Die besten französischen Rap-Alben 2020 (bis jetzt)

Der Einfluss von französischem Rap insbesondere auf die deutschsprachige Szene bleibt auch 2020 ungebrochen. Bei unseren Nachbarn im Westen tummeln sich innovative Newcomer, interessante Persönlichkeiten und Rapper, die auch jenseits der 40 noch frisch und hungrig klingen. Ein Blick herüber lohnt sich immer!

Nach dem Rückblick auf die Songs, die Rap-Frankreich im ersten Quartal im Griff hatten, liefert unser Kollege Tobias Wilinski jetzt für eine Zusammenstellung von Alben, die man 2020 gehört haben muss. Neben seinem "ThemaTakt"-Podcast hat Tobias kürzlich ein neues Format namens "L'heure du rap" (@lheuredurap) auf say-say.de gestartet, in dem er sich ausschließlich mit der französischen Rapwelt befasst. Mit Input zu seinem Podcast oder Pitches für Artikel bei uns könnt ihr euch vertrauensvoll an den entsprechenden Instagram-Account wenden.

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Isha - La Vie Augmente Vol. 3

Einer der wichtigsten kongolesischen Filme ist zweifelsohne „La vie est Belle“ („Das Leben ist schön“). Regisseur war 1987 Ishas Onkel Ngangura Dieudonné Mweze. Ishas Reihe „La vie augmente“ („Das Leben vergrößert sich“) ist eine Referenz an diesen Film. Auch in seinen Texten behandelt Isha, der schon seit über 15 Jahren Musik veröffentlicht, Afrika beziehungsweise die Kolonisation des Kongo.

Im Opener „Durag“ rappt er „Kongo – unsere Väter wurden von Priestern aufgezogen / man schlug uns, wenn wir das Ave Maria falsch zitierten“ und im Song „Les Magiciens“ nimmt Isha die Perspektive eines Kolonisierten ein, der die Kolonisatoren für Magier hält: „Sie haben Gold und Diamanten genommen, hinterlassen haben sie das magische Buch (die Bibel)“.

Isha gelingt es, tiefgründige Texte zu schreiben, ohne dass die Musik dadurch schwerfällig wird. „Magma“ ist einer der stärksten Songs des Jahres und „Chaud devant“ strahlt eine ähnliche Hitze aus. Aufgewertet wird „La vie augmente Vol. 3“ durch die Feature-Gäste: Green Montana auf „Bad Boy“, Ausnahme-Rapper Dinos, Sofiane Pamart am Piano und PLK, der auf „Tradition“ im gleichen Flow wie Isha rappt. 

Top-Songs

  • Les Magiciens
  • Magma
  • Chaud Devant

Laylow - Trinity

„Bienvenue dans le programme Trinity“, begrüßt uns im Intro eine weibliche Computerstimme. Wer oder was ist Trinity? Das erfahren wir nach und nach auf Laylows gleichnamigen Debütalbum. „Es ist wichtig, dass ihr das Album in der richtigen Reihenfolge hört!“, schreibt Laylow am Release Day auf Instagram. Es ist nämlich ein Konzeptalbum, dessen Songs aufeinander aufbauen. 

Es startet mit dem kraftvollen „MEGATRON“, das bewusst „Black Skinhead“ und andere Kanye West-Songs referenziert. Doch der Rest des Albums ist vor allem melancholisch und düster. Die Videoauskopplungen visualisieren eine dystopische Welt voller Technologie, Matrix-Referenzen und Emotionen.

Ein Höhepunkt ist „BURNING MAN“ mit Lomepal. Im Refrain heißt es übersetzt: „Ich kreiere, dann mache ich alles kaputt, das ist wunderbar / ich zerstöre mich jeden Tag etwas, das ist mein Leben“. Diese Stimmungen verstärkt Laylow mit vielen kleinen Details, indem er seine Stimme beispielsweise mit Effekten bearbeitet und so selbst teils wie ein Computer klingt. 

