Der Name ist Programm: Eminem rantet auf "Kamikaze" aus der King-Perspektive

Eminems neues Album "Kamikaze" ist offenkundig aus einem Gefühl der Wut heraus entstanden. Slim Shady ist zurück und nimmt keine Rücksicht auf Namen und Trends.

"I feel like I wanna punch the world in the f*ckin' face right now"

Der erste Track "The Ringer" stellt direkt klar, was ihn dermaßen aufwühlt. Nach dem Geräusch eines crashenden Flugzeugs geht es los. Eminem rappt sich seinen Frust über die heutige Generation von MCs von der Seele.

Es trifft zunächst einen, der sich nicht durch fehlende Skills bei Eminem unbeliebt gemacht hat. Vince Staples fand die BET-Cypher von Eminem gegen Donald Trump nicht so berauschend. Dass es sich dabei nur einen Witz gehandelt habe, kauft Eminem dem MC aus Long Beach nicht ab. Ein Wortspiel mit 21 Savage Hit-Song "Bank Account" enthält die Line außerdem. Eminem zeigt sich im Savage-Modus, auch wenn er nicht an sein Konto denke.

"If I press the issue just to get the anger out / Full magazine could take Staples out / Savage but ain't thinking 'bout no bank account"

Der süßliche Singsang-Rap von Lil Yachty ist nichts für Em. Seiner Meinung nach sind viele Rapper heutzutage auf Lean hängengeblieben und würden das MC-Sein nicht würdigen.

"Get this f*ckin' audio out my Audi, yo, adios / I can see why people like Lil Yachty, but not me though / Not even dissin', it just ain't for me / All I am simply is just an emcee / Maybe 'Stan' just isn't your cup of tea / Maybe your cup's full of syrup and lean"

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Für Em kopieren die momentan angesagten "Lils" und "Youngs" den guten alten Weezy. Gesichtstattoos, Rap über Gitarren-Beats – ja, das hat Lil Wayne schon vor etlichen Jahren gemacht. Die ältere Generation von MCs wird laut Eminem schlussendlich die Oberhand behalten.

"Lil Pump, Lil Xan imitate Lil Wayne / I should aim at everybody in the game, pick a name / I'm fed up with being humble / And rumor is I'm hungry / I'm sure you heard bumblings I heard you wanna rumble like an empty stomach / I heard your mumbling but it's jumbled in mumbo-jumbo / The era that I'm from will pummel you"

Im Track "Fall" knüpft sich Eminem seine Kritiker vor. Den Hate nach seiner "Revival"-Single "Walk On Water" bezeichnet er in Anlehung an die Watergate-Affäre als "Walk On Water-Gate". Viele Rapper würden einfach nur Styles anderer erfolgreicher Artists kopieren – im Speziellen nennt er hier Drake und die Migos. Eminem habe sich dagegen entschieden und seinen Film gefahren.

"These rappers are like Hunger Games / One minute / they're mocking Jay / Next minute, they get they style from Migos, then they copy Drake"

Tyler The Creator bekommt auch sein Fett weg. Er twitterte über den Song "Walk On Water", dass der Track "schrecklich" sei. Hier bedient sich Eminem der Gerüchte, die sich um Tylers Sexualität ranken. Tyler könne als homosexueller Mann gar nichts kreieren, würde D12 verehren und sei ein miserabler Texter, solange ihm nicht Earl Sweatshirt zur Hilfe eilt.

"Tyler create nothing, I see why you called yourself a f*ggot, b*tch / It's not just 'cause you lack attention / It's 'cause you worship D12's balls, you're sacrilegious / If you're gonna critique me, you better at least be as good or better / Get Earl, the Hooded Sweater, whatever his name is to help you put together some words, more than two letters"

Joe Budden und DJ Akademiks hielten sich in der Öffentlichkeit nicht mit Kritik an "Revival" zurück. Der ehemalige und der jetzige Host des Formats "Everyday Struggle" bezeichneten Ems Release als "Trash" oder fingen schon aufgrund der Tracklist zu meckern an.

