Auch in Deutschland tötet die Polizei immer wieder Unschuldige

In den USA war der Mord an George Floyd der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Seit über einer Woche demonstrieren die Menschen in jeder größeren US-Stadt gegen Polizeigewalt und Rassimus. Zu viele meist schwarze Menschen wurden von den Cops getötet. Auch in Deutschland formieren sich Proteste. Wer jetzt aber immer noch denkt, wir hätten hier nicht dieselben Probleme, irrt sich gewaltig. Bei uns sterben ebenfalls immer wieder Menschen durch die Hand der Staatsgewalt.

George Floyds Tod durch die Polizei war nur die Spitze des Eisberges

Die USA brennen: Wer die letzte Woche nicht unter einem Stein verbracht hat, kennt die Bilder. Seit über einer Woche wird vor allem in den USA gegen Polizeigewalt und Rassismus demonstriert. Die Wut über all die toten Schwarzen, die von der US-Polizei getötet wurden, bricht sich Bahn.

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Zu viele Tote: George Floyd war natürlich nicht der erste Schwarze oder PoC, der von US-Cops ermodert wurde.

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Trayvon Martin, Eric Garner, William Green, Philando Castile, Jimmy Atchinson, Janisha Fonville, John Crawford III, Rekia Boyd, Jonathan Ferrell, Botham Jean, LaTanya Haggerty, Terence Crutcher, Antwon Rose Jr., Akai Gurley, Alton Sterling, Walter Scott, Sandra Bland, Sean Bell, Michael Brown, Tamir Rice, Jamarion Robinson, Korryn Gaines, Oscar Grant, Amadou Diallo, Ahmaud Arbery, Freddie Gray, Breonna Taylor und viele mehr – Gewalttaten wie diese, ausgeübt von der Staatsgewalt, gehören in den USA fast schon zur Tagesordnung.

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George Floyd war auch nicht der Letzte, der in den USA von Polizist*innen getötet wurde. Bei den Protesten der vergangenen Tage gegen Polizeigewalt und gegen strukturellen Rassismus ist schon wieder mindestens ein Mensch durch Polizeigewalt gestorben.

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David McAtee ist anscheinend nicht nur von Cops erschossen worden, seine Leiche lag wohl sogar noch stundenlang an der Stelle, an der er ermordet wurde. Er war offenbar Imbiss-Besitzer und soll Cops früher sogar regelmäßig kostenlose Mahlzeiten spendiert haben.

Polizei & Militär gegen Presse: US-Präsident Trump lässt Nationalgarde und Militärpolizei Tränengas gegen friedliche Demonstrierende einsetzen, um sich den Weg für einen Fototermin freiräumen zu lassen.

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Dabei kommt es auch immer wieder zu Übergriffen von Polizei und Militär gegenüber Menschen, obwohl sie eindeutig als Pressemitarbeiter*innen gekennzeichnet sind.

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Wenn ihr noch mehr Videos und Bilder davon sehen wollt, wie die militarisierte Polizei in den USA momentan durchdreht, findet hier noch viel, viel mehr davon. Nur falls ihr Bock haben solltet, euch anzuschauen, wie Cops grundlos mit Autos in Menschenmengen fahren, eine friedliche Sitzblockade wegprügeln oder Leute auf ihren eigenen Terassen und in ihren Autos angreifen.

Caught on camera, police explode in rage and violence across the US

Over the past 72 hours, people across the US have captured what may be the most comprehensive live picture of police brutality ever. Any one of the videos we've seen could have sparked a national discussion, with people picking apart their elements, searching for context to argue about, and digging through the pasts of everyone involved.

(Rassistische) Polizeigewalt in Deutschland von Oury Jalloh bis Maria

Das Problem heißt Rassismus. Institutioneller Rassismus und Struktureller Rassismus beherrschen leider unsere gesamte Gesellschaft. Dabei handelt es sich nicht um ein exklusiv US-amerikanisches Problem, wie aktuell viele zu glauben oder zu hoffen scheinen. Ganz im Gegenteil: In Deutschland leiden die Menschen unter genau denselben Problemen.

Racial Profiling, Waffen hortende Nazis in Polizei und Bundeswehr, Polizeigewalt: All das wird auch immer wieder aus Deutschland berichtet. Die meisten wollen nur nichts davon hören oder wissen. Weil der gesamtgesellschaftliche Rassismus ein Problem ist, das sich nicht so einfach mal eben schnell aus der Welt schaffen lässt.

Um insgesamt dagegen vorzugehen, brauchen wir auch eine gesamtgesellschaftliche Lösung – also auch eine Veränderung in der gesamten Gesellschaft. Das Gute daran und so bitter das vielleicht klingt: Der Zeitpunkt, so eine Veränderung endlich wirklich anstoßen zu können und in Gang zu kriegen, ist vielleicht gerade besonders günstig.

Auch in Deutschland: Seit 1999 sind in Deutschland 269 Menschen durch Schüsse der Polizei gestorben. Das bedeutet, dass alle fünfeinhalb Wochen ein Mensch in Deutschland von Polizist*innen erschossen wird. Death in Custody geht davon aus, dass seit 1993 über 183 von Rassismus betroffene Menschen in Polizeigewahrsam gestorben sind.