Trinity, die elektronische aber sanfte Frauenstimme aus dem Intro, taucht immer wieder in Skits auf. An einem Punkt scheint Laylow sogar zu denken, dass er in einer Beziehung mit ihr wäre. Die Wahrheit erfahren wir erst im Skit vor dem letzten Song: Trinity ist eine Software, die Emotionen stimuliert. Im anschließenden Song ist Laylow ohne Trinity – und somit auch ohne Emotionen. Damit ist er quasi selbst zu einer Software/einem Roboter geworden. Gänsehaut!

Top-Songs

  • Hört das ganze Album!

Népal - Adios Bahamas

Népal konnte die Veröffentlichung seines Albums leider nicht miterleben. Zwei Monate bevor es erschien, ist er aus unbekannten Gründen mit nur 29 Jahren verstorben. Er war Rapper, Beatmaker, Videograf, ein echtes Multitalent. Und Geheimniskrämer. Sein Gesicht hat er (so wie auf dem „Adios Bahamas“-Cover) verhüllt, maskiert oder geschminkt und im Video zu „Daruma“ bewegen sich vor seinem Gesicht verschiedene Elemente.

Ein wiederkehrendes Element auf „Adios Bahama“ ist Népals Lebensphilosophie. Dazu zählen Kritik am Kapitalismus, die er zum Beispiel im Song „Millionaire“ zeigt („Ihr seid im Wettlauf, aber es gibt keine Ziellinie“), und an Künstler*innen, die sich komplett verstellen („Leb wenigstens dein Leben, wenn du schon deine Texte nicht lebst“ in „Sundance“).

In vielen Songs zeigen sich hinduistische und buddhistische Einflüsse und Népals Begeisterung für Japan: Das Intro ist auf japanisch und der letzte Song „Daruma“ ist nach einer japanischen Glücksbringer-Figur benannt. „Adios Bahamas“ ist das Album eines reflektierten Künstlers mit einem extrem großen Wortschatz und für viele jetzt schon eines der Alben des Jahres. 

Top-Songs

  • Ennemis, Pt. 2 ft. Di-Meh
  • En Face ft. Nekfeu
  • Daruma

Meryl - Le Jour Avant Caviar

Meryl hat das Mixtape vor zwei Jahren geschrieben. Weil sie damals quasi noch nichts erreicht hatte, heißt es „Tag vor dem Kaviar“. In der Zwischenzeit hat sie allerdings eine ganze Menge geschafft und unter anderem mit bekannten Künstler*innen wie Soprano, Niska und SCH zusammengearbeitet. Bis jetzt hatte sie meist im Hintergrund gearbeitet und vor allem für andere Künstler*innen Songs geschrieben.

Sie ist außerdem eine äußerst talentierte Top-Linerin, sie schreibt also die Melodien, die später zu Ohrwürmern werden sollen – und die Fähigkeit demonstriert sie auf ihrem Tape in ihrer ganzen Pracht. Fast jeder der zehn Songs (+ 2 Bonus Tracks) enthält Stellen, die auch Stunden nach dem Hören noch im Kopf rotieren. Besonders gefährlich ist es beim gesungenen „La Brume“, der Hit-Single „AH LALA“ oder dem sommerlichen „Billets“-Refrain.

Auf „Jour Avant Caviar“ zeigt Meryl, dass sie rappen und singen kann – und nicht nur auf französisch: Auf „Beni“ singt Meryl, die in Martinique geboren wurde, zum größten Teil auf Kreol. Das Mixtape scheint wenig verkopft und dadurch umso vielseitiger.

Top-Songs

  • La Brume
  • AH LALA
  • Coucou

Ninho - M.I.L.S. 3

Ninho ist ein Phänomen. Er ist gerade erst 24 geworden, aber schon der Künstler mit den meisten Gold-, Platin- und Diamant-Singles in Frankreich.

Auch sein Mixtape „M.I.L.S 3“  ist nach nur einem Monat Platin gegangen. Es hat sich also mehr als 100.000-mal verkauft. Das einzige Album, das bislang 2020 noch erfolgreicher war, ist „Les derniers salopards“ von Maes.

