Splash! 2019: Viel Kritik statt Feuerwerk

Das Splash! Festival ist vorbei. Im Normalfall ist das der Moment, in dem man wehmütig auf das vergangene Wochenende zurückschaut und sich schon auf das nächste Jahr freut. Dieses Jahr sieht das alles ein bisschen anders aus. Die Verantwortlichen resümieren auf Twitter:

"Wenn man das #splashfestival rückwärts abspielt, ist es ein Festival dass mittellose, schmutzige und kraftlose Jugendliche mit der Macht von Hip Hop, wieder gestärkt, sauber und motiviert zurück in die Gesellschaft integriert. [sic]"

Die Besucher*innen scheinen jedoch ein anderes Fazit zu ziehen. Die Kritik am Einlassprinzip, Personal mit rechtsradikaler Gesinnung und an vielen weiteren Aspekten ist laut, wütend und vielfältig. Jetzt sehen sich die Veranstalter*innen des Festivals sogar gezwungen, ein Statement zu veröffentlichen. Zusätzlich haben wir beim Splash! um eine Stellungnahme zu den Vorwürfen gebeten.

Tolle Konzerte, aber schlechte Organisation

Die Kritik bezieht sich hauptsächlich auf Aspekte organisatorischer Art. Auf Nachfrage bei einem der vielen Besucher*innen, die sich beschwerten, erhielten wir beispielsweise die Aussage:

"Das Splash an sich war super, die Partys gingen ab und die Auftritte waren legendär."

An dieses Lob reihte sich allerdings eine Liste an Problemen mit der Organisation, die die ersten Eindrücke unter den Social-Media-Posts bestätigte.

Schlechter Einlass und fehlendes Feuerwerk

Die ersten Schwierigkeiten hatten die Besucher*innen schon beim Einlass auf das Festivalgelände sowie auf den Zeltplatz. Dieser sei überfüllt gewesen. Des Weiteren habe es keine eigene Reihe für Besucher*innen gegeben, die bereits ein Band hatten. Das führte dazu, dass man sich immer wieder anstellen musste, um für den Aufbau etwas aus dem Auto zu holen.

Das Splash! erklärt in seinem Statement, dass das System dieses Jahr eigentlich zum Vorteil der Besucher*innen geändert werden sollte. Mit dem Ergebnis seien sie allerdings "alles andere als zufrieden". Nächstes Jahr soll das allerdings wieder besser klappen:

"Wir haben es versucht und verkackt, bitte entschuldigt die entstandenen Wartezeiten. Für nächstes Jahr ziehen wir daraus unsere Lehren und überlegen und etwas Besseres!"

Im persönlichen Gespräch wurde uns erklärt, dass "etwas Besseres" die Übernahme des Einlassprinzips aus den letzten Jahren sei.

Auch mit dem Shuttle-Service gab es Probleme. Die Festivalgäste berichten von einer Überforderung der Verantwortlichen und von leeren Shuttlebussen, die an ihnen vorbeigefahren seien.

Das traditionelle Feuerwerk ist ebenfalls ausgefallen. Das Splash! probierte es dieses Jahr mit regelmäßigen Lasershows über die drei Tage, was bei den Festivalgästen nicht gerade auf Begeisterung stieß. Die Anzahl der Kommentare bezüglich des fehlenden Feuerwerks zeigt, wie wichtig dieser Moment für die Besucher*innen jedes Jahr ist. Geplant ist ein Feuerwerk allerdings auch für die folgenden Jahre nicht, wie uns ein Verantwortlicher des Festivals mitteilte, der davon ausging, dass es einfach ein bisschen dauern würde, bis sich die Leute daran gewöhnen.

Timetable und Booking in der Kritik

Auch die Planung einiger Auftritte kritisieren die Fans.

"Künstler wie BHZ kann man nicht in den Playground packen."

Ein Besucher schildert uns Szenen, in denen Frauen in der Crowd umkippen und Panik ausbricht. Der Befragte habe sich gefühlt "wie auf der Loveparade". Die Halle sei schlichtweg überfüllt gewesen.

