Fler könnte eine mehrjährige Haftstrafe drohen

Fler muss sich mal wieder mit der Justiz rumschlagen. Gestern postete er auf Instagram, dass er vor einem Berliner Gericht in 20 Fällen angeklagt wird. Dafür wurde ein erweitertes Schöffengericht einberufen, welches nur hinzugezogen wird, wenn die Staatsanwaltschaft mit einer Haftstrafe von mindestens zwei Jahren rechnet.

Hausfriedensbruch, Nötigung & Beleidigung: Das sind die Anklagepunkte

Wie die Bild und der Tagesspiegel berichten, wird Fler in 20 Einzelfällen angeklagt, die in einem Einzelverfahren gebündelt auf den Tisch kommen. Allerdings wurde die Anklage bislang noch nicht für jeden der 20 Fälle zugelassen. Trotzdem scheint die Staatsanwaltschaft von einer mehrjährigen Haftstrafe für Fler auszugehen.

Die Anklagepunkte umfassen unterschiedlichste Straftaten. Zum einen wird Fler Nötigung und Hausfriedensbruch vorgeworfen, da er im letzten Jahr mal wieder einen Journalisten zuhause besucht haben soll. Vorausgegangen war wohl ein Tagesspiegel-Bericht über Flers und Bushidos Beziehung, an welchem der Rapper scheinbar einiges auszusetzen hatte. Aber auch das vermeintliche Aufzeichnen und Verbreiten von nichtöffentlichen Gesprächen könnte Fler zum Verhängnis werden. Er soll den Link zu einer Aufnahme von einem Gespräch zwischen Bushido und Arafat auf Instagram geteilt haben.

Generell scheint Flers Verhalten auf Instagram ein Problem zu sein, denn auch die Verbreitung von Informationen über Gerichtsverhandlungen ist nicht erlaubt. Wer Flizzy auf Insta folgt, weiß jedoch, dass der Berliner immer wieder gerne Bilder seiner gelben Briefe postet.

Fler selbst fühlt sich von der Justiz ungerecht behandelt und geht nach eigenen Angaben davon aus, dass die Staatsanwaltschaft es sich zur Aufgabe gemacht hat, ihn hinter Gitter zu bringen. Auf Instgram behauptet er, "15 von 20 Fällen würden bei einem normalen Bürger garnicht zur Anklage kommen". Außerdem spielt er auf den für rechtswidrig erklärten Haftbefehl gegen ihn an, der nach seiner Auseinandersetzung mit einem Kamerateam von RTL ausgestellt wurde. Das Landgericht entschied damals, dass die Staatsanwaltschaft den Tathergang nicht eindeutig genug beschrieben hatten, sodass der Haftbefehl zurückgenommen werden musste.

Dem vorausgegangen war ein Streit mit der Internet-Persönlichkeit Shahak Shapira, nachdem Fler via Instagram ein Kopfgeld auf ein Frau ausgesetzt hatte. Fler zeigte Shapira damals aufgrund eines fehlenden Impressums auf dessen Website an. Flers Verhalten in dieser Streiterei soll ebenfalls Tatbestand der anstehenden Verhandlung sein.

Fler droht Comedian Prügel an - Polizei schaltet sich ein

Wo Fler ist, ist Stress meist nicht weit. Doch nicht etwa Bushido, sondern der Comedian Shahak Shapira hat Flers Zorn auf sich gezogen. Fler droht, "bleibende Schäden" bei seinem Kontrahenten zu hinterlassen. Eine dementsprechend wutentbrannte Sprachnachricht von Fler hat der 31-jährige Komiker auf Twitter gepostet.

Auseinandersetzung mit der Polizei - auch Flers Freundin wird angeklagt

Wahrscheinlich jeder Deutschrap-Fan kennt das Video, in welchem sich der 38-Jährige mit einem Polizisten streitet, der eine Verkehrskontrolle durchführen wollte. Fler machte sogar einen Song über den Vorfall:

Dieses Aufeinandertreffen könnte ihn jetzt ebenfalls heimsuchen, denn auch die Beleidigung von Polizeibeamten wird dem Rapper vorgeworfen. Dazu kommt eine Anklage für Flers Freundin, die den Vorfall gefilmt haben soll. Da das Video im Nachhinein auch online die Runde machte, wird ihr der Verstoß gegen die Vertraulichkeit des Wortes zur Last gelegt.

