Tony Hawk's Pro Skater 1+2: Das Remake macht alles richtig

Tony Hawk's Pro Skater 1+2 hält, was es verspricht: Das Remake bringt die ersten beiden legendären Tony Hawk's-Teile zurück. Aber nicht einfach irgendwie, sondern so, dass wirklich keine Wünsche übrig bleiben. Die Skateboard-Spiele fühlen sich exakt so wie damals an, machen jetzt sogar noch mehr Spaß als früher – und sehen natürlich viel besser aus.

Wir haben das Tony Hawk's-Remake gespielt und sind begeistert

Alles wie früher: Tony Hawk's Pro Skater 1+2 haben einen entscheidenden Beitrag zu meiner Musik- und Videospielsozialisation geleistet. Alle, denen es genauso geht, werden sich sofort zuhause fühlen, wenn sie das erste mal das Tony Hawk's-Remake starten. Hier ist alles genau dort, wo es hingehört und fühlt sich vertraut an. Viele Fans der ersten Stunde dürften überrascht sein, wie sehr sich Steuerung und Tricks vor Jahrzehnten ins Muskelgedächtnis eingebrannt haben.

Nur noch hübscher: Das fast exakt gleich gebliebene Level-Layout sorgt für ein einziges, langanhaltendes Gefühl des Erkennens und des freudigen Wiedersehens. Vor allem aber sieht THPS 1+2 fantastisch aus. Die PC-Version erstrahlt in schickem 4K und kann selbstverständlich auch mit 120 FPS oder mehr gespielt werden.

Auch wenn das in der nostalgisch verklärten Erinnerung an die PlayStation-Originale vielleicht nicht so wirkt, wurden sämtliche Level, Texturen, Charaktermodelle und der ganze Rest komplett überarbeitet. Wenn ihr glaubt, dass das doch früher eigentlich schon genauso hübsch war, schaut euch mal ein Vergleichsvideo an. Erst dann wird der Unterschied zum Gameplay der PSOne-Klassiker so richtig deutlich.


Foto:

Activision/Vicarious Visions

Tony Hawk's Pro Skater 1+2 macht jetzt sogar noch mehr Spaß

Was wurde verbessert? Alles: Neben dem frischen, schönen neuen Look gibt es natürlich auch noch jede Menge andere kleine Verbesserungen. In Tony Hawk's Pro Skater 1 können wir jetzt zum Beispiel schon auf Reverts, Manuals und dergleichen zurückgreifen, obwohl die erst im späteren Verlauf der Franchise-Geschichte eingeführt wurden.

Aber dass es so ist, sorgt dafür, dass ihr dank der Manuals jetzt auch schon im legendären ersten Teil quasi endlose Trick-Kombos aneinanderreihen könnt. Das war früher so nicht möglich, ist aber natürlich eine deutliche Verbesserung. Wallplants, Flatland-Tricks und der ganze Rest runden das Gesamtbild angenehm ab.

Das ist neu: Neben dem neuen Trick-Repertoire für Teil 1 spendieren die Entwickler*innen dem Remake auch noch ein paar andere Neuerungen. Es gibt neue Songs, die den Soundtrack vorsichtig um ein paar modernere Tracks von zum Beispiel Skepta erweitern. Es gibt einige klassische Quality of Life-Verbesserungen, wie die Möglichkeit, Songs einfach zu skippen, indem der rechte Analogstick reingedrückt wird.

Zusätzlich locken jede Menge neue Items, die mit Hilfe von neuen Herausforderungen freigespielt werden können. Das heißt im Klartext einfach mehr Klamotten, Frisuren, Tattoos und Kram für eure*n selbst erstellte*n Skater*in. Ihr bekommt für alle möglichen Aktionen Erfahrungspunkte und in Game-Währung, die ihr wiederum in besagte kosmetische Items investieren könnt.

Selbstverständlich umfasst das auch diverse unterschiedliche Decks, Griptape, Achsen und Rollen für euer Skateboard und allerlei anderen Schnickschnack. Ihr könnt euch auch wieder nach Herzenslust einen eigenen Skatepark zusammen basteln, den dann online zur Verfügung stellen und so weiter.

Multiplayer gibt's auch: Der gute, alte Splitscreen-Multiplayer ist ebenfalls wieder mit von der Partie (erfreulicherweise auch in der PC-Version, wo das Feature ja gern unter den Tisch fallen gelassen wird). Einer Runde HORSE steht also nichts im Weg. Es gibt auch einen Online-Multiplayer, aber da haben wir es nicht geschafft, nur mit Freunden bestimmte Modi zu zocken, sondern waren immer auch mit ein paar Randoms in zufälligen Runden unterwegs.