Auch die parallele Buchung einiger Acts fiel negativ auf. So spielten Young Thug und die $uicideBoy$ zur selben Uhrzeit, obwohl ein großer Teil des Publikums vermutlich gerne beide amerikanischen Acts gesehen hätte.

Kaum Platz und verdreckte Sanitäranlagen trotz VIP-Ticket

Die sanitären Einrichtungen werden ebenfalls kritisiert. Die wenigen Duschen und Toiletten seien schon morgens dreckig und mit Fäkalien beschmiert gewesen. Diesen Vorwurf kann man allerdings nicht nur den Festivalverantwortlichen machen. Rücksichtnahme sollte für die meisten Gäste kein völliges Fremdwort sein.

Natürlich erwartet niemand eine 5-Sterne-Sanitäranlage auf einem Festival. Allerdings stand diesbezüglich vor allem der VIP-Platz in der Kritik. Eine Besucherin schilderte uns, dass man im VIP-Bereich für mehrere 100 Euro in einem kleinen VIP-Zelt ohne Blick auf die Bühne sitze. Wenigstens die sanitären Anlagen könnten dann entsprechend sauber gehalten werden.

Kein WLAN, keine Informationen

Ein weiterer Kritikpunkt war die Ankündigung von Änderungen auf der App. Während bei anderen Festivals die Veranstalter für Netz sorgten, fehlte auf dem Splash!-Gelände dafür einfach das W-LAN. Auf Instagram findet man unter anderem diesen Kommentar zu der Problematik:

"Ach ja am meisten hat Spaß gemacht wenn die stages geändert worden sind von Künstlern und man dank schlechtem Empfang nichts von der Änderung mitbekommen hat." [sic]

Die Idee eine Art Google Maps für das Festivalgelände mit der App zu verknüpfen, klingt auf dem Papier erstmal gut. Doch da für die Umsetzung Internet benötigt worden wäre und sich bei der Beschilderung des Geländes wohl auf die App verlassen wurde, fehlte viele Besuchern die notwendige Orientierung.

Schlechte Wahl der Security

Auch die "absolut respektlose Sicherheitsfirma" kritisieren einige Besucher*innen im Nachhinein. 

Uns wird davon berichtet, dass vor allem Schwarze nachts immer wieder spontane Drogenkontrollen ertragen mussten.

Auf unsere Nachfrage haben die Besucher*innen die Firma "JaPo Security" als verantwortliches Personal ausmachen können. Diese Beobachtung überrascht wenig, denn diese Firma kümmerte sich auch im letzten Jahr um die Sicherheit der Fans und Künstler*innen auf dem Splash!. Die Schilderungen der Besucher*innen werfen allerdings ein schlechtes Licht auf die Angestellten der Firma. Auf ihren Anziehsachen habe man "Nazicodes" gesehen. Weiter hätten sie auch Kleidung der Marke "Thor Steinar" getragen, die sich bezüglich ihrer nationalistischen Aufdrucke in einer rechtlichen Grauzone bewegt und dennoch ganz klar der rechten Szene zugeordnet werden kann.

Die Erfahrungen überraschen kaum. Es bedarf nur weniger Klicks im Internet, um herauszufinden, wie oft die "JaPo Security" bereits mit rechtsradikalem Personal und gewalttätigen sowie von der rechten Ideologie motivierten Aktionen aufgefallen sind.

Nazis haben an keinem Platz dieser Welt etwas zu suchen. Aber nationalistisches Gedankengut ist vermutlich nirgendwo so schlecht aufgehoben wie auf einem Hiphop-Festival. Wer so denkt, hat unsere Kultur nicht verstanden.

Auch den Splash Guards werden im Internet schwerwiegende Vorwürfe von Diebstahl über Gewalt bis hin zu Erpressung gemacht.

