Heute vor 60 Jahren: Rosa Parks löst Boykott aus... und inspiriert Hiphop!

Heute vor 60 Jahren weigerte sich die Afroamerikanerin Rosa Parks, in einem Bus ihren Sitzplatz für einen weißen Fahrgast zu räumen. Daraufhin wurde sie wegen Störung der öffentlichen Ruhe verhaftet. Ihr Fall löste 1955 den Busboykott von Montgomery aus: der Beginn der schwarzen Bürgerrechtsbewegung.

Diverse Musiker haben sich von der Geschichte inspirieren lassen, unter anderem Outkast

Im Jahr 1998 releasten sie ihren Track Rosa Parks vom Album Aquemini und sorgten damit für jede Menge Diskussion. Der Song trägt zwar den Namen der Bürgerrechtlerin, so wirklich handelt er aber nicht von ihr. Damit spaltete der Track die Gemüter: kommerzieller Erfolg, eine Grammy-Nominierung und eine Klage von Rosa Parks. Sie hatte das Gefühl, der Busboykott würde verharmlost werden.

Outkast erklärten zwar, sie hätten versucht, ihrer Geschichte etwas Positives abzugewinnen, Rosa Parks gewann den Prozess aber trotzdem kurz vor ihrem Tod im Jahr 2005.

Unbestritten ist aber, dass der Song ein absoluter Klassiker ist.

Dabei sind Outkast nicht die einzigen Hiphop-Künstler, die sich mit dem Thema befasst haben.

John Legend und Common releasten 2014 ihren Track Glory, der zum Soundtrack des Films Selma gehört. Neben Martin Luther King spielt auch Rosa Parks eine Rolle in den Lyrics: "True and livin' livin' in us, resistance is us / That's why Rosa sat on the bus".

Der Song wurde mit einem Oscar und einem Golden Globe ausgezeichnet. 

Auch der britische Rapper Skepta erwähnt Rosa Parks in seinem Track Shutdown. Der Song stammt vom gleichnamigen Album, das dieses Jahr erschienen ist. 

"2 by 2, man a walk on the ark / Sittin' at the front, just like Rosa Parks"

 

Übrigens ist der Name Rosa Parks auch in dem ein oder anderen Deutschrap-Song wiederzufinden.

Animus rappt im Halt die Fresse Allstars 03 Nr. 73 diese Line: "Wir sind verloren in 'nem toten Staat / sterben hinten im Bus, während die reichen Frisbey spielen in rosa Parks."

Auch in Bushidos und Shindys Track AMG gibt es einen Vergleich zu hören, der auf Parks Boykott anspielt: "In der neunten blieb ich einfach sitzen, so wie Rosa Parks."

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Verharmlosung von Suizid? Burberry erntet Shitstorm

Verharmlosung von Suizid? Burberry erntet Shitstorm

Von David Büchler am 21.02.2019 - 14:48

Luxusmarken erfreuen sich weltweit größter Beliebtheit unter Acts der Hiphopszene. Doch nun ist es erneut zu einem Boykottaufruf gegen eines der renommiertesten Luxuslabels der Fashionszene gekommen. T.I. ruft dazu auf, Burberry zu boykottieren. Auslöser war ein Hoodie, der statt mit dem üblichen Kordelzug, mit dem die Kapuze fixiert werden kann, mit einer Schlinge ausgestattet worden war.

Die um den Hals hängende Kordel erinnerte einige an einen Strick und brachte Burberry die Kritik ein, unsensibel mit suizidalen Menschen oder mit Hinterbliebenen suizidaler Todesopfer umzugehen. Burberry bezeichnete den Hoodie mittlerweile zwar als Fehler, hatte Kritik eines Models im Vorfeld aber offenbar ignoriert.

Nach Gucci, Prada & Moncler: T.I. ruft zum Burberry-Boykott auf

Erst kürzlich hatten T.I. und einige andere Rapper zum Boykott gegen Gucci aufgerufen. Es ging um einen Pullover, durch den viele rassistische Stereotype reproduziert sahen. Außerdem wurden Moncler wegen einer Jacke und Prada aufgrund einer Handtasche mit ähnlichen Vorwürfen konfrontiert. T.I. erntete Zustimmung - Gucci nahm den Artikel aus dem Sortiment. 

Auf der Pariser Fashionweek präsentierte Burberry vor wenigen Tagen einen Pullover, der aus Sicht T.I.s erneut problematische Assoziationen weckt. Burberry ist jetzt auch auf der Liste der Brands, die T.I. boykottiert. Er ruft auch andere dazu auf und glaubt nicht an einen Zufall:

Bewusste Provokation? Burberry ignorierte die Bedenken im Vorfeld

T.I. glaubt bei der Häufung der Skandale offenbar an eine Strategie der Brands, die auf Provokation setzt und auf Kosten diskriminierter Menschen oder mit Themen wie Suizid Öffentlichkeit erreichen wollen. Ob es tatsächlich eine kalkulierte Strategie ist, oder  an den entscheidenden Stellen nur Menschen sitzen, die mit solchen Themen sehr unbewusst umgehen, ist schwer zu sagen. Die Kritik eines Models bügelte Burberry im Vorfeld allerdings ab.

