5 deutsche Rapper, die fast als Fußballer Karriere gemacht hätten

Deutschrap und Fußball – irgendwie taucht diese Verbindung immer wieder auf. Rapper sind riesige Fans des Sports. Die großen Fußball-Stars feiern Hiphop. Und es scheint, als hätten so einige Deutschrapper nur knapp eine Karriere im Fußball verpasst – und sind stattdessen eben Musiker geworden. Zumindest, wenn man ihren Stories glaubt.

Deswegen haben wir einfach mal die verpatzten Fußballer-Laufbahnen von fünf Rappern unter die Lupe genommen.

1. KC Rebell

Banger Musik-Künstler KC Rebell zeigte als Jugendlicher offenbar großes Talent im Fußball. Bei Dasding erzählte KC vor einiger Zeit, dass er lange Jahre bei Rot-Weiss Essen gespielt habe.

Was ihm jedoch fehlte? Die Disziplin:

"Es war wirklich die Disziplin. Ich finde es jetzt auch nicht schade, dass es nicht geklappt hat, aber Fußballer wäre auch was Geiles gewesen – die ganze Zeit Sport machen, einen Haufen Geld kassieren. Bei mir war es echt so, ich hatte oft rote Karten gehabt und dann gab es so eine Aktion bei mir, die ausschlaggebend dafür war, dass ich anderthalb Jahre gesperrt war."

Er habe erst Jahre später die nötige Disziplin erlernt. Allerdings leider zu spät:

"Im Fußball-Segment ist es auch sehr wichtig, dass man mit dem Alter schwimmt. Da kannst du auch nicht mit 26, wenn du dann die Disziplin gelernt hast, wieder voll angreifen. Dann bist du schon durch eigentlich."

KC Rebell tindert: "Ich hab oft rote Karten gehabt." | DASDING

Was KC Rebell zu Songs von Kollegah, Max Giesinger oder dem Partysong "Stoff & Schnapps" sagt, checkst Du hier! KC Rebell hat mit Basti Songs getindert und unter anderem verraten, für welchen Fußballverein sein Herz schlägt und warum er seine Fußballkarriere irgendwann aufgeben musste.

2. Maxwell (187 Strassenbande)

"Fußball. Ich habe nur Fußball gespielt, von morgens bis abends. Alles, wo ich hingucke ist ein Tor gewesen. Diese beiden Mülltonnen da waren ein Tor, die Pfeiler in der Einfahrt – alles!"

Bei noisey hat 187-Mitglied Maxwell erst vor Kurzem erzählt, wie seine Fußballer-Laufbahn als Kind beim SC Eilbek begann und warum daraus keine Karriere wurde:

"Mit drei habe ich angefangen hier zu spielen, in der Pampers Liga. [...] Ich bin dann auf der Straße rumgehangen und hab das gemacht: Kiffen angefangen. Dann kamen die Frauen und ich habe Fußball vernachlässigt. Ich war dann mit 16 auch nicht mehr Zuhause und auf mich alleine gestellt. Da konnte ich nicht mehr so Fußball spielen, wie ich gemusst hätte."

Offenbar war ein Mangel an Unterstützung ausschlaggebend dafür, dass sich Maxwell bald anderen Dingen zuwandte:

"Fußball ist alles Kontakte. Weißt du? Bei Musik ist das anders gelaufen. Da hatte ich zwar Bonez, aber wir haben alles selber gemacht. [...] Wir haben alles selbst aufgebaut. Bei Fußball ist das anders. Auch mit den Trainings und so. Du musst da echt dahinter sein. Ich hatte keinen, der mich abends zum Training gefahren und unterstützt hat. Ich hätte wohl jemand gebraucht, der mich fördert."

Maxwell hat uns sein Hamburg gezeigt

Maxwell hat uns erzählt, wie er einer der 187 Strassenbande wurde und die Orte gezeigt, an denen er aufgewachsen ist.

