Beef seit 2010: Die Vorgeschichte zu Kollegah vs. Laas Unltd.

Aktuell ist der Konflikt zwischen Laas Unltd. und Kollegah wieder ein heißes Thema. Dass die beiden Stress haben, gehört fast schon zum Deutschrap-Allgemeinwissen. Aber wie kam es eigentlich dazu? Da der Beef schon einige Jahre alt ist, werden vielleicht nicht alle heutigen Fans wissen, wie die Vorgeschichte aussieht. Für diejenigen erläutern wir hier die Hintergründe. Wer schon seit 2010 beim Gossip der Szene auf der Höhe ist, kann aussteigen oder einfach die letzten Jahre nochmal auffrischen.

Der Startschuss (2010)

2010 war eine andere Zeit für Rap in Deutschland. Die Szene war gerade dabei, sich von der oft zitierten "Rap-Blase" zu erholen, die nach den großen Erfolgen von Aggro und EGJ Anfang der 2000er ordentlich Luft gelassen hatte. Casper und Cro hatten noch nicht ihre massiven Mainstream-Erfolge gefeiert. Kollegah hatte noch kein Top-10-Album und war gerade dabei, Textideen für Bossaura zu sammeln – vielleicht sogar gemeinsam mit Sun Diego.

Damals gab Kollegah ein Interview, in dem er sich abfällig über Laas äußerte. Er sei es nicht wert, von ihm gedisst zu werden – im Nachhinein der Startpunkt für den Konflikt. Laas reagierte mit einer Herausforderung zu einem judged Battle auf der Hauptbühne beim Splash!. Der Verlierer sollte seine Rap-Karriere beenden. Hier die News vom 23. November 2010:

Laas Unltd. fordert Kollegah zum Battle heraus

Kollegah hat in einem Video gesagt, dass er keine Disslines gegen machen würde, da dieser...

Die Tracks (2010)

Seine Linie, Laas nicht selbst zu dissen, setzte Kolle dann konsequent um, indem er Headtrick für sich den Song Wer ist dieser Laas? einrappen ließ. Der Track erschien im November 2010, nur wenige Tage, nachdem der Konflikt entbrannt war:

Kollegah - Wer ist dieser Laas ( Lass-Diss ) HQ Neu!!!

Kollegahs Antwort. Kollegah rappt natürlich nicht selber. Ist sein Vertreter.

Allzu lange ließ Laas sich dann nicht bitten und antwortete direkt im Dezember 2010 mit dem unmissverständlichen Song F**k dich Felix – obendrauf gab es zudem T-Shirts mit ebendieser Aufschrift. Schon damals das große Thema: Realkeepen vs. Image-Rap:

Laas Unltd. - Fick Dich Felix (F.D.F.) [Kollegah Diss]

Enjoy the videos and music you love, upload original content, and share it all with friends, family, and the world on YouTube.

Kollegah ließ danach via Selfmade Records verlauten, der Beef sei für ihn vorbei. Er, "Deutschlands bester Rapper", habe Wichtigeres zu tun. Und das war bereits ein Vorgeschmack auf die Art, mit der Kollegah von nun an gegen Laas vorgehen sollte. Mit provokanten Seitenhieben inszenierte er sich erfolgreich als Rapper einige Level über seinem Gegner. Exemplarisch dafür stand seiner Zeit die Antwort auf den Disstrack: Kolle brachte ein Shirt mit der Aufschrift "F**k mich Felix" heraus. Die damals bevorstehenden Erfolge sollten ihm in den kommenden Jahren zusätzlich Rückenwind für diese Strategie bringen.

Der Konzertbesuch (2012)

Ohne die ganz großen Vorkommnisse blieben die Spannungen zwischen den beiden Rappern zunächst bestehen. 2012 hatte Kollegah dann mit Bossaura bereits ein kontrovers diskutiertes aber erfolgreiches Album veröffentlicht und war dabei, einen gewissen Hype aufzubauen und seine Position innerhalb der Szene zu zementieren. Laas' Karriere hingegen hatte in der Zwischenzeit keine großen Sprünge gemacht und das spielte dessen Feind natürlich in die Karten.

