187 Strassenbande: Nach Drogen- und Waffenfund ermittelt die Staatsanwaltschaft

Unter der Leitung des LKA 68 führte die Hamburger Polizei vor etwa zwei Monaten eine Razzia gegen die 187 Strassenbande und alle Beteiligten durch. Sie bestätigte, 17 Objekte kontrolliert zu haben – darunter Wohnungen und das Tattoostudio am Neuen Pferdemarkt. Drogen und Verstöße gegen das Waffengesetz seien Gründe für den Großeinsatz gewesen. Die MOPO berichtet nun, dass die Staatsanwaltschaft jetzt ermittelt. Die Verdächte der Polizei hätten sich bestätigt. Beamte hätten laut eigenen Angaben "Marihuana, Haschisch, Cannabisöl, Kokain, einen Schlagring, einen Elektroschocker, ein Einhandmesser, Schreckschusswaffen, einen Teleskopschlagstock und Pfefferspray gefunden und sichergestellt". 

Oberstaatsanwältin Nana Frombach verriet der MOPO diesbezüglich:

"[Zwei Ermittlungsverfahren] wurden wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Betäubungsmittel- und Waffengesetz eingeleitet."

Alle Ermittlungen richten sich wohl gegen jedes rappende Mitglied der 187 Strassenbande. Weiterhin betroffen sind dazugehörige Sprayer und Tätowierer. Bisher ist unklar, wann die Anklage gegen Maxwell, Bonez, Gzuz, LX, Sa4 und Co. eingeleitet wird. 

Wie sich Maxwell und Bonez zu der Razzia äußerten, kannst du hier nachlesen: 

Maxwell äußert sich erstmals zur Razzia gegen die 187ers und zu seiner Festnahme

Heute morgen veröffentlichte Bonez MC ein ausführliches Statement zur Razzia, die die Polizei Hamburg letzte Woche Mittwoch gegen die 187 Strassenbande und deren Umfeld durchführte (hier nachlesen). Während Bonez dabei gar nicht im Land war, wurde Maxwell von der Polizei kurzzeitig verhaftet. Jetzt äußerte sich der 187er in seiner Instastory zu dem Vorgehen der Beamten.

Nach Razzia: Bonez MC wendet sich in Statement an die Polizei

Vor wenigen Tagen gab es unschöne Schlagzeilen um die 187 Strassenbande: Die Hamburger Polizei führte am vergangenen Mittwoch unter Leitung des LKA 68 eine Razzia gegen die Rapper und deren Umfeld durch. 16 Objekte wurden durchsucht, Maxwell kurzfristig festgenommen.

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Kommentare

"einen Schlagring, einen Elektroschocker, ein Einhandmesser, Schreckschusswaffen, einen Teleskopschlagstock und Pfefferspray gefunden" Das sind alles Waffen, die meines Erachtens legal zu erwerben sind. Der Besitz ist nicht verboten. Wo sind denn jetzt die scharfen Knarren? Ach alles nur bla bla

Da leider viele Details fehlen(wie immer in einem reißerischen HipHop.de geschreibsel) kann man wenig bis gar nichts dazu sagen. Der Erwerb diverser genannter Gegenstände mag zwar legal sein jedoch, dass "mit-sich-führen" nicht und je nach "Beschaffenheit" ist sogar schon der Erwerb Strafrechtlich relevant.(Amazon und andere interessiert halt nur der Verkauf und kein evtl geschäftsschädigenden Hinweis, dass der entsprechende Gegenstand im entsprechenden Ländern evtl verboten ist.) Jetzt wäre interessant zu Wissen WO die entsprechenden Gegenstände gefunden worden sind. In der Wohnung wird es schwerer ein "mit-sich-führen" nach zu weisen im Auto, Geschäfft oder "am Mann" wird es wesentlich einfacher werden
An meinen Vorredner es brauch keine "scharfen" Waffen um strafrechtlich relevant geworden zu sein. Und erkundige dich bitte das nächste mal bevor du etwas "beitragen" willst

Schlaues daher labern ist hier auch nicht gefragt sondern völlig peinlich.Wenn es doch so reißerisch hier zugeht dann les doch bitte das Abendblatt.Ich finde das Statement von Maxwell und Bonez großartig,da ist alles gesagt. Im Übrigen habe ich Maxwell heute in der Innenstadt gesehen,ein wunderschöner Traummann ❣️

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Gzuz-Video auf dem Index: Die BPjM erklärt uns die Hintergründe

Gzuz-Video auf dem Index: Die BPjM erklärt uns die Hintergründe

Von David Molke am 09.04.2020 - 18:22

Das Gzuz-Video zu "Was hast du gedacht?" wurde jetzt indiziert. Dabei ist das Musikvideo schon vor zwei Jahren auf YouTube veröffentlicht worden. Warum das so lange gedauert hat und wie so eine Aufnahme auf dem Index überhaupt funktioniert, hat uns jetzt die BPjM erklärt. Die Menschen dort haben all unsere Fragen sehr bereitwillig sowie ausführlich beantwortet und sind generell stark an einem Dialog über ihre Arbeit sowie größtmöglicher Transparenz interessiert.

Die BPjM erklärt die konkreten Gründe für die Indizierung

Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien hat das fragliche Gzuz-Video mit einer Entscheidung vom 4. März 2020 "in die Liste der jugendgefährdenden Medien eingetragen". Das bedeutet, dass in diesem Fall Grundrechte wie die Kunstfreiheit keinen Vorrang haben. Der Jugendschutz wirkt hier schwerer.

