Versöhnung mit Gucci Mane? T.I. & Jeezy diskutieren Ende eines 15-jährigen Beefs

Jeezy war zu Gast in T.I.s Podcast "expediTIously". Während des Gesprächs kamen die beiden auf Gucci Mane und das belastete Verhältnis zwischen den Dreien zu sprechen. Sowohl Jeezy als auch T.I. schienen einer Versöhnung dabei nicht sonderlich abgeneigt. Mittlerweile ist das gesamte Interview aus dem Internet verschwunden.

T.I., Jeezy & Gucci Mane: "The Mount Rushmore of Trap"

So wie viele Rapper hat auch Südstaaten-Legende T.I. seinen eigenen Podcast, "expediTIously". Für diesen hatte er zuletzt denn 2019 in Rente gegangenen Jeezy, manchen vielleicht eher bekannt als Young Jeezy, zu Gast. Die beiden Rapper aus Atlanta sprachen dabei auch über den Beef mit ihrem Stadt-Kollegen und Jeezys "Icy"-Partner: Gucci Mane.

In dem Interview fragte T.I., ob Jeezy sich eine Versöhnung mit Gucci vorstellen könne und dieser scheint der Option nicht unaufgeschlossen gegenüberzustehen:

"Ich glaube, das müsste so eine Mafia-Hinterzimmer-Konversation sein [...] Man müsste ein richtiges Gespräch führen. Was ich über die Jahre gelernt habe, ist, dass das hier ein wirklich großes Geschäft ist. Und du weißt, Leute, die nach Yale gegangen sind, machen auch Geschäfte mit Leuten, die nach Harvard gegangen sind. [...] Das Ganze geht jetzt seit einer Ewigkeit."

("I just feel like that gotta be one of them mafia backroom conversations [...] It gotta really be a convo. What I've learned over the years, man, is this sh*t big business. You know, people that went to Yale still do business with people that went to Harvard. [...] It's been decades.")

Scheinbar gab es sogar mal ein Gespräch dieser Art, wie Jeezy im weiteren Verlauf des Podcastes verrät. Man habe sich in einem Sushi-Restaurant getroffen und sei einer Lösung des Konfliktes sehr nahegekommen. Jedoch musste Gucci kurz darauf wohl wieder ins Gefängnis und dadurch kam die Kommunikation zum Erliegen:

"Um ganz ehrlich zu sein, wir haben uns schon mal hingesetzt und eine richtige Konversation geführt, in einem Sushi-Restaurant [...] Ich kann nicht lügen, wir waren kurz davor. Aber ich glaube, er musste zu der Zeit ins Gefängnis oder sowas, dann ist die Kommunikation zum Erliegen gekommen. [...] Aber ich will ehrlich sein, wir waren kurz davor. Wirklich kurz davor."

("To keep it all the way solid, like, me and brudda sat down and had a real conversation, in a sushi joint [...] I can't lie, it was close. But i think he got locked up or something, around that time and the communication, you know, just went dark. [...] But imma' keep it a buck, like, it was close. It was real close.")

T.I. gibt während des Interviews mehrmals Props an Gucci Mane und erklärt, dass seine Involvierung in den Streit eigentlich nur daraus erwachsen sei, dass er sich nie in den Streit einmischen wollte. Das T.I. sich nicht zu dem Beef zwischen Jeezy und ihm äußern wollte, habe Gucci scheinbar aber nicht gepasst und seit dem sei die Beziehung der beiden Rapper belastet. Trotzdem würde er Gucci Mane niemals aus dem "Trap Museum" rauslassen wollen. Vielmehr sehe er sich, Jeezy und Gucci als den "Mount Rushmore of Trap Music".

Mittlerweile ist das gesamte Video von T.I.s Podcast-Channel offline genommen worden. Viele Fans vermuten, dass dies eben an der Stelle über Gucci Mane liegt.

A Beef History of: Young Jeezy & Gucci Mane

Aber warum wäre eine Versöhnung von Jeezy und Gucci überhaupt so krass? Einerseits geht der Beef, wie Jeezy im Interview bereits sagt, schon knapp 15 Jahre. Eigentlich waren die beiden damals sogar gute Kollegen, die gemeinsam den Track "So Icy" aufnahmen. Daraufhin gab es allerdings Unstimmigkeiten darüber, auf wessen Album der Track landen würde. Jeezy hatte scheinbar gehofft, den Hit auf sein Debütalbum packen zu können. Gucci veröffentlichte "Icy" jedoch auf seinem eigenen Album "Trap House". Außerdem beklagte Jeezy, nie für den Song bezahlt worden zu sein.

Daraufhin setzte er auf dem Song "Stay Strapped" ein Kopfgeld von 10.000 Dollar auf Gucci Manes "Icy"-Kette aus. Nur zehn Tage nach Veröffentlichung des Songs wurde Gucci Mane von vier Männern überfallen. Jedoch wehrte Mr. Davis sich und erschoss dabei einen der Angreifer, den Rapper Pookie Loc, welcher zu diesem Zeitpunkt bei Young Jeezys Label Corporate Thugz Entertainment gesignt war. Die Leiche des Erschossenen wurde kurz darauf halb verbuddelt in der Nähe einer Schule gefunden. Gucci selbst stellte sich der Polizei und behauptete, er hätte aus Notwehr gehandelt. Später wurde er aufgrund eines Mangels an Beweisen freigesprochen.

