Steve-Os gescheiterte & beschämende Rap-Karriere

Throwback in die 00er-Jahre: Eminem, 50 Cent und seine G-Unit führen den Rap-Mainstream an, Kanye West macht sich gerade einen Namen, Weezy ist auf dem Weg zu seinen größten Erfolgen. Parallel dazu haben sich ein paar bescheuerte Skater und semiprofessionelle Stuntmen mit waghalsigen, dummen, aber irgendwie sehr unterhaltsamen Aktionen in die Herzen einer Generation eingebrannt. Johnny Knoxville, Bam Margera, Chris Pontius, Ryan Dunn (†), Wee Man und nicht zuletzt Steve-O sind internationale Stars.

In dieser Zeit verschlägt es die "Jackass"-Mitglieder in die unterschiedlichsten Himmelsrichtungen der Unterhaltungsbranche. Während Bam seine eigene MTV-Serie ("Viva La Bam") hat und Johnny Knoxville in "Men in Black II" oder "Walking Tall" Leinwanderfahrung sammelt, kämpft Steve-O nicht nur als eine Häfte der "Wildboyz" mit wilden Tieren, sondern längst auch mit den Drogen. In einer seiner vermutlich wildesten Phasen schlittert er geradewegs in eine Rapkarriere herein, aus der nie etwas werden wird. 

Steve-O & 50 Cent zusammen auf Eminem-Tour

Wie kam es dazu? 2004 wird Steve-O in das G-Unit-Studio eingeladen und nimmt dort eine Folge des G-Unit-Radios mit auf sowie den Gastauftritt auf einem Mixtape. Der Besuch legt den Grundstein für eine Freundschaft zwischen ihm und den Jungs der Unit, berichtet Steve-O 2019 in einem Video über seine "gescheiterte Rap-Karriere". In der folgenden Zeit trifft man sich immer wieder, um eine gute Zeit miteinander zu haben. Auch für 50 und seine Jungs dürften es wilde Jahre gewesen sein.

Im Tourbus der Rapper kommt es irgendwann dazu, dass 50 Cent Steve-Os Mailbox-Ansage einspricht (Video ganz unten im Artikel bei 1:02 Minuten) und ihn in dem Kofferwagen eines Hotels eine Treppe runterschmeißt, als die beiden gemeinsam eine Eminem-Show in Las Vegas besuchen. Noch für viele Jahre hören Leute, die Steve-O anrufen, in seiner Abwesenheit die folgenden Worte zu hören:

"Ey, what's up motherf*cker, this ist 50 Cent. Steve-O busy right now, you understand what I'm saying? [...] Matter of fact he don't even wanna talk to you b*tch. You know what? Leave a message anyway!"

Kurz darauf dreht Steve-O eine Parodie des MTV-Klassikers "Crips" und nimmt dafür, vielleicht auch inspiriert durch die regelmäßigen Treffen mit der G-Unit und Co, einen Rap Song auf. Diesen präsentiert er dann Executives bei Comedy Central, als er dort seine "Crips"-Parodie schmackhaft machen möchte. Das Interesse an der Show hält sich in Grenzen, dafür wird der Song umso mehr gefeiert. Für Comedy Central Records darf es gleich ein ganzes Album werden. 

Mit Universal Deal (fast) zum Rapalbum

Also nimmt Steve-O ein Rapalbum auf. Allerdings nicht für Comedy Central. Sein Medienanwalt zu der Zeit vertritt unter anderem Cash Money-Boss Birdman und verwaltetr Nachlass von The Notorious B.I.G. – Connections, die dem "Jackass"-Star einen Major-Deal bei Universal Music verschaffen. Aus Spaß wird Ernst:

"Bis zu dem Punkt war es durchaus eine lustige Idee, die vielleicht sogar Erfolgspotenzial hatte. Aber: Ich war dermaßen unkontrolliert auf Drogen, dass ich – sobald ich den Universal Plattenvertrag hatte – anfing, mich als Rapper zu sehr ernstzunehmen."

("Up to this point it was arguably a kind of a funny idea and maybe had some potential fur success. But: I was so outta control on drugs that – as soon as I had a Universal record deal – I'm like starting taking myself seriously as a rapper.")

Durch seinen Ruhm und seine Connections arbeitet er unter anderem mit M.O.P., B-Real und Kool G Rap zusammen. Die Kollabo mit Kool G landet sogar auf dem Album "The Dumbest A**hole in Hip Hop", wie Steve und sein Team das Projekt taufen.

Da so eine Major-Geschichte einem gewissen Standard gerecht werden muss, kümmert sich D Jukes als Executive Producer um die Platte. 2021 erinnert er sich an "harte Beats" und schreibt in seiner Insta Story: "Wir haben 2 Jahre lang an diesem Album gearbeitet."

Da Steve-O zu der Zeit immer weniger mit seinem unmenschlichen Drogenkonsum klarkommt, liefern ihn seine Freunde von "Jackass" in einer geschlossenen Psychiatrie ein, mit anschließendem Entzug. Irgendwann legt Universal Music sein eigentlich fertiges Album zu den Akten und es erscheint nie offiziell. Banger wie "Crack Cocaine (Feels So Good)" bleiben der Welt aber nicht für immer vorenthalten. Über Umwege landet nämlich doch eine Version von "The Dumbest A**hole In Hip Hop" im Netz. Das elf Tracks lange Werk kann mittlerweile in seiner Gänze auf YouTube genossen werden.

Was macht Steve-O heute?

Mittlerweile hat Steve-O sein Leben in eine komplett andere Richtung gelenkt. Verrückten Stunts hat er zwar nicht den Rücken gekehrt, dafür aber den Drogen. Im März 2021 feiert er das dreizehnte Jubiläum seiner Nüchternheit.