Was Ninho und Maes (aber auch Booba, Damso, PNL oder Nekfeu) ausmacht: Alle legen sehr viel Wert auf Melodien und Harmonien. Ob mit oder ohne Autotune – sie können singen. Ninho zeigt das auf „M.I.L.S 3“ sowohl in eingängigen Hooks als auch in seinen Parts, in denen er immer wieder zwischen hartem Rap und gesungenen Lines switcht. So schafft er es, trotz weniger Feature-Gäste für Abwechslungsreichtum zu sorgen: Songs, die aggressiv nach vorne gehen wie das Intro, der Titeltrack oder „Millésimes“, wechseln sich mit sentimentalen Sounds wie in „La Puerta“, „Le Jeu“ oder „Mauvais Djo“ ab.

Auch „Promo“ stimmt traurige Piano-Klänge an. Es ist der erste Song von Ninho und dem belgischen Superstar Damso, nachdem eine Kollaboration auf Ninhos Album „Destin“ aus zeitlichen Gründen nicht geklappt hatte. Überraschenderweise ist der erfolgreichste Song des Albums keine von Ninhos Dealer-Balladen, sondern ein Liebessong, der seine besondere Atmosphäre einem minimalistischen Instrumental verdankt: „Lettre à une femme“ („Brief an eine Frau“).  

Top-Songs

  • M.I.L.S 3
  • Promo ft. Damso
  • Millésimes

Caballero & Jeanjass - High & Fines Herbes

Sie kochen mit Weed, lassen Rapper in Spielen wie „Wer dreht in zwei Minuten die meisten Joints?“ und filmen das Ganze in ihrer Reality-Show „High & Fines Herbes“. Jetzt hat das belgische Duo den Soundtrack zur dritten Staffel rausgebracht. Trotz Weed-Konsum waren die Beteiligten fleißig: Ganze 24 Songs (und als Sahnehäubchen ein Bonustrack) befinden sich auf dem Album. Wobei man auch sagen muss, dass sie ihr letztes Album „Double Helice 3“ vor zwei Jahren rausgebracht haben.

JeanJass hat auch zugegeben, dass der Titeltrack der Show („Demain“) schon seit 2018 auf dem Rechner schlummert. Damals hatten sie gedacht, dass den Song keiner mögen würde – mittlerweile ist er einer ihrer beliebtesten Songs.

Auf ihrem Soundtrack versammeln sie 22 Künstler*innen, von denen die meisten auch in der Show zu Gast waren: zu den bekanntesten Features zählen Rim’K, Mister V, Lefa und Lomepal. Highlights sind aber auch die Songs „De loin“ mit der begnadeten Chilla und das düstere „Quand Meme“ mit Isha, der seit kurzem sogar in der gleichen Straße wie JeanJass wohnt.

Das Album versprüht – passend zur Serie des belgischen Duos – positive, entspannte Vibes und ist auch ohne CD-Verkäufe mit 4.500 Einheiten auf Platz 3 der Charts eingestiegen. Welcher Rapper den ersten Platz aka „Poumon D’or“ („goldene Lunge“) in ihrer Show macht, seht ihr hier.

Top-Songs

  • De Loin ft. Chilla
  • Demain
  • Quand même

S. Pri Noir - Etat d’esprit

Circa zwei Jahre nach seinem Debütalbum „Masque Blanc“ bringt S.Pri Noir (Wortspiel mit „Esprit Noir“ – „Schwarzer Geist/Verstand“) sein zweites Album raus. Auffällig sind die Feature-Gäste, die er mit einem extra dafür angefertigten Video im Gaming-Style angekündigt hat: Leto, 4Keus, Alonzo, Lefa, Laylow, Lyna Mahyem, Dadju und die technisch extrem versierten Rapper Sneazzy und Alpha Wann auf der Auskopplung „T’as capté“.

Wie auch schon bei S. Pri Noirs Vorgänger-Projekten, hat Biggie Jo den Großteil der Beats produziert. Auffällig sind die extremen Stimmungswechsel zwischen fast allen aufeinander folgenden Songs. Auf einen eher fröhlichen Song folgt ein langsamer und umgekehrt. Der Club-Song „Badman“ liegt zwischen dem verspielt sentimentalen „Maman Dort“ und dem ruhigen „100 Regrets“. Am deutlichsten wird der Wechsel vom tanzbaren „911“ mit Dadju zu „Dystopia“, dessen orchestraler Beat auch ein Film-Soundtrack sein könnte. So wie „4 litres 2 (Freestyle)“ eine Video-Auskopplung und Album-Highlight! 

