Urteil steht: Gzuz muss erneut ins Gefängnis

Das Amtsgericht Hamburg hat am heutigen Morgen entschieden, dass Gzuz von der 187 Strassenbande für anderthalb Jahre ins Gefängnis gehen muss. Gründe für seine erneute Haftstrafe sind laut DPA Drogenbesitz, Körperverletzung sowie Verstöße gegen das Waffengesetz. 187-Kollege Bonez MC nennt das Urteil in Kommentaren auf Instagram "utopisch" und kündigt an, dass man gegen das Urteil in Berufung gehen will.

Gzuz zu 1 Jahr & 6 Monaten Haft verurteilt

Wörtlich heißt es in der Pressemitteilung zu den konkreten Vorwürfen: "Unter anderem soll der 32-Jährige einer jungen Frau, die ein Selfie mit ihm machen wollte, mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen haben."

Die Staatsanwaltschaft hatte ein Jahr und zwei Monate Freiheitsstrafe ohne Bewährung gefordert. Gzuz' Verteidiger, der unter anderem aus RTL-Sendungen bekannte Anwalt Cristopher Posch, wollte, dass sein Mandant in allen Anklagepunkten freigesprochen wird.

Zur Haft kommen laut Focus 510.000 Euro Strafe wegen unerlaubten Waffenbesitzes hinzu (300 Tagessätze á 1.700 Euro). Zur Berechnung dieser Summe seien Kontoauszüge des Rappers von Anfang August 2019 bis Ende Juli 2020 herangezogen worden, laut denen Gzuz in diesem Zeitraum über ein Bruttoeinkommen von etwa 1,4 Millionen Euro verfügt haben soll.

Ein Dialog zwischen Gzuz und dem Richter bei der Urteilsverkündung wird wie folgt zitiert:

"Wer, wenn nicht Sie, gehört in den Knast? Sie sind ein Sozialrüpel, Sie missachten die Regeln des sozialen Miteinanders auf das Übelste" – Amtsrichter Johann Krieten

"Sie auch!" – Gzuz

"Das Schöne ist ja, ich habe hier das letzte Wort." – Amtsrichter Johann Krieten

Nicht Gzuz' erste Freiheitsstrafe

Dass Gzuz in der Vergangenheit schon häufiger strafrechtlich in Erscheinung getreten war – beispielsweise wegen Körperverletzung, Beleidigung und Sachbeschädigung – könnte bei der Festlegung des Strafmaßes eine Rolle gespielt haben. Zuletzt war der Rapper 2017 für fünf Tage in U-Haft.

Außerdem saß der 32-Jährige von 2010 bis 2013 im Gefängnis. In dieser Zeit ging es für die 187-Jungs langsam bergauf, auf Tour wurde #FreeGzuz-Merch verkauft und bei der Entlassung fand Gzuz sich in einer anderen Situation als zuvor wieder.

Grund für seine damalige Freiheitsstrafe: Er soll einen Handyladen überfallen haben und war auch zuvor, als Jugendlicher, kein unbeschriebenes Blatt, wie er in einem Juice-Interview 2015 erklärte:

"Ich habe viel Straßenscheiße gemacht – mich gehauen, Drogendelikte und dann noch ein Raub. Ich war lange beim Jugendrichter, der hat mich immer wieder davonkommen lassen. Irgendwann war ich aber beim Erwachsenengericht und dann kam einiges dazu. Unter anderem die Videos von 187."

Komplett überraschend dürfte die Entscheidung für Gzuz nicht kommen. Bereits 2019 rappte er auf 18 Karats Song "Immer auf der Straße" von einer bevorstehenden Haftstrafe:

"Ich glaub', Ende des Jahres muss ich wieder hinter Gitter / Aber mir ist scheißegal, bisschen Knast macht mir Spaß"

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Young Thug & Gunna kaufen 30 inhaftierte Personen frei

Young Thug & Gunna kaufen 30 inhaftierte Personen frei

Von Michael Rubach am 26.04.2021 - 19:28

Young Thug und Gunna haben den Menschen in ihrer Heimat Atlanta am Wochenende etwas zurückgeben. Die beiden US-Rapstars waren so frei und übernahmen gleich für 30 inhaftierte Personen jeweils die Kaution.

Young Thug & Gunna zahlen Kautionen & bringen Familien wieder zusammen

Laut eines Berichts des Lokalsenders WSB-TV 2 ging es um "kleinere Vergehen", die überhaupt zu den Haftstrafen führten. Die Angehörigen und Familien würden jedoch nicht über die finanziellen Ressourcen verfügen, um eine Kautionszahlung zu stemmen. Hier kommen nun Gunna und Young Thug ins Spiel. Ein Reporter war bei dem Unterfangen vor Ort und hat die beiden Wohltäter sogar vor die Kamera bekommen.

Dabei beschreibt Young Thug den gesamten Vorgang ziemlich pragmatisch: Aufstehen, die richtigen Personen zusammenholen, Kaution zahlen, fertig.

"Wir sind gerade aufgewacht und sind mit dem Anwalt sowie den Vertretern der Staatsanwaltschaft und der Bonding Company zum Gefängnis gefahren und haben so viele Leute rausgeholt, wie es ging".

Auf dem Instagram-Kanal von Thuggers Label YSL Records kann man sich einen Eindruck von der Aktion verschaffen. Dort ist unter anderem zu sehen, wie ein Vater und sein Sohn sich vor dem Gefängnis in die Arme fallen. Young Thug und Gunna weisen in einem weiteren kurzen Einwurf auf eine Ungerechtigkeit im Strafsystem, die ihrer Ansicht nach vorherrscht.

"Man weiß nie, was jemand durchgemacht hat. Es gab Leute, die drei oder vier Jahre abgesessen haben und keine Kaution zahlen konnten. Wenn sie die Straftat begangen haben, können sie die Zeit bekommen, dann ist alles in Ordnung. Aber es ist, als bekämen sie eine Kaution, die höher ist als das, was sie gestohlen haben."

Wie viel Geld Young Thug und Gunna für all die Kautionszahlungen letztlich ausgegeben haben, wollten sie nicht verraten. Laut WSB-TV 2 planen sie aber, so einen Move zu wiederholen. Was ebenfalls zur Story gehört: Es wurden dabei auch Szenen für ein kommendes Musikvideo gedreht.

Zuletzt erschien aus "Slime Language 2" unter anderem die Videosingle "Ski". Der Track hat seine eigene #SkiChallenge mit massig prominenten Support.

Drake, Future, Diddy dabei: Young Thugs #SkiChallenge nimmt Fahrt auf

Young Thug hat einen neuen viralen Tanz-Trend losgetreten. Passend zur gleichnamigen Single aus " Slime Language 2" fahren diverse US-Stars nun auf Social Media " Ski". Neben Gunna, der ebenso auf dem Track selbst vertreten ist, bekommt der Thugger Support von Drake, Future, Diddy und vielen weiteren US-Artists.


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