Das Splash! Festival distanziert sich in seinem Statement deutlich von einer derartigen Gesinnung:

"Das geht überhaupt nicht klar! Für Rassismus, Sexismus, Homophobie, kriminelle Energie und alles, was damit zu tun, ist kein Platz auf dem splash! Weder für Besucher und noch viel weniger für Mitarbeiter!! [sic]

Den geschilderten Vorkommnissen werde nachgegangen, auch wenn die Verantwortung hauptsächlich bei den Dienstleistern liege, bei denen die Mitarbeiter*innen angestellt seien. Im Gespräch mit uns räumt der Befragte zumindest ein, von den vergangenen Vorkommnissen um die JaPo-Security und ihren Hang zu faschistischen Mitarbeiter*innen gewusst zu haben:

"Es mag sein, dass es in der Vergangenheit bei dem ein oder anderen Mitarbeiter rassistische Bewegungen gab. Gab es sicherlich. Diese Mitarbeiter sind aber unserer Kenntnis nach in den letzten Jahren nach und nach aussortiert worden, weil JaPo das natürlich auch nicht fördert."

Es wird weiter ausgeführt, dass ein Großteil des Personals von "JaPo" keinen deutschen Hintergrund habe. Aus diesem Grund sei es "komisch", ihnen Rassismus vorzuwerfen. Jedoch schützt eine Herkunftsgeschichte leider nicht vor einer rassistischen Einstellung. Die Verantwortlichen erklären auch, dass die Firma zudem Veranstaltungen gegen rechtsradikale Gesinnungen mit organisieren würden. Auch dieses Argument kann den faden Beigeschmack der Verpflichtung eines Security-Betriebs, von dem bekannt ist, dass er mit rechtsgesinnten Menschen zusammengearbeitet hat, nicht ganz vergessen machen.  

Ausfall von ASAP Rocky

Für die Absage des amerikanischen Headliners des Festivals können die Verantwortlichen auf dem Splash! Festival natürlich nichts. Wir berichteten bereits über die Verhaftung des Rappers.

Nach Festnahme in Schweden: US-Stars solidarisieren sich mit ASAP Rocky

Die Verhaftung von ASAP Rocky in Stockholm hat das #FreeRocky-Movement losgetreten. Einige US-Stars haben zudem bereits ihre Konsequenzen aus dem Umgang mit Rocky gezogen: Tyler, The Creator, Lil Yachty und ScHoolboy Q werden wohl demnächst keine Reise ins skandinavische Land antreten.

Leider sagte auch Chance the Rapper das Festival sehr kurzfristig ab. Mit dem Ersatz für ASAP Rocky und der Kommunikation waren die meisten Besucher*innen nicht zufrieden. Alleine die Verwirrung der Fans in den sozialen Medien sagt einiges über den Erfolg der Verständigung mit den Festivalgästen aus. Wer war denn nun Ersatz für die beiden amerikanischen Rapper? Und wo und wann hat der Ersatz gespielt?

Als Ersatz für Chance the Rapper kamen Skepta und Schoolboy Q auf die Bühne. Für ASAP Rocky hat das Splash! Action Bronson verpflichten können. Hier kann man dem Festival keinen Vorwurf machen. So spontan einen gleichwertigen Ersatz zu bekommen, ist kaum möglich. Jedoch müssen die Festivalbesucher*innen auch dementsprechend benachrichtigt und informiert werden.



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Freunde und Freundinnen, leider mussten wir in diesem Jahr mit den Absagen von Chance The Rapper und ASAP Rocky sehr kurzfristige Ausfälle hinnehmen. Wir sind froh, dass wir Euch bereits am 21. Juni mit Skepta und Schoolboy Q zusätzlich zwei absolute Hochkaräter präsentieren konnten. Wir freuen uns auch, dass wir Euch heute mitteilen können, dass Action Bronson seinen Gig, der im letzten Jahr aus gesundheitlichen Gründen ausfallen musste, ebenfalls in diesem Jahr nachrückt. Zu guter Letzt haben wir heute Nacht noch eine riesige Überraschung für euch: es wird ein Secret Act auf dem #splashfestival performen! Die aktualisierte Running Order findet ihr ab sofort in der App und auf unserer Webseite.

