"Heavy Metal Payback": Warum Fler wie Bushido sein wollte

In wenigen Tagen veröffentlicht Fler sein Best of-Album Der Staat gegen Patrick Decker. Bei Backspin verriet er seinen Lieblingssong von der Platte: Heavy Metal Payback. Der Track von Bushido und Fler aka Sonny Black und Frank White stammt vom Aggro Berlin-Labelsampler Aggro Ansage Nr. 2 aus dem Jahr 2002.

Rückblickend erinnert Fler sich daran, wie der Song entstanden ist: "Ich weiß noch genau, wie Bushido und ich den Song geschrieben haben. Ich weiß noch genau, wie Bushido den Beat gemacht hat."

Fler erzählt, er und Bushido hätten die Strophen des Tracks bei Bushido zuhause geschrieben: "In dem Kinderzimmer. Ich saß auf seinem Bett, (...) schräg gegenüber saß Bushido an seinem Schreibtisch mit der MPC und hat den Beat gemacht." 

Anschließend sei man "zu Aggro ins Studio gefahren", wo ****oe, ein guter Freund von Fler, mit ihnen an der Hook gearbeitet habe. "Das war der erste Song damals, wo ich gesagt habe: 'Ok, jetzt bin ich ein Rapper.' Ich war stolz auf den Song."

Fler verrät jedoch auch, dass er extrem viel Wert auf Bushidos Meinung gelegt habe und dieser quasi ein Vorbild gewesen sei: "Ich wollte nur Bushido gefallen." Ein richtiger Rapper sei er, im Gegensatz zu Bushido, noch nicht gewesen. Er habe sich meist nur gedacht: "Wenn ich das einrappe, hoffentlich klingt das so, wie ein Rapper rappt."

Zieh dir hier den Song der beiden nochmal rein:

Die Stelle im Interview findest du außerdem ab Minute 16:00 

 

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Bushido & Mois schließen Frieden: Beef ja, aber nicht mit dem Keller

Bushido & Mois schließen Frieden: Beef ja, aber nicht mit dem Keller

Von HHRedaktion am 27.05.2020 - 13:18

Der lange eher subtil brodelnde Konflikt zwischen Mois und Bushido, der vor etwas weniger als zwei Wochen auf einmal sehr explizit wurde (hier nachlesen), ist offenbar erstmal ad acta gelegt worden. Beide Seiten haben nach einem wohl klärenden Telefonat versöhnliche Töne in ihren Insta Stories geteilt.

Frieden zwischen Mois & Bushido

In ihren Statements halten sich beide kurz und vage, aber stellen klar, dass "unnötige[r] Streit" aus der Welt geschafft wurde. Sie wünschen sich gegenseitig viel Erfolg. Bei Mois sieht das wie folgt aus und Bushidos Post findet ihr darunter:

"Habe gerade mit @moiskid telefoniert. Immer schön, wenn man sich ausspricht und merkt, dass man auf Augenhöhe unnötigen Streit aus der Welt schaffen kann. Viel Erfolg und bleib gesund." – Bushido

Ein Eingeständnis, dass er und Mois "auf Augenhöhe" agieren, hätte man vor einiger Zeit wohl kaum von Bushido erwarten können. Auch von Mois Seite erscheint die Versöhnung erstmal überraschend, aber es wird für beide Parteien der smartere Weg sein.

Mois spart sich seine Energie für wichtigere Projekte als Bushidos Albumpromo auf. Und Bushido dürfte kein Interesse daran haben, dass ein 1,6 Millionen Abos starker Keller an seinem Elfenbeinturm rüttelt.

Bushido kündigt "Sonny Black II" an

Abgesehen von seinem Entertainment-Faktor bis zum einem gewissen Level bedeutet Beef nämlich primär zwei Dinge: Stress und Aufmerksamkeit. Keiner weiß das so gut wie Bushido, dem Mois in seinem emotionalen Rant attestierte, er brauche für jede Promophase einen Beef.

Aufmerksamkeit hat Mois wie derzeit kaum eine andere Person in der deutschsprachigen Raplandschaft. Und Bushido hat mit minimalem Aufwand einen kleinen Knall provoziert, kurz bevor seine Promophase richtig losgeht. Denn natürlich erscheint ein neues Album: "Sonny Black II" soll am 11. September droppen und Mois wird nicht derjenige sein, über den der Berliner Taktiker seine Boxen an den Mann bringt.

Stattdessen legt Animus, der die Promo für die LP teilt und demnach daran beteiligt sein dürfte, wohl grade einige Lines gegen Fler und insbesondere Capital Bra zurecht. Der ehemalige EGJ-Artist hat nach der gemeinsamen Zeit genug Material gegen seinen kurzzeitigen Labelboss geliefert, das unbeantwortet im Raum steht.

Außerdem dürfte es der zähen Base, die sich 2020 immer noch auf Bushido-Alben freut, entgegenkommen, wenn der Berliner jemanden ins Visier nimmt, dessen Musik sie ohnehin niemals fühlen werden.


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