PNL-Finale, Damsos größter Hit & mehr: Rap-Français-Rundumschlag Woche 26

Das Openair Frauenfeld und das Splash! sind durch und die französischsprachigen Acts haben auch bei uns ordentlich abgerissen. Release-technisch war aber auch was los. PNL veröffentlichen den finalen Part ihrer Kurzfilmreihe und Damso liefert das Musikvideo zu seinem größten Hit. Wir starten mit neuen Singles und kommen dann zu den beiden wichtigsten Releases der Woiche. Viel Spaß beim Rap Français Update!

Die Singles & Videos der Woche

Sneazzy ft. S.Pri Noir - Evite la

Sneazzy und S.Pri Noir auf einem Track? Das hört sich vielversprechend an. Mit Evite la liefern uns die zwei einen grandiosen Vibe-Song, bei dem wohl so mancher Hörer mehrfach den Replay-Button gedrückt hat. Ob der smoothe Beat oder das Zusammenspiel der beiden Künstler dich auch überzeugt, musst du selbst herausfinden. Das Ding ist auf jeden Fall einen Klick wert!

Sadek ft. Niska - En leuleu

Brett im Anflug! Sadek veröffentlicht gemeinsam mit Niska die Single En Leuleu aus seinem kommenden Mixtape #VVRDL. Durch mehrere Tempowechsel und eine Niska-Hook zum Mitschreien wird der äußerst energiereiche Song in Zukunft wohl die eine oder andere Musikanlage an ihre Grenzen bringen. 

L'Or du Commun ft. Roméo Elvis - Apollo

Und wieder einmal erreicht uns ein Meisterwerk aus Brüssel. Die Jungs von L’or du Commun und Roméo Elvis spannen zusammen und liefern uns mit Apollo den perfekten Song, um kurz abzuschalten. Egal ob am Strand oder beim Feierabendbier mit den Jungs, der chillige Beat von Vax1 und die passenden Parts sorgen für gute Stimmung.

Damso - Θ. Macarena

Der Mann der Stunde veröffentlicht mit Θ. Macarena ein weiteres Video und gleichzeitig den größten Hit aus seinem aktuellen Erfolgsalbum Ipséité. Mit über 16 Millionen Streams auf Spotify belegt der Song seit Wochen Spitzenpositionen in den französischen Charts, was eine Clip fast unausweichlich machte. Das Video kommt dabei gewohnt stilvoll daher, die kurze Story vom Bootsfahrer-Playboy Damso in schwarz/weiß wird mit Macarena musikalisch perfekt untermalt.

Als Ersatz für Tyler The Creator war Damso außerdem am Wochenende bei Openair Frauenfeld vertreten und konnte dem internationalen Publikum seine Hype-Berechtigung zu demonstrieren:

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Kekra - Walou/Pull Up

Mittlerweile haben viele bemerkt, dass Kekras Videos an Style kaum zu überbieten sind. Das Doppelvideo zu Walou/Pull Up, für das er dieses Mal Negril und Kingston auf Jamaika besucht hat, bildet in dieser Hinsicht keine Ausnahme. Der erste Track Walou ist übrigens auf dem aktuellen Album Vréel 2 zu hören, Pull up hingegen ist ein neuer Track.

Rim'K - Cartel

Nach dem Album ist vor dem Album. Das ist die Devise für Rim'K, der noch lange nicht genug von Rap hat. Der Altmeister bleibt mit Cartel auf der modernen Schiene und beweist ein weiteres Mal sein Händchen für eingängige Hooks. Wenn du wissen willst, wie Rim'K nach so vielen Jahren im Hiphop-Zirkus seinen Hunger aufrechterhält, dann gib dir unser Interview.

Niro - GTA

Kurz nach dem Musikvideo zu GTA veröffentlichte Niro das Überraschungsalbum OX7. GTA ist ein stabiler Banger, gibt die Marschrichtung für das Album vor, aber nimmt nicht zu viel vorweg – es gibt auf der LP nämlich weitere Styles zu hören. Später mehr dazu ...