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Die Meinungen über Shindy als Secretact sind geteilt. Während einige ihre Enttäuschung über das Booking kundtun, konnten wiederum andere den Auftritt dennoch genießen. Der Rapper passt nicht unbedingt zum restlichen Lineup. Gerade das machte jedoch auch die Überraschung aus. Nicht umsonst wird das Splash! als das größte "Hiphop-Klassentreffen" in Deutschland bezeichnet. Jahr für Jahr treffen sich hier größtenteils die gleichen Künstler*innen. Ein Shindy stellt dann tatsächlich eine ziemliche Abwechslung dar.

Auch hier bekamen einige den Secret Act jedoch nicht mit und bereuen im Nachhinein, Shindy verpasst zu haben. Die Antwort des Festivals auf die Aussage, dass es schwierig sei, den Rapper auf einem Gelände ohne W-LAN nur bei Instagram anzusagen, erscheint im Angesicht der Menge an Kritik frech:

Als wir die Verantwortlichen im Gespräch auf das Problem ansprachen, wiederholte sich die Aussage mit einer ähnlichen Wirkung:

"Also wenn du Glück hast, bist du da. Wenn nicht, dann nicht."

Es lief nicht alles schlecht

Wenn man sich die erläuterten Kritikpunkte so anguckt, kann man jetzt eigentlich nur noch zu dem Fazit "Sie haben sich stets bemüht" kommen. Und ja, die Verantwortlichen bemühen sich tatsächlich, Krisenmanagement zu betreiben. Das Splash! ist in den Kommentaren sehr aktiv, bittet um Entschuldigung und fragt nach weiterem Feedback. Nach dem Organisationsakt, den ein solches Festival bedeutet, ist ihnen die Enttäuschung über die Kritik durchaus anzumerken:

Auch der Versuch, das Festival ein wenig umweltfreundlicher zu gestalten, sollte positiv herausgehoben werden. Im Green Camp wurden unter anderem Komposttoiletten angeboten sowie Diskussionsrunden geführt. Das Splash! rief auch eine Challenge rund um den Hashtag #cleancamp ins Leben, bei der es um die Dokumentation eines möglichst müllfreien und sauberen Campings ging. Während dieser Hashtag international und bei anderen Festivals erfolgversprechend ist, nutzte das Splash!-Publikum ihn mehr zum Trollen als zum Anlass, tatsächlich ein bisschen Rücksicht auf die Umwelt zu nehmen.

Die Kritik ist lauter als die positiven Stimmen

Das Gesamtbild ist nicht so furchtbar, wie es die kritischen Kommentare zunächst vermuten lassen. Dennoch stellt sich die Frage, wie lange ein gutes Lineup und eine langjährige Tradition die Fans noch vom Splash! überzeugen können. Andere Festivals konnten dieses Jahr zeigen, wie ein überzeugendes Lineup mit einer erfolgreichen Organisation kombiniert werden kann.

Im Gespräch erklärte man, sich über die Kritik, die man seinem eigenen Publikum neben den gewohnten "einsilbigen Sätzen" der "Splash! Kids" gar nicht zugetraut hat, sogar zu freuen. Der Dialog würde aktuell aktiv gesucht, um aus den Erfahrungen dieses Jahres lernen zu können.

Sicher wünschen sich einige Verantwortliche aktuell trotzdem, das Festival rückwärts abspielen zu können und noch einmal von vorne zu planen. Denn wenn man das Splash! 19 vorwärts abspielt, ist es ein Festival, das saubere, gestärkte und motivierte Jugendliche trotz der Macht von Hiphop teils genervt und demotiviert zurück in die Gesellschaft integriert und ihren Ticketkauf nächstes Jahr vielleicht zweimal überdenken lässt.

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Kommentare

Toll das hier auch endlich gegendert wird.

Aber eins kapiere ich nicht. Wieso wird hier der Machtmissbrauch mit politischen Motiven in Verbindung gebracht?
Leute wegen ihrer Kleidung und Tattoos zu verurteilen scheint mir etwas konservativ.