2020 erschien seine DVD "Gnarly" mit natürlich vielen verrückten Stunts wie eh und je. Er verkauft auch ein eigenes Buch und Merch und setzt sich zudem seit einiger Zeit aktiv für artgerechte Tierhaltung und gegen Unternehmen wie Sea World ein. Vor Jahren kletterte er bereits auf einen Kran in Los Angeles, um auf sein Vorhaben aufmerksam zu machen. Seine Rapkarriere nennt er inzwischen "beschämend und gescheitert", wie man auf IG lesen kann – die Nacherzählung in diesem Artikel basiert auf Steve-Os eigener Erzählung:

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Eminem, Drake & Co.: Diese Rapper verdienen am meisten

Eminem, Drake & Co.: Diese Rapper verdienen am meisten

Von Till Hesterbrink am 20.07.2021 - 13:35

So viel kann man als Rapper also tatsächlich verdienen: Mal wieder wurde von Billboard die Liste der bestbezahlten Musiker des Jahres veröffentlicht und darunter sind auch einige Hiphop-Artists zu finden. Auffällig für dieses Jahr sind natürlich vor allem die massiv eingebrochene Einnahmen durch Liveauftritte. Normalerweise lässt sich damit für Künstler das meiste Geld einnehmen. Die Auflistung beschränkt sich auf direkte Einnahmen mit der Musik. Side-Businesses werden nicht miteingerechnet.

Eminem, Drake & Post Malone: Die bestbezahlten Musiker 2020

Den ersten Platz der Liste belegt dieses Jahr niemand Geringeres als Taylor Swift. Die 31-jährige Country-Sängerin sichert sich mit einem Umsatz von fast 24 Millionen Dollar den Spitzenplatz der Liste. Dich hinter ihr findet sich allerdings bereits der erste Künstler, den man dem Hiphop-Gerne zuordnen kann: Post Malone (jetzt auf Apple Music streamen). Der konnte im letzten Jahr satte 23 Millionen Dollar umsetzen. Dies liegt vor allem daran, dass Posty kurz vor dem Hoch der Corona-Pandemie noch eine Tour gespielt hatte. Das letzte Konzert dieser fand am 12. März statt.

Der erste wirkliche Rap-Künstler auf der Liste ist Drake, der mit knapp 14 Millionen Dollar den sechsten Platz belegt. Seine Haupteinnahmequelle ist Streaming. Wie bereits im Jahr zuvor ist Drizzy mit ca. 8 Milliarden Plays der meistgestreamte Artist des Jahres.

Auf dem neunten Platz findet sich YoungBoy Never Broke Again. Der (Quasi-)Schwiegersohn von Floyd Mayweather konnte vor allem durch Streams seiner Videos ordentlich Einnahmen erzielen. 11,9 Millionen Dollar, um genau zu sein. Er ist der Künstler, dessen Videos am meisten im letzten Jahr abgespielt wurden. Ihm dicht auf den Fersen ist Lil Baby, mit 11,7 Millionen Dollar.

Ganz knapp an der Top 10 schliddert The Weeknd mit seinen 10,4 Millionen vorbei, der im letzten Jahr sein Album "After Hours" samt dem unglaublich erfolgreichen Hit "Blinding Lights" veröffentlichte.

Auf Platz 14 ist Eminem, der im letzten Jahr gleich zwei Alben rausgehauen hat. "Music To Be Murdered By" und die zugehörige Deluxe-Version, die als "B-Seite" bezeichnet wurde. Damit landete Em' auf Platz fünf aller digitalen Verkäufe. Insgesamt konnte Eminem im Corona-Jahr 9,7 Millionen Dollar einnehmen.

Und auf Platz 15 findet sich dann Lil Uzi Vert, der ebenfalls zwei Alben veröffentlichte. "Eternal Atake" und "Lil Uzi Vert vs. The World 2" bescherten dem 26-Jährigen eine riesige Nummer an Streams. So viele, dass er insgesamt 18 Tracks auf einen Schlag in den Top 100 vorweisen konnte. Damit ist er erst der dritte Künstler jemals, dem dies gelingt. Einnehmen konnte er 2020 9,4 Millionen Dollar.

Musikeinnahmen in 2020

Billboard vergleicht die Zahlen zudem mit den letzten Jahren. So wird deutlich, was für einen Einfluss die Corona-Pandemie auf die Musikindustrie hatte. Taylor Swift war zuletzt 2018 Teil der Liste. Damals hatte sie allerdings auch Einnahmen von insgesamt fast 100 Millionen Dollar. Insgesamt sind die Einnahmen der Musikindustrie im letzten Jahr um fast eine Milliarde Dollar zurückgegangen.

Besonders die fehlenden Einnahmen aus Konzerten werden deutlich, die sonst bis zu 80 % der Einnahmen der Top 40 Künstler dargestellt hatte. Diese gingen von den letztjährigen 779 Millionen Dollar auf lediglich 79 Millionen Dollar zurück.

Verkäufe von physischer und digitaler Musik erfuhren hingegen einen Zuwachs um 39 % und machen insgesamt 59 Millionen Dollar aus. Trotzdem ist die Zukunft natürlich Streaming. Die einzelnen Künstler konnten insgesamt 193 Millionen Dollar durch Streams einnehmen, das ist eine Steigerung um knapp 82 % im Vergleich zu letztem Jahr. Und der Trend geht weiter nach oben.

Hier könnt ihr euch die ganze Liste anschauen.

Drake ist der Künstler des Jahrzehnts


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