Josman - High Life

Aus dem Mixtape 000$ (Stream) droppt Josman das Musikvideo zu High Life. Während der Stimmeinsatz und die Adlibs teilweise an einen französischen Travis Scott erinnern, wird der visuelle Part im aktuell schwer angesagten Retro-Look präsentiert. Inhaltlich verrät der Titel bereits, was Sache ist. 

YL - Anges & démons

Vor wenigen Monaten konnte YL einen starken Part auf Sofianes Album #JesuispasséchezSo platzieren, dann folgte die Single Loin, welche bereits mehr als eine Million Aufrufe auf YouTube hat und nun legt YL mit Anges & démons nach. Euch erwartet ein Brett, das wie Damsos Überhit Macarena von Double X produziert wurde! 

PNL - Jusqu'au dernier gramme

Nach Naha, Onizuka und Bené ist nun der finale vierte Part der Musikvideo-/Kurzfilmreihe von PNL endlich da. Ademo und N.O.S. nehmen dich noch ein letztes mal mit in die Welt von Dans la légende.

Wie die PNL-Jungs die emotionale Atmosphäre kreieren und die Geschichte der ersten drei Teile zu Ende spinnen, ist einfach unglaublich und sorgt für manchen Gänsehautmoment. Als Klangteppich wurde passend zum finalen Teil Jusqu'au dernier gramme (dt: bis zum letzten Gramm) gewählt und dieser ohnehin bereits sehr emotionale und beeindruckende Track entfaltet in diesem 30-minütigen trip down memory lane seine volle Wirkung. Ein absolutes Muss! 

Im zweiten Teil des Artikels widmen wir uns den Neuerscheinungen der Woche ...

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Probs an euch für den "Rap-Français-Rundumschlag". Richtig nice, dass man über aktuellen stuff informiert wird! :)

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Rekordjagd in Frankreich: Superstar Damso releast neues Album "QALF"

Rekordjagd in Frankreich: Superstar Damso releast neues Album "QALF"

Von Clark Senger am 20.09.2020 - 16:42

Seit einigen Jahren zählt Damso zur absoluten Champions League der französischsprachigen Rapwelt. Knapp zwei Jahre nach "Lithopédion" (2018, Dreifachplatin) ist er diese Woche Freitag mit der Platte "QALF" ("Qui Aime Like Follow") zurückgekehrt.

Musikvideos oder auch nur ein Streaming-Release? Fehlanzeige. Das Artwork der Platte zeigt lediglich Künstlernamen, Albumtitel und Spieldauer in weißer Schrift auf schwarzem Hintergrund – ein ähnlicher Minimalismus wie bei der quasi nicht vorhandenen Promophase. Dennoch oder gerade deswegen knackt der belgische Riese, der im Kongo geboren wurde, schon wieder Rekorde und macht international auf sich aufmerksam.

Damso rasiert Spotify & Genius mit seinem Album "QALF"

Wie auch in Deutschland und den USA ist einer der besten Indikatoren für Hype ein Blick auf die Spotify-Zahlen. Dort konnte "QALF" nach 24 Stunden bereits mehr als 11,3 Millionen Streams verzeichnen. Damit steckt Damso die beiden erfolgreichsten Rapalben des Jahres in Frankreich von Maes ("Les derniers salopards" mit 8,2 Millionen im gleichen Zeitraum) sowie Ninho ("MILS 3" mit 6,5 Millionen) in die Tasche.

In Frankreichs Spotify-Charts liegen alle 13 Songs des Albums aktuell in den Top 17. Das Interlude "Thevie Radio" schafft es immerhin auf Platz 22. Gestern sollen die 13 Songs der Platte allesamt in den globalen Top 200 von Spotify vertreten gewesen sein, wie das französische Portal Booska-P berichtet. Heute sind "BXL Zoo" (#151) mit Hamza sowie "Deux Toiles de Mer" (#154) noch in der Liste zu finden und kristallisieren sich für den Moment als die größten Hits heraus.