Dazu zählt auch einer der bekanntesten Fälle: Oury Jalloh soll sich (laut Angaben der Polizei) angeblich selbst in seiner Zelle angezündet haben, während er an Händen und Füßen gefesselt war. Obwohl alle Fakten gegen diese Darstellung sprechen, bleibt die Polizei aus Dessau bei dieser Geschichte.

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Auch in Kleve hat 2018 ein Mensch in einer Gefängniszelle so krasse Brandverletzungen erlitten, dass er an ihnen gestorben ist. Besonders hart: Die Polizei wusste wohl schon lange im Voraus, dass der so zu Tode gekommene Ahmed A. gar nicht die Person war, die die Polizist*innen eigentlich festsetzen wollten.

Verbrannt in der Gefängniszelle: Welche Rolle spielte die Polizei Kleve? | Monitor

Die unrechtmäßige Inhaftierung des Syrers Amad A., der nach einem Brand in der JVA Kleve ums Leben kam, ist auf eine nachträgliche Veränderung von Daten durch die Polizei zurückzuführen. Das deckten MONITOR-Recherchen Anfang April auf...

Der wohl aktuellste Fall dreht sich um eine Frau namens Maria, die in ihrer Berliner Wohnung Anfang 2020 von einem Polizisten erschossen wurde. Die offenbar schwer kranke Person habe den Beamten und seine beiden bewaffneten Polizei-Kollegen so sehr mit einem Messer bedroht, dass sie sich anscheinend nicht mehr anders zu helfen wussten, als sie einfach zu erschießen.

Der Fall Maria: Was (nicht) passiert, wenn Polizist*innen töten

Eine junge Frau kniet vor brennenden Grabkerzen vor einem Wohnhaus in Berlin-Friedrichshain. Sie weint und steckt frische Tulpen in eine Vase. Noch immer kann sie nicht glauben, dass das wirklich passiert sein soll: dass in diesem Haus vor wenigen Tagen, am 24. Januar, eine junge Frau erschossen wurde.

Auch bei den Schüssen auf den psychisch Kranken im Berliner Neptunbrunnen drängt sich die Frage auf: Wieso schießen diese Polizist*innen den Angreifer*innen eigentlich nicht ins Bein, wenn sie schon unbedingt schießen müssen? Die Antwort könnte Teile der Bevölkerung verunsichern: Weil die Polizei offenbar auch schießwütige Nazis und Rassisten anzieht.

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Rassistische Polizeikontrollen, Drohbriefe, rechte Chatgruppen, Terror-Organisationen, Gesinnungsprobleme, personelle Überschneidungen mit Nazi-Gruppierungen und Söldner-Organisationen, Waffen-Sammler, Munitionsdiebe, Nazi-Devotionalien in Kasernen und und und: Wer will, findet all das auch bei der Staatsgewalt Deutschlands.

ZDFzoom: Angriff von innen

Die Planungen rechtsextremer Kreise für einen Umsturz in Deutschland waren weiter gediehen als bisher bekannt. Autor Dirk Laabs kann belegen, dass illegal Munition beiseite geschafft, Waffen gehortet und ganz konkret Pläne geschmiedet wurden für den "Tag X". Um diesen Tag X auszurufen, warten Rechtsextremisten auf eine krisenhafte Situation.

Es ist allerhöchste Zeit, etwas dagegen zu unternehmen.

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Rap als Widerstand: "Fight The Power 2020" mit Nas, YG & mehr

Rap als Widerstand: "Fight The Power 2020" mit Nas, YG & mehr

Von Till Hesterbrink am 29.06.2020 - 13:45

Die BET Awards fanden letzte Nacht statt und wie jedes Jahr wurden Schwarze Persönlichkeiten aus dem Sport, der Musik und der Schauspielerei ausgezeichnet. Eine eh und je politisch geladene Veranstaltung war dieses Jahr noch geladener als sonst. Viele Nominierte und Gewinner nutzten ihre Bühne, um sich gegen soziale Ungerechtigkeiten auzusprechen. Alles natürlich rein virtuell und über Videobotschaften.

Auch die Performances waren nicht live, sondern bestanden aus zuvor produzierten Videos. Die fulminante Eröffnung der Show machten dabei Public Enemy. Zu ihnen gesellten sich Nas, YG, Rapsody, Black Thought von den "Roots" und Jahi, um zusammen den Klassiker "Fight The Power" zu performen. Unterlegt war das Video mit Bildern der aktuellen Proteste um rassistisch motivierte Polizeigewalt, in den USA.

Der Song erschien ursprünglich 1989 und galt damals schon als Hymne für Protestierende, da er die herrschenden sozialen und kulturellen Probleme der USA gnadenlos auf den Punkt brachte. Knapp 31 Jahre später scheint der Track relevanter denn je.

Zu Beginn des Auftritts sang Keedron Bryant seinem Song "Young Black Man". Der 12-Jährige sicherte sich vor Kurzem mit seinem viralen Anti-Rassismus Hit einen Record Deal bei Warner Music.


Public Enemy Is Joined By Nas, Black Thought & More For Rendition of Fight The Power | BET Awards 20

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