Liz Kennedy lief bei der Show in Paris auf dem Laufsteg für Burberry. Sie trug das Stück zwar nicht, sah es im Vorfeld jedoch. In ihrer eigenen Familie machte sie die Erfahrung eines Suizids im direkten persönlichen Umfeld. Als sie im Umfeld der Show jemanden darauf aufmerksam machte, bekam sie Folgendes zu hören:

Das ist Mode. Niemand interessiert sich für das, was in deinem Privatleben vor sich geht, also behalte es einfach für dich. 

Liz Kennedy konnte - so berichtet sie - es nicht glauben, dass niemandem die an einen Strick erinnernde Kordel im Vorfeld auffiel. Sie erzählt zudem, dass bei den Vorbereitungen der Show einer der Pullover sogar an die Decke gehangen worden sei, um zu testen, wie man die Kordelkonstruktion am besten binden könnte. Dabei hätten alle Umstehenden gelacht. 

Das Model richtete sich in einem ausführlichen Statement an Burberry und die Öffentlichkeit:



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@burberry @riccardotisci17 Suicide is not fashion. It is not glamorous nor edgy and since this show is dedicated to the youth expressing their voice, here I go. Riccardo Tisci and everyone at Burberry it is beyond me how you could let a look resembling a noose hanging from a neck out on the runway. How could anyone overlook this and think it would be okay to do this especially in a line dedicated to young girls and youth. The impressionable youth. Not to mention the rising suicide rates world wide. Let’s not forget about the horrifying history of lynching either. There are hundreds of ways to tie a rope and they chose to tie it like a noose completely ignoring the fact that it was hanging around a neck. A massive brand like Burberry who is typically considered commercial and classy should not have overlooked such an obvious resemblance. I left my fitting extremely triggered after seeing this look (even though I did not wear it myself). Feeling as though I was right back where I was when I was going through an experience with suicide in my family. Also to add in they briefly hung one from the ceiling (trying to figure out the knot) and were laughing about it in the dressing room. I had asked to speak to someone about it but the only thing I was told to do was to write a letter. I had a brief conversation with someone but all that it entailed was “it’s fashion. Nobody cares about what’s going on in your personal life so just keep it to yourself” well I’m sorry but this is an issue bigger than myself. The issue is not about me being upset, there is a bigger picture here of what fashion turns a blind eye to or does to gain publicity. A look so ignorantly put together and a situation so poorly handled. I am ashamed to have been apart of the show. #burberry. I did not post this to disrespect the designer or the brand but to simply express an issue I feel very passionate about.

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Burberry entschuldigt sich perönlich & öffentlich

Mittlerweile hat das britische Unternehmen Burberry reagiert. In Statements gegenüber Highsnobiety äußerten sich der CEO Marco Gobbetti und der für das Design verantwortliche Riccardo Tisci.

Gobbetti gab an, mit Kennedy gesprochen zu haben. Er habe sich bei ihr entschudigt und dafür gesorgt, dass der Hoodie und alle Bilder entfernt worden seien. 

Wir bedauern zutiefst den Ärger, der durch eines der Produkte verursacht wurde, die Teil unserer Kollektion waren. Ich habe Frau Kennedy angerufen, um mich zu entschuldigen, als ich am Montag davon erfuhr. Wir haben das Produkt und alle Bilder sofort entfernt. 

In einem separaten Statement äußerte sich Tisci, der für das Design verantwortlich gewesen war. Er entschuldigte sich ebenfalls und erklärte, wie es zu dem Design kam und welche Idee dahintersteckte:

[...] Obwohl das Design von der Seefahrt inspiriert war, habe ich nun bermerkt, dass es unsensibel war. Es war nie meine Absicht, jemanden zu verärgern. Es spiegelt weder meine Werte noch die von Burberry wider [...].

Luxusmarken sehen sich vermehrt der Kritik durch Hiphop ausgesetzt

Tatsächlich wurde im September des vergangenen Jahres bekannt, dass die Selbstmordraten unter Teenagern zwischen 15 und 19 Jahren in Wales und England zugenommen hatten. Vor diesem Hintergrund war es sicher ein unsensibel, das Kleidungsstück herauszubringen und nicht einmal auf Drängen eines Models hin zu reagieren.

In einer Zeit, in der Luxusmarken im Rap mehr als etabliert sind, profitieren die Brands zwar von der kostenlosen Werbung, die Hiphop-Acts für die Labels machen, allerdings bewegen diese Rapperinnen und Rapper und die jeweiligen Fans sich eben auch in einem anderen Umfeld als die klassische Kundschaft der teuren Marken. 

Häufig entstammen weltweit bekannte Acts aus einem Milieu, in dem sie selbst Opfer von Diskriminierung wurden oder andere prägende und teils tragische Erfahrungen machen mussten. Vor diesem Hintergund macht es Sinn, dass sie einen anderen Blick auf gewisse Themen haben als die gewöhnliche Kundschaft der Marken.


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