Fler zeigt sich von all dem relativ unbeeindruckt und präsentiert auf Instagram mögliche Maskulin-Shirtmotive für die Zukunft.

Aktuell scheint es für viele Deutschrap-Persönlichkeiten vors Gericht zu gehen: Nächste Woche soll der Prozess gegen Arafat Abou-Chaker stattfinden und kürzlich musste sich bereits Manuellsen für seine Taten verantworten:

Manuellsen offenbar verurteilt: Animus soll "umfassend" ausgesagt haben

Von Michael Rubach am 12.08.2020 - 12:13 Bushido soll laut zahlreichen Medienberichten in der Verlosung für eine Jury-Position bei DSDS sein. Für die nächste Staffel der Castingshow haben sich die Verantwortlichen dazu entschieden, gleich mehrere Stühle am Juroren-Tisch neu zu besetzen. Das regt die Fantasie des Boulevards an.

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Apache 207 kein Rapper? Was Farid Bang dazu sagt

Apache 207 kein Rapper? Was Farid Bang dazu sagt

Von Alina Amin am 25.02.2021 - 16:47

Apache 207 ist schon nach den ersten Jahren seiner Rap-Karriere in den obersten Rängen der hiesigen Szene angekommen. Mit seinen melodischen Hits erreicht er regelmäßig astronomische Zahlen und gilt aktuell als einer der erfolgreichsten Künstler des deutschsprachigen Musikmarkts. Trotz dessen findet die Diskussion, ob der Ludwigshafener tatsächlich Rapper sei, in der Deutschrap-Community kein Ende. Jetzt äußert sich auch Farid Bang zu dem omnipräsenten Thema.

Farid Bang über die Frage, ob Apache 207 ein Rapper ist

Farid Bang stellt in seiner Instagram-Story infrage, was ein Künstler sei, der seine Texte nicht schreibt, wenn man schon davon ausginge, dass Apache kein Rapper sei. Die Debatte um Apaches Rapqualitäten wird weit über die YouTube-Kommentarspalten hinaus geführt.

Viele Größen der Deutschrapszene scheint die Frage umzutreiben, ob Apache 207 als Rapper zu betrachten ist. Für Bonez MC stand Ende 2020 fest: "Künstler kein Rapper". Auch Fler kommt in einem Interview bei 16bars zu dem Ergebnis, dass Apache "in dem Sinne kein Rapper" sei. Die Musik des 2-Meter-Hünen bedient sich hörbar verschiedensten Einflüssen.

Daran, dass Apache 207 rappen kann, dürfte jedoch kein Zweifel bestehen. Farid fragt sich nun, worauf es hinausliefe, wenn Apaches Musik durch dessen Herangehensweise nicht mehr als Rap durchginge.


Foto:

Instagram / @faridbangbang

Der Banger stellt in den Raum, ob dies nicht mindestens gleichbedeutend damit wäre, jemanden aus dem Rapgenre auszuschließen, wenn die Lyrics zugeliefert werden. Er zieht damit einen Vergleich zu einem ebenso ausgiebig diskutierten Thema, dem Ghostwriting.

Ende letzten Jahres wurde die allgegenwärtige Diskussion wieder aufgerollt, nachdem Shirin David ihre "Babsi Bars" veröffentlichte. Es ging damals einerseits um Credits, andererseits auch um die generelle Praktik des Ghostwritings. Viele Rapfans vertreten die Position, dass Rap-Künstler*innen auch selbst für ihre Lyrics verantwortlich sein sollten. Dennoch gehört es inzwischen zur gängigen Praxis, dass Rap-Texte in Gemeinschaftsarbeit entstehen. Wie Farid das selbst sieht, erklärt er in seiner Story nicht.

Apache selbst hat zu dem Thema eine klare Haltung. Ob andere Leute ihn als Rapper bezeichnen oder nicht, scheint ihm gleichgültig zu sein. In seinem Song "28 Liter" erklärt der 23-Jährige:  

"Egal, ob du mich einen Rapper nennst, du Piç, darauf pfeif' ich"


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