Jede Form von Gewaltmissbrauch ist zu verurteilen, aber zu glauben, dass jeder der Thor Steinar trägt, nachts, motiviert durch Großvaters Kriegsgeschichten, auf die Jagd nach dunkeln Skalps geht, ist doch Unsinn.
Rassismus ist Angst, Verzweiflung und Unkenntnis (Manchmal Sozialisation).
Wer das in Gewalt umwandelt ist zu verurteilen. Aber jeder der das nicht tut, sollte nicht im Vorfeld verurteilt werden. Egal welche Ideologie er verfolgt.
Das bedeutet doch hiphop, oder nicht?
Wir suchen den Dialog heißt es.
Versucht mal, diese Rechten, zurück in die Gesellschaft zu integrieren, statt sie Auszuschließen.
Bevor Vega wieder verurteilt wird weil er ein Onkelz-Shirt trägt.

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MilliKilli88
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Vorallem Deutschrap
Seht doch mal rein :)

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Festivals sagen Müllbergen den Kampf an, aber das reicht nicht

Festivals sagen Müllbergen den Kampf an, aber das reicht nicht

Von David Molke am 03.09.2019 - 17:33

Die Festival-Saison 2019 nähert sich ihrem Ende. Was am Schluss davon bleibt, ist neben einem Kater meist vor allem der Müll. Das Schlachtfeld, das viele Fans auf den Zeltplätzen großer Festivals hinterlassen, kann nur als Armutszeugnis interpretiert werden. Die Bilder der Müllberge sind beschämend und sprechen Bände. Hier muss sich etwas ändern. Wir schauen uns an, welche Maßnahmen die Veranstalter ergreifen, aber das kann natürlich nicht reichen. Wenn wir wollen, dass sich etwas verbessert, müssen wir alle umdenken und mit anpacken.

Müllberge: So scheiße es leider immer noch nach vielen Festivals aus

Es sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein, möglichst wenig Müll zu produzieren. Auf vielen Festivals ist Müllvermeidung aber nicht einmal das Hauptproblem, sondern die Tatsache, dass viele Besucher einfach alles stehen und liegen lassen. Dabei spielt es eigentlich keine Rolle, ob es das Wacken Open Air, Rock am Ring, Rock im Park, die Love Parade oder das Splash-Festival ist. Im schlimmsten Fall sieht das zum Beispiel so aus:

Stefan on Twitter

The Day after. Und das ist gute 3-4km so, lins und rechts vom Traisen Ufer. . So viele gute Zelter (außer die, die extra noch zerschnitten werden damit sie niemand mehr verwenden kann). So viele intakte Campingsesseln.

Oder so:

Wacken Open Air on Twitter

I actually had to walk quite a bit to get to the next lonely #wackencouch and please note the cucumber

Manche Leute lassen auch einfach ihren kompletten Hausrat zurück.

Wacken Open Air on Twitter

While many Wackings made a great effort to keep the Holy Ground clean, some still mistake it for a landfill. A freezer? Really?

Wie es auch gehen kann, zeigen Green Camping oder das Haldern Pop

Es gibt immer mehr Aktionen und Kampagnen, die dem Festival-Müll etwas entgegensetzen sollen. Da wären zum Beispiel die sogenannten Green Camping-Bereiche, die es auf immer mehr Festivals gibt. Sie wachsen auf vielen Festivals auch und bieten Möglichkeiten zur Mülltrennung. Sie sollen von vornherein ein größeres Bewusstsein schaffen und dabei helfen, Müll zu vermeiden.

Aber wieso nicht einfach sämtliche Campingplätze zum Green Camping umfunktionieren oder zumindest überall Mülltrennung möglich machen? Manche Festivals arbeiten mit Hochdruck daran, Plastik zu verbannen und nachhaltige Alternativen zu Verpackungen, Strohhälmen und dem ganzen Rest anzubieten.

Auf einigen Festivals gibt es nicht einfach nur Müllpfand, sondern zum Beispiel gleich zwei Müllsäcke: Einen Restmüll und einen gelben Sack. Auf dem Splash gab es dieses Jahr zwar auch viel Kritikwürdiges, aber zum Beispiel auch den Fairopolis-Bereich, mit Workshops zum Thema Nachhaltigkeit, NGOs und vielem mehr.

