RZA will das millionenschwere Wu-Tang-Clan-Album zurückkaufen, aber kann es nicht

Drei Jahre ist es her, dass das geheime Wu-Tang Clan-Album "Once Upon A Time In Shaolin", von dem es nur ein Exemplar gibt, vom umstrittenen Pharma-Unternehmer Martin Shkreli ersteigert wurde. Nachdem der Geschäftsmann aber wegen Betrugs verhaftet wurde, ging das Album an die U.S. Behörden über. RZA vom Wu-Tang Clan äußerte nun gegenüber dem Rolling Stone, dass er das Exemplar am liebsten zurückkaufen wolle – aber das gestaltet sich schwierig.

Erst vor wenigen Wochen wurde bekannt, dass Martin Shkreli zu einer siebenjährigen Haftstrafe verurteilt wurde. Ein Richter hatte zuvor entschieden, dass Shkreli 7,4 Millionen US-Dollar seines Vermögens an die Regierung übergeben müsse. Darunter auch das "Once Upon A Time In Shaolin"-Album, das der Unternehmer für schätzungsweise 2 Millionen US-Dollar gekauft hatte. Das besondere Werk machte in den letzten Jahren immer wieder Schlagzeilen: Erst kündigte Shkreli an, es zerstören zu wollen, dann versuchte er, es auf Ebay zu versteigern. Jetzt ist unklar, wo die Platte bleibt.

Wenn es nach RZA ginge, würde das Album wieder in seinen Händen landen. Er äußert:

"Es war sehr schwer für mich, das Album zu verkaufen. [...] Ich habe schon versucht, es zurückzubekommen. Aber der ganze Papierkram und der Vertrag hindern mich daran."

Er habe sogar auf Ebay für das Album bieten wollen, wurde jedoch von seinem Anwalt zurückgehalten, so RZA. Denn im Vertrag, den Shkreli unterschrieben hatte, willigte dieser ein, das Exemplar für mindestens 88 Jahre nicht weiterzuverkaufen und ausschließlich für persönliche Zwecke zu nutzen.

Viele Fans hatten dem Wu-Tang Clan und insbesondere RZA vorgeworfen, mit dem Verkauf des Albums Musik zu machen, die sich ausschließlich die Elite leisten könne. Dies würde den Grundsätzen von Hiphop widersprechen. RZA argumentiert dagegen, die Aktion solle auf den Wert der Musik aufmerksam machen:

"Ich habe viele Fans verloren, weil sie das Gefühl hatten, dass ich etwas getan habe, das nicht mit der Idee vom Wu-Tang Clan zusammenpasst. Meiner Meinung nach stimmt das nicht. [...] Ich denke, wir haben eine Verlagerung von Werten in der Musikbranche. [...] Kinder bezahlen 600 US-Dollar für Kopfhörer, aber wollen nicht einen Dollar für Musik ausgeben. Kopfhörer sind nutzlos ohne Musik. Ein iPod ist nutzlos ohne Musik. [...] Darum geht es bei diesem Album. Wenn niemand den Wert erkennt, dann werden wir es eben wertvoll machen."

Mehr zur Vorgeschichte:

Der wohl meistgehasste US-Bürger hat das Unikat-Album des Wu-Tang Clans gekauft

Der Wu-Tang Clan hat letztes Jahr das Unikat-Album Once Upon a Time in Shaolin aufgenommen, das für eine astronomische Summe den Besitzer wechseln sollte. Nach diversen anderen Gerüchten berichtet Bloomberg Business jetzt, dass der umstrittene Pharmamanager Martin Shkreli die Platte für rund $ 2 Millionen erworben haben soll.

Martin Shkreli verhaftet: Was passiert mit geheimem Wu-Tang Clan-Album?

Vor Kurzem gab der Wu-Tang Clan bekannt, dass das geheime Album Once Upon a Time in , von dem es nur eine Kopie gibt, für mehrere Millionen US-Dollar verkauft wurde. Kurze Zeit später erfuhren wir, dass der umstrittene Pharmamanager Martin Shkreli die Platte erworben hatte.