Nur sechs Tage vor der Ankündigung für JBG 2 verschafften Kolle und Farid sich im Oktober mediale Aufmerksamkeit, indem sie Laas bei einem Konzert in Oberhausen im wahrsten Sinne des Wortes die Tour vermiesten. Der schrieb dazu damals auf Facebook:

"Allerdings nicht alleine sondern mitsamt einem rund 10-köpfigen Stiernackenkommando."

Laas Unltd.

Ich möchte hiermit die Gelegenheit nutzen um mich zu einer Situation zu äussern, die sich letzten Freitag bei meinem Tourstop in Oberhausen ereignet hat. Ich habe mit diesem Statement bewusst bis...

Es blieb friedlich, aber die Aktion hatte Laas getroffen. Das Ganze wurde zudem gefilmt und auf YouTube verbreitet. Das Ziel war es, Laas der Lächerlichkeit preiszugeben. Der war etwas verwundert und meinte, man hätte sich auf dem Splash! noch schmunzelnd die Hände gereicht. Mit sarkastischem Unterton wünschte er den beiden "viel Erfolg mit der Promo & dem Album". Der Begriff "Stiernackenkommando" wurde in einem Songtitel auf JBG 2 aufgegriffen.

Hier unten geht es weiter mit den Entwicklungen seit 2013...

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Kommentare

Kollegah ist halt einfach ein Idiot! Er hatte tatsächlich mal ne sympathische Phase von 2013 bis Ende 2014, also die King Phase. Aber im Grunde ist sein damaliges soziales Auftreten doch eh nur Promo gewesen. Fake bis zum Gehtnichtmehr der Typ. Und jeder der nur einen Hauch von Hip Hop versteht weiß doch das Laas der bessere Rapper ist. Nur sein Feature auf Vibe fand ich schwach, aber der Track war auch mit Abstand der schwächste auf dem Album.

Deine Meinung dazu?

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Fler & PA Sports: Erst gibt es Props, dann doch wieder Ärger

Fler & PA Sports: Erst gibt es Props, dann doch wieder Ärger

Von David Molke am 26.11.2020 - 18:06

Fler hat PA Sports offenbar nach dem Beef mit Manuellsen zu seiner Ansage gratuliert. Anschließend kritisierte er PA Sports allerdings öffentlich dafür, zur Polizei gegangen zu sein. Das kam bei PA Sports wohl wiederum nicht sonderlich gut an, was mehr oder weniger eindeutige Kommentare auf Instagram zur Folge hatte, woraufhin Fler ebenfalls per Insta Story-Ansage reagiert.

Nach Manuellsen-Beef: Fler meldet sich privat bei PA Sports und gibt ihm Props

Der Reihe nach: PA Sports befindet sich aktuell in der Promophase für sein neues Album. Im Track "100 Bars Final Kill"hat er sich unter anderem zum König des Ruhrgebiets ernannt. Was dem amtierenden König im Schatten Manuellsen bekanntermaßen überhaupt nicht geschmeckt hat. Anschließend gab es diverse Ansagen, Beleidigungen, Abrechnungen, Entschuldigungen und Friedensangebote. Manuellsen will sich jetzt nie wieder streiten. Den Rest findet ihr hier:

"Das geht auch an KC": PA Sports mit abschließendem Statement zum Streit mit Manuellsen

Es wurden wieder Ansagen gedroppt und gelöscht. Nachdem PA Sports am Sonntag zu einem halbstündigen Rundumschlag gegen Manuellsen ausgeholt hatte, löschte er sein Statement nun wieder und schlug versöhnlichere Töne an. Er wolle seine Zeit jetzt nicht mit Streit verschwenden und sich stattdessen auf sein anstehendes Album "Streben nach Glück" konzentrieren.

Fler gibt PA Sports Props: Kurz nach der Abrechnung von PA Sports hat sich Fler offenbar per DM bei PA Sports gemeldet. Anscheinend fand er die Abrechnung mit Manuellsen so gelungen, dass er PA Sports ein knappes "gut gemacht!" geschickt hat. Das Ganze hat PA Sports allerdings erst später veröffentlicht, und zwar nachdem Fler ihn kritisiert hatte.


Foto:

Screenshot: PA Sports in seiner Insta Storyhttps://www.instagram.com/pasports/

Fler kritisiert PA Sports offenbar dafür, zur Polizei gegangen zu sein

Im Livestream: Melbeatz und SSYNIC haben einen Livestream veranstaltet, in dem auch Fler per Telefon zugeschaltet war. In dem Gespräch ging es auch darum, wie Fler zu der ganzen Angelegenheit rund um PA Sports und Manuellsen steht. Fler erklärt daraufhin, er fände gut und richtig, wie PA Sports mit Manuellsen abgerechnet hat.

Was kritisiert Fler? Fler findet offenbar, dass es nicht ganz zusammenpasst, dass PA Sports einerseits zu der Polizei gegangen ist, aber gleichzeitig "immer diese Welle machen" würde. Fler erklärt, er "kenne die genauen Hintergründe" und PA Sports hätte wenigstens öffentlich sagen sollen, dass er zur Polizei gegangen ist. Was genau Fler mit diesen Hintergründen meint, bleibt leider unklar.

"Das war gut, aber ich kenne die genauen Hintergründe. Der PA ist aber auch jemand, der da sitzt und so redet, so nach dem Motto 'ja und jetzt reicht's mir!' Bro, der Typ ist zu den Bullen gegangen. Und deswegen sag ich mir so 'ey pass auf, wenn jemand zu den Bullen geht, Alter, dann soll er wenigstens in der Öffentlichkeit sagen: 'Wisst ihr was, ich geh jetzt zu den Bullen. Ich will jetzt den geraden Weg gehen.' Aber dann zeitgleich immer diese Welle machen, denk ich mir nur so, ist komisch, Alter.

Anscheinend geht es hier um einen Brandanschlag, der vor einiger Zeit das Auto von PA Sports Eltern getroffen hat. Allerdings wirken Flers Kommentare dazu etwas seltsam, weil PA Sports eigentlich schon direkt in den ersten Posts dazu klar gemacht hat, dass er die Polizei eingeschaltet hatte. Fler selbst hat in dem Zusammenhang jetzt gesagt, er selbst wäre noch nie bei der Polizei gewesen.

Gerichtsprozess gegen Fler ist unterbrochen

Fler muss sich aktuell vor dem Amtsgericht Tiergarten wegen mehrerer Anklagepunkte verantworten. Nun wurde der Prozess gegen ihn unterbrochen, da der Rapper krank ist. Sein Verteidiger legte dem Gericht ein Attest vor und wie die Berliner Zeitung berichtet, bestätigte ein Arzt telefonisch, dass Fler nicht verhandlungsfähig sei.

PA Sports reagiert auf Fler & der antwortet ihm erneut

Wohl als Reaktion auf die Kommentare von Fler in dem Livestream hat PA Sports die oben gezeigte Nachricht von Fler veröffentlicht. Dazu oder direkt im Anschluss folgte ein Kommentar von PA Sports, der folgendermaßen lautete:

"Wallah diese Menschen sind am Ende."

Damit bezieht er sich offenbar auf Fler, es wird aber nicht explizit so gesagt. Fler scheint das aber auch so aufgefasst zu haben, da er sich noch einmal an PA Sports wendet. Dieses Mal aber öffentlich, ebenfalls via Instagram. Er schreibt:

"Sorry PA, dass ich einige Sachen gut fand, die du gemacht hast und einige Sachen nicht. Ich weiß, im Internet kann man nur eine Meinung haben und sie auch niemals ändern."


Foto:

Screenshot: Fler in seiner Insta Story https://www.instagram.com/fler/

Das garniert Fler dann noch mit einigen Tränen lachenden Smileys. Zusätzlich wünscht er PA viel Erfolg und setzt das Hashtag "#EndlichBerliner" darunter.

Last but not least: Auch PA Sports' Labelkollege Kianush schaltet sich noch via Insta Story ein und erklärt, die Leute sollten Life is Pain einfach in Ruhe lassen.

Was sagt ihr zu der ganzen Angelegenheit? Glaubt ihr, dass es das jetzt war?


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