P*rnhub will Lil Nas X' neuen Song "Montero" retten

Lil Nas X sorgte kürzlich mit seinem Song "Montero (Call Me By Your Name)" und dem zugehörigen Video ordentlich für Aufsehen. Nicht nur kritisierten viele Konservative, Lil Nas X teuflischen Tanz im Musikvideo, auch sein Satans-Sneaker sorgte für hitzige Gemüter. Nun kündigte der junge Künstler an, dass sein Song womöglich von allen Streamingplattformen verschwinden werde. Auch sein Label gab an, keine Kontrolle mehr darüber zu haben, was nun passiere.

Lil Nas X: "Montero" verschwindet womöglich aus dem Streaming

Auf Twitter erklärte Lil Nas X, dass die Leute seinen neuen Track noch einmal auf Repeat hören sollten, bevor er bald von den großen Streamingplattformen verschwinden würde. Viele seiner Fans hielten die Aufforderung für einen Spaß, um die Aufrufe weiter anzukurbeln.

Doch kurz darauf meldeten sich erste Twitter-User zu Wort, die behaupteten, den Track scheinbar nicht mehr abspielen zu können. Sowohl über Apple TV, über Spotify als auch über YouTube schien es dabei in verschiedenen Ländern Probleme zu geben.

Auch Lil Nas X' Label Columbia Records meldete sich zu Wort. Nach eigenen Angaben würde dort alles daran gesetzt, den Song auf den Streamingplattformen zu erhalten. Allerdings sei die Situation auch außerhalb der Kontrolle des Labels.

P*rnhub will "Montero" retten

Um seinen Track der Öffentlichkeit trotzdem zu erhalten, erklärte Lil Nas X, dass er das Audio des Songs auf P*rnhub hochladen werde. Der Twitteraccount des Portals für Erwachsenenunterhaltung äußerte sich daraufhin ebenfalls auf Twitter. So verstehe sich P*rnhub als Plattform der freien Meinungsäußerung und wolle den Track daher mit offenen Armen willkommen heißen.

"Wir fühlen uns geehrt, Lil Nas X in die feurigen Höhlen der Hölle begleiten zu dürfen und seinen Sommerhit auf P*rnhub zu hosten. Wir sind eine Plattform der freien Meinungsäußerung und heißen Künstler willkommen, die ihre Kunst teilen und sich ausdrücken wollen."

"We are honored to join @LilNasX in the fiery pits of hell and host his summer banger on P*rnhub. We are a platform that celebrates free speech and we welcome artists to share their work and express themselves."

In Deutschland ist der Track bislang weiterhin auf allen Plattformen verfügbar. Auch Billboard hat mittlerweile ein Statement gegeben, in welchem klargestellt wird, dass der Song weiter auf allen Plattformen abspielbar bleiben soll.

Wegen "Satans-Schuh": Nike verklagt Lil Nas X

Lil Nas X hat sich nach dem Release seines Musikvideos zu " Montero (Call Me By Your Name)" und dem Drop des passenden Schuhs nicht nur die christliche Gemeinde in Amerika zum Feind gemacht. Auch der Streetwear-Gigant Nike positioniert sich nun gegen den Sneaker - und das direkt über rechtliche Schritte.

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Was Apple Music pro Stream an Künstler*innen zahlt

Was Apple Music pro Stream an Künstler*innen zahlt

Von Michael Rubach am 23.04.2021 - 12:22

In einem Brief hat Apple Music sich kürzlich an Künstler*innen, Labels und Verlage gewandt. Auf dieses Schreiben bezieht sich unter anderem das Wall Street Journal. Thema: die Bezahlung im Streaming-Zeitalter. Zum ersten Mal legte Apple Music offen, mit welchen Zahlen Künstler*innen rechnen können.

Das zahlt Apple den Artists pro Stream

Die wohl meistverbreitete Info aus dem Brief: Im Durchschnitt bezahlt Apple Music einen Cent pro Stream. Dabei macht die Plattform laut eigenen Angaben keinen Unterschied zwischen Artists, die beim Major unter Vertrag stehen und Künstler*innen, die es unabhängig versuchen.

"Während andere Streaming-Services Independent-Labels einen wesentlich niedrigen Preis zahlen als den Major Labels, zahlen wir allen Labels den gleichen Preis. Das bedeutet, dass Artists ihre Musik nach Belieben vertreiben können, da sie wissen, dass Apple den gleichen Preis zahlt. [...] Wir glauben an den gleichen Wert aller Musik."

("While other services pay some independent labels a substantially lower rate than they pay major labels, we pay the same headline rate to all labels. This means artists can distribute music however they like, knowing Apple Music will pay the same rate. Sign with a label or stay independent; we believe in the value of all music.")

Außerdem gibt Apple an, dass 52 Prozent der Abo-Einnahmen an die Labels fließen würden. Das wäre gleichbedeutend mit 52 Cent pro Euro. Zum Vergleich: Spotify erklärt, dass zwei Drittel jedes Euros, der durch Abo-Einnahmen & die Nutzer*innen reinkommt, letztlich an die Rechteinhaber*innen geht. Ein Streaming-Dienst bezahlt die Artists generell nicht direkt. Stattdessen wandert das Geld zunächst zu den Labels, Verlagen und Co, welche dann wiederum die Künstler vergüten.

2020 hat Apple demnach Geld an fünf Millionen Künstler*innen ausgeschüttet. Dies seien eine Million Artists mehr als noch 2019. Seit 2017 habe sich zudem die Zahl der Künstler*innen, die mehr als 50.000 Dollar im Jahr generieren verdoppelt. Apple zählte 2019 um die 60 Millionen Abonnent*innen. Marktführer in dieser Hinsicht ist Spotify. Der Konkurrent aus Schweden kommt auf über 150 Millionen bezahlte Abos.

Dafür liegt Spotify offenbar in Sachen Bezahlung pro Stream im Hintertreffen. Es heißt, dass das schwedische Unternehmen im Vergleich zu Apple weniger als die Hälfte ausschüttet. Spotify hatte dahingehend im März eine Transparenz-Offensive mit dem Slogan Loud & Clear gestartet. Auf einer eingerichteten Website kann man sich seitdem über das Bezahlmodell informieren. Eine Aufschlüsselung der Entlohnung pro Stream findet man dort jedoch nicht. Stattdessen heißt es:

"In der Streaming-Ära zahlen die Fans nicht pro Song, daher glauben wir nicht, dass eine Rate pro Stream eine aussagekräftige Zahl ist, die analysiert werden muss."


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