HYPE Awards: AON mit exklusivem Statement zum Eno-Auftritt

Über die gestrige Verleihung der HYPE Awards wird viel gesprochen. Dabei fällt vor allem der Name eines Rappers besonders häufig: Der misslungene Auftritt des Alles-oder-Nix-Signings Eno ist im Internet mittlerweile zum Meme geworden. Videoausschnitte seiner Performance werden zum Symbolbild für den Untergang des deutschen Raps.

Was ist bei Enos Auftritt schiefgelaufen? Er schien seinen eigenen Text nicht mehr zu wissen, stockte regelmäßig mitten in seinem Part und rief stattdessen Phrasen à la "Berlin, was geht ab?" in Richtung Publikum.

Exklusive Reaktion des Labels auf den Auftritt

Wir haben beim Label des Rappers angefragt und ein exklusives Statement bezüglich Enos Auftritt bekommen. Bereits bei den Proben habe es technische Probleme mit den In-Ears gegeben. Bis zu dem Auftritt von Xatar und Eno konnte dieses Problem anscheinend nicht behoben werden, denn auch der Labelboss hatte während seines Parts Ärger mit seinen In-Ears.

Im Livestream der Awards meint man zudem Eno zu hören, wie er sich nach seinem Auftritt bei Xatar über die ausgefallene Technik beschwert. Der Rapper bestätigt nun auch die Aussage seines Labels in seiner Instagramstory und erklärt den Auftritt bei den HYPE Awards für misslungen. Seine In-Ears hatten vermutlich einen Wackelkontakt und seien irgendwann sogar komplett ausgefallen.

"Wir hätten es einfach wie die anderen machen sollen. Wir hätten einfach Playback einspielen sollen."

Sie wollten ihren Auftritt aber live performen und auf seinen sonstigen Konzerten sei das auch immer sehr erfolgreich. Am Samstag wird Eno auf dem Openair Frauenfeld auftreten und zeigen können, dass seine Probleme lediglich technischer Art waren.

Rezo greift Debatte ums Kaufen von Klicks auf

Der Auftritt bewegt nicht nur die Rapwelt, es meldet sich auch ein im Hiphop-Kosmos eher unbekanntes Gesicht zu Wort. Rezo, der bisher vor allem durch seine Zerstörung der CDU in den Medien auftrat, postete auf Twitter einen Zusammenschnitt des Auftritts und vergleicht diese Live-Performance mit entsprechenden Passagen aus dem Musikvideo. Dazu schreibt er:

"Wundert ihr euch manchmal, wieso es aktuell so sau viele neue "krasse" Rapper gibt? Naja... Klicks können gekauft und Texte/Beats von anderen geschrieben werden. Und die #hypeawards zeigen eindrucksvolll, dass man Skill im Tonstudio und beim Videodreh erstaunlich gut faken kann..."

Rezos Aussagen über den Auftritt und der hinkende Vergleich von Live-Auftritten und Performances in Musikvideos verwundern, zumal der YouTuber selbst Musikproduzent ist und sich in zahlreichen Videos intensiv mit Playback und Autotune auseinandersetzt. Vermutlich weiß er also auch, dass ein Rapkonzert nicht zu vergleichen ist mit dem Sound eines Musikvideos. Durch eine Entwicklung im Deutschrap haben sich auch Live-Auftritte verändert. Ein Kool Savas liefert eine andere Show als beispielsweise Rin. Letzterer rappt nicht immer alles live, der Hype im Publikum sucht dennoch seinesgleichen. Im letzten Jahr konnte er damit sogar den Hiphop.de-Award in der Kategorie "Bester Live Act" gewinnen.

Mois äußert sich kritisch

Ein weiterer YouTuber lässt sich eine Reaktion auf die HYPE Awards nicht nehmen. Mois tauft die Show kurzerhand in "Cringe Awards" um. Dabei geht er vor allem mit Eno hart ins Gericht. Für ihn war der Auftritt des Rappers "das krasseste, was auf diesem Event passiert ist".

Cringe Awards Eno muss absolut Los

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Alles oder Nix gewinnt HYPE Award

Trotz des vermasselten Auftritts können sich die Künstler*innen von Alles oder Nix und ihr Labelboss an diesem Abend wenigstens über einen Award freuen. Sie nehmen den Preis für das "HYPE Label" mit nach Hause.

Was das Internet über die Eno-Thematik hinaus über die HYPE Awards zu sagen hat, könnt ihr hier nachlesen.

