Bushido kündigt Doku-Serie an

UPDATE vom 4. Dezember:

Eine Pressemitteilung von Amazon offenbart ein paar zusätzliche Details zu der Bushido-Doku. So ist das Ganze auf insgesamt sechs Folgen angelegt. Zum Streaming soll die Serie "nach Ende eines laufenden Gerichtsverfahrens" zur Verfügung stehen. Inhaltlich werden den Zuschauer*innen "Einblicke in die Anfänge und den steinigen Aufstieg des Rappers Bushido" versprochen. Doch es geht auch ins Private: Das Produktionsteam habe Bushido und seine Familie zwei Jahre lang begleitet. So sei es möglich geworden, den Rapper aus Blickwinkeln zu zeigen, "die sonst nur seine Vertrauten kennen." Selbst beim Familienurlaub wurde demnach gefilmt.

Original-Meldung vom 3. Dezember:

Die lange im Raum herumschwirrende Bushido-Doku ist jetzt offiziell angekündigt worden. Der Berliner Rapper höchstselbst hat die Produktion in einem kurzen Clip auf Instagram bestätigt. Im nächsten Jahr haben Fans und Interessierte die Möglichkeit, sich Bushidos Story bei Amazon Prime Video reinzufahren.

Amazon statt Netflix: Die Bushido-Doku kommt

Bisher war rund um Bushidos Doku-Serie stets von Netflix als Ausstrahlungsort die Rede. Doch die Dinge liegen offenkundig anders. Bushido arbeitet bereits seit einiger Zeit eng mit Amazon zusammen und so ist es letztendlich nicht allzu verwunderlich, dass die Bushido-Story in der Online-Videothek von Amazon landet.

Der Hauptprotagonist verspricht nicht weniger als die "aufwendigste und ehrlichste Dokumentation, die Deutschland jemals gesehen hat." Das Ganze finde auf einem Niveau statt, "das seinesgleichen sucht". Irgendwann 2021 soll die Doku-Serie anlaufen, in der Bushido "reinen Tisch machen" will. Was das genau heißen soll, behält er zunächst für sich. Auch für das Release Date wird ein größerer Spielraum gelassen.

Dass es sich um einen exklusiven Deal handelt, lässt auch Amazon Prime Video auf Instagram verlauten. Dazu kommt eine Beschreibung der Serie mit kurzen Schlagworten.

"Rapper. Familienvater. Provokateur. #Bushido packt aus. Zwischen Chart-Hits und Polizeischutz. Die exklusive Doku-Serie gibts 2021 bei Prime Video."

Über konkrete Inhalte lässt sich größtenteils nur spekulieren. Marcus Staiger erzählte Anfang 2020, für eine Bushido-Doku als Interview-Partner zur Verfügung gestanden zu haben. Fler will zudem wissen, dass der "Bild-Chef" sowie Bild-Reporter Peter Rossberg ebenfalls bei dem Projekt an Bord sind. Letzter gehört für Fler zu einer Dreiecksbeziehung, die sich aus Bushido, der Bild und der Berliner Staatsanwaltschaft zusammensetzen soll.

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Kommentare

was soll "pazifist" bushido, selbsterklärender frauenschläger und (zwinker) "zinker" noch erzählen was er wahlweise presse oder staatsanwaltschaft nicht längstens "gebeichtet" hat!?
#chronikderunlogik

er sollte zum Beispiel über die Situation mit der Minderjährigen auf dem Zimmer spontan erzählen welche Vorwürfe von strafbaren Handlungen ihm bei einer Verurteilung drohen könnten, denn das Video, egal welches, ist Material für die Staatsanwaltschaft - so dreist im weißen Kleid im Fernsehen zu erzählen, wie oft man was miteinander hat und wie war das zu verstehen, hat man das richtig verstanden ? : er ruft die Mutter ins Bett, wenn sie mit den Kindern nach Hause kommt ?

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Rooz gewinnt vor Gericht gegen Bushido

Rooz gewinnt vor Gericht gegen Bushido

Von HHRedaktion am 23.08.2021 - 15:00

Rooz hat vor Gericht gegen Bushido gewonnen. Wir haben mit Rooz, der bei Hiphop.de jahrelang die Show #waslos moderierte, kurz über das Urteil und die Vorgeschichte gesprochen.

Am vergangenen Donnerstag hatte sich Bushido vor Gericht verantworten müssen. Rooz hatte gefordert, dass Bushido ihn nicht mehr aufgrund seiner angeborenen Krankheit beleidigen darf. Es ging dabei um eine Reihe von Disses, in denen Bushido sich unter anderem auf Gene und Genetik bezogen hatte. Das Gericht gab Rooz recht. Verstößt Bushido gegen das Urteil, droht ihm eine Geldstrafe von bis zu 250.000 €.

Rooz gewinnt Prozess gegen Bushido

Rooz hatte sich bezüglich verschiedener Lines mit einem Eilantrag an das Landgericht in Essen gewandt. Unter anderem ging es um den Track "Blei" aus dem letzten Jahr, den Trailer zu Bushidos DVD "SB2", in dem der Song zu hören war und um die kürzlich erschienene Single "King Sonny Black". Auf Letzterer hatte Bushido Rooz als "Missgeburt" bezeichnet. Dies wurde ihm nun untersagt.

