent gepriesen. Nate57 droppte sein Debütalbum "Stress aufm Kiez" und eroberte die Szene im Sturm. Auch weil selten zuvor so schonungslos und echt vom Leben auf den Straßen der Hansestadt gerappt wurde.

Das Albumcover unterstrich diesen Vibe dabei optimal: Nate57 im St. Pauli-Hoodie, während im Hintergrund die (Rot-)Lichter der Stadt an ihm vorbeiziehen.

Kool Savas – Tot oder Lebending

Cover: Kool Savas - Tot oder lebendig

Lange Jahre war das Cover neuer Kool Savas-Alben quasi gesetzt: Ein Foto von Savas, auf dem er in Richtung Kamera guckt und eine mal mehr mal weniger ausladende Handgeste macht. Hiphop und so.
Das mit Abstand einprägsamste ist gleichzeitig auch das cleanste Bild und eines der wenigen Cover, auf denen Savas' Augen ausnahmsweise mal nicht zu sehen sind – das zu "Tot oder Lebendig". Savas' Antlitz fast gänzlich von seiner Cap verdeckt und die Hände an den beiden Ketten. Und trotzdem, auch ohne sein Gesicht zu sehen, weiß jeder Rapfan, dass es sich hier um Deutschraps King handelt.

Bonez MC & Gzuz – High & Hungrig 2

Cover: Bonez MC & Gzuz - High & Hungrig 2

2016 erschienen gleich zwei Alben mit Bonez MC-Beteiligung, die dieses Platzes würdig wären. Zwar waren es die "Palmen aus Plastik", die ganz 1RAF7 in bis dato unerreichte Sphären katapultierten. Doch den Grundstein legte zuvor bereits der zweite Teil der Gzuz-Kollabo "High & Hungrig".
Noch bevor "Ohne mein Team" aus allen JBL-Boxen dieses Landes dröhnte, kratzte die Straßenbande bereits am ganz großen Mainstream-Durchbruch. Das lag sowohl an Gzuz explosivem Solo-Debüt aus dem Vorjahr, als auch der Maxwell und LX-Kollabo "Obstand", und eben an "High & Hungrig 2".

Das Album ist gleichzeitig Ende und auch Anfang einer 187-Ära. Kaum irgendwo ist das so klar zu sehen wie auf dem Cover. Noch ein letztes Mal ein zusammengeschusterter Hintergrund Marke Eigenbau ohne superprofessionellen Schnickschnack. Das letzte Mal vor dem ganz großen Erfolg. Im Vordergrund die beiden Protagonisten bestens gekleidet im Colluci-Pullover und mit Backstein-Handy beziehungsweise R*ebok Cl*ssic am Ohr. Unverfrorene Realness von Anfang bis Ende.

Kollegah – Boss der Bosse

Cover: Kollegah - Boss der Bosse

Für "Boss der Bosse" mimte Kollegah bereits den Pimp, dessen Personifizierung für einen Großteil seiner Karriere im Vordergrund stand. Auf dem Cover posierte Kolle ganz stilecht mit dicker Zigarre im Mund auf der Motorhaube eines Mercedes.

Besitzer seines Legacy Awards und der zugehörigen Doku-DVD wissen allerdings, dass das Ganze jedoch mehr Schein als Sein ist. In Wahrheit war der Hintergrund nämlich nicht einfach weiß, sondern voller Flughafen-Busse, für die Kollegah zu der Zeit Tickets verkaufte. Und der schicke Wagen nur die Leihgabe eines Freundes.

Nichtsdestotrotz, der Vibe stimmte und gab bereits einen Ausblick darauf, was noch kommen werde.

Azad – Leben

Cover: Azad - Leben

Um dem Trend dieser Liste zu folgen, macht auch bei Azad das Debütalbum das Rennen. Das Cover zu "Leben" erinnert dabei ein wenig an ein Wimmelbild, so viel, wie es da zu entdecken gibt. Von Aliens über Pyramiden bis hin zu Kinderbildern ist alles zu finden. Eben alles, was das Leben so zu bieten hat. Und Azad in der Mitte, der sich bei dieser Übermacht an Einflüssen nur an den Kopf fassen kann.

Das vom Bozz selbst designte Cover diente über die Jahre nicht nur einmal als Inspiration für andere Rapper. So ist beispielsweise LGoonys "Grape Tape"-Cover eine ganz eindeutige Hommage an das Werk des Krankfurters.

Sido – Maske

Cover: Sido - Maske

Der Vater aller Sido-Covers stammt (wie sollte es auch anders sein) von Siggis Solodebüt. Die auf Rosen gebettete Maske ist bis heute ein absolut legendäres Bild. Fast alle darauffolgenden Alben orientierten sich in ihren Covern an "Maske". Mal in Gold, mal in Rot oder mal mit Sidos Gesicht dazu.

Man könnte dieses Cover wahrscheinlich so gut wie jedem in Deutschland zeigen und es wäre immer klar, dass es sich hierbei um eine Sido-Platte handelt. So sehr wird der Berliner noch mit der Maske verbunden, die er eigentlich bereits vor über zehn Jahren ablegte.

Einen Unterschied haben Whisky und Rap übrigens auch: Während man von Rap nie genug bekommen kann, muss man Whisky bewusst und bewusst und verantwortungsvoll genießen. Informationen zu "Genuss mit Verantwortung" findest du auf massvoll-geniessen.de.

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