Top-Songs

  • Badman ft. Lefa
  • Dystopia
  • 4 litres 2 - Freestyle

Toan - Madre Mediterranea

Am Ende noch ein Geheimtipp: Toan. Er lebt in Paris und arbeitet als Psychologe, nebenbei macht er verdammt gute Musik. Sein erstes und 2020 letztes Album hat er 2015 herausgebracht. Die Zeit des Wartens hat sich gelohnt: „Madre Mediterranea“ ist ein deutlich reiferes Album als der Vorgänger, was sich schon auf dem gleichnamigen Opener zeigt.

Zusammen mit Producer Vincha hat Toan einen schönen Soundteppich gewebt und kleine Details wie Skits, Zikadenzirpen oder das Knistern eines Plattenspielers eingeflochten. Features kommen ausschließlich von Sängerinnen; unter anderem der bekannten Sängerin (und Toans Schwester) Olivia Ruiz.

Auf „Voyage Vers Nous“ zeigt er, dass er auch selbst gut singen kann. Das Thema des Albums ist das Mittelmeer: Spanisch, Arabisch, Französisch – Toan lässt all diese Einflüsse verschmelzen. Der Rapper hat selbst in Frankreich noch viel zu wenig Aufmerksamkeit bekommen. Es wäre schön, wenn sich das mit diesem Album ändern würde. 

Top-Songs

  • Madre Mediterranea
  • Rayon de Lumière
  • Voyage Vers Nous

Rap Français: 12 Songs, die du 2020 gehört haben musst // Q1

Hits und solche Songs, die es eigentlich verdient hätten

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Rap Français: 12 Songs, die du 2020 gehört haben musst // Q1

Rap Français: 12 Songs, die du 2020 gehört haben musst // Q1

Von HHRedaktion am 16.04.2020 - 16:40

 

Der Einfluss von französischem Rap insbesondere auf die deutschsprachige Szene bleibt auch 2020 ungebrochen. Bei unseren Nachbarn im Westen tummeln sich innovative Newcomer, interessante Persönlichkeiten und Rapper, die auch jenseits der 40 noch frisch und hungrig klingen. Ein Blick lohnt sich immer!

Für einen minimal verspäteten Rückblick auf die Songs, die Rap-Frankreich im ersten Quartal im Griff hatten, sorgt mit diesem Artikel unser Kollege Tobias Wilinski. Neben seinem "ThemaTakt"-Podcast hat Tobias kürzlich ein neues Format namens "L'heure du rap" (@lheuredurap) auf say-say.de gestartet, in dem er sich ausschließlich mit der französischen Rapwelt befasst. Mit Input zu seinem Podcast oder Pitches für Artikel bei uns könnt ihr euch vertrauensvoll an den entsprechenden Instagram-Account wenden.

Französischer Rap 2020: Songs von Maes, Gambi & mehr

Zu den großen Hits, die hier im Fokus stehen, gibt es auch ein paar Songs von Rappern, die noch nicht in der Champions League spielen, aber dieses Jahr durchaus die Quali schaffen könnten. Viel Spaß mit zwölf Songs aus Frankreich (und Belgien), die man 2020 gehört haben sollte!

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Isha - Magma

Isha stammt aus Brüssel und rappt seit über zehn Jahren. Seine Karriere hat er unter dem Namen Psmaker gestartet. Erst später hat er sich dafür entschieden, seinen Vornamen Isha auch als Künstlernamen zu nutzen. Der Song "Magma" ist auf seiner EP "La vie augmente Vol. 3" - produziert hat ihn King Doudou, der auch schon für PNL produziert hat ("Oh lala" und "Dans ta rue"). "Magma" ist vielleicht der Song, den ich in diesem Jahr am häufigsten gehört habe.