Aufgrund Rooz' angeborener genetischen Stoffwechselkrankheit würde Bushido mit seiner Zeile die Grenzen der Kunstfreiheit sprengen, entschied das Landgericht. Dies sei ein klarer Eingriff in die Menschenwürde, da ähnlich wie im Nationalsozialismus einem Behinderten das menschliche Dasein abgesprochen würde. Der Gerichtssprecher erklärte, dass dem Gericht bewusst sei, dass es sich bei dem Song um Rap handele und dort andere Maßstäbe gelten würden, doch auch die seien hier überschritten worden. So erklärte der Vorsitzende: 

"Der Rap ist eine spezielle Kunstform, die von Grenzverletzungen lebt. Die juristische Frage ist: Wie weit darf die Kunst gehen."

Dies gelte grundsätzlich nicht nur für das Wort "Missgeburt" sondern auch für die anderen Beleidigungen gegenüber Rooz. Da es sich hier aber um einen Eilantrag handelte, könne man sich nur auf den neuesten Track beziehen. Die Formalia setzen für einen Eilantrag nämlich voraus, dass die Rechtsmittel innerhalb von zwei Monaten nach der beanstandeten Handlung eingesetzt werden. Bei dem Trailer sowie bei der Single "Blei" sei eine besondere Eilbedürftigkeit nicht mehr gegeben.

Bushido disst für Amazon-Promo, Fler zum Spaß

Nachdem Fler auf musikalischer Ebene bisher einen ziemlich einsamen Kampf gegen Bushido geführt hat, ist diese Zeit nun vorbei. Der EGJ-Boss disst auf seiner Single "Blei" - nicht zuletzt als Promo für Geldgeber Amazon - unverblümt zurück. Fler hat diesen nach der Ankündigung von "Sonny Black II" absehbaren Schritt antizipiert.

Beleidigt Bushido Rooz in Zukunft wieder auf diese Weise, droht ihm eine Geldstrafe von bis zu einer Viertelmillion Euro. Gegen die Lines, die aus formalen Gründen nicht mehr beanstandet werden können, kann Rooz des weiteren strafrechtliche sowie zivilrechtliche Schritte in einem Hauptsacheverfahren einleiten.

Wir haben uns mit Rooz über das Verfahren unterhalten und ihn zunächst gefragt, was seine Beweggründe dafür waren, den juristischen Weg zu wählen. Er erläutert, dass es auch für ihn eine Ausnahmesituation gewesen sei:

"Es geht nicht einfach um die Beleidigung ‘Missgeburt’. Bushido hat seit seiner Trennung von Arafat angefangen, nur noch mich zu beleidigen – nicht mehr seine Kontrahenten. Anfangs habe ich das sportlich gesehen, aber mit der Zeit habe ich gemerkt, dass es nur noch darum geht, auf meine Krankheit zu verweisen. Als er anfing, von Genen und Genfehlern zu rappen, um mich zu diffamieren, war für mich eine Grenze überschritten."

Rooz sagt, rechtliche Schritte hätte er trotzdem nicht bei jedem eingeleitet: 

"Normalerweise würde man gerade in der Hiphop-Szene den Rechtsweg vermeiden, weil Battlen und Beleidigen zum Sport unserer Hiphop-Kultur gehört. Aber seit ich in der Szene aktiv bin, bekomme ich mit, dass Bushido gegen andere gerichtlich vorgeht. Er hat zwei Sachen in die Szene gebracht: Rücken und Anzeigen. Deshalb konnte früher niemand gegen ihn gewinnen. Mit Bushido ist das kein Sport, er ist ein Unterdrücker. Ich habe auch keine Möglichkeit gesehen, mich privat mit ihm zu einigen. Ich überlegte also, was ich machen könnte und bin dann zum Anwalt gegangen.” 

Bei der Frage, ob er zufrieden mit dem Ausgang des Verfahrens sei, hat Rooz gemischte Gefühle, weil weitere Forderungen mit einem Eilantrag nicht mehr durchgesetzt werden konnten:

"Schwer zu beantworten. Ich bin nicht ganz zufrieden, weil mich sein Nazi-Jargon mit dem Gerede über Gene mehr gestört hat als das Schimpfwort, das ihm jetzt verboten wurde. Aber da bin ich leider an einer Formalie gescheitert.” 

"Ich glaube, es war wichtig, ihn auf seinem eigenen Spielfeld zu schlagen. Bushidos Karriere haben zwei Namen stetig begleitet: Arafat und Bezzenberger [die Kanzlei, die Bushido vertritt]. Mit diesen Namen hat er meiner Meinung nach über Jahre hinweg eine Angstsituation erschaffen. Es war mir wichtig, diesen Angst-Mythos zu brechen, um den Leuten zu zeigen, dass er ein ganz normaler Versager ist. Dafür musste ich ihn mit seinen eigenen Waffen schlagen."


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