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Kommentare

Kann nicht iwer dieses schei** album zerstören oder so damit es der menschheit nicht mehr auf den sack geht?

Kann nicht mal jemand dich zerstören?

Unnötig darüber zu berichten, was hab ich jetzt von der Info? Selbst wenn es in 88 Jahren released wird sind wir sowieso alle tot.

nö, ich will es unbedingt hören du furz

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Revolution gegen den Trend: Wieso Timbaland & RZA ihre Musikrechte verkaufen
RZA

Revolution gegen den Trend: Wieso Timbaland & RZA ihre Musikrechte verkaufen

Von Till Hesterbrink am 25.08.2020 - 13:06

Als aufstrebender Rapper hört man immer wieder Dinge wie: "Verkauf bloß nicht die Rechte an deinen Songs", "Independent verdient man deutlich mehr" und "Es ist besser, 20.000 zu verkaufen und alles zu behalten, als 100.000 zu verkaufen und den Großteil abzugeben". Aus diesem Grund erstaunt es umso mehr, dass große Künstler in den USA jetzt Teile oder gleich die Gesamtheit ihres Musikkatalogs verkaufen. Zuletzt machte Wu-Tang Clans RZA mit dem Verscherbeln seiner Kunst auf sich aufmerksam.

RZA, Timbaland & No I.D.: Alle verkaufen an Hipgnosis Songs Fund

Eigentlich gilt es als Powermove, die Rechte an seiner Musik zu behalten und nicht an "die bösen Majors" abzutreten. Schließlich würde man pro CD/Stream mehr verdienen und selbst wenn der Anfang ohne großes Label im Rücken schwerer sei, würde es sich im Nachhinein bezahlt machen. In den USA stellen sich diesem Trend jetzt allerdings einige Superstars entgegen, die teilweise 100 % ihrer Rechte an Investment-Unternehmen für eine einmalige Zahlung veräußern.

Was direkt auffällt, ist, dass sowohl RZA als auch die Produzenten Timbaland und No I.D. an die gleiche Firma verkauft haben: Hipgnosis Songs. Eine relativ junge Firma aus London, die sich selbst als Investment-Unternehmen für Musikrechte beschreibt. An eben dieses verkaufte RZA nun 50 % der Urheberrechte, Veröffentlichungsrechte und Autorenrechte all seiner 814 Songs.

Der Hitproduzent No I.D. ging sogar einen Schritt weiter und verkaufte gleich all seine Rechte für die Gesamtheit seiner 273 Tracks. Wie auch Starproduzent Timbaland, welcher ebenfalls seinen gesamten Katalog an die Londoner Firma veräußerte. Darunter befinden sich die Produzenten- und Autorenrechte für Hits wie "Sexy Back", "What Goes Around... Comes Back Around" von Justin Timberlake oder auch Nelly Furtados "Promiscuous".

Was bedeutet das nun? Im Falle von Timbaland sicherte sich Hipgnosis unter anderem 100 % von Timbalands Produzentenrechte für alle Songs, an denen der 48-Jährige mitgewirkt hat. Wird nun also eine CD verkauft, ein Song auf Spotify und im Radio gespielt oder anderweitig verwendet, erhält Hipgnosis jegliche Produzenten-Tantiemen dafür. Timbaland hat also seine stetigen Einnahmen durch Streams und Airplay gegen eine Einmalzahlung getauscht.

Wie viel Geld für diese Deals jeweils geflossen ist, lässt sich bloß erahnen. So hat das Unternehmen von März 2019 bis zum März 2020 knapp 700 Millionen Dollar für Songrechte ausgegeben. Bereits Ende letzten Jahres hielt Hipgnosis Songs nach eigenen Angaben die Rechte für über 6.000 Tracks mit einem geschätzten Wert von knapp 1,3 Milliarden Dollar.

Das Geschäft mit den Musikrechten boomt: Wie viel Geld wurde gezahlt?