Jeezy bestritt jegliche Beteiligung an dem Überfall. Das hielt Gucci jedoch nicht davon ab, sich in Songs über den Mord an Jeezys Homie lustig zu machen.

"Go dig your partner up, n*gga, bet he can't say shit" (Gucci Mane auf "Truth")

Der Beef zwischen den beiden ging noch Jahre weiter, immer mal wieder wurde sich kurzzeitig vertragen, nur um dann wieder aufeinander loszugehen. Dabei kam es zu mehreren Schlägereien, bei denen weitere Rap-Künstler beteiligt waren, wie DJ Drama und Waka Flocka Flame.

Mittlerweile sind beide jedoch älter geworden und gerade Gucci hat sich das Image aufgebaut, nach seinem letzten Gefängnisaufenthalt ein geläuterter Mensch zu sein. Möglicherweise ist es nun wirklich an der Zeit, diesen Beef ein für alle Mal beiseitezulegen.

Auch wenn Gucci erst kürzlich über ein Meme zu seinem Mord an Pookie Loc lachte:

Gucci Mane feiert Meme über seine tödlichen Schüsse auf Jeezy-Homie

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FBG Duck: Rapper aus Chicago auf offener Straße erschossen

FBG Duck: Rapper aus Chicago auf offener Straße erschossen

Von Till Hesterbrink am 05.08.2020 - 12:33

FBG Duck war einer der aufstrebenden jungen Artists aus Chicago. Mit gerade einmal 26 Jahren wurde er gestern auf offener Straße erschossen. Das Drive-By-Shooting fand in einer der besseren Gegenden der Windy City statt, auf einer Einkaufsmeile.

FBG Duck: Erschossen mit 26

Der Vorfall soll sich nach Berichten so zugetragen haben: Duck war gemeinsam mit zwei anderen Personen auf der Oak Street shoppen. Eine gute Gegend, in welcher auch Stores einiger Luxusmarken beheimatet sind. Dann sollen zwei Autos aufgetaucht sein, aus denen insgesamt vier Personen ausstiegen, die wohl direkt das Feuer eröffneten. Andere Zeugen wiederum berichten, dass scheinbar erst zwei Männer vor dem Geschäft gewartet hätten, wo sich das Ganze zutrug. Einer dieser Männer soll nach den ersten Schüssen den Tatort verlassen haben und in der Nähe weitere Schüsse abgegeben haben. FBG Duck wurde ins Chicago Hospital gebracht, wo man ihn für tot erklärte.

Während der Schießerei wurden auch zwei Unbeteiligte verletzt. Eine Frau, die in einem beistehenden Auto saß, wurde schwer verletzt und befindet sich aktuell noch in einem kritischen Zustand.

FBG Duck war dem manchen wahrscheinlich durch seine Hit-Single "Slide" ein Begriff. Diese hat aktuell über 53 Millionen Klicks auf Youtube. 2018 veröffentlichte Duck einen Remix zu dem Song, gemeinsam mit 21 Savage.

Kanye West: "314 soldiers died in Iraq, 509 died in Chicago"

Chicago ist bekannt dafür, einer der gewalttätigsten Orte in den USA zu sein. Vergleicht man die Zahlen der gefallenen amerikanischen Soldaten sowohl in Afghanistan als auch im Irak mit der Anzahl an ermordeten Personen in Chicago, übertrifft die Windy City sogar beide Kriegsschauplätze zusammen. Relativ hohe Armut und eine ausgeprägte Gang-Kultur haben wohl über Jahre dazu geführt, dass die Gewalt in Chicago außer Kontrolle geraten ist. Im Juni starb ein gerade mal 20 Monate altes Baby an Schusswunden, nachdem die Mutter ausgeraubt werden sollte. Zwischen dem 20. Juni und dem 05. Juli kamen in Chicago insgesamt neun Kinder unter 18 Jahren durch Schießereien ums Leben.

Auf viele Leute hat diese Gewaltspirale wohl eine magische Anziehungskraft. Der heute so erfolgreiche "Everyday Struggle"-Host und 6ix9ine-Bestie DJ Akademiks baute seine Karriere darauf auf, über die Gewalt und Gangkultur in Chicago zu berichten. Seine Videos wurden unter dem Namen "The War in Chiraq" veröffentlicht, ein weitverbreitetes Kofferwort aus Chicago und der englischen Schreibweise Iraks.

Von Künstlern aus Chicago wurde Akademiks bequeme Berichterstattung vom heimischen Sofa allerdings nicht nur positiv aufgenommen. Chicagos Vic Mensa geriet über diesen Umstand während eines Complex-Interviews in einen ausufernden Streit mit DJ Akademiks:

"Ich wollte dich ins Gesicht schlagen. Ehrlich. [...] In meinen Augen haben sich Leute wie du eine Followerschaft aufgebaut, indem sie Dinge sensationalisieren und sich lustig machen über Situationen, die für uns Alltag sind. [...] Warum denkst du, dass du das Recht hast deine Perspektive darauf zu geben, dass unsere Leute täglich sterben?"

("I wanted to slap you in your face. Honestly. [...] I really felt, as if people exactly like you sensationalized and made a following off of clowning situtations that we go through in real life. [...] What ever made you feel like you have the right or space to have a perspective, on our people dying on a daily basis?")


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