3. Hanybal

Bekanntlich hat auch Hanybal eine Geschichte als Fußballer. Bis er 18 Jahre alt war, habe er viel trainiert und sei "richtig am Ball" gewesen. Gegenüber der Backspin erzählte er einst:

"Es macht mich manchmal immer noch traurig, wenn ich daran denke, dass ich nicht weiter gespielt habe. Und das motiviert mich dann auch, den Kids von heute auf jeden Fall ans Herz zu legen, wenn sie Sport machen, [...] am Ball zu bleiben oder dran zu bleiben, weil Sport ist was sehr, sehr Schönes und Sport kann Leben retten."

Eine Jugend ohne Fußball? Für Hanybal unvorstellbar. Bis zu einem gewissen Alter habe ihn der Sport von "richtig ekelhaften Sachen auf der Straße ferngehalten", so der Azzlackz-Künstler. Als Fußballer sei er zudem "strikt Anti-Kiffer" gewesen:

"Wir waren richtige Fußball-Fanatiker. Irgendwann habe ich dann aufgehört mit dem Fußball und dann hat sich generell mein Leben ein bisschen geändert. Dann habe ich irgendwann angefangen zu kiffen, sehr spät eigentlich."

Das Ende seiner sportlichen Laufbahn sei vor allem auf private Probleme, aber auch auf Streit mit seinem Trainer zurückzuführen.

Hanybal: "Haramstufe Rot", Verantwortung, Drogen, Fußball-Karriere uvm. (Let's Talk About ...)

"Haramstufe Rot" bestellen: http://amzn.to/2c7NZp9 Am 16. September erscheint über Azzlackz Hanybals neues Album "Haramstufe Rot". Nicht nur um diesen Nachfolger seines Debüts "Weg von der Fahrbahn" dreht sich das Gespräch, das Shana BACKSPIN mit dem Frankfurter führte.

4. Olli Banjo

Glaubt man Wikipedia, strebte Olli Banjo als Jugendlicher eine Fußballkarriere an "und schaffte es bis in die Bayernauswahl." Bei Shortcuts ging der Rapper ins Detail:

"Das war in der Jugend. Ich habe sehr früh sehr hoch gespielt, [habe] damals bei der Viktoria Aschaffenburg gespielt und das war die höchste Jugend-Liga. Dann bin ich gesichtet worden, von sämtlichen Auswahlmannschaften, Bayern-Auswahl, Jugend-Nationalmannschaft."

Er sei ein "Strafraumstürmer, wuchtig, torgefährlich, mit starker Durchschlagskraft", gewesen. Talent war offenbar da. Was fehlte, ähnlich wie bei KC Rebell, sei laut Olli Banjo die nötige Disziplin gewesen.

"Irgendwann kam Rap-Musik, Frauen, Drogen. Nein, Spaß, aber irgendwann ist es dann an der Disziplin gescheitert. Talent war da, aber so der wirkliche Wille sich durchzubeißen, nicht ganz. [...]"

Mittlerweile habe er eine andere Einstellung: 

"Das habe ich auf jeden Fall gelernt. Ich mache meine Hausaufgaben, ich arbeite hart mittlerweile. Hätte ich das damals gemacht, würde ich jetzt bestimmt Profi-Fußballer sein."

SHORTCUTS: Olli Banjo - TIMBOX TV

TIMBOX TV traf den freshsten Rapper Deutschlands und leidenschaftlichen FC Bayern München Fan Olli Banjo an einer Berliner Straßenecke, um mit ihm über seine früheren Karrierepläne als Fussballprofi und die neue Platte "DYNAMIT" zu sprechen. "DYNAMIT" (feat. Kool Savas, Xavier Naidoo, Sido, Marteria, Yasha und Morlockk Dilemma) erscheint am 09.05.

5. Marteria

Die vielleicht bekannteste "Rapper-anstatt-Fußballer"-Geschichte liefert wohl Marteria: als vielversprechendes Talent beim FC Hansa Rostock stand er zeitweise sogar im U-17-Kader der deutschen Fußball-Nationalmannschaft – und hätte wohl eine steile Karriere hingelegt.