Dazu kommen weitere Anreize und besondere Aktionen, die manche Veranstalter ins Leben rufen. Das Wacken erklärt den Zeltplatz kurzerhand zum heiligen Grund und Boden, was viele Metaller dankend annehmen. Das Splash verlost zum Beispiel Tickets fürs nächste Jahr unter allen, die Fotos von besonders sauber hinterlassenen Zeltplätzen twittern.

Dann gibt es da noch solche Ausnahmen wie zum Beispiel das Haldern Pop-Festival. Die haben es offenbar geschafft, eine vollständig müllfreie Zelt-Wiese zu hinterlassen. Die Veranstalter mutmaßen, dass das an der familiären Atmosphäre und der überschaubaren Teilnehmerzahl liegt.

Security Check Required

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Veranstalter sind auf deine Hilfe angewiesen: Mach mit!

Aber die besten Initiativen bringen alle nichts, wenn niemand bereit ist, sein Verhalten zu ändern. Zum Glück findet langsam, aber sicher ein Umdenken statt – auch unter den skrupellosesten Festival-Besuchern. Aber solange noch Zelte aufgeschlitzt und abgefackelt werden, Müll liegengelassen wird und Sofas stehenbleiben, liegt das Zero Waste-Ziel auf Festivals noch immer in weiter Ferne.

Wir müssen alle dabei helfen. Auch du. Was 7000 Menschen schaffen, können auch 70.000 hinbekommen. Eigentlich müsste es sogar noch besser klappen, wenn mehr Menschen mit anpacken. Damit am Schluss nicht so viel aufgeräumt werden muss, kann auch schon im Voraus kurz nachgedacht werden: Wer wenig mitbringt, muss nach dem Festival auch nicht so viel mit nach Hause schleppen.

Das kannst du gegen die Festival-Müllberge unternehmen:

  • Sammel deinen Müll wenigstens wieder ein, wenn du schon welchen machst
  • Leave no trace: Alles, was du mitbringst, muss auch wieder mit nach Hause
  • Weniger ist mehr: Wer wenig einpackt, muss verkatert nicht schwer schleppen
  • Einweg-Verpackungen, -Becher und -Trinkflaschen sind tabu
  • Plastikgeschirr und Plastikbesteck haben nichts auf einem Festival verloren
  • Glasflaschen erst recht nicht, die sind außerdem auch noch gefährlich

Wer seinen Kram dann doch nicht mehr mitnehmen will oder noch etwas zu Essen übrig hat, kann das auf vielen Festivals auch an Sammelstellen loswerden (von denen es dann natürlich genug geben müsste). Die führen das dann einem guten Zweck zu, spenden es, reparieren es, verteilen es oder recyclen es.

Auf Seiten der Veranstalter wären mehr Möglichkeiten zur Müllvermeidung beziehungsweise ganz simpel mehr Mülleimer wünschenswert. Auch der generelle Verzicht auf (Einweg-)Plastik wäre denkbar und nicht unmöglich, vor allem was die Anbieter von Essen und Trinken angeht.

Oder, ganz verrückt: Einen weiteren, großen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz könnten die Festival-Veranstalter leisten, wenn sie komplett auf vegetarisches oder veganes Essen umsteigen würden. Das klappt bei anderen Festivals wie bei der Fusion ja auch und selbst der härteste Fleischaner kann ein paar Tage auf totes Tier verzichten.

Wie stehst du zum Müllproblem auf Festivals? Woran liegt's und bist du bereit, etwas dagegen zu unternehmen?

Splash! 2019: Viel Kritik statt Feuerwerk

Das Splash! Festival ist vorbei. Im Normalfall ist das der Moment, in dem man wehmütig auf das vergangene Wochenende zurückschaut und sich schon auf das nächste Jahr freut. Dieses Jahr sieht das alles ein bisschen anders aus.


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