Larry - Enfant compliqué

Larry ist erst 21 und kommt aus Straßburg. Er hat sein eigenes Label Gothvm Records bei Columbia untergebracht und darüber das Mixtape "Cité Blanche" veröffentlicht. Auch wenn "Woin woin" mit RK der größere Hit ist, ist "Enfant compliqué" mit seiner tristen Melodie und gesungener Hook das außergewöhnlichere Lied.

Hatik - Prison pour mineurs

Hatik könnte 2020 der neue Star in der französischen Rapszene werden, obwohl sein erstes Projekt bereits sechs Jahre alt wird. Sein Output hat sich auch im letzten Jahr schon auf hohem Niveau bewegt: Mit dem Mixtape "Chaise Pliante" und dem "Projet Berlin" (fünf Songs samt Videos an fünf Tagen in Berlin) in Zusammenarbeit mit Daymolition gab es einiges von ihm zu hören.

Was Hatik 2020 einen enormen Schub gebracht hat, ist neben "Chaise Pliante 2" vor allem die Hauptrolle in der französischen Serie "Validée" (vergleichbar mit "Skylines"). Laut Canal+ haben die Serie mittlerweile mehr als 15 Millionen Leute gesehen. Das hat Hatiks Streamingzahlen vervielfacht. Das Video zu "Prison pour mineurs" gibt bereits einen kleinen Einblick in die Serie.

Erst kürzlich hat Hatik sich auch bei vielen deutschsprachigen Raphörern einen Namen gemacht. Auf dem aktuellen Song "Dämon" des Schweizer Newcomers Monet192 hat der Franzose nämlich einen echten Sahne-Part abgeliefert. In unserem Interview hat Monet Hatik in den höchsten Tönen gelobt und von der Zusammenarbeit berichtet.

(Die erste "Validée"-Folge könnt ihr übrigens hier sehen

Sofiane - #Jesuispasséchezso: Episode 12

Spätestens seit "Remontada" mit Azet kennen ihn auch die meisten Deutschrap-Fans. Es gibt kaum Rapper, die mit so viel Energie rappen wie Sofiane aka Fianso – und das obwohl er schon seit bald 20 Jahren fleißig dabei ist. Neben Mixtapes, Alben, unzähligen Features und seiner eigenen Freestyle-Show "Rentre dans le cercle" gab es lange Zeit auch immer wieder Clips der Reihe "JeSuisPasséChezSo".

Bei dieser Serie nimmt er Clips in den Vierteln befreundeter Rapper auf, wobei in der Regel heruntergekommene Hochhaussiedlungen die Szenerie bilden. Im ersten Quartal 2020 hat er den zwölften Teil dieser Serie – den ersten seit Dezember 2017 – herausgebracht. Der epische Beat kommt von Tarik Azzouz, der auch schon für DJ Khaled, Meek Mill oder Rick Ross produziert hat.

Meryl - Coucou

Meryl ist ein Multitalent! Sie ist Rapperin, Sängerin sowie Produzentin und hat in den letzten Jahren mit Größen wie Soprano, SCH, Shay, Timal oder Niska zusammengearbeitet. 2020 hat sie ihr Debüt-Mixtape "Jour avant Caviar" rausgebracht, auf dem sie all ihre Talente kombiniert. Für "Coucou" hat sie sich die Unterstützung von Producer Junior Alaprod geholt (Damso, MHD, Siboy und mehr). Nicht nur der Beat sticht aus dem Mixtape heraus, sondern auch die für Meryl ungewöhnlich hohe Singstimme.

Chily ft. Koba LaD - Tout est calé

Sie haben beide ihre ganz eigene Art zu rappen und zu betonen: Koba LaD (der Shootingstar 2019) und Chily. Vielleicht ist es gerade dieses Alleinstellungsmerkmal, das "Tout est calé" zu einem der bislang größten Hits 2020 macht. Der Song ist aus Chilys Debütalbum "5ème Chambre (très mystique)". Chily zählt als Jahrgang 1999 zu den jüngsten neuen Stars der französischen Rapwelt und hatte 2019 mit "San Pellegrino" (über 44 Millionen YouTube-Aufrufe) einen der Hits des Jahres.

Gambi ft. Heuss l’Enfoiré - Dans l’espace

Gambi ist Frankreichs neue Hitmaschine. Wie Koba LaD ist der Rapper aus einem Pariser Vorort letztes Jahr komplett durch die Decke gegangen – auf einem ganz eigenen Level: "Hé Oh" hat innerhalb von acht Monaten 90 Millionen Views geknackt und war auf Platz 1 der französischen Charts. Solange bis Gambi zwei Monate später seine nächste Single "Popopop" (aktuell 77 Millionen Views) rausgebracht und sich selbst auf der Pole Position abgelöst hat.

Beide Singles sind mittlerweile in Frankreich Diamant gegangen. Das hat "Dans l’espace" mit Heuss l’Enfoiré noch nicht geschafft, aber wenn der Sommer erst richtig losgeht, wird dieser vor Sommer-Vibes triefende Song bestimmt noch durch Frankreichs Straßen, Clubs und Häuserschluchten schallen.

Maes ft. Booba - Blanche

Maes, 25 und wie fast alle großen Stars der Szene ein Pariser, ist bis jetzt der erfolgreichste Rapper des Jahres. Sein Song "Blanche" mit Booba ist der meistgestreamte französischsprachige Song 2020 auf Spotify (Stand 16. April: 29 Millionen Streams). Der Song ist auf seinem Album "Les derniers salopards" zu hören, das im Januar erschienen ist und seitdem nicht mehr aus den großen Playlists wegzudenken ist.

Es ist Maes' zweites Album und bislang das 2020 am meisten verkaufte in Frankreich. Die Erfolgskombo von diesem Song konnte schon 2018 mit dem gemeinsamen Hit "Madrina" auf Platz 1 charten.

Barack Adama - Sirène

Der sentimentalste Song in unserer Liste, kommt von Barack Adama aka AD. Bis zu ihrer Trennung im Jahr 2013 war er Teil der Gruppe Sexion D’Assaut (ihr erinnert euch sicher an den Hit "Desolé"). "Sirène" ist auf der EP "Libertad (Chapitre 1)", die Adama über sein Label H24 Music rausgebracht hat. Wie das Video eindrucksvoll zeigt, geht es in dem Song um Tod, Mord und die Tatsache, dass Adama den Satz "es wird noch mehr geben" nicht mehr hören will. 

Bosh - Coeur noir

Der vielleicht düsterste Sound kommt von Bosh. "Coeur noir" (schwarzes Herz) heißt die erste Video-Auskopplung seines zweiten Albums "Synkinisi", die brutal nach vorne geht und viele Franzosen ins Moshpit-Melancholie versetzen dürfte.

Auf der LP demonstriert Bosh aber auch ganz andere Facetten wie beispielsweise in "Défilé". So wie Hatik spielt auch Bosh eine Rolle in der Serie "Validée", die ihm in den letzten Wochen mehr Aufmerksamkeit eingebracht hat. 

Tsew The Kid - Wouna

Den Sound für die romantischen Stunden liefert Tsew The Kid. 1996 in Paris geboren, verbringt er seine frühe Kindheit in Madagaskar und kehrt erst mit vier Jahren nach Frankreich zurück. Mit 15 fängt er an zu singen und seine ersten Songs aufzunehmen. Sein Debüt "Diavolina" bringt er 2019 digital heraus, bevor es im März 2020 mit fünf weiteren Songs auch als CD in die Läden kommt.

Hornet La Frappe - Calumet

Schon im Januar hat der Pariser Hornet La Frappe zur Friedenspfeife ("Calumet") gegriffen und eine krasse Sommerhymne rausgehauen. Das Lied ist Teil seines zweiten Albums "Ma Ruche" und wurde mittlerweile alleine auf YouTube über 20 Millionen Mal gespielt. Hornet hat sich übrigens nicht nur nach der Hornisse benannt, auch sein Album heißt übersetzt "Mein Bienenstock" und bei manchen Auftritten hat er ein Maskottchen dabei, das glatt dem BVB bei Heimspielen zujubeln könnte.


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