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5 YouTuber, die Rap-Karriere gemacht haben

5 YouTuber, die Rap-Karriere gemacht haben

Von Michael Rubach am 27.07.2020 - 18:57

YouTube-Deutschland hat schon vor Jahren das Potenzial von Rap erkannt. ApoRed, Dagi Bee, Julien Bam – viele (frühere) Größen des Videoportals haben mehr oder weniger geschickt probiert, musikalisch zu überzeugen. Wir stellen dir fünf Artists vor, die als YouTube-Creator gestartet sind und inzwischen eine erfolgreiche Rap-Karriere verfolgen.

Mois reguliert aus dem Keller

Wer in der YouTube-Rap-Bubble unterwegs ist, hat schon von Mois gehört. Was 2017 als Ein-Mann-Keller-Projekt begann, ist heute eine professionelle Anlaufstelle für allerlei Persönlichkeiten der Deutschrapszene. Statt für Interviews stellen Rapper und Rapperinnen sich für meist launige Videos mit einem gewissen Unterhaltungsfaktor zur Verfügung.

Mois ist ebenfalls seit einiger Zeit selbst als Rapper aktiv. Seine erste Single droppte er 2019 zusammen mit Sun Diego. "Keller oder C*ckschelle" konnte sich auf Anhieb in den Top 100 der Charts platzieren. Es folgte die Gründung eines eigenen Labels. Über Keller GmbH releast zudem Maestro seine Songs, der im Vorfeld oftmals als Moderator vor der Kamera stand. Mit Albozz und Sokko167 stehen weiterhin zwei Newcomer bei Mois unter Vertrag. Neben diversen Solosongs kann Mois außerdem auf Features mit King Khalil, Sinan-G oder Manuellsen verweisen. Seine letzte Solosingle "Egal" erschien Mitte Juni.

Lil Lano schafft den Absprung

Lil Lano hat seine Tätigkeit als schräges YouTube-Experiment inzwischen vollständig eingestellt. Er tritt ausschließlich als Rapper auf. Dass eine der weirdesten Figuren der Web-Welt irgendwann zu einem Major-Deal gelangt und sich hauptsächlich auf Musik konzentriert, hätten wohl vor ein paar Jahren die wenigsten vorhergesehen. Aus dem Typen, der für ein bisschen Aufmerksamkeit seine Mutter beleidigt hat, ist jemand geworden, der regelmäßig mit musikalischem Output überzeugt.

Auf Lil Lanos Habenseite stehen diverse Top-100-Platzierungen. Über eine Million monatliche Hörer auf Spotify zeigen, dass Lil Lano seine vornehmlich junge Fanbase erreicht. Ananas bleibt der Squad. Das eigene Konsumverhalten feiert Lil Lano nicht mehr so bedingungslos ab, wie es eine Weile der Fall war. Seine Vergangenheit und Metamorphose zum Rapper bildet sein YouTube-Kanal nur noch bruchstückhaft ab. Den Hinweis, dass seine Videos Teil eines Kunstprojektes sind, spart er sich mittlerweile auch. Abnabelung completed.

Lil Lano ist der Beweis: Die Money Boy-Formel lässt sich wiederholen

"Bei diesem Video handelt es sich um ein Kunstprojekt." - das dachten die Zuschauer und Hörer auch jahrelang über den Output von Money Boy.

Taddl hat das Rap-Ding durchgespielt

Taddls Raphistorie ist umfangreich. Er nahm schon 2013 am VBT teil. Ein Stück weiter zurück liegen allerdings die Anfänge seiner Creator-Laufbahn.
2009 brachte er auf YouTube mit ein paar Kollegen einen Kanal an den Start. Aufbauend auf einer gewachsenen Community gelang der nahtlose Übergang zur Musik.

Als Teil der Gruppe Dat Adam war Taddl bisher kommerziell am erfolgreichsten. Mit der Formation konnte er zwei Einstiege in die Top 5 der Albumcharts verbuchen. Auftritte bei Festivals wie Rock am Ring oder Rock im Park hat die Band in der Vita stehen. Zwei Alben und drei EPs wurden insgesamt releast. 2018 folgte die Auflösung. Taddl ist immer noch dabei: Unter dem Namen TJ_beastboy erschien Ende 2019 eine neue EP "Hyperreal-Ravelord". Kürzlich zudem die Single "LVL-UP". Der YouTube-Veteran fährt zweigleisig und versorgt seine Anhängerschaft weiter mit Gaming-Content, Reactions oder persönlichen Einblicken. Fast eine halbe Million monatliche Hörer auf Spotify legen nahe, dass die Musik von TJ_beastboy auch 2020 auf breite Akzeptanz trifft.