Einen weiteren Beweis für die Größenordnung, in der Damso spielt, findet man auf Genius. In den Top 10 der am häufigsten aufgerufenen Songs stehen derzeit mit den beiden oben genannten und dem Titel "Life Life" gleich drei "QALF"-Songs.

Damsos Engagement im Kongo

Es ist Damsos erstes Album, das er ohne die Hilfe und das Label seines ehemaligen Mentors Booba veröffentlicht. Seit der Trennung gab es – man ist es von Booba nicht anders gewohnt – kleinere und größere Seitenhiebe auf Instagram. Die melancholische Gelassenheit aus Damsos Musik findet sich aber auch in seinem Krisenmanagement wieder. Offenbar unbeeindruckt hat er sich auf das Album und Arbeit jenseits der Musik konzentriert.

Unter anderem gründete er die Vie Sur Nous Fondation. Mit der Stiuftung hat er es sich zum Ziel gemacht, die menschenunwürdigen und teils lebensgefährlichen Zustände beim Bergbau in der Demokratischen Republik Kongo zu bekämpfen. Unter anderem beim Abbau des Rohstoffes Kobalt, der beispielsweise für die Akkus von Handys und E-Autos elementar ist, sterben täglich Menschen, während sie für einen Hungerlohn schuften. Außerdem hat er dort den Bau eines Waisenhauses vorangetrieben.

Kobaltabbau im Kongo - Der hohe Preis für Elektroautos und Smartphones

In der Batterieherstellung für Smartphones, Tablets und neuerdings auch Elektroautos benötigen die Hersteller Kobalt. Im Kongo wird der Rohstoff unter katastrophalen Bedingungen abgebaut - häufig von Kindern.

So klingt "QALF": Erster Eindruck & eine Kritikerstimme

Schon auf den ersten Metern von "QALF" merkt man den afrikanischen Einfluss deutlicher als auf den bisherigen Alben. Kurios: Das Album hat zwar ein "Intro", es ist allerdings der letzte Song in der Tracklist. Das tatsächliche Intro heißt "Mevtr" und switcht nach knapp 40 Sekunden mit afrikanischem Gesang und Percussions zu sphärischem 808-Sound.

Auf den folgenden Anspielstationen gibt es Damsos Stimmgewalt erneut sowohl in sanfter als auch härterer Ausführung zu hören. Zu den potenziellen Hits und den gefühlvollen Momenten gesellen sich dieses Mal auch sehr tanzbare Uptempo-Nummern (zum Beispiel "Pour l'argent"), 80s-Nostalgie ("911") und afrikanischer Rumba ("Fais ca bien" ft. Fally Ipupa).

Brice Miclet schreibt bei Les Inrockuptibles, "QALF" erreiche weder die Härte des Debüts "Batterie faible" (2016) noch die Intensität von "Ipséité" (2017), zeichne sich aber durch seine Vielfältigkeit aus. Außerdem vermutet er, wie viele Fans, dass "QALF" ein Teil eines größeren, release-übergreifenden Plans des Musikers sein könnte. Dass das "Intro" als letzter Song auftaucht und Damso an dessen Ende laut brüllt, woraufhin eine Computerstimme "Batterie aufgeladen" sagt, würde diese Theorie stützen. Miclet erwartet auf dem vermeintlichen Nachfolger einen deutlich härteren Damso.

Damso gibt seinen Anhängern und Kritikern ein einzigartiges Stück Musik, das zum Diskutieren animieren möchte und sich nur selten dem Fast-Food-Spirit der Streaming-Ära beugt. Hört die Platte und macht euch selbst einen Eindruck!



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