Gefängnis verbietet Kendrick Lamar & wird verklagt

Ein Häftling des Emyan Gefängnisses in Arizona klagt gegen ein im Knast herrschendes Verbot von Kendrick Lamar-Musik. Er musste die Beamten eine CD des Rappers konfiszieren lassen, da das Gefängnis die Musik als potenziell schädlich einstuft. Nachdem er im Bezirksgericht gescheitert war, geht es nun vors Berufungsgericht, wie KJZZ berichtet.

Kendrick Lamar im Gefängnis verboten

In Arizona wird die eingehende Post von Häftlingen untersucht. Handelt es sich dabei um CDs, Magazine oder Bücher, die bestimmte Thematiken behandeln, werden diese umgehend vom Gefängnis einkassiert. Grund dafür kann unter anderem die Darstellung von Gangs oder der Herstellung von Drogen sein.

Unter diesen Bann fiel nun auch Musik von Kendrick Lamar. In dem Falle war die Begründung, dass dort Gewalt und sexuelle Inhalte dargestellt würden. Die Anwältin des Klägers, Easha Anand, wirft dem entgegen, dass in dem Gefängnis auch Fernsehshows wie "Dexter" erlaubt seien, in welcher es um einen Serienmörder geht. Auch Bücher, in denen Vergewaltigung beschrieben würde und Country Musik, in der es um Mord ginge, seien kein Problem.

Die Anklage wirft dem Gefängnis vor, Kunst mit verschiedenen Maßstäben zu bewerten. Dabei würde vor allem Kunst von Schwarzen Künstler häufig ausgeschlossen. Zudem sei das Ausmaß der Verbote viel zu übertrieben und daher nicht mit der amerikanischen Verfassung vereinbar. So würde beispielsweise nicht nur Literatur verboten, die rassistisches Gedankengut verbreitet, sondern auch welche, die darüber informiert.

Mit dieser Begründung seien unter anderem auch Ausgaben des deutschen Magazins "Der Spiegel" verboten worden.

Country Musik statt Kendrick Lamar

In einer vorherigen Klage vor dem Bezirksgericht in Arizona wurde dem Gefängnis recht gegeben. Teil der Begründung war es, dass den Häftlingen schließlich nicht Musik im Allgemeinen verboten würde. Sie hätten ja trotzdem das Recht, beispielsweise Country Musik zu hören.

Die Anklage beruft sich nun darauf, dass Country Musik in keiner Weise ein adäquater Ersatz für Kendrick Lamar sein kann. Durch das Verbieten dieser Musik würde daher die durch die Verfassung geschützte Meinungsfreiheit der Häftlinge eingeschränkt.

"Jeder von uns würde sagen, dass Country Musik keine Alternative zu Kendrick Lamar ist. Musik, die sich wie die richtige Ausdrucksform anfühlt, ist nicht einfach auszutauschen."

"Any of us would say that country music is not an alternative to Kendrick Lamar. Music that feels like the right form of expression for you is not interchangeable."

Auch Alben des Rappers E-40 und des kürzlich beim Super Bowl aufgetretenen The Weeknd seien von dem klagenden Häftling gewünscht worden. Diese fielen ebenfalls unter das Verbot.

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Cannabis-Krypto: The Game auf zwölf Millionen Dollar verklagt

Cannabis-Krypto: The Game auf zwölf Millionen Dollar verklagt

Von Till Hesterbrink am 26.06.2021 - 11:26

Für The Game gibt es auch wirklich keine Pause. Nachdem er kürzlich von seinen Kindern zu Vatertag so sehr enttäuscht wurde, dass er ankündigte, sie aus seinem Leben zu streichen, kommt nun der nächste Hammer. Game könnte auf bis zu zwölf Millionen Dollar verklagt werden, da er 2017 eine windige Kryptowährung beworben haben soll.

The Game & Paragon Coin Inc.

Vor gut vier Jahren soll The Game (jetzt auf Apple Music streamen) öffentlich den Paragon Coin beworben haben. Dabei handelte es sich um eine Kryptowährung, die in der Cannabis-Industrie eingesetzt hätte werden sollen. Paragon Coin Inc. soll 2017 ein unregistriertes ICO veranstaltet haben, ein Initial Coin Offering. Dabei werden Kryptowährungen über Crowdinvestment an Investoren verkauft. Paragon konnte dadurch in knapp sechs Monaten 70 Millionen Dollar einnehmen.

Mittlerweile hat die Firma offiziell bankrott angemeldet und die Geschäftsführer sollen aus den USA geflüchtet sein, um einer Strafverfolgung zu entgehen. Anders als The Game. Bereits 2018 wurde ihm vorgeworfen, die Leute mit seiner Werbung übers Ohr gehauen zu haben. Doch ein Gericht konnte damals nicht klar feststellen, dass der Rapper auch wirklich bei Paragon angestellt gewesen sei.

Das hat sich nun geändert. Aufgrund neuer Beweise gilt Game mittlerweile als "gesetzlicher Verkäufer" und als Teammitglied von Paragon. Im nun anstehenden Gerichtsverfahren könnte The Game bis zwölf Millionen Dollar an Investoren zurückzahlen müssen, zusätzlich Gerichtskosten.

The Game soll hunderte Untergrund-Rapper abgezogen haben

Dem US-Rapper The Game wird aktuell vorgeworfen, aufstrebende junge Rapper mit einer niederen Masche um Geld betrogen zu haben. Er soll ihnen für 500 bis 1.000 Dollar eine Zusammenarbeit versprochen haben. Das Einzige, was er im Gegenzug geliefert habe, sei allerdings ein Post auf seinem zweiten Soundcloud-Account mit lediglich 346 Followern.


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