Jugendgefährdend sei das Video vor allem aus den folgenden Gründen, aus denen sich die Entscheidung des Gremiums ergeben hat, wie uns per Mail erklärt wurde:

  • - Der Inhalt des Videos diskriminiert Frauen,
  • - propagiert einen kriminellen Lebensstil,
  • - wirkt verrohend und
  • - reizt zu Gewalttaten an

Gewalt, Kriminalität und Diskriminierung im Battle- und Gangsta-Rap

Ein Beitrag von Daniel Hajok und Thomas Salzmann.

Schon Anfang 2018 haben wir bei einer Folge 7000Grad über das Video von Gzuz diskutiert. Dabei kam unter anderem die Frage auf, wie weit Gzuz sein hartes Straßenimage noch ausreizen kann (ab Minute 11:15):

Gzuz & 187, Xatar-Album floppt? Bitcoins, Drogen, Drake, Lil Pump uvm. - 7000Grad #1

Hiphop.de präsentiert die neue Show "7000Grad" mit Toxik & Aria, moderiert von Anita! Wir besprechen die aktuell heißesten Themen, diskutieren über verschied...

Wieso hat es so lange gedauert, bis das Video auf den Index kam?

Dass es rund zwei Jahre gedauert hat, bis das Gzuz-Video auf dem Index gelandet ist, kann verschiedene Ursachen haben, wie die BPjM erklärt. Unter anderem dauert es oft so lange, weil zunächst einmal jemand einen Antrag oder eine Anregung dazu stellen beziehungsweise abgeben muss. Dazu sind nur bestimmte Stellen berechtigt.

Die Gründe, wieso ein Indizierungsverfahren lange dauern kann, im Überblick:

  • - Die BPjM betreibt keine Marktbeobachtung und wird nicht von allein tätig
  • - Ein Indizierungsverfahren kann erst nach Veröffentlichung eines Mediums starten, sonst wäre es Zensur
  • - Es muss einen Antrag oder eine Anregung von berechtigter Stelle geben. Das sind "zusammengefasst alle Behörden, die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) sowie alle anerkannten Träger der freien Jugendhilf"
  • - Bei Medien im Internet müssen Stellungnahmen von der Kommission für Jugendmedienschutz eingeholt werden
  • - Last but not least müssen Verfahrensrechte aller Beteiligten gewährleistet und Fristen eingehalten werden

Gangsta-Rap -Wie soll man das verstehen?

Ein Beitrag von Michael Huber.

Wofür werden Medien generell indiziert & was ist mit Gras?

Wir haben uns gefragt, wieso es so viele Rapvideos gibt, in denen Unmengen von Weed zu sehen sind, die aber trotzdem nicht indiziert werden. Darauf antwortet die BPjM zunächst allgemein und dann im Detail.

Das Jugendschutzgesetz gibt vor, welche Inhalte "geeignet sein können, Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung zu gefährden. :

"Dies sind unsittliche, verrohend wirkende, zu Gewalttätigkeit, Verbrechen oder Rassismus anreizende Medien sowie Medien, in denen Gewalthandlungen wie Mord- und Metzelszenen selbstzweckhaft und detailliert dargestellt werden oder Selbstjustiz als einzig bewährtes Mittel zur Durchsetzung der vermeintlichen Gerechtigkeit nahe gelegt wird."

Dazu hat die BPjM nach eigenen Angaben auch noch "weitere, nicht gesetzlich geregelte Fallgruppen der Jugendgefährdung entwickelt, welche von der Rechtsprechung - soweit sie hierzu Stellung genommen hat - bestätigt worden sind". Unter anderem gehören dazu:

  • - Diskriminierung von Menschengruppen
  • - Verherrlichung oder Verharmlosung des Nationalsozialismus
  • - Verherrlichung von exzessivem Alkohol- und Drogenkonsum

Einzelfall-Entscheidungen: Generell sei immer von Fall zu Fall zu entscheiden, wie die BPjM schreibt. Im Allgemeinen bedeute ein "Verherrlichen oder Verharmlosen, dass mit einer überzeugt positiven Bewertung des zu verherrlichenden oder verharmlosenden Sachverhalts gleichzeitig eine gewisse Realitätsferne einhergeht, die sich z.B. in einem (bewussten oder unbeabsichtigten) Ausblenden von Fakten offenbart".

Interessant wirkt in diesem Zusammenhang, dass der Sido-Song "Endlich Wochenende" in diesem Bereich als eine Art Blaupause dient. Die Entscheidung zu der Indizierung des Songs sei in diesem Bereich mittlerweile "grundlegend".

Ansonsten scheint ebenfalls noch bemerkenswert, dass auch aktuell wohl immer noch Alben als Ganzes betrachtet werden, wenn es um eine Indizierung geht. Obwohl viele Künstler mittlerweile oft nur noch auf den Release einzelner Songs setzen.

BPjM indiziert Gzuz-Musikvideo nach über 2 Jahren

Von Michael Rubach am 27.02.2020 - 14:38 Gewalt gegenüber Frauen ist in den letzten Jahren mehr und mehr aus dem Privaten in die Öffentlichkeit gebracht worden. Die Initiative # unhatewomen setzt diesen Weg konsequent fort und knöpft sich die Inhalte von Rapmusik vor - auch Sprache ist schließlich eine Form Gewalt.


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