Ein Angebot, in New York als Model zu arbeiten, warf diesen Plan allerdings über den Haufen. Gegenüber Buschi.TV erwähnte Marteria:

"Ich habe damals überlegt: Ok, ich bin Fußballer hier, aber [...] du würdest das dein Leben lang bereuen, wenn du da 'Nein' sagst. Ich habe halt gedacht, wenn das nicht klappt oder nicht funktioniert, dann geh ich halt einfach zurück und spiele weiter."

Zwar sei er mit dem Alter ein immer stärkerer Fußballer geworden, wirklich erfüllt habe ihn der Sport aber irgendwann aber nicht mehr.

"Mir hat irgendwie die Kreativität an der Sache gefehlt."

Marteria // Vom Fußballer zum Musiker

Marten Laciny, besser bekannt als Marteria, spielte als talentierter Fußballer in der Jugend des FC Hansa Rostock, zog dann aber mit 17 Jahren nach New York für eine Karriere als Model. Seine Konstante in diesen Zeiten: die Musik. Marteria - spannender Typ und ein toller Gast für BuschiTV - und fußballerisch hat er's auch noch drauf!

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Kommentare

Aber du maroc vergessen der fast 1 bundesliga gespielt hätte ihr närs

alle billig ich natz die panna

jeder türke, araber war doch mal mitspieler von özil aber hat sich dann am knie verletzt

alle am grass hängengeblieben haha #opfer

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Fußballverein Olympique Marseille gründet Rap-Label

Fußballverein Olympique Marseille gründet Rap-Label

Von Clark Senger am 26.09.2020 - 14:45

Der französische Fußballverein Olympique Marseille geht einen möglicherweise zukunftsweisenden Schritt ins Musikgeschäft. Gemeinsam mit BMG gründet der neunmalige Ligue-1-Meister das Label OM Records, dessen Fokus auf Rap und R&B liegen soll.

Olympique Marseille & BMG gründen OM Records

Was diese Kombination wichtiger Player aus der Kultur an Vorteilen für alle Beteiligten mitbringen könnte, kann man sich bereits ausmalen. Spieler*innen sowie Musiker*innen haben eine enorme Reichweite in den sozialen Medien und die Verbindung zwischen Fußball und Rap oder R&B ist ohnehin sehr eng, wie man immer wieder auf beiden Seiten beobachten kann. Sylvain Gazaignes, General Manager Frankreich von BMG, sagt zu dieser Connection:

"Die kulturelle Verbindung zwischen Hiphop und Fußball ist sehr stark, ganz besonders in einer Stadt wie Marseille mit einer so lebhaften und kreativen Musikszene. Die Partnerschaft mit OM bietet neue Möglichkeiten für etablierte Acts, aufstrebende Talente und Künstler*innenkollektive aus Marseille, Südfrankreich und Afrika."

Neben dem Großraum Paris ist Marseille Frankreichs wichtigster Hotspot für Hiphop. Mit IAM kommt eine der legendärsten französischsprachigen Rapformationen aus der Metropole an der Côte d'Azur. Einige der aktuell erfolgreichsten Acts wie Jul, SCH, Naps oder Alonzo stammen ebenfalls von dort und representen ihre Stadt häufig mit Leidenschaft.

Mitte August erschien der von Jul ins Leben gerufene Marseille-Possetrack "Bande organisée", der mit 36 Millionen Plays auf Spotify und über 80 Millionen Views bei YouTube schon jetzt einer der größten französischen Songs des Jahres ist. Jul, SCH, Naps, Kofs, Elams, Solda, Houari sowie Soso Maness tragen im Video das klassische Hellblau, das Verein und Stadt im jeweiligen Wappen zeigen. Dabei performt die "organisierte Bande" auf Bolzplätzen sowie im Stade Vélodrome, der Heimat von Olympique Marseille:

Was die Partnerschaft bedeutet

Der Deal macht BMG zum Exklusivpartner für musikalische Projekte und Aktivitäten von Olympique, wie die Musikwoche berichtet. Der Vereinspräsident Jacques-Henri Eyraud beschwört den Spirit der Stadt:

"Olympique de Marseille ist in erster Linie ein Fußballclub, aber seine Wirkung geht weit über die Spielfelder hinaus, insbesondere bei den jungen Menschen in Marseille. L'OM ist ein starker Hebel, um das große künstlerische Potenzial der Bevölkerung freizusetzen. Marseille ist seit der Gruppe IAM eine Wiege des französischen Rap und HipHop, und die Verbindungen zwischen OM und den lokalen Künstler*innen sind seit Jahren stark. Die Gründung von OM Records stärkt diese Verbindung und symbolisiert den Wunsch des Clubs, die einzigartige Energie, die von Marseille und seinen Leuten ausgeht, in der ganzen Welt voranzubringen."

Konkret dürfte das bedeuten, dass der Verein mit seinem Einfluss und seinen Möglichkeiten so gut wie möglich Künstler*innen des Labels unterstützt. OM bekennt sich mit dem Move ganz eindeutig zur Kraft, der Attitude und der Ästhetik des einflussreichsten Genres der Gegenwart.

Haaland, Alaba & Co: 7 Fußball-Stars, die rappen

Der weltweite Fußball-Zirkus sollte sich eigentlich in der verdienten Sommerpause befinden. Doch Corona macht es möglich: Der Ball rollt die nächsten Wochen in nahezu leeren Stadien. Champions League und Europa League müssen noch zu Ende gespielt werden. Sobald es die Zeit erlaubt, gehen manche Ballkünstler aus den Elite-Ligen auch ganz anderen Hobbys nach.

Wenn der Plan aufgeht, dürften die Musiker*innen im Gegenzug dabei helfen, die Marke Olympique Marseille nicht nur in Frankreich, sondern auch in Belgien, dem aussichtsreichen Wachstumsmarkt in Westafrika und über die Grenzen der französischsprachigen Welt hinaus zu stärken. Hinter den schönen Worten der Verantwortlichen über das "künstlerische Potenzial der Bevölkerung" oder die "einzigartige Energie" der Stadt steckt natürlich auch der Wunsch nach finanziellen Vorteilen für alle Beteiligten.

Ein Move mit Signalwirkung?

Die unweigerlichen Verbindungen und Sympathien aus den Welten der Musik und des Sports zusammenzubringen, ist natürlich nichts gänzlich Neues. Wenn MoTrip für den FC Bayern rappt, der FIFA-Soundtrack mal wieder vor Hiphop nur so strotzt oder Spieler wie Haaland, Alaba und Sergio Ramos sich als Rapper versuchen, erscheint eine Labelgründung unter dem Dach eines Fußballvereins nicht abwegig, sondern fast schon logisch.

Andere Vereine aus Frankreich, Deutschland, England, Spanien und womöglich auch den USA werden genau verfolgen, ob und wie OM Records sich etabliert und auszahlt. Man kann sich vorstellen, wie Vereine aus Hamburg, Berlin, London, Madrid, Barcelona oder auch kleineren Städten, die bereit für die Nische sind, profitieren könnten.

Dass Fußball und Rap nicht nur wirtschaftlich ein passendes Paar abgeben, sondern auch in der Mentalität der Protagonisten viele Überschneidungspunkte bieten, haben wir beispielweise in diesem Artikel gezeigt:

Was Rapper an Fußballern fasziniert - und umgekehrt

Rap und Fußball - da wächst etwas zusammen. Vor allem Straßenrapper supporten Spieler und Clubs. Sie tragen Trikots, nutzen die Namen berühmter Spieler als Tracktitel und widmen sich auch sonst gerne textlich dem Volkssport Nummer eins. Auf der Seite der Sportler läuft es fast spiegelverkehrt.


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