"Illmatic": Kool Savas, Azad & Co über das beste Rap-Album aller Zeiten

Das vielleicht beste Rap-Album aller Zeiten feiert jedes Jahr am 19. April Geburtstag. Ein 1994 noch 20-jähriger Nasir Jones aus Queensbridge veröffentlichte Illmatic. Heute kennt man ihn als Nas, einer der mit Sicherheit fünf besten und komplettesten MCs, die je das Mic gehalten haben.

Doch genug vom pseudo-kompetenten Talk, lassen wir doch mal die richtigen Kenner des Raps sprechen. Warum Illmatic, das Debütalbum von Nas, so besonders ist, wissen auch eine ganze Menge deutscher Rapper, zum Beispiel auch...

Kool Savas

"It Ain't Hard To Tell ist für mich eines der geilsten Rapsongs überhaupt. Lyrisch ist es auf einem super hohen Niveau zu einer Zeit, zu der Mase und Puff Daddy in waren. Da kam einfach Nas mit einem ganz anderen Sound. Ein Gegengewicht zu all dem. [...] Wenn man seine Raps heute auf moderne Instrumentals legt, klingt es immernoch wie vor wenigen Monaten. Es ist immer aktuell. Überkrass, ein absoluter Evergreen für mich. Das ist ein Rap-Aushängeschild."

Lakmann

"Als Deutsche können wir gar nicht verstehen, dass er zu den besten Rappern gehört. [...] Er ist unglaublich geil, Mann. Bei Nas ist es die Tiefgründigkeit. Sein Alleinstellungsmerkmal ist außerdem, dass er der jüngste von allen New Yorker Veteranen war, als er sein Debütalbum veröffentlicht hat."

Unser Chefredakteur Toxik versucht, Lakmanns Ansicht weiter zu unterfüttern: "Ich erinnere mich noch dran, dass ich irgendwann beim Autofahren Illmatic gehört hab. Da hat man mehr Zeit, darüber nachzudenken. Dabei fielen mir wieder neue Sachen in den Texten ein. Er benutzt keine doppeldeutigen Punchlines, an denen du nicht vorbeihören kannst. Man muss Nas wirklich ganz aufmerksam zuhören um zu verstehen, was er genau macht."

Sentino

"Aus politisch korrekten Gründen ist mein Lieblingsalbum Illmatic von Nas, weil es ein Klassiker ist. Jeder Song war ein Hit. Es zeigt einen jungen Nas in seiner ganzen lyrischen Bandbreite in your face. Zu der Zeit war Nas der beste Rapper in New York. Illmatic ist eine Herzensangelegenheit. Ich kann nur jedem nahe legen, sich das reinzuziehen."

Azad

"Die Rap-Evolution in New York war: Rakim, Kool G Rap und Big Daddy Kane, der auch viel auf Technik geachtet hat. Das ging dann weiter zu Leuten wie Nas, der Kool G Rap und Rakim in sich aufgenommen hat. Er hat alles auf ein anderes Level gebracht. [...] Diese Leute sind die Könige des Raps."

Jaysus

"Das Album hat Straßenpoesie meiner Meinung nach erfunden. Es ist ein Klassiker, jeder Song ist stark und hat ein Genre kreiert, von dem Künstler, die Straße sind und trotzdem intelligente Musik machen wollen, heute noch profitieren. Das hat Nas kreiert. Auch ich profitiere davon. Dank Illmatic kann ich straßenaffine Musik machen, ohne stumpf und hohl zu sein."


Eko Fresh

"Es ist bisschen langweilig, dieses Album zu nennen. Aber Illmatic ist so ein wichtiges Album. Man sagt, es sei das beste Album aller Zeiten. Meine persönliche Story ist, dass ich Illmatic erst ganz lange in der Vitrine hatte und später gemerkt habe, wie geil es ist. [...] Es ist das perfekte Album. Das ist aber auch die Tragik eines jeden großen MCs: Du wirst immer an deinem ersten Ding bemessen. Diese Leichtigkeit, die du da hattest und das Unbeeindrucktsein gegenüber der Industrie kommt nur ganz schwer wieder zurück."

Hanybal

"Als Nas' drittes Album I Am... erschien, war ich schon großer Nas-Fan. Ab Illmatic haben ich und meine Jungs ihn todesabgefeiert. Sogar davor schon, als er noch kein richtiges Release hatte. Wir waren richtige Nas- und Queens-Fans. Sehr starke Ecke auf jeden Fall."

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Hanybal-Veteran
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Biz Markie ist verstorben – die Hiphop-Welt trauert
Tod

Biz Markie ist verstorben – die Hiphop-Welt trauert

Von Michael Rubach am 18.07.2021 - 13:17

Rapper, Producer, DJ und Beatbox-Pionier Biz Markie ist am vergangenen Freitag im Alter von 57 Jahren verstorben. Über die Todesursache erfolgten zunächst keine Angaben. Der Musiker kämpfe zuletzt mit einer Diabeteserkrankung. Freunde, Wegbegleiter und berühmte Fans haben sich im Angesicht der traurigen Nachricht auf Social Media zu Wort gemeldet.

Biz Markies Tod: Der "Clown Prince of Hiphop" verlässt die Bühne

Bereits Ende Juni gab es erste Meldungen darüber, dass Biz Markie verstorben sei. Diese wurden umgehend dementiert. Damals hieß es, dass sich der 57-Jährige "in medizinischer Behandlung, umgeben von Fachleuten" befinde, welche "hart daran arbeiten, die bestmögliche Gesundheitsversorgung zu bieten." Ein paar Wochen später ist die ursprüngliche Falschmeldung nun bittere Realität. In einem Statement, das verschiedenen US-Portalen vorliegt, erklärt Biz Markies Managerin:

"Mit tiefer Trauer verkünden wir, dass der Hiphop-Pionier Biz Markie heute Abend mit seiner Frau Tara an seiner Seite friedlich verstorben ist."

("It is with profound sadness that we announce, this evening, with his wife Tara by his side, hip hop pioneer Biz Markie peacefully passed away.")

Seine Karriere begann Biz Markie Mitte der Achtziger als Mitglied der Juice Crew und machte sich als Beatboxer einen Namen. In seiner Rapsolokarriere veröffentlichte er insgesamt fünf Studioalben. Sein letzte Platte "Weekend Warrior" erschien 2004. Mit "Just A Friend" gelang Biz Markie 1989 sein größter Hit. Der Track erreichte in den USA den Platin-Status und stieg bis auf Platz neun der Billboard Charts.

Der selbst ernannte "Clown Prince of Hiphop" bereicherte die Hiphop-Szene vor allem auch durch seinen Humor. Dieses Talent blieb der Film- und Fernsehlandschaft nicht verborgen. Unter anderem ist Biz Markie in dem Blockbuster "Men in Black II" zu sehen.

Kool Savas, Fler, Nas & mehr trauern um Biz Markie

Biz Markies Einfluss geht weit über die US-Grenzen hinaus. Fler zollt einer "wahren Hiphop-Legende" Respekt. Kool Savas, Frauenarzt oder Falk Schacht haben ebenfalls Tribut-Posts abgesetzt.

LL Cool J ist von der Todesnachricht emotional sichtlich mitgenommen. In einem Video zeigt sich die US-Rap-Legende mit Tränen in den Augen. Auch The Roots-Drummer Questlove stand Biz Markie nahe. Er erinnert in einem längeren Posting daran, was ihm Biz Markie alles beigebracht habe. Andere Größen der US-Szene wie Nas, Timbaland, Missy Elliott oder Ice Cube nehmen ebenfalls auf Social Media Abschied. Rest in Power!


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