Neue Skater*innen: Zu den alten Bekannten wie Elissa Steamer, Tony Hawk, Chad Muska, Rodney Mullen und allen anderen gesellen sich auch ein paar neue Gesichter. Ihr könnt jetzt zum Beispiel auch als Tony Hawks Sohn Riley aufs Brett steigen.

Das ist die Liste der neuen Profis:

  • Nyjah Huston
  • Leo Baker
  • Leticia Bufoni
  • Aori Nishimura
  • Lizzie Armanto
  • Shane O'Neill
  • Riley Hawk
  • Tyshawn Jones

Sogar ein Trick wurde umbenannt, um weniger ableistisch und diskriminierend zu wirken: Der "Mute Air" heißt nach 40 Jahren endlich nicht mehr länger so, sondern zu Ehren seines gehörlosen Erfinders Chris Weddle "Weddle Grab".

For nearly 40 years, we've shamelessly referred to this trick as the "mute" air/grab. Here is the backstory: around 1981, a deaf skater and Colton skatepark local named Chris Weddle was a prominent amateur on the competition circuit. The "Indy" air had just been created & named so somebody proposed that grabbing with the front hand should be known as the "Tracker" air. Others countered that Chris was the first to do, so it should be named after him. They referred to him as the "quiet, mute guy." So it became known as the mute air, and we all went along with it in our naive youth. In recent years a few people have reached out to Chris (who still skates) about this trick and the name it was given. He has been very gracious in his response but it is obvious that a different name would have honored his legacy, as he is deaf but not lacking speech. I asked him last year as I was diving into trick origins and he said he would have rather named it the "deaf" or "Weddle" grab if given the choice. His exact quote to me was "I am deaf, not mute." So as we embark on the upcoming @tonyhawkthegame demo release, some of you might notice a trick name change: The Weddle Grab. It's going to be challenging to break the habit of saying the old name but I think Chris deserves the recognition. Thanks to @darrick_delao for being a great advocate to the deaf community in action sports, and for being the catalyst in this renaming process. I told Chris tecently and his reply was "I'm so stoked!" And then he shot this photo in celebration yesterday. : @yousta_storytellers_club

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Das sind die einzigen Kritikpunkte an Tony Hawk's Pro Skater 1+2

Meckern auf hohem Niveau: Wir sind es vielleicht nicht mehr gewöhnt, nur zwei Minuten Zeit zu haben und die Levels wirken teilweise etwas leer und leblos, aber das war es. Ansonsten gibt es an diesem Remake wirklich nichts auszusetzen. Es liefert genau das, was es soll und dürfte alle glücklich machen, die von Tony Hawk's 5 enttäuscht wurden.

Das einzige, was mir persönlich negativ aufgefallen ist, sind die folgenden Kleinigkeiten:

  • Musik-Lautstärke: Es gibt keine Möglichkeit, in den Optionen einzustellen, dass die Musik nicht immer etwas leiser wird, wenn wir stürzen oder während wir im Menü sind
  • Einige Songs fehlen: Leider hat es nicht der komplette Soundtrack der beiden Originalspiele ins Remake geschafft. Die wichtigsten sind aber dabei und die neuen sind auch gut
  • Menüführung teils umständlich: Es ist nicht immer ganz klar, wie genau wir jetzt irgendwo hin navigieren können und wir waren manchmal ein bisschen genervt davon

TLDR: Das Tony Hawk's Pro Skater-Remake ist also tatsächlich uneingeschränkt zu empfehlen. Und zwar ausdrücklich nicht nur für diejenigen, die früher die Originale gespielt haben, sondern auch alle anderen. Einige wenige Elemente können ein bisschen aus der Zeit gefallen wirken, aber das macht das Ganze nur charmanter und tut dem Spaß keinen Abbruch.

Wer es realistischer mag, muss zu Skater XL oder Session greifen, alle anderen sind hier goldrichtig und dürften sehr viel Spaß haben. Für ausgedehnte Sessions mit Freunden oder die kurze Runde Skaten zwischendurch eignet sich THPS 1+2 sogar noch besser als früher. Und jetzt entschuldigt mich, ich muss da noch den einen oder anderen Score knacken.

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Kommentare

Habe mir das Spiel jetzt auch gekauft und kann es kaum abwarten es endlich mal zu spielen.
Die alten Tony Hawk Spiele haben mich damals selbst zum Skaten gebracht und ich gehe noch regelmäßig in den Skatepark. Ich hoffe, dass diese Remakes wieder eine neue Generation für das Skaten begeistern können. Falls jemand hier anfangen will: https://www.skateboard.org/skateboarding-lernen/
Auch wenn am Anfang nicht alles direkt klappt, wenn man dran bleibt und weiter trainiert, kann es wirklich richtig Spaß machen. :)

Nice, danke für den Tipp und Deinen Kommentar! :)

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