Mert bringt beständig Straßenrap

Wie bei Lil Lano deutet bei Mert zunächst wenig daraufhin, dass er nicht immer einfach Rapper war. Zu lange ist er in diesem Game unterwegs. Mert (oder hin und wieder Mert Abi) hält sich von typischem Creator-Content einigermaßen fern. Auf die homofeindlichen Entgleisungen der Vergangenheit gibt es keinen Hinweis mehr. Mert versteckt seine früheren YouTube-Erfahrungen jedoch keineswegs.

Bis zu 5 Jahre reicht das verfügbare Material noch zurück. Darunter ist Gaming-Content sowie Videos der Sorte "10 Arten von ...". Der Fokus liegt aber klar auf der Musik. Mert hat inzwischen sein schon viertes Album "Kunde ist König 2" in den Startlöchern. Alle seine bisherigen Releases charteten in den Top 20. Auch die erste Single-Auskopplung seiner neuen Platte "Ausländer 2020" konnte sich in dieser Region platzieren. Mert ist als Künstler in einer Position angekommen, wo er sich einen Plattendeal scheinbar fürstlich entlohnen lassen kann.

Mert über den 1,5-Millionen-Deal, enttäuschte Fans, Spielsucht & Mula Brothers (Interview) #waslos

Mittlerweile hat der ehemalige YouTuber Mert drei Rapalben veröffentlicht und einige Erfahrungen im Musik-Business gesammelt, aus denen er viel für sich und seine Musik gelernt hat. Im Interview mit Rooz spricht er darüber, dass das Drumherum bei seinem letzten Album ihm gar nicht gefallen hat, über enttäuschte Fans und das neue Umfeld, in dem er sich nun deutlich wohler fühlt.

Leon Machère & eine Goldene Schallplatte

Leon Machère ist sicher der streitbarste Charakter in dieser Auflistung und noch am meisten YouTuber. Allein die kunterbunten Thumbnails des Contents, den er auf seinem Kanal präsentiert, sprechen eine deutliche Sprache. Es soll geklickt werden – ohne, dass es irgendwie um Rap gehen würde. Warum taucht er dennoch hier auf? Naja, er rappt mit einer gewissen Regelmäßigkeit und hat etwas erreicht, was bei Weitem nicht jedem musizierenden Emporkömmling des YouTube-Kosmos vergönnt war – er ist mit einem Track Gold gegangen. Seine Single "Copacabana" lässt sich von der Herangehensweise mit "Mamacita" von Kay One und Pietro Lombardi vergleichen. Dass es mit "Portofino" auch schon einen gemeinsamen Song mit Kay gibt, verwundert daher kaum.

Leon Machère hat 2017 ein Album auf den Markt gebracht und versorgt seine Fans selbst in den heutigen Corona-Zeiten mit Urlaubsmusik. Erst im Juni droppte er seine neue Single "Venezuela", die sich bemüht, an den Gold-Erfolg anzuknüpfen. Für den Beat zeigt sich Kay Ones Produzent Stard Ova verantwortlich.

Eine gesonderte Erwähnung soll noch Katja Krasavice erhalten, die auf ihrem Album "Boss B*tch" auch hin und wieder rappt, aber wohl eher als Produkt aus der Popmaschinerie durchgeht. Aufbauend auf einem jahrelangen Grind als offensiv offenherziges YouTube-Sternchen ist sie mit ihren Tracks offenbar auf fruchtbaren Boden gefallen. "Boss B*tch" ging auf die #1 und Rooz fragte mal nach, wie die Blondine auf die Idee kam, zu rappen:

Katja Krasavice, warum rappst du? (Interview) #waslos

Katja Krasavice liebt es zu provozieren. Ihre wilden Fantasien und erotischen Vorlieben präsentiert sie offen in Songs wie "Doggy", "S*x Tape" oder "D*cke Lippen". Trotz ihres großen Erfolgs im Bereich Pop und Schlager demonetarisiert Youtube grundsätzlich ihre Videos. Als P*rnostar würde sie sicher mehr Geld verdienen aber Katja möchte wie Cardi B oder Nicki Minaj Musik machen.


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