Hipgnosis Songs ist kein Label, sondern eine Investment-Firma. Aus diesem Grund werden auch keine neuen Künstler gesucht oder Newcomer aufgebaut. Stattdessen will man sich auf erprobte Künstler beschränken, die den Test der Zeit bereits bestanden haben, erklärte der ehemalige Manager von Elton John sowie Guns N' Roses und Hipgnosis-Gründer Merck Mercuriadis:

"All unsere Songs haben sich bereits bewiesen und wir spekulieren nicht über neue Songs. Egal wie der Songwriter, Produzent oder Künstler zuvor abgeliefert hat. [...] Diese bewiesenen Hit-Songs produzieren verlässliche, erwartbare und unkorrelierte Einnahmen, in welche es sich zu investieren lohnt."

("All of our songs have a proven track record and we do not speculate on new songs regardless of the past performance of the songwriter, producer or artist. [...] These proven hit Songs produce reliable, predictable and uncorrelated cash flows which are highly investible.")

Für die Zukunft wird angenommen, dass das Unternehmen nicht nur Deals direkt mit Künstlern abschließen wird, sondern auch bereits verkaufte Rechte von anderen Unternehmen erwerben will. Mercuriadis erklärte bereits, Hipgnosis wolle bald einige Musikverlage aus Los Angeles aufkaufen und sich somit weitere Songrechte sichern.

Der Produzent Jeff Bashker verkaufte seinen Katalog vor Kurzem an die Investmentbank Morgan Stanley. Angeblich für 65 Millionen Dollar, was dem elffachen Wert des jährlichen Umsatzes entspräche. Bashkers Manger und Geffen Records-Präsident Neil Jacobson sprach mit Variety über den Deal und erklärte das für so einen Handel notwendige Verhältnis zwischen Künstler und Kunst.

"Ein Künstler muss das Angebot mit offenen Augen betrachten und jegliche emotionale Verbindung zu seiner Arbeit ablegen [...] Das ist eine Einkommensquelle und auch nur das. Wenn du das anders siehst, dann verkauf deinen Katalog nicht. Du kannst damit nur leben, wenn du deinen Katalog bloß als Geld betrachtest."

("A creator has to walk in with eyes wide open and remove any emotional connection to the work [...] This is a stream of income and that's it. If you don’t feel that way, do not sell your catalog. The only way to be able to live with this is to simply see it as the money.")

Das gesteigerte Interesse an Musikrechten erklärt Nick Jarour vom Hipgnosis-Beraterstab damit, dass für die Musikindustrie in den nächsten Jahren ein exponentielles Wachstum erwartet wird. Allerdings würde dieses Wachstum nur die allerwenigsten Künstler betreffen, genau genommen nicht mal ein Prozent aller Musikschaffenden. Dadurch sei das Verkaufen von Musikrechten für viele Artists eine lukrative Möglichkeit, schnell zu profitieren, ohne unbedingt selbst von diesem Wachstum betroffen zu sein.

Das erwartete Wachstum der Musikindustrie und eine Dekade niedriger Leitzinse lassen das Investieren in Musikrechte als äußerst attraktive Möglichkeit für Unternehmen erscheinen, ihr Geld ohne großes Risiko ertragreich anzulegen. Für die Künstler hingegen bietet sich der Vorteil, nicht jedes Jahr Einkommensteuern zahlen zu müssen, sondern bloß einmalig die Kapitalertragssteuer zu entrichten. Dadurch eröffnet sich die Möglichkeit, das garantierte Geld schnell wieder gewinnbringend zu investieren. Diese Herangehensweise sei allerdings nicht für jeden Künstler etwas, sagt Jacobs:

"Für meine Klienten macht es nur Sinn, solch einen Deal abzuschließen, wenn sie den Gewinn danach vernünftig investieren. Das ist eine High-Level-Transaktion und diese erfordert Raffinesse von der handelnden Person, [...] schließlich sichert dir Urheberschaft einen lebenslangen Geldzufluss."

("For my clients, if they do make the sale, the only way it makes sense is if they're really careful with how they invest. This is a very high-level transaction and it requires a sophistication in the person doing it, [...] because you are protected forever by having a copyright that will always throw off money.")

Das Verkaufen von Musikrechten könnte sich in Zukunft als Alternative zur aktuell herrschenden "Own Your Masters"-Mentalität etablieren - zumindest für investier-freudige Künstler.


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