"Somebody tell Budden before I snap, he better fasten it / Or have his body bag get zipped / The closest thing he's had to hits is smacking b*tches / And don't make me have to give it back to Akademiks / Say this sh*t is trash again, I'll have you twisted like you had it when you thought you had me slippin' at the telly / Even when I'm gettin' brain, you'll never catch me with a thot"

"Not Alike" mit Royce Da 5'9''-Feature greift den Zeitgeist auf mehreren Ebenen an. Der Song beginnt mit Eminem, der den Migos-Flow aus "Bad & Boujee" auf dem Beat des Hits "Look Alive" von Drake und BlocBoy JB auspackt. Er zählt relativ wahllos Dinge auf, bevor Royce einsetzt. Dieser stellt mit einfachsten Worten und anhand von G-Eazy dar, dass es in der Szene nur noch um Status und Coolness gehen würde:

"The sky is blue, the tie is new, the Masarati white and cool like G-Eazy"

Eminem schildert in der Hook von "Not Alike" immer wieder, dass es nur noch eine Gemeinsamkeit zwischen ihm und den Rappern der neuen Generation gebe – ein Mikrofon.

Machine Gun Kelly kriegt dann noch einen extra Seitenhieb ab. Em und Machine Gun haben ein angespanntes Verhältnis, nachdem letzterer Eminems Tochter Hailie 2012 auf Twitter als "hot as f*ck" bezeichnet hat. Seit diesem Zeitpunkt gibt es von beiden Seiten hin und wieder Attacken.

"But next time you don't gotta use Tech N9ne if you wanna come at me with a sub-machine gun / And I'm talking to you but you already know who the f*ck you are, Kelly / I don't use sublims and sure as f*ck don't sneak-diss / But keep commenting on my daughter Hailie"

Der letzte Angriff von Machine Gun Kelly erfolgte auf dem Track "No Reason" aus dem Tech N9ne Album "Planet". Kelly spielt dort auf Eminems Status als "Rap God" an und sagt, dass ihn Bars nicht interessieren würden. Aus Eminems Sicht zollt man "OG's" Respekt. Diesen drückt Slim Shady mit der Erinnerung an den Verstorbenen Prodigy von Mobb Deep aus.

"Just to try to get me off and you better hope I don't call Trick Trick / B*tch, this shit don't fly in our city / Punk, you don't disrespect OG's, R.I.P. Prodigy"

Eminem verteilt auch Props. Ausdrücklich ausgenommen von seiner Kritik an der aktuellen Rapszene sind Artists wie Kendrick Lamar, J. Cole, Joyner Lucas und Big Sean:

"I'm gonna crumble you and I'll take a number two / And dump on you if you ain't Joyner / If you ain't Kendrick or Cole / Or Sean then you're a goner" ("The Ringer")

UPDATE:

Eminem im "Kamikaze"-Modus: Die Reaktionen auf den Diss-Rundumschlag

Eminem will mit "Kamikaze" seinen Kritikern das Maul stopfen. All jenen den Wind aus den Segeln nehmen, denen "Revival" nicht gefallen hat...

Weitere Anerkennung drückt Eminem indirekt aus, sobald er in "Fall" aufzählt, wen er alles inspiriert und ins Game gebracht habe:

"Don't tell me 'bout the culture / I inspire the Hopsins, the Logics, the Coles / the Seans, the K-Dots, the 5'9"s, and oh / Brought the world 50 Cent, you did squat, p*ssed and moaned, but I'm not gonna fall... b*tch!"

Eminem hat auf "Kamikaze" definitiv keinen Bock auf irgendwelche Gimmicks. Für ihn geht es darum, am Mic abzuliefern und sich nicht als vergänglicher Hype-Artist in die Geschichte des Hiphops einzureihen. Für ihn dreht sich Rap weiterhin um Bars und nicht um inhaltsbefreite Chartbreaker. Diesen Standpunkt hat er mehr als deutlich gemacht. Um es mit einer Line aus "The Ringer" zusammenzufassen:

"You will never see Em icy, but as cold as I get on the M-I-C"

Das komplette Album kannst du hier hören:

Eminem - Kamikaze

Eminem - Kamikaze - Am 31 August, 2018 - 00:00 erscheint Eminem - Kamikaze. Völlig überraschend haut Eminem mit "Kamikaze" über Nacht ein neues Album raus. Der Nachfolger von "Revival" umfasst 13 Tracks und kann nun auf den gängigen Portalen gestreamt werden:

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Kommentare

Lol dachte das würde wieder so ein Cringeschrott werden aber es ist ziemlich gut

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50 Cent mit Rundumschlag: Diss gegen Meek Mill, Rick Ross & Roc Nation CEO

50 Cent mit Rundumschlag: Diss gegen Meek Mill, Rick Ross & Roc Nation CEO

Von Michael Rubach am 06.07.2020 - 19:58

50 Cent wird einfach nicht müde, seine Rolle als Provokateur zu spielen. In einer weiteren Episode des Young Money Radio mit Lil Wayne ist es Fifty nun gelungen, mit ein paar knappen Ausführungen gleichzeitig gegen Meek Mill, Rick Ross und die First Lady von Roc Nation auszuteilen. Zumindest lässt die Art und Weise der Formulierung kaum eine andere Interpretation zu.

Meek Mill, Rick Ross & Roc Nation CEO: 50 Cent disst wild herum

Lil Wayne ist sichtlich amüsiert, als Fifty einige rhetorische Fragen in den Raum wirft. Im Vorfeld erklärt er noch, keine Namen nennen zu wollen. Auch ohne Namedropping ist es jedoch ziemlich offensichtlich, an welchen Vertretern des US-Raps sich der New Yorker auslässt.

"Ich sage nur, wenn du für eine Gefängnisreform stehst, wie kannst du bei einem Justizvollzugsbeamten unterschreiben und von einer Snitch gemanagt werden? Hilf mir, Hilf mir. Ich schaue mir nur bestimmte Dinge an und denke: 'Warte, was ist das?'"

("I'm just gonna say, if you represent prison reform, how do you sign to a correctional officer and you managed by a snitch? Help me, help me with this man. I just look at certain sh*t and I go, 'Wait, how is that?'")

Unter anderem zusammen mit Jay-Z bildet Meek Mill ein Teil der Reform Alliance. Das Ziel der Organisation ist es, die geltende Gesetzeslage in Amerika zu ändern. Eine Gesetzeslage, die Meek Mill schon mehrfach wegen kleinerer Delikte in den Knast brachte und dafür sorgte, dass er eine extrem lange Zeit auf Bewährung unterwegs war.

Wenn 50 Cent also über jemanden spricht, der für eine Gefängnisreform einsteht, dann meint er mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Meek Mill. Jay-Z zeigt in dieser Angelegenheit nicht so viel Gesicht wie sein jüngerer Mitstreiter.

Jay-Z & Meek Mill kämpfen mit 50 Millionen Dollar für Justizreform

Meek Mill und Jay-Z machen ernst: Zusammen mit Partnern aus der Sport- und Business-Welt planen sie nicht weniger, als das amerikanische Justiz-System zu reformieren. Dafür haben sie die Initiative "Reform Alliance" ins Leben gerufen, wie auf einer Pressekonferenz in New York bekanntgegeben wurde.

Beim "Justizvollzugsbeamten" bezieht sich der New Yorker offensichtlich auf Rick Ross. Officer Ricky war schließlich vor seiner Rapkarriere im Gefängnis angestellt. Er ist zugleich einer der Lieblingsfeinde von Fifty. Wie es der Zufall so will, ist Meek Mill ein Künstler auf Rick Ross' Label Maybach Music Group.

Bliebe noch die Snitch, von der Meek Mill angeblich gemanagt werden soll. Hierbei dürfte es sich um Diseree Perez handeln, die Ende 2019 zum CEO von Roc Nation ernannt wurde. Das von Jay-Z gegründete Unternehmen ist für das Management von Meek Mill zuständig.

Desiree Perez soll laut US-Presse in den Neunzigern mit über 30 Kilo Kokain erwischt worden sein. Anschließend sei sie als Informantin für die DEA (Drug Enforcement Administration) tätig gewesen. Diese eher kuriose Verbindung von Meek Mill und Frau Perez ist auch schon 6ix9ine aufgefallen.

Das gesamte Konstrukt, in dem sich Meek Mill bewegt, findet Fifty offenkundig ziemlich lächerlich. Es ist für ihn augenscheinlich komplett paradox, dass sein Kollege aus Philadelphia wie kaum ein Zweiter für Veränderungen im amerikanischen Justizsystem wirbt. Meek Mill lässt sich von Fiddy jedoch nicht aus der Reserve locken und beurteilt das Getöse als eher "corny", wie er auf Twitter schreibt. Zuletzt war er dafür an einer anderen Beef-Front aktiver:

Freddie Gibbs & Akademiks Beef eskaliert: "Ich foltere dich, bis du das Game verlässt"

In der US-Rap-Szene brennt's: Freddie Gibbs und der Blogger DJ Akademiks tragen aktuell einen Rap-Beef aus, wie er im Bilderbuch steht. Von den klassischen Schwanzvergleichen bis hin zu genialen Memes und natürlich einer Prise 6ix9ine (wie auch sonst?) ist alles dabei.


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