Homerecording (Teil 5): Vocal Mixing Basics I – EQ
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Da in den vorherigen vier Teilen dieser Reihe bereits das Grundgerüst für erste heimische Aufnahmen geschaffen wurde, können wir uns nun mit dem Editieren der Rohaufnahmen befassen – dem Vocal Mixing. Der Stand der Dinge sollte wie folgt aussehen: Auf eurem Rechner liegen Instrumentals, zu denen ihr Parts geschrieben und gemäß den zuvor abgesteckten Regeln Vocal-Spuren eingerappt habt. Euer Projekt enthält nun eine Instrumental- und eine oder mehrere Vocal-Spuren. Die Lautstärke der einzelnen Spuren habt ihr schon etwas angepasst – dennoch klingt es irgendwie matschig.

Durch Lautstärkeregelung allein lässt sich tatsächlich herzlich wenig erreichen – das liegt unter anderem daran, dass die Frequenzen der verschiedenen Spuren sich gegenseitig überlagern. Mit ausgewogenem Klang hat das noch wenig zu tun. Im heutigen Teil werden wir diesem Problem auf den Grund gehen. Das erste Plug-In, was ich vorstellen möchte, ist der Equalizer (EQ) – er wird dazu dienen, eurer Stimme einen ersten persönlichen Schliff zu verpassen und ihr gleichzeitig Raum im Instrumental zu verschaffen, damit eure Vocals klar verständlich sind und nicht inmitten von 808-Bässen und krachenden Snares untergehen.

Was genau ist ein EQ?

Der EQ (von engl.: equalize – angleichen, ausgleichen) dient der Frequenzanpassung von Audiosignalen im Rahmen der Tongestaltung. Gleichzeitig werden die Frequenzen der einzelnen Audiospuren entzerrt, um suboptimale Raumakustik oder von Equipment herrührende Störeinflüsse zu kompensieren. In unserem Fall ist es kein Gerät, sondern ein digitales Plug-In, das in der Produktionssoftware integriert ist. Beim Equalizing (EQing) werden störende Frequenzbereiche reduziert (Cutting) und angenehmere angehoben (Boosting), damit Instumentalgruppen und Vocals ihren individuellen Platz innerhalb des Mixes (Stereo Space) erhalten.


Foto:

Logic Pro X
Channel EQ

Im Fokus dieses Teils wird der Umgang mit dem parametrischen EQ stehen. Um ihn auf eure Rohspur anzuwenden, öffnet ihr ihn in der Plug-In Chain eurer Vocal-Spur. Viele werden jetzt aufschreien, weil die Verwendung von Plug-Ins auf Auxiliary Tracks („Hilfsspuren“) deutlich vorteilhafter sein kann, wenn man die CPU-Auslastung betrachtet – darüber können wir allerdings noch mal diskutieren, wenn ihr eure eigenen Beats bastelt und in die Verlegenheit geratet, mindestens 20-30 Vocal-Spuren darüber abmischen zu müssen. Im folgenden Video demonstriere ich euch daher zunächst grundlegendes Vocal EQing am Beispiel des Channel EQ in Logic Pro X. Habt ihr das Prinzip begriffen, lassen sich die Einstellungen ganz intuitiv auf andere Softwares übertragen. Das EQing ist wirklich kein Hexenwerk – dafür aber eine der grundlegendsten Fertigkeiten der Klanggestaltung.

EQing erfordert eine Menge Übung. Wichtig ist dabei besonders das Hören – Frequenzen nach Gutdünken zu cutten und zu boosten, kann große Klangeinbußen bedeuten. Hört also jede Modifikation mehrfach an und equalizet nicht leichtfertig. Natürlich kennt ihr irgendwann euer Plug-In und wisst bei gewissen Vocals, wie ihr sie zu EQen habt. Dennoch ist jede Aufnahme einzigartig und wird durch mannigfaltige Faktoren wie Raumakustik, Equipment, Stimmqualität und anderes beeinflusst; daher empfiehlt es sich, nicht einfach die EQ-Einstellungen aus dem Tutorial zu übernehmen, sondern selbst die Ohren aufzusperren – es lohnt sich.

Einige Tontechnikexperten werden jetzt die Stimme erheben und anmerken, dass vor dem EQ noch ein Compression Plug-In verwendet werden sollte. Natürlich kann man das machen. Muss man aber nicht. Die Streitfrage, ob Compression oder EQ in der Effect Chain vorgeschaltet werden sollten, existiert in etwa so lange wie die Tontechnik selbst und sollte hier einfach mit „Geschmackssache“ beantwortet werden. Was genau Compression ist und wie sie im Vocal Processing Verwendung findet, erfahrt ihr im nächsten Teil. 

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Beat-Pool: Zahlreiche Deutschrap-Producer starten Plattform für Instrumentals

Beat-Pool: Zahlreiche Deutschrap-Producer starten Plattform für Instrumentals

Von Paul Kruppa am 23.06.2021 - 16:56

Der Hamburger Produzent Skool Boy (Jace, Haiyti, Luciano, Marvin Game und mehr) hat das Gemeinschaftsprojekt Beat-Pool ins Leben gerufen. Rapper und Rapperinnen, die nach einem passenden Beat Ausschau halten, können sich zukünftig am Beat-Pool bedienen. Eine Reihe namhafter deutscher Beatmaker ist dabei an Bord. Am 1. Juli 2021 launcht das Ganze auf beat-pool.com.

Mit Broke Boys, Bawer, Traya & mehr: Beat-Pool kommt

Artists, die keinen Zugang zu hochwertigen Produktionen haben, sollen bald mithilfe von Beat-Pool "ihren individuellen Sound" entdecken können. Der Pressetext verspricht unabhängig von musikalischen Vorlieben Qualität.

"Die Start-Up-Plattform präsentiert hochqualitative Beats unterschiedlicher Genre - von Beatmakern, die mit etablierten Deutschen Hip-Hop Artists zusammenarbeiten. Beat-Pool bietet den Zugang zu musikalischem Input, zu urbanem Sounddesign, nach dem sich Rapper sehnen."

Die erste Füllung für den Pool umfasst eine Vielzahl von Artists. Es handele sich dabei um eine "Top-Auswahl" von Produzenten. Die Namen konnten wir auch schon in Erfahrungen bringen. So werden die Broke Boys, Bawer, SBM (Skool Boy, Marú), Vanta, Traya, Snice1, Torky Tork, Carlifornia, Drupes, Korayzen, Ciaga, Mo$art und Skew im Beat-Pool exklusive Instrumentals bereitstellen.

Beim Kauf ist dabei nicht ersichtlich, welcher Producer sich hinter dem gepickten Beat verbirgt. Auf der Website wird man ohne Anmeldung Instrumentals shoppen können. Der Preis für die Wav-Datei eines Beats soll bei 179 Euro liegen. Die Wav-Datei plus einzelne Beatspuren gibt es für 249 Euro. Zusätzliche Infos über Specials oder Neuzugänge im Beat-Pool bekommt